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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Schon vor der medienwirksamen Achenbach Art Auction wartet Van Ham in Köln mit moderner und zeitgenössischer Kunst auf

Die „Wurst“ brauchte Wochen



In diesem Frühjahr geht Van Ham gleich zweimal mit moderner und zeitgenössischer Kunst an den Start: Zwei Wochen vor der Achenbach Art Auction mit Werken aus dem Besitz der insolvent gegangenen Firma des Kunstberaters Helge Achenbach hält das Kölner Auktionshaus am 3. Juni seine reguläre Versteigerung mit Kunst des 20. und frühen 21. Jahrhunderts ab. Dafür hat man ein bisschen aufgerüstet, nicht nur mit dem im vergangenen Herbst erstmals benutzten neuen Gebäude in Köln-Raderthal, sondern auch mit größeren, opulenter aufbereiteten Katalogen. Knapp hundert Losnummern moderner Kunst bestreiten den Mittwochvormittag, am Nachmittag folgen noch einmal mehr als doppelt so viele zeitgenössische Arbeiten. Die günstigeren Arbeiten werden den Hochkarätern bereits am Dienstag, 2. Juni, unter dem Titel „Discoveries“ vorangeschickt.


Klassische Moderne

Zu den Klassikern des frühen 20. Jahrhunderts gehören stets Gemälde des stilistisch unverwechselbaren Expressionisten Karl Hofer, dessen Werkverzeichnis Van Ham vor einigen Jahren herausgegeben hat. Darin finden sich oft seine melancholischen Figurenkompositionen, diesmal sein 1941 datiertes „Mädchen mit erhobenen Armen“ für 120.000 bis 180.000 Euro und das bereits im Entstehungsjahr 1936 im Hamburger Kunstverein ausgestellte „Mädchen mit Amaryllis“ für 150.000 bis 200.000 Euro. Mit 40.000 bis 60.000 Euro etwas günstiger zu haben ist ein frugales, bodenständiges „Gemüsestillleben“ von 1943. Vier Blumenaquarelle Emil Noldes aus den 1920er und 1930er Jahren rangieren je nach Fülle des Motivs und Farbqualität zwischen 35.000 und 150.000 Euro. Eine Entdeckung in der zweiten Reihe ist Fritz Schaeflers bedrohlich dichter „Wald“ in Blau von 1918, durch den nur wenige feuerrote Farbblitze zucken. Zwei Spaziergänger mit ihren Hunden sind von den hoch aufragenden schwarzen Bäumen kaum zu unterscheiden (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Noch die Generation der älteren, impressionistisch beeinflussten Künstler repräsentiert Karl Hagemeister mit einer in großen, pastosen Pinselstrichen auf die Leinwand gestrichenen Meereswoge bei „Schwerem Nordwest“ von 1912, mit 1,65 Metern Breite ein besonders stattliches Format des 1848 und damit nur ein Jahr nach Max Liebermann geborenen Künstlers (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). In neusachlicher Nüchternheit haben sich 1927 bei Georg Schrimpf „Zwei Mädchen auf der Ofenbank“ niedergelassen, das eine lesend, das andere etwas gelangweilt den Betrachter anschauend (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Etwas interessierter lässt Emil Rudolf Weiß sein „Junges Mädchen mit grünem Apfel“ 1905 anmutig aus dem Bild blicken (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Ein nicht genanntes amerikanisches Unternehmen trennt sich von Willi Baumeisters „Relief-Bild farbig“ aus dem „Gilgamesch“-Zyklus von 1952 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Gegenüber diesen fröhlichen Figuren in gleißend anmutender Steppe strahlen Peter Herkenraths „Schirme I“ von 1951 begräbnishafte Tristesse aus (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Ein bisschen international wird es mit Pierre-Auguste Renoirs nicht einmal zwanzig Zentimeter breitem Ölbildchen „Esquisse de nur (Femme nue dans un paysage)“ von circa 1907, für 30.000 bis 50.000 Euro zur Verfügung gestellt aus von einem niederländischen Privatsammler. Warm ums Herz wird es dem Betrachter bei Salvador Dalís aquarellierter „Pamplemousse érotique“, die sich stilistisch an die realistischen Darstellungen in naturkundlichen Fachbüchern der Neuzeit anlehnt (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Eine „Landschaft mit Lippen und Augen“ desselben Künstlers in Mischtechnik auf Papier erregt dagegen eher Gruseln (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Weibliche Aktbilder gibt es zudem von Jean Puy mit seiner Matisse-ähnlichen „Nu dans un interieur“ von 1915 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder von Jan Sluijters, der sich in seiner „Bertha mit gelbem Schal“ von 1904 ganz auf die Figur konzentriert (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Diese Schätzung ist zudem für Moise Kislings mit blauer Bluse bekleidete und rorhaarige „Jeune femme à la blouse“ von 1947 vorgesehen. Aus Endre Nemes’ früher noch figurativer Phase stammt der schräg von unten gemalte und daher dynamische Blick auf den Eiffel-Turm in Paris (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR).

Für die Skulpturenofferte zeichnet hauptsächlich eine hessische Privatsammlung verantwortlich, die einige überwiegend unbekleidete Frauen in unterschiedlichen Haltungen und mit Titeln wie „In Wind und Sonne“, „Jugend“ oder „Rastende“ von Fritz Klimsch für Preise von bis zu 50.000 Euro ins Rennen schickt. Als Tierplastiker machte sich der Luxemburger Auguste Trémont einen Namen. Sein bronzener „Bison“ ist prägnante Natur- und Charakterstudie zugleich (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Ist der Fotografie eigentlich eine eigene Sektion bei den „Discoveries“ vorbehalten, hat Van Ham die beiden wichtigsten Aufnahmen in die Hauptauktion eingeordnet: Albert Renger-Patzschs vor weiter Vorfrühlingslandschaft stehendes einsames „Bäumchen“ von 1929 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und August Sanders Milieustudie mit der „Innenansicht des Schankraumes einer Kölschen Wirtschaft“ um 1930/33 (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Eine der Hauptattraktionen der vierten Kasseler Documenta 1968 war ein riesiger Luftballon von rund 85 Metern Höhe mit einem Volumen von 5600 Kubikmetern, aufgerichtet von dem Verpackungskünstler Christo. Es dauerte damals Wochen, bis der Versuch glückte, die im Volksmund „Wurst“ genannte Attraktion zum Stehen zu bringen. Ein Vorentwurf zu diesem Projekt für 30.000 bis 50.000 Euro ist jetzt eine der interessanten Offerten von Van Hams Zeitgenossen-Auktion. Traditionell Malerisches gibt es dagegen in Gestalt zweier Farbleinwände Rupprecht Geigers: Sein „Bild E III (Caretera)“ von 1952 wurzelt noch in der konstruktivistischen Tradition der Zwischenkriegszeit (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR), während die Nummer 405/64 von 1964 in suggestivem Pink Geigers unverwechselbarste Handschrift trägt (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Konrad Klapheck bereitete sich um 1978 auf sein Gemälde „Schicksal“, das ein funktionsuntüchtiges Fahrrad in den Mittelpunkt rückt, mit einer großformatigen Zeichnung auf Leinwand vor (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Dem derzeitigen Ansturm auf ZERO versucht Van Ham mit Offerten wie Günther Ueckers 1972 mit senkrecht nach oben ragenden Nägeln und Spiegelsplittern gefülltem „Raumkäfig“, Heinz Macks seriellen „Dynamischen Strukturen in Schwarz“ von 1962 (Taxe je 80.000 bis 120.000 EUR) oder Otto Pienes 2003 entstandenem Spätwerk „rot, rot, rot“ – nomen est omen – nachzukommen; die Feuergouache soll 50.000 bis 70.000 Euro einspielen. Dementsprechend hoch sind auch Arbeiten aus dem Umkreis wie Adolf Luthers drei Meter hohe „Lichtstele“ mit zwölf konkaven Glaslinsen aus dem Jahr 1980 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) oder die 16 bunten, an den Rändern allmählich sich auflösenden Farbfelder im „Deformierten Quadrat“ von Almir Almir da Silva Mavignier aus den Jahren 1954/55 angesetzt (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Kuno Gonschior untersucht in „Brabant-Blau-Grün“ von 1985/95 auf 200 Zentimetern im Quadrat die Qualität von Farbe und Licht (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Die rheinische Künstlerszene wird durch Sigmar Polke vertreten – der 2010 verstorbene Meister ist unter anderem mit einem unbetitelten Rasterbild von 1995 für 50.000 bis 70.000 Euro oder den Schablonenbildern mit Männerköpfen von 1975 für 30.000 bis 50.000 Euro zugegen – sowie Gerhard Richter. Die vier von ihm angebotenen Bilder, davon drei als Teile umfangreicher Editionen, firmieren allesamt außerhalb des Werkverzeichnisses, sollen aber trotzdem um die 20.000 bis 60.000 Euro kosten. Für die informelle Malerei stehen mehrere Arbeiten von Karl Fred Dahmen, darunter seine 1963 entstandene aufsteigende Form „Figural“ in dunklem Braun (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR), Bernard Schultzes in Aquarellfarben wucherndem „auch ein memento mori“ von 1986 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder Hans Staudachers skripturale Malerei von 1958/60, die an eine Plakatwand erinnert (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Abstrakt und vorwiegend weiß bleibt es mit Karl Gerstners „Color Form – Diptychon J.G.“ von 1983 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), den pastosen Farbhöhungen in Hermann Goepferts „Weißbild W52/60“ von 1960 (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR) oder Oskar Holwecks zartem „Reißrelief 28. II. 74“ aus Papier von 1974 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Auch bei Markus Lüpertz gibt es noch starke ungegenständliche Anteile, wie in einer knöchernen Farbstruktur (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR); doch in seiner „Serenade“ tauchen dann schon eine Eule und ein Rückenakt vor einer Häuserlandschaft auf (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Eine neoexpressive Malweise pflegen dann noch Siegfried Anzinger in seiner Märchenadaption „Hans im Glück“ (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR), HP Zimmer in seinen „Schlittschuhläufern“ von 1961 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder Karel Appel in seiner ebenfalls kindlich grob gemalten „Figure“ von etwa 1959 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Die jüngere Malergeneration wechselt ungeniert zwischen den Polen von Figuration und Abstraktion, etwa Matthias Meyer in seiner Parklandschaft mit Villenarchitektur von 2001 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), Sven Drühl in seinem tiefenlos aufragenden Felsen „C.R.K.“ von 2004 (Taxe 3.500 bis 5.000 EUR) oder Gerwald Rockenschaub in seinem ebenso ohne jegliche Perspektive aus Farbfolie geklebten Bergbild mit Mond von 2007 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Nicht fehlen darf bei Van Ham auch Andy Warhol mit einer stattlichen Auswahl nicht allzu seltener und doch teurer Grafik wie einer rosa-grünen „Marilyn Monroe“ von 1967 für 55.000 bis 70.000 Euro oder einem „Beethoven“ aus des Künstlers letztem Lebensjahr 1987 für 40.000 bis 60.000 Euro. Der 1959 geborene Russell Young wandert auf den Spuren Warhols und hat in „Marilyn hope“ von 2014 die Leinwanddiva monochrom rosaviolett eingefärbt und mit Diamantstaub glitzernd gezuckert (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). In seinem schematisieren Babybildnis von 2006 erwähnt C.O. Paeffgen den Filmstar wenigstens im Titel „I wanna be loved by you: Marilyn Monroe, 1“ (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Tom Wesselmann lässt in seiner „Bedroom Collage“ von 1974 den Busen einer Frau frech vor der Silhouette von New York aufragen (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR).

Gut vertreten sind bei der Zeitgenössischen Kunst die dreidimensionalen Werke. Als Multiple tritt Joseph Beuys’ in eine Filzrolle gerolltes und daher unsichtbares „Samurai-Schwert“ von 1983 an (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Für seinen gepressten Metallblock „Compression-orfèvrerie“ hat César 1973 versilberte Tischware hergenommen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Ebenso blockhaft wirken die beiden aus Beton gegossenen „Weltempfänger“, die Isa Genzken mit handelsüblichen Antennen versehen hat (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR und 15.000 bis 20.000 EUR). Poetischer ist dagegen Rebecca Horns kinetische Arbeit mit zwei zarten Schmetterlingsflügeln von 2005 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Im Tierreich bleibt Jörg Immendorff mit dem kleinen und großen Affen in „Malerstamm Christian und Otto“ und dem „Deutschen Adler“ von 2002 (Taxe je 25.000 bis 35.000 EUR). Clement Meadmore setzt in seinem verdrehten und geschwungenen Vierkantstahlband von 1974 dagegen auf die Abstraktion (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), wie auch Arnaldo Pomodoro in seinem aus verschiedenen Materialien erstellten Relief „Apparizione No. 2“ von 1958 (Taxe 28.000 bis 48.000 EUR) und Bernar Venet in seinen vier gestaffelten Kreissegmenten „224.5° Arc x 4“ von 1999 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Für den Westfälischen Kunstverein in Münster zimmerte Georg Herold 1986 ein Stehpult aus Holzlatten zusammen und bestückte es humorvoll mit Glühbirne und Kaktus (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 3. Juni um 10 Uhr mit der Modernen Kunst, die Zeitgenössische Kunst steht ab 14 Uhr auf dem Programm. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.van-ham.com.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



31.05.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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Pierre-Auguste Renoir, Esquisse de nu (Femme nue dans un paysage), ca. 1907
Pierre-Auguste Renoir, Esquisse de nu (Femme nue dans un paysage), ca. 1907







Pierre-Auguste Renoir, Esquisse de nu (Femme nue dans un paysage), ca. 1907

Pierre-Auguste Renoir, Esquisse de nu (Femme nue dans un paysage), ca. 1907

Taxe: 30.000 - 50.000 

Losnummer: 85




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