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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei der Auktion Zeitgenössischer Kunst im Wiener Kinsky überzeugten nicht nur Helmut Leherb und Paul Flora

Der König bin ich



„Ausverkauft!“ hieß es für Paul Flora bei der vergangenen Auktion „Zeitgenössischer Kunst“ im Kinsky. Der Wiener Versteigerer hatte eine Kollektion von 289 politischen Karikaturen des österreichischen Meisterzeichners aus einer Tiroler Privatsammlung im Angebot. Die Blätter erschienen zwischen 1957 bis 1965 als Kommentare auf das Zeitgeschehen in der Tiroler Tageszeitung und riefen den Kalten Krieg und das Wettrüsten, die Auseinandersetzungen vor der Teilung Berlins, die UNO-Politik im Kongo, den Nahostkonflikt oder Querelen der rot-schwarzen Koalition in Erinnerung. Auch die Protagonisten dieser Epoche traten in Floras prägnanten Satiren auf: die US-Präsidenten Eisenhower und Kennedy, ihr russischer Kollege Chrustschow, der deutsche Bundeskanzler Adenauer, Frankreichs Staatspräsident de Gaulle oder der Vorsitzender des Staatsrats der DDR Ulbricht. Die in 22 Konvolute eingeteilten Originalentwürfe fanden im Rahmen der Schätzungen für bis zu 6.500 Euro alle ihren Käufer und gingen fast geschlossen in eine neue Sammlung über.


Die zweite Sensation der Auktion vom 24. März waren Stücke aus dem Nachlass des lange Zeit wenig beachteten Künstlers Helmut Leherb. Mit knapp 80 Prozent lag die Zuschlagsquote hier ebenfalls hoch. Die Kunden des Kinskys fanden besonders an den Gemälden des Phantastischen Realisten Gefallen und nahmen seine „Kattowitzer Madonna“, in der Leherb eine seiner zerstörten Puppen zum Mittelpunkt macht, für 38.000 Euro mit (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Mit der Zeitfrage setzten sich zudem sein nun 28.000 Euro teurer Frauenakt „L’horoscop du dernier siécle“ von 1959/63 und „Le roi c’est moi“ von 1963 auseinander. Für die erotische Selbstbefragung mit den typischen Motiven der weißen Mäuse, des Kleiderständers und des Ziffernblatts einer Uhr kam mit 45.000 Euro der Höchstpreis der Leherb-Suite zusammen (Taxe je 20.000 bis 40.000 EUR). Ein österreichisches Museum sicherte sich zwei von seinen zerschundenen Modepuppen sowie einen Kleiderständer, die Leherb 1964 für sein „Zeitzerstörungsmanifest“ geschaffen hatte. Mit der tiefblauen Todeslandschaft sollte er den österreichischen Pavillon der Biennale in Venedig bespielen. Doch der neue Unterrichtsminister Theodor Piffl-Percevic sagte dies kurzerhand ab. Das Museum musste taxgerechte Preise bis zu 10.000 Euro zahlen.

Auch außerhalb seines Nachlasses konnte Helmut Leherb punkten und gab das Portrait seiner Frau Lotte Profohs als Friedensbringerin von 1961 mit dem Titel „Monalotte“ für 35.000 Euro ab (Taxe 18.000 bis 30.000 EUR). Es gab noch mehr Phantastischen Realismus in der Auktion, etwa von Wolfgang Hutter. Seine bühnenartige Daseinsfreude von 2013, in der eine kleine Frau in einem überdimensionierten Blüten- und Blätterwald schaukelt, spielte 8.000 Euro ein (Taxe 8.000 bis 16.000 EUR). Bei Peter Prokschs fantasiereicher und detailreicher Gebirgslandschaft „Die vier Elemente“ von 1985/86 mit tierischen Fabelwesen kam sogar die obere Schätzgrenze von 30.000 Euro zusammen. Ein privater Sammler spendierte hier nun den neuen Auktionsrekord. Als Zeichner entwickelte Othmar Zechyr 1980 mit schwarzer Tusche einen Gebirgssee, der von einem höheren technoiden Himmelswesen angezapft zu werden scheint. 11.000 Euro waren sein Lohn (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR).

Die wenigen Ausfälle, die das Kinsky zu verkraften hatte, etwa Max Weilers abstrakte Temperamalerei „Wie eine Landschaft“ von 1965 für 70.000 bis 100.000 Euro oder Karl Prantls „Stein zur Meditation“ von 1988/97 aus Gummerner Marmor für 60.000 bis 120.000 Euro, machten die insgesamt gute Zuschlagsquote von 70,2 Prozent und einige einträglich Preise wieder wett. Dazu gehörten etwa alle sieben Positionen von Franz West, darunter sein weißes Gipsobjekt in Funktion einer Maske von 1982 bei 45.000 Euro (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR), oder Rudolf Stingels blau gesättigter Zweifel an der Malerei bei 33.000 Euro (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Markus Prachensky warf für 28.000 Euro seine Farbbalken in „Umbria Cantata 4“ 1987 kraftvoll und energisch auf die Leinwand (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR), und Josef Mikl zeigte sich bei seinem mit 12.000 Euro umworbenen „Blumenstrauß“ für seine Verhältnisse noch recht figurativ (Taxe 7.000 bis 14.000 EUR).

Hans Staudachers wandfüllende Hommage an die freie Malgestik von 1959 ging zur unteren Schätzung von 35.000 Euro an ein österreichisches Museum. Auch seine eher skripturale Leinwand mit schwarzen „Zeichen im Raum“ von 1989/90 konnte die unteren anvisierten 25.000 Euro nicht überspringen. Robert Hammerstiel behauptete sich bei seinem farbintensiven Interieur „Cafe in Paris“ mit silhouettenartigen, gesichtslosen Menschen von 2008 mit 19.000 Euro klarer (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Franz Grabmayr verbuchte für seine 2004 pastos gespachtelten, abstrakten Farbwülste „Kiefer im Steinbruch“ 1.000 Euro mehr (Taxe 18.000 bis 30.000 EUR) und für seine zehn Jahre ältere „Rabischschlucht“ in den Hohen Tauern 18.000 Euro (Taxe 12.000 bis 24.000 EUR). Arnulf Rainers schwarze Übermalung auf Papier kam auf 12.000 Euro (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR), und Gottfried Fabians abstrakte Künstlerinterpretation „Der Maler“ von 1967 katapultierte sich auf den neuen Rekordpreis von 21.000 Euro (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Aus dem Ausland reüssierte das farbkräftige, fein fließende Gemälde „Phenomena Saladin’s Robe“ von Paul Jenkins aus dem Jahr 1974 bei 35.000 Euro (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR).

Bis auf wenige Ausnahmen hatte auch die Gattung Skulptur ihren starken Auftritt im Kinsky. Im niedrigen Preissegment waren dies Mario Dalpras goldene Bronze einer hockenden Gestalt mit Blütenkopf von 2013 für 6.500 Euro (Taxe 4.500 bis 6.500 EUR) oder Markus Lüpertz’ weiß bemalte Bronze eines massigen Stiers von 2012 für 8.500 Euro (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Rudolf Kedls grün patinierte Rundungen seiner „Kleinen Pagode“ von 1964 erreichten 15.000 Euro (Taxe 12.000 bis 24.000 EUR) und 12.000 Euro Josef Pillhofers gliederartige „Liegende“ von 1955 (Taxe 8.000 bis 16.000 EUR). Als eine der wenigen Künstlerinnen hatte Kiki Kogelnik mit ihren Glasskulpturen „Candy Head“ bei 21.000 Euro und „Flower Girl“ bei 20.000 Euro Erfolg (Taxe je 12.000 bis 24.000 EUR). Karl Prantl kam dann doch noch mit einem anderen „Stein zur Meditation“ von 1992/93 aus russischem Granit bei 40.000 Euro zum Zug (Taxe 40.000 bis 80.000 EUR), und für den Höchstpreis des Tages war Fritz Wotruba verantwortlich. Seine über zwei Meter hohe, kubistisch blockhafte Bronze „Große Skulptur“, die an eine schreitende Figur erinnert, ließ sich erst bei 160.000 Euro aus dem Auktionshaus führen (Taxe 150.000 bis 250.000 EUR).

Die Preise verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



21.04.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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24.03.2015, Zeitgenössische Kunst

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im Kinsky - Kunst Auktionen

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Zwischen surrealen Welten und politischer Karikatur










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