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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Sotheby’s allein mit Impressionisten und Moderne in New York

Monet total



Claude Monet, Nymphéas, 1905

Claude Monet, Nymphéas, 1905

In diesem Frühjahr ist Sotheby’s allein. Nachdem Großkonkurrent Christie’s aus der üblichen Abfolge ausschert, die Abendauktionen mit Impressionisten und Moderne sowie Zeitgenossen in einer Woche komprimiert und am 11. Mai aus allen drei Bereichen zusammen Spitzenwerke auf den Markt bringen wird, gibt es nächste Woche in New York nur einen „Evening Sale“ für Impressionisten und Moderne – am 5. Mai eben nur bei Sotheby’s. Knapp siebzig Losnummern hat der Versteigerer hierfür zusammengetragen im geschätzten Gesamtwert von bis zu 387 Millionen Dollar. Die Spitzenpositionen teilen sich gleich drei Künstler. Der älteste von ihnen heißt Claude Monet und ist mit einem halben Dutzend Arbeiten für 78 bis 110 Millionen Dollar vertreten. 30 bis 45 Millionen Dollar soll ein rund einen Meter breites Exemplar seiner berühmten „Nymphéas“-Serie von 1905 kosten. Den tiefblauen Teichausschnitt aus Monets Garten in Giverny, in dem einige Seerosenansammlungen ruhig dahinschwimmen und Farbtupfer setzen, hat sich Sotheby’s durch eine Verkaufsgarantie an den Einlieferer gesichert, aber auch ein unwiderrufliches Gebot liegt dafür schon vor.


Auch zwei weitere Landschaften stammen eher aus dem späten Schaffen Claude Monets: das bunte, schon sichtlich unter den Einschränkungen eines zunehmenden Augenleidens entstandene, unruhig aufgewühlte „Bassin aux nymphéas, les rosiers“ von 1913 für 18 bis 25 Millionen Dollar und seine nebelige Venedig-Vedute „Le Palais ducal“ von 1908. Letzteres Gemälde gehörte einst dem jüdischen Bankier Jakob Goldschmidt, dem 1934 die Ausreise in die USA gelang, dessen Sammlung aber konfisziert und 1941 versteigert wurde. 1960 wurde der Monet dem 2014 verstorbenen Großneffen Anthony Goldschmidt restituiert (Taxe 15 bis 20 Millionen USD). Bei gleicher Anzahl der Losnummern liegt der Wert der Arbeiten von Pablo Picasso nur gut ein Drittel so hoch wie derjenige Monets. Immerhin 12 bis 18 Millionen Dollar stehen auf dem Etikett seines 1948 geschaffenen, mehrperspektivischen Françoise Gilot-Portraits „Femme au chignon dans un fauteuil“, das aus der Sammlung des legendären Filmproduzenten Samuel Goldwyn stammt. Bei jeweils etwa zwischen 6 und 9 Millionen Dollar stehen das in vereinfachten Formen gemalte Zweipersonenstück „Nu couché et femme se lavant les pieds“ von 1944 und das Spätwerk „Femme assise dans un fauteuil noir“ von 1962, das die letzte Muse des Künstlers Jacqueline Roque in deformierter Gestalt zeigt.

Zwischen Monet und Picasso steht alters- und bei Sotheby’s auch wertmäßig Vincent van Gogh. Unter seinen zwei Offerten findet sich das Hauptlos: „L’Allée des Alyscamps“, 1888 etwa ein Jahr vor dem Tod des Künstlers entstanden. Die Allee in der antiken Nekropole am südöstlichen Rand der Altstadt von Arles war erst jüngst im Pariser Musée d’Orsay ausgestellt und hängt für anspruchsvolle 40 bis 60 Millionen Dollar bereit. Vor zwölf Jahren ging das Gemälde in herbstlichen Farben bei Christie’s für 10,5 Millionen Dollar über die Bühne, damals etwas unterhalb der Erwartungen. Im Frühjahr 1887 hielt van Gogh mit raschem, in kraftvolle Farben getauchtem Pinselstrich eine junge „Femme dans un champ de blé“ fest. Zuletzt war das gut vierzig Zentimeter hohe Bild in den 1960er Jahren öffentlich zu sehen und zu haben (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Gleiches gilt für Paul Gauguins Südseeidyll „Nativité“ von 1902 aus derselben Sammlung mit französischer Klassik. Seine koloristisch reiche Adaption der Geburt Christi, die nur mit Frauen und einem Engel besetzt ist, soll 4 bis 6 Millionen Dollar einspielen.

Aus dem Besitz des kürzlich über hundertjährig verstorbenen amerikanischen Geschäftsmanns Jerome H. Stone stammen einige Hochkaräter der klassischen Moderne, darunter drei Arbeiten Fernand Légers wie die bunte kubistische Komposition „La Roue bleue, état définitif“ von 1920 für 8 bis 12 Millionen Dollar sowie Joan Mirós hübsches Kinderfigurenbild „L’Oiseau encerclant d’or étincelant la pensée du poète“ von 1951 (Taxe 6 bis 9 Millionen USD). Günstiger wird es in der Stone-Sammlung mit Juan Gris’ kubistisch-flächigem Stillleben „Guitare et compotier“ von 1919 für 2 bis 3 Millionen Dollar oder Raoul Dufys früher fauvistischer Hafenansicht von 1907 für 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar. Mit Stone-Provenienz haben es auch Ben Nicholsons abstrakte braune Flächenschichtung „July 1960 (Cyclades 2)“ für 600.000 bis 800.000 Dollar und Georges Rouaults traurig blickende „Pierrette“ aus den 1930er Jahren für 300.000 bis 400.000 Dollar in die Abendauktion geschafft. Alberto Giacomettis Büste des Bruders Diego von 1954/56 mit flachgedrücktem Kopf steht für 6 bis 9 Millionen Dollar hier seinem grauen, existenzialistischen Gemälde „Pommes dans l’atelier“ von 1950 bei 3,5 bis 5 Millionen Dollar gegenüber. Von Giacometti gibt es aus anderem Besitz noch seine überlängte „Femme de Venise VI“ von 1956 für 8 bis 12 Millionen Dollar.

Impressionistisch wird es noch einmal mit Pierre-Auguste Renoirs lebensbejahenden Rückenakt „Femme nue couchée soutenant des fruits“ von 1888 (Taxe 6 bis 8 Millionen USD), Alfred Sisleys unaufgeregtem Sommer in Moret aus dem selben Jahr mit dem ruhig dahinfließenden Fluss Loing oder Edgar Degas’ intimem Blick „Femme à sa toilette“ aus den 1890er Jahren, den es in Rücken- oder in Vorderansicht gibt (Taxe je 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Fast marktfrisch kommt das 1946 entstandene Stillleben „Anémones et grenades“ von Henri Matisse unter den Hammer. Zwei Jahre nach seiner Entstehung ging es an die Sammlung Goldwyn, wo es seither verblieb, ohne je öffentlich gezeigt worden zu sein (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Im Skulpturalen spielt neben dem Menschenbild – etwa noch Camille Claudels Liebespaar „La Valse“ von 1895 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) oder Jacques Lipchitz’ kubistischer „Pierrot au clarinet“ von 1919 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD) – diesmal auch die Tierplastik eine Rolle. Jeweils 2 bis 3 Millionen Dollar sollen Pablo Picassos lustige „Chat accroupi“ mit energisch aufgestelltem Schwanz von 1943 und Rembrandt Bugattis majestätisch einherschreitender „Babouin sacré Hamadryas“ von 1909/10 kosten.

Deutsche Künstler machen sich in der Abendauktion diesmal rar. Man trifft etwa auf Paul Klee und seine aus dem dunklen Hintergrund hervortretenden „Dämonische Marionetten“ der Bauhaus-Zeit von 1929 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD). Doch Rudolf Bauer weilte bereits in den USA, als er 1937 seine farbenfrohen „Squares“ mit innenliegenden Kreisen malte, die dann lange Zeit der Guggenheim Collection gehörten (Taxe 700.000 bis 900.000 USD). Auch Wassily Kandinsky hatte Deutschland bei der Entstehung der ebenfalls abstrakten aufbrechenden Komposition „Epanouissement“ 1943 längst verlassen (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Und Max Ernst malte das waldartig wuchernde „Portrait d’une fille avec boucles d’oreilles mexicaines“ mit großem, sichtbarem Ohrring 1946 im amerikanischen Arizona (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD).

Doch die Tagesauktion am 6. Mai hält dann noch einige Schätze aus Deutschland bereit. An der Spitze stehen hierbei Gabriele Münters oberbayrische „Landschaft mit Einödhof“ vor blauer Bergkulisse und Alexej von Jawlenskys ruhiger und geometrisch aufgefasster „Abstrakter Kopf: Blau-Rot“ von 1933 (Taxe je 600.000 bis 800.000 USD). Beide beteiligen sich noch mit weiteren Gemälden an der Auktion, Münter mit ihren voll erblühten „Sonnenblumen vor Rot“ von 1946 (Taxe 100.000 bis 150.000 USD) und Jawlensky mit der Farbabstraktion „Große Variation: Nach dem Frühlingsregen“ von 1916 (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Paul Klee ließ sich 1922 von der Musik inspirieren und brachte seinen humorvollen „Heldentenor als Konzertsänger“ hervor (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Aus Kurt Schwitters’ später Zeit stammt die ungegenständliche Malereicollage „Bild mit rotem Gummiball“ von 1942 (Taxe 300.000 bis 400.000 USD). Daran schließen sich aus der Sammlung Jerome H. Stones noch seine beiden dadaistischen Merz-Collagen aus den späten 1920er Jahren für jeweils 70.000 bis 90.000 Dollar an, von denen sich wiederum Hannah Höch zu ihrem Aquarell „Souvenier“ von 1923 mit Schwitters’ Namenszug inspirieren ließ (Taxe 15.000 bis 20.000 USD).

Stark ist insgesamt der Auftritt von Künstlern der „Sturm“-Bewegung. So meldet sich nochmals Wassily Kandinsky mit zwei geometrischen Aquarellgouachen von 1932 zu Wort: der monochrom violetten Komposition „Kreis und Rechteck (Taxe 150.000 bis 250.000 USD) und der farblich etwas belebteren Arbeit „Gerade und schief“ (Taxe 120.000 bis 180.000 USD). Rudolf Bauers „Symphony“ von 1919/23 (Taxe 250.000 bis 350.000 USD) und Hilla von Rebays Collage „Boully“ von 1939 stehen dann für die freiere, spielerische Ungegenständlichkeit (Taxe 12.000 bis 18.000 USD). Herwarth Walden präsentierte in seiner „Sturm“-Galerie auch den italienischen Futuristen Giacomo Balla, der zur Auktion den energiegeladenen „Paravento con linea di velocità“ von 1916/17 beisteuert (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Als posthume Silberarbeit liegt Oskar Schlemmers gerundete Figurenabstraktion „Groteske“ vor (Taxe 80.000 bis 120.000 USD), während Alexander Archipenko in seiner grün patinierten Bronze „Statue on Triangular Base“ von 1914 kubistische Kantigkeit mit geschwungenen Linien verbindet (Taxe 180.000 bis 250.000 USD). Schließlich tritt Herwarth Walden selbst in der markanten Gestalt von William Wauers aus konkaven Vertiefungen gearbeiteter Bronzebüste auf (Taxe 70.000 bis 90.000 USD). Skulptural bleibt es dann noch bei Wilhelm Lehmbrucks expressiver weißer Terrakotta „Büste des emporsteigenden Jünglings“ von 1914 (Taxe 80.000 bis 120.000 USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



02.05.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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