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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Mit großen Namen der Klassischen Moderne und Werken des gesamten 20. Jahrhunderts vor allem aus Österreich lockt das Wiener Auktionshaus im Kinsky

Sonnenbaden



Das Motiv der liegenden, unbekleideten Venus einerseits, andererseits aber auch das faule Sonnenbaden auf einem knallroten Handtuch verbindet Erich Heckel in seinem Holzschnitt „Fränzi liegend“. Das junge Mädchen, welches ihm hier als Modell dient, wohnte in der Dresdner Nachbarschaft des Künstlers. Der 1910 entstandene Abzug setzt sich aus den schwarzen Umrisslinien, dem roten Handtuch sowie der ausgesparten und auf dem weißen Papier blasser Haut gleichenden Fläche zusammen, welche Fränzis Körper bildet. Durch die kleinen schwarzen Höhungen im Bereich des Bauchs und der Beine erzeugt der Künstler Plastizität. Die gerade einmal zehnjährige Lina Franziska Fehrmann, ein bevorzugtes Modell der Brücke-Künstler zwischen 1909 und 1911, scheint das lässige Posieren für Heckel zu genießen, worauf ihr breites Lächeln schließen lässt. Das warme Rot erinnert an die Sommersonne, die Fränzi auf den Bauch zu scheinen scheint. Durch die kantigen Formen des Expressionismus verhindert Heckel ein Abdriften des Druckes ins Süßliche. Der berühmte Holzschnitt ist nun einer der Favoriten in der Auktion „Meisterwerke“ im Kinsky und geht mit 150.000 bis 300.000 Euro ins Rennen.


Knapp hundert Werke von Klassikern der Moderne und der Zeitgenossen meist mit österreichischem Hintergrund hat der Wiener Versteigerer für den 12. Mai zusammengestellt. So steht Heckels Holzschnitt eine Schwangere von Ernst Nepo gegenüber, die ihren kugelrunden Bauch der prallen Sonne entgegenstreckt. Rot ist hier nicht das Handtuch sondern die untergehende Sonne. Sie taucht die dunkelgrüne Landschaft, die sich stilisiert um das Himmelgestirn im Halbkreis krümmt, in orange- und lilafarbene Töne. Die rothaarige Schwangere hat sich dominant in die Hügelkette eingefügt und mit einem grünen Tuch notdürftig zugedeckt. Die 1922 entstandene „Liegende Schwangere in der Sonne“ soll für 35.000 bis 70.000 Euro den Besitzer wechseln. Diesem Thema hat sich 1980 auch Hubert Schmalix gewidmet und stellt seine „Pergnant Woman“ in einen neoexpressiven Raum ungemischter Farben (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR).

Ein anderes Licht fällt auf Gustav Klimts „Mädchenkopf im Profil“ aus der frühen, noch realistischen Schaffensphase um 1880. Melancholisch schaut die junge Frau mit großer Schleife um den Hals über ihre rechte Schulter. Der klimttypische Stil ist hier noch nicht zu erkennen (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Ein zweites, weitaus charakteristisches Porträt zeichnet der Künstler mit einer Tuschfeder von seiner Mutter um 1904. Die alte Dame hat es sich in einem großen Ohrensessel bequem gemacht und schaut auf ein langes Leben zurück (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Einen ähnlich lebendigen Effekt erzielt Egon Schiele mit einem Kohlestift und gestaltet dazu 1918 ein verträumt sitzendes junges Mädchen (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). Das Thema der Pieta arbeitet Oskar Kokoschka in dem „Weib über Schemen gebeugt“ aus. Die Zeichnung ist eine Studie zu der gleichnamigen Lithografie aus der zwölfteiligen Folge „Der gefesselte Kolumbus“ von 1913 (Taxe 80.000 bis 160.000 EUR). Expressiv ist auch Albin Egger-Lienz um 1920 bei dem Aquarell des geneigten Kopfes eines Greises zugange (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Ein Beispiel eines repräsentativen Porträts liefert Max Oppenheimer mit seinem „Bildnis von Friedrich Heydenau“ vor rotem Hintergrund von 1932/49. Für Oppenheimers jüngeren Bruder, der sich als Schriftsteller ab 1934 das Pseudonym Heydenau zulegte, muss ein Käufer mindestens 70.000 Euro hinblättern.

In seinem „Stillen Nachmittag“ von 1966 hat Josef Floch das Existenzielle einer auf dem Sofa schlafenden Frau in einem spärlich möblierten Zimmer herausgearbeitet (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Nur die Umrisse der feinen Gäste eines Etablissements sind auf Robert Hammerstiels farbintensivem Ölgemälde von 2010 zu erkennen (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Franz West steuert elf ähnlich anonyme, doch anzüglichere Mischtechniken auf Papier bei. In einer Art Bildergeschichte hält er tanzende Frauen und zuschauende Männer in einem Stripclub in an Kinderzeichnungen erinnernder Naivität fest (Taxe je 10.000 bis 20.000 EUR). Bei Ernst Fuchs wird der Betrachter selbst zum Voyeur. Seine sich vollbusig präsentierende Naturschönheit lässt an den Jugendstil denken; der „Akt mit Goldhelm“ entstand jedoch erst 1994 (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Elke Krystufek lässt sich mit „For Jesus“ 2004 von christlich geprägter mittelalterlicher Kunst inspirieren, malt die Köpfe von Maria und Jesus in an Graffiti erinnerndem Acryl und konterkariert das religiöse Motiv mit ihren Textaufschriften (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR).

Zum frühlingshaften Gang in die Kirche haben sich die Gottscheerinnen versammelt. Ähnlich eines Frieses malt Karl Mediz 1897 die festlich gekleideten Frauen aus der Landschaft südöstlich von Ljubljana und hat ihnen symbolistische Attribute wie die weiße Lilie mitgegeben (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). Auch bei Alfons Walde haben sich um 1923/24 einige Damen zum „Kirchgang“ versammelt, allerdings im Tirol der Winterszeit (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Walde hat einen starken Auftritt in der Auktion und steuert insgesamt vier Gemälde bei. 1928/30 malt er einen Vater, der seinen kleinen Sohn auf dem Arm durch die Tiroler Bergwelt trägt; Hauptsujet ist aber der mächtige „Berghof“, der vor einer blaugrauen Felswand dunkel ruht (Taxe 150.000 bis 300.000 EUR). Fünf Jahre später ist es eine Mutter mit Kind, die Walde vor ihrer „Einsamen Hausung“ zum Motiv macht. Ohne menschliche Staffierung hat er 1921 das verschneite „Kitzbühel gegen Süden“ aufgenommen (Taxe je 35.000 bis 70.000 EUR).

Wilhelm Nikolaus Prachensky hat sich wie Walde um 1920 ebenfalls dem „Winter in den Bergen“ verschrieben und den Blick in ein Tal mit einsamen Höfen in blau-braunem Kolorit auf die Leinwand gebracht (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Pierre-Auguste Renoir dagegen interessiert um 1898 die hügelige und idyllische Sommerlandschaft von Cagnes, die er mit einer Spaziergängerin auf dem sich schlängelnden Weg anreichert (Taxe 150.000 bis 300.000 EUR). Carl Moll hält um 1908 den Ausschnitt einer „Parklandschaft im Wiener Prater“ in hellen frühlingshaften Farben fest (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). In Christian Ludwig Attersees „Wassersommer“ von 2003 scheint die saftige, überreife Natur regelrecht aufplatzen zu wollen (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR).

Norbertine Bresslern-Roth bereichert die Auktion mit drei ihrer stilisierten Tierbilder, darunter dem „Kranichzug“ über einer südlichen Hafenstadt von 1937 (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR) und dem martialischen „Schneeleopard“ von 1971, der im wilden Kampf mit zwei Hunden steht (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Otto Muehl wäre nicht er selbst, wenn er das vordergründig unbefangene Motiv von zwei farbenfrohen Ziegen 1984 nicht zu einer Kopulationsszene ausgebaut hätte (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Für die klassische Stilllebenkunst steht Rudolf Wackers neusachliches Arrangement mit Gaslampe, Puppe, Muschel und Hinterglasbild von 1925 (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR), während Alfred Kornberger 1996 seine Utensilien auf dem „Schreibtisch im Atelier“ verteilt und das Gemälde zu einem menschleeren Interieur erweitert (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR). Oswald Oberhuber gewährt uns 1966 einen bunten psychedelischen Farbblick auf „Zähne“ in mehreren geöffneten Mündern (Taxe 18.000 bis 28.000 EUR), und Emil Herker ließ sich vom amerikanischen Hyperrealismus inspirieren, um 2008 in „Start praying to a new god“ seine Kritik an der bunten Waren- und Markenwelt zu üben (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR).

Grüne Bezüge finden sich bei den abstrakten Gemälden der Auktion. Wassily Kandinskys „Zwei zu Eins“, zwei schwarze Punkte neben einem hellblauen Balken auf blaugrünem Grund, entstand im Juli 1933 (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). Hans Hofmann, der von Bayern nach New York ausgewanderte Vertreter des Abstrakten Expressionismus, deutet eine grüne Kreuzstruktur auf seiner Leinwand „Green Pasture“ von 1963 an (Taxe 250.000 bis 500.000 EUR). Auch die „Grüne Steiermark“ von 1958 lässt das Motiv nur erahnen. Friedensreich Hundertwasser setzt in dieser ornamentalen Abstraktion Grün und Blau in vegetabilen Formen vor einen roten Hintergrund (Taxe 80.000 bis 160.000 EUR). „Der Regen ist grün“ verkündet Max Weiler 1982. Grüner Schauer und braune Erde treffen in der Mitte dieser Naturerinnerung aufeinander (Taxe 120.000 bis 200.000 EUR). Auch bei Herbert Brandl changiert die Malerei zwischen Abstraktion und Figuration, so dass man auf seinem grauweißen Gemälde von 2009 eine Bergkette zu entdecken meint (Taxe 35.000 bis 170.000 EUR).

Im „Malerstamm – Georg und Otto“ setzt Jörg Immendorff einen kleinen Affen mit Pinsel auf den Rücken eines großen und hat mit seinem Alter ego von 2002 eine weitere Bronze für seine Genealogiefolge geschaffen (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Bei Rudolf Hausner ist der „Adam“ die alternative Persönlichkeit seiner selbst. Im Kinsky liegt der Kopf nun als aufwändig gearbeitete, schwarz-weiß gestreifte Marmorskulptur von 1975 vor (Taxe 60.000 bis 120.000 EUR). Abstrakt wird es im Bildhauerischen dann mit Wander Bertonis amorpher goldpolierter Bronze „B“ aus dem Zyklus seines „Imaginären Alphabets“ von 1954 (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). Beinahe mit einer Sitzbank zu verwechseln ist Karl Prantls „Stein“ von 2010. Die Meditationsskulptur aus indischem Granit ähnelt einem grünlichen Holzbrett, über welches sich Würmer schlängeln (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR). Auch auf Bruno Gironcolis „Bett“ lässt es sich nicht gut ruhen, ist der silberne Aluminiumguss doch mit zahlreichen spitzen Noppen für Fakirfreunde ausgestattet (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 12. Mai um 17 Uhr. Die Besichtigung ist vom 7. Mai bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.imkimsky.com.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



07.05.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Mona Zimmer

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Wassily Kandinsky, Zwei zu Eins, 1933

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Rudolf Wacker, Studie zu „Modriger Winkel (Rieden bei Bregenz)“, 1934

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