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Enten am Wehr / Alexander Koester

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Am Badestrand / Otto Pippel

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Glas bei Fischer in Heilbronn

Zwei Kilo schwer und doppeldaumendick



 Glashütte Potsdam, Deckelpokal mit Portrait Friedrich Wilhelm I. von Preußen, Potsdam, um 1715

Glashütte Potsdam, Deckelpokal mit Portrait Friedrich Wilhelm I. von Preußen, Potsdam, um 1715

„Jamais de repos“, „Maux infinis“ – „Niemals Ruhe“, „Unendlicher Schmerz“ lautet die nicht gerade optimistische Aufschrift eines böhmischen oder fränkischen Bechers aus dem frühen 18. Jahrhunderts. Was den Schöpfer oder auch Besteller dieses Glases zu dieser Missstimmung veranlasst hat, wissen wir nicht, wie überhaupt nur der Bandelwerkdekor ein bisschen die Entstehungszeit des Stücks eingrenzen lässt. Ein anderer Becher stimmt etwas zuversichtlicher: Selbstbewusst heißt es da: „Kayser Könige Fürsten u: Herrn, können den Weber nicht entbehrn – Edelleud Bürger und Bauersmann, keiner den Weber entbehren kann“. Datiert ist dieses Gefäß auf das Jahr 1775, und es hat also augenscheinlich einem Weber gehört. Die künstlerische Ausführung dieser Arbeiten ist eher schlicht, und deswegen sind sie auch nicht so teuer auf der kommenden Glasversteigerung des Heilbronner Auktionshauses Fischer: Jeweils um die 300 bis 600 Euro sollen die beiden Becher kosten.


Zwei Kilogramm schwer und zwei Daumen dick ist der Katalog, den Fischer hier für den 14. März vorgelegt hat. Er umfasst über elfhundert Positionen von der Antike im östlichen Mittelmeer bis zur Gegenwart. Hochpreisig wird es ab dem 17. Jahrhundert mit einem deutschen Passglas von knapp 23 Zentimetern Höhe mit gekerbter Fadenauflage für 7.000 bis 8.000 Euro. Ebenfalls zylindrische Form besitzt ein etwa zeitgleiches Gebilde wiederum deutscher Herkunft, doch der originelle Name lautet aufgrund des spiralförmig aufgelegten, gekerbten Fadens diesmal „Bandwurmglas“ (Taxe 4.500 bis 6.000 EUR). Die zahlreichen, zum Teil reich verzierten Schnittgläser rangieren überwiegend im drei- oder niedrigen vierstelligen Preisbereich, nur ein fast halbmeterhohe Potsdamer Deckelpokal von circa 1715, auf dem das Portraitmedaillon König Friedrich Wilhelms I. von Preußen prangt, ist mit 4.500 bis 6.500 Euro etwas kostspieliger. Bunt bemalt mit dem Wappen Augusts des Starken zeigt sich ein knapp dreißig Zentimeter hoher sächsischer Humpen, datiert 1702 (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR).

Das 19. Jahrhundert zeichnet sich durch technische Perfektion aus, was besonders an der plastischen Darstellung eines Schotten nach erfolgreicher Adlerjagd auf einem Spiegel von circa 1860 zur Geltung kommt. Die Vorlage für die bildliche Wiedergabe stammt von dem gebürtigen Engländer Albert Henry Payne (Taxe 7.500 bis 9.500 EUR). Die Biedermeierzeit repräsentiert ein kleiner Zylinderbecher aus dem Jahr 1814, auf dem in Canaletto-Manier ein Blick auf Dresden festgehalten ist. Geschaffen wurde die hübsche Malerei von Carl von Scheidt, einem Mitarbeiter des schon seinerzeit überregional bekannten Samuel Mohn. Marktgerecht sind hier anspruchsvolle 10.000 bis 15.000 Euro veranschlagt. Der Wiener Anton Kothgasser wird für einen Becher mit dem Mariazeller Gnadenbild um 1825 in Anspruch genommen (Taxe 800 bis 1.000 EUR), und bunt wird es bei den vielen Glaswaren von Friedrich Egermann aus dem nordböhmischen Blottendorf. Höhepunkt ist hier ein Uranglasbecher mit ornamentalem Steinglasüberfang in Gold, Blau und Grün um 1830/35 für 2.000 bis 2.200 Euro.

Auf wieder etwas höherem Preisniveau bewegen sich die besten Arbeiten der Jugendstil- und Art Déco-Abteilung, die die bekannten Namen französischer Glasfirmen wie Daum Frères oder Gallé listet. Die Daums treten mit einer Schale an, die sich wie eine Blüte entfaltet und mit Kornähren sowie Wildblumen bemalt ist (Taxe 8.500 bis 9.500 EUR), oder mit einer bunten Zylindervase, auf der Margeriten mit goldenen Glasplättchen als Blütenzentrum emporwachsen (Taxe 7.500 bis 8.500 EUR). Noch etwas teurer wird es bei ihrer Vase „Crocus“ von 1906, für deren Entwurf Henri Bergé verantwortlich zeichnet. Hier sind 9.000 bis 11.000 Euro vorgesehen. Emile Gallé hat eine opakweiße Enghalsvase um 1896/97 zu bieten, auf deren Wandung orangegelbe Chrysanthemen geätzt sind (Taxe 3.800 bis 4.500 EUR).

Die Glasmanufaktur Burgun, Schverer & Co. aus dem lothringischen Dörfchen Meisenthal beteiligt sich mit einer an der Mündung dreifach eingezogenen, violetten Zylindervase um 1895/1900, auf der in Zwischenschichtmalerei Blüten und Blätter des Alpenveilchens gearbeitet sind (Taxe 6.200 bis 7.500 EUR). Weniger geläufig ist der Name Louis Léon Ledru, der für die Cristallerie du Val Saint Lambert bei Lüttich gearbeitet hat. Hierher stammt die Kugelvase mit dem farbigen Überfangdekor einer Orchidee von 1906/07 (Taxe 3.200 bis 3.700 EUR). Gabriel Argy-Rousseau große Vase „Persian Flowers“ mit stilisiertem Blütendekor von 1921 ist dann schon im Art Déco anzusiedeln (Taxe 9.000 bis 11.000 EUR). Etwa gleichwertig ist die feine schlanke „Filité“ mit Rippenstruktur, die 1922/25 bei den Verreries Schneider vom Band lief. In einem zweiten, sehr ähnlichen Exemplar – allerdings in den Details etwas anders – steht sie aber auch für günstigere 4.800 bis 5.500 Euro bereit.

Die Habsburgermonarchie ist wie gewohnt in Gestalt von Lötz Witwe aus Klostermühle dabei, etwa mit der schillernden Vase „Neurot Cytisus“ von 1902 (Taxe 7.500 bis 8.500 EUR) oder der pilzartigen Tischlampe „Phänomen GRE 2/177“ aus etwa derselben Zeit für 5.500 bis 6.500 Euro. Die keusche Göttin der Baumfrüchte Pomona, umworben – allerdings wohl erfolglos – von einem Satyr, ist Gegenstand eines vielfarbigen Glasfensters, das vor längerer Zeit beim Abbruch eines Hauses gerettet wurde und seit 2007 im Deutschen Glasmalerei-Museum Linnich in Nordrhein-Westfalen als Leihgabe ausgestellt war. Der Entwurf wird dem Jugendstil-Designer Hans Christiansen zugeschrieben und soll 8.000 bis 10.000 Euro einspielen.

Für erlesenen Trinkgenuss sorgen Karl Massanetz mit seinem stilisierten Blumen- und Blätterdekor um 1914 oder etwa zeitgleich Moriz Jung mit seiner Bemalung einer mythologisch inspirierten Szene samt reitendem Faun auf einem Steinbock. Beide Weingläser ließ das Wiener Handelshaus J. & L. Lobmeyr produzieren (Taxen 2.500 bis 3.000 EUR und 3.500 bis 4.000 EUR). Otto Prutscher bevorzugte die geometrische Zier und wählte für seine beiden Weingläser mit ihrem gelben Dessin die böhmische Glasfabrik Meyr’s Neffe aus. Ludwig Moser & Söhne aus Karlsbad verzierten die Kuppa ihres Glases mit einer Lilienblüte in Grün und Orange (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR). Dieser Glashersteller ist zudem für eine hohe Vase aus der Serie „Karlsbader Secession“ um 1900 verantwortlich, auf deren Wandung sich neben einer grün-roten Blume und goldenen Blattranken auch etliche gravierte Käfer und Schmetterlinge tummeln (Taxe 3.400 bis 4.000 EUR). Schematisierter geht um diese Zeit Ludwig Sütterlin bei seiner Vase mit Blüten und Blättern für Fritz Heckert vor (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Zahlenmäßig etwas kleiner als sonst ist diesmal Murano vertreten, doch ebenfalls mit Spitzenstücken wie einer fast verwirrend kleinteilig in Grün und Rot dekorierten „Murrine“-Vase von Paolo Venini aus den frühen 1950er Jahren (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) oder einem gehörnten „Volto“ nach Entwurf Pablo Picassos in prachtvollem Blau mit roten Augen für 5.500 bis 7.000 Euro. Das Hauptlos der Auktion findet sich beim tschechischen Glas. Zugleich ist es mit seiner Entstehung im Jahr 2009 eines der jüngsten Werke: Vladimíra Klumpars gut einen Meter hohes abstraktes Objekt „After Rain“ ebenfalls in suggestivem Blau steht für 34.000 bis 38.000 Euro zur Disposition. Daneben gibt es betagtere Klassiker aus diesem in der Glasherstellung traditionsreichen Land wie eine mit Farbrechtecken über Quadratraster bemalte Vase von Karel Wünsch aus dem Jahr 1957 oder Ivo Rozsypals bekannte schwarz-weiße Skulptur „Staccato“ von 1983 für jeweils 5.000 bis 7.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 14. März um 10 Uhr. Die Besichtigung findet bis zum 12. März täglich von 11 bis 17 Uhr, am 13. März von 9 bis 16 Uhr statt. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.auctions-fischer.de.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



10.03.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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14.03.2015, 237. Auktion: Europäisches Glas & Studioglas

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Heilbronner Kunst- und Auktionshaus Dr. Jürgen Fischer

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Geld mit Regen

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Becher mit Devisen, Böhmen oder Franken, 18. Jahrhundert
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Pablo Picasso,
 Volto
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Paolo Venini, Vase „Murrine“, um 1953/54
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Weinglas mit Lilie, Ludwig Moser & Söhne, Karlsbad um 1905
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Otto
 Prutscher, Weinglas, um 1909
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 Prutscher, Weinglas, um 1906
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Bandwurmglas, Deutschland, 17. Jahrhundert

Bandwurmglas, Deutschland, 17. Jahrhundert

Taxe: 4.500 - 6.000 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 24

Tischlampe „Phänomen GRE 2/177“, Lötz Witwe, Klostermühle um 1902

Tischlampe „Phänomen GRE 2/177“, Lötz Witwe, Klostermühle um 1902

Taxe: 5.500 - 6.500 EURO

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Paolo Venini, Vase „Murrine“, um 1953/54

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Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 853

Pablo Picasso, Volto

Pablo Picasso, Volto

Taxe: 5.500 - 7.000 EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 890

Becher mit Devisen, Böhmen, um 1700

Becher mit Devisen, Böhmen, um 1700

Taxe: 450 - 550 EURO

Zuschlag: 500,- EURO

Losnummer: 153

Moriz Jung, Weinglas, 1911/14

Moriz Jung, Weinglas, 1911/14

Taxe: 3.500 - 4.000 EURO

Zuschlag: 3.200,- EURO

Losnummer: 789

Ludwig Sütterlin, Vase mit Metallmontierung, um 1900

Ludwig Sütterlin, Vase mit Metallmontierung, um 1900

Taxe: 1.200 - 1.500 EURO

Zuschlag: 1.200,- EURO

Losnummer: 745

Vase mit Margeriten, Daum Frères, Nancy um 1900

Vase mit Margeriten, Daum Frères, Nancy um 1900

Taxe: 7.500 - 8.500 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 517

Becher eines Webers, wohl Deutschland, 1775

Becher eines Webers, wohl Deutschland, 1775

Taxe: 300 - 400 EURO

Zuschlag: 150,- EURO

Losnummer: 170

Vladimíra Klumpar, Glasobjekt „After Rain“, 2009

Vladimíra Klumpar, Glasobjekt „After Rain“, 2009

Taxe: 34.000 - 38.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

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Becher mit Devisen, Böhmen oder Franken, 18. Jahrhundert

Becher mit Devisen, Böhmen oder Franken, 18. Jahrhundert

Taxe: 550 - 650 EURO

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Passglas, Deutschland, 17. Jahrhundert

Passglas, Deutschland, 17. Jahrhundert

Taxe: 7.000 - 8.000 EURO

Losnummer: 21




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