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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Ohne Titel, 1993 / Fred Thieler

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeitgenössische Malerei, Videokunst und Installationen offeriert das Kölner Auktionshaus Lempertz

Drei, zwei, eins, ZERO



Passend zur großen ZERO-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin ist ein teppichartiges Gemälde von Heinz Mack die teuerste Position in der kommenden Auktion für zeitgenössische Kunst bei Lempertz in Köln. Es stammt aus dem Frühwerk des ZERO-Künstlers und zählt zu seinen „Dynamischen Strukturen“, die Mack seit 1956 schuf und die Schlüsselwerke auf dem Weg zu seinen Lichtreliefs und -kuben sowie zu seinen seriellen Strukturen sind. Von Hand gezogene Linien in vertikaler und horizontaler Richtung bilden ein grautoniges, netzartiges Raster, das eine optische Schwingung erzeugt. Unterbrochen wird dieses durch einzelne hellrote Elemente. Mack selbst beschreibt seine „Dynamischen Strukturen“: „Jede von zwei Geraden eingeschlossene Zone zeigt eine unendlich reiche Farb-Formstruktur, bei ihrer Entstehung gebe ich dem Zufall seine Chance; die Geraden selbst werden intentional gesetzt. Die einzelnen Parallelzonen verändern sich von Zone zu Zone gradweise, halten aber zugleich ihren bestimmten und gemeinsamen Charakter durch; damit geraten sie in Vibration.“ Für das großformatige Gemälde von 1958 wollen Lempertz und der hessische Einlieferer 350.000 bis 400.000 Euro sehen.


ZERO-Kollege Otto Piene ist mit mehreren Feuerbildern aus den 1960er und 1970er Jahren zugegen, die ihren preislichen Höhepunkt in einer titellosen weinroten Kreisscheibe aus dem Jahr 1962 für 30.000 bis 40.000 Euro finden. Enger an der klassischen Tafelmalerei orientiert, gestaltete Raimund Girke 1961 sein „Weissfeld“. Das neutrale Grau findet sich hier zu einem als Nullpunkt verstandenen Weiß noch gesteigert (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR). Girkes vier Jahre jüngere „Fluktuation“ ist mit ihren Zickzack-Strukturen zwischen Weiß und Dunkelgrau dynamischer angelegt (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Die Vollendung der Farben in Weiß strebt dann wieder Jef Verheyen in seinem Triptychon „Lichtkathedralen“ von 1967 an (Taxe 30.000 EUR).

Der französische Künstler Arman war Mitbegründer der „Nouveaux Réalistes“, welche im Kontakt mit ZERO standen. Seine mit Feuerspuren gekennzeichneten, zerlegten Violinen, die dynamisch in weißes Polyesterharz eingelassen sind, sollen am 30. Mai 40.000 bis 60.000 Euro einbringen. „L’enfant“ ist so kindlich gezeichnet, wie das Dargestellte vermuten lässt. In Mischtechnik auf Papier fertigte Karel Appel 1950 diese bunte Kindergestalt (Taxe 45.000 EUR). CoBrA-Kollege Lucebert ergänzt mit der auf Holz gemalten „Artemisia Fulgaris“, in deren Ölschicht er 1958 viele Ritzspuren hinterlassen hat (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Auf den ersten Blick ebenso spielerisch ging Zdenek Sýkora 1985 die „Linie Nr. 28“ an; doch beziehen seine bunten Schlangenlinien auf der weißen Leinwand ihre Gesetzmäßigkeit aus einem mathematisch berechneten System und Zufallsprinzipien (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Strenge Konkrete Kunst gibt es dann von Richard Paul Lohse mit seinem hochformatigen Streifenbild „Rhythmische Progression zwei gleicher Farbgruppen“ aus dem Jahr 1952 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

„Grün-Blau-Rot“ wählte Gerhard Richter 1993 für sein mit einem Spachtel verwischtes Ölgemälde, das als eines von 115 nummerierten Unikaten zu Heft 35 der Züricher Edition Parkett erschien (Taxe 200.000 bis 250.000 EUR). Zu Richters ersten abstrakten und farblich noch reduzierten Arbeitern gehört ein hochformatiges Gemälde mit schwarzer geschwungener Linie und einigen Farbausblühungen von 1964 für 90.000 bis 120.000 Euro. Populäres gibt es von Tom Wesselmann. Sein „Smoker Banner“, der 30 Mal aufgelegte Ausschnitt eines rotlippigen Mundes mit qualmender Zigarette von 1971, ist reinste Pop Art und kostet 50.000 bis 70.000 Euro. Noch kommerzieller wird es mit einem von Heinz Mack farblich neu gestalteten Porsche 928 für 40.000 bis 45.000 Euro, der in einer streng gegliederten Farbskala von Weiß zu Schwarz mit Dreiecken in Regenborgenfarben lackiert wurde. Von Martin Kippenberger offeriert Lempertz 46 Plakate zu seinen Ausstellungen aus den Jahren 1978 bis 1997. Für die farbigen Serigrafien und Offsetdrucke sind 30.000 Euro veranschlagt.

Ein weiteres Highlight der Auktion bilden einige Werke von Nam June Paik, dem Vater der Videokunst. 21 Arbeiten widmete er seinem engen Künstlerfreund Joseph Beuys, die sich oft auf das gemeinsame Tun beziehen. Zu den Multiples zählen ein Fernsehgehäuse mit röhrendem Hirsch, ein Wandschirm, Fotografien, Druckgrafiken, Kataloge, der typische Beuys-Hut aus Gips mit Kornähren, eine Schallplatte und eine Videokassette. „Beuys vox“ umfasst eine Schaffensdauer von insgesamt 25 Jahren und ist mit 40.000 bis 50.000 Euro gelistet. Auf sein Herkunftsland Südkorea verweist Paik mit den „Temple Guards“ von 1993. Zwei vergoldete Holzskulpturen werden gefilmt und stehen gleichzeitig auf Fernsehern, auf denen Videos abgespielt werden (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Ein Porträt des US-amerikanischen Dichters Allan Ginsberg lieferte Paik 1989 mit „Ginsberg“. Dazu malte er mit Acryl über einer Farbserigrafie auf Leinwand ein abstraktes Porträt und baute drei kleine Fernsehgeräte ein (40.000 bis 60.000 EUR).

Auch Fabrizio Plessi ist ein bedeutender Videokünstler und steuert „La stanza del Mare“ von 1990 bei. Die Videoskulptur setzt sich aus fünf Eisenschränken mit Holzverschalung auf Rollen und zehn waagrechten Monitoren zusammen. Den Fokus legt der Künstler wie so oft auf das von Videos wiedergegebene Wasser und ihr Rauschen (Taxe 120.000 EUR). Eine nette Art des Totentanzes schuf Christian Boltanski mit einer Installation in den späten 1980er Jahren. Zwölf Skelette aus geschnittenem Kupferblech sind an der Wand angebracht und werfen, durch Kerzen beleuchtet, tanzende Schatten (Taxe 60.000 EUR). James Turrell ermöglicht es dem Käufer seiner technisch-futuristischen Kabine „Paluka“ von 1992, vorübergehend sein Bewusstsein zu verändern. Auch hier geht es ihm um Lichtphänomene und den unendlichen Raum (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). An den Schneeballendekor Meißner Prägungen lassen die Skulpturen Johan Cretens denken. Denn der 1963 geborene Belgier hat den Frauentorso „Het Paard van Troje“ auch aus unzähligen kleinen Keramikblüten in dunklem Blau zusammengesetzt (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Eine in direkter Korrespondenz mit dem umgebenden Raum tretende Skulptur schuf Robert Wilson mit seiner „Tür“ von 1992. Sie diente damals als Wahrzeichen für die „Mediale“ der Hamburger Deichtorhallen. Vier Meter ist die offene Stahltür hoch und soll 60.000 bis 80.000 Euro einbringen. Zwischen Gemälde und Relief bewegt sich Imi Knoebels Arbeit „If I can dream“ von 1994. Mehrere farbenfrohe, übereinander liegende Holzbalken bilden eine Art bunten Bilderrahmen, der nichts als die leere weiße Wandfläche freigibt (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Angelehnt an die Minimal Art erscheinen Anselm Reyles senkrechte Farbstreifen auf einer Leinwand des Jahres 2004; doch stört er das strenge, perfekte Gefüge mit einigen unkontrollierten Farbspritzern (Taxe 60.000 EUR). Reyle arbeitete oftmals mit Kunstzitaten. An Jeff Koons erinnert seine amorphe Bronze mit chromfarbener violetter Patina von 2008 (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR), Fernand Léger bot dagegen Inspiration für seine „Les deus figures (Nues sur fond abstrait turbulent)“ von 2006 (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Eher klassisch bleibt Paul Thek mit den Techniken Gouachen und Öl und den Motiven „Island“ von 1969 und „Landscape“ von 1971. Den Eindruck eines hohen Kunstwerks stört nur das bräunliche Zeitungspapier, auf dem die kräftigen Farben leuchten (Taxe je 40.000 bis 50.000 EUR). Andy Warhol widmete sich gerne Berühmtheiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Leben. In diesem Zusammenhang entstand 1982 seine bunte Adaption „Goethe“ nach Tischbeins berühmtem Gemälde (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR). Weniger harmlos wird es mit Allen Jones „Bra-la-la“ von 1974. Die Freudenhausszene lässt an Voyeurismus, aber auch an Gewaltakte denken. Das grelle Acrylgemälde mit collagierten Elementen will 100.000 Euro sehen. Eine kindgerechte Arbeit steht mit Stephan Balkenhols „Großer Parade“ von 2001 bereit. Der fröhliche Zug versammelt auf einem farbig gefassten Holzrelief Tiere und Menschen, unter anderem einen Jungen mit Roller (Taxe 65.000 bis 85.000 EUR).

Auf dem Triptychon „Blue Bolt Lightning/Never World/New Gods“ von Andreas Hofer, alias Andy Hope 1930, geht es schon wieder dramatischer zu. Der 1963 in München geborene Maler stellt hier Fledermausembleme, Superhelden, Kampfraketen oder Flugsaurier dar (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Die im Winkel aufgenommene Fotografie einer gotischen Fensterrosette hat Jan Dibbets 1989 in seiner Arbeit „Montreal“ in einen Kreis auf blauem Grund geklebt und experimentiert auch hier mit einer verdrehten Perspektive (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Den Eindruck einer Fotografie erwecken Karin Kneffels Trauben von 2002. Tatsächlich hielt sie die prallen Früchte jedoch überdimensioniert auf zwei Leinwänden in Ölfarbe fest (Taxe 180.000 bis 200.000 EUR). Auch einen in altmeisterlicher Technik 2006/07 gemalten „Fliegenden Teppich“ steuert Kneffel für 150.000 bis 180.000 Euro zur Versteigerung bei.

Die Auktion beginnt am 30. Mai um 11:30 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 28. Mai täglich von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



28.05.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Mona Zimmer

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