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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kurz vor Beginn des Sommers hat die Villa Grisebach ihre schönsten Lose für ihre Frühjahrsauktionen zusammengesucht und lädt mit großen Namen nach Berlin ein

Tänzelnde Schraffuren



In der Villa Grisebach in Berlin geben sich wieder bekannte Vertreter der modernen und zeitgenössischen Kunst von van Gogh über Twombly bis Gursky die Klinke in die Hand. Den Anfang machen Werke aus der Sammlung Manfred Wandel, der mit seiner Gattin Gabriele Kübler Initiator der renommierten Stiftung für konkrete Kunst in Reutlingen ist. Der Erlös der Auktion kommt seiner Stiftung zugute. Ein konsequenter Vertreter des gestisch-abstrakten Stils ist Hans Hartung, der mit dynamischem Schwung schwarzgraue Kreidestriche in „T-1960-7“ zu seinem informellen Ausdrucksmittel macht. Diesmal hat Hartung seine typischen Strichschraffuren filigran, ja fast spielerisch aufgelöst und lässt sie auf querformatiger, himmelblauer Leinwand tänzeln. Für das Werk aus dem Jahr 1960 sind 70.000 bis 90.000 Euro vorgesehen. Ein geschlossenerer Strichduktus liegt Arnulf Rainers Öl- und Ölkreidebild „Gekämmte“ von 1962 zu Grunde, der durch übermalende Wiederholung als Strichbündel die Oberfläche reliefartig bedeckt. Hier stehen 60.000 bis 80.000 Euro auf dem Etikett.


Sammlung Manfred Wandel

Mit Sorgfalt, Präzision und Kennerschaft haben Manfred Wandel und Gabriele Kübler ihre auf ungegenständliche Arbeiten der Nachkriegszeit ausgerichtete Sammlung zusammengestellt. Das Spannungsfeld zwischen abstrakter und konkreter Kunst spiegeln Werke aus der frühen Schaffensphase von Dadamaino wider, eine von wenigen Frauen einer Generation europäischer Künstler, die einen kategorischen Neubeginn forderten. So klafft in „Volume“ von 1958 auch radikal ein großes, ovales Loch in der mit Tempera bearbeiteten rohen Leinwand (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) und so sind effektreich gestanzte Kunststofffolien statt einer Malerei auf Keilrahmen in einem weiteren Werk der Volumi-Serie von 1960 gespannt und spielen mit der Durchlässigkeit des Materials (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Sieben Jahre später entstand ihre Folge von zehn kleinformatigen Leinwänden, die sich mit der Analyse von Farbkombinationen beschäftigt; Dadamaino brachte nach einem streng methodischen Ansatz jeweils 40 horizontale Streifen auf der vertikal unterteilten quadratischen Oberfläche auf, um verschiedene Farbtöne gegenüberzustellen (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Nach Frankreich wendet sich die Sammlung mit dem Blutrot gefärbten und auf die Spitze gestellten Nagelquadrat „Clous No. 1“ von Bernard Aubertin aus dem Jahr 1966 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) sowie eine 1972 entstandene, quadratische Leinwand mit netzartigem, aber leicht verschobenem Linienrasterüberzug von François Morellet, der sich selbst als „Peintre-amateur“ bezeichnet (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Von Op-Art-Vater Adolf Fleischmann stechen gleich drei Werke ins Auge. Seine „Composition in Blau“ ist ein gemalter Flickenteppich aus geometrischen Kleinflächen mit L-förmigen Verbindungen, die einen optisch-kinetischen Effekt auslösen (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). In Fleischmanns „Metamorphosen“-Bildern löst sich dieser Stil zugunsten senkrechter und ineinander geflochtener Streifen auf und schafft so in „# 527“ von 1963 einen fast architektonischen Rhythmus (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), der sich in der „Composition # 586 xy“ von 1961 der Farbverteilung Piet Mondrians anzunähern scheint (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Aus dem Spätwerk Willi Baumeisters ist ein „Epischer Fries“ von 1953 im Angebot, der im modernen Gewand Bezug auf archaische, prähistorische Urformen nimmt (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Und einen Bogen hin zu den vorgenannten Werken spannt 1961/62 abschließend Friedrich Vordemberge-Gildewart mit seiner Ölkomposition No. 216 von drei breiten, weißen Vertikalstreifen, die durch unregelmäßige Farbbänder unterbrochen werden (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Ausgewählte Werke

Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Abendauktion des 4. Juni, deren Offerte vom lebensgroßen „Kopf einer Bäuerin“ im Profil nach rechts von Vincent van Gogh angeführt wird. Auf 600.000 bis 800.000 Euro ist das in Brauntönen und abgedunkeltem Weiß gehaltene Ölgemälde taxiert, das zu einer Serie von Porträts gehört, die der niederländische Meister zwischen 1884 und 1885 von Bauern und ihren Frauen in der südholländischen Provinz Brabant malte. Mit den naturgetreuen Studien bereitete er sein erstes Hauptwerk vor, die „Kartoffelesser“ von 1885, die heute im Van Gogh Museum in Amsterdam hängen. Nur knapp dahinter rangiert „Ein Sonntag“ von Hermann Max Pechstein aus dem Jahr 1921 für einen Schätzwert von 500.000 bis 700.000 Euro. Die große Leinwand besticht durch ihre kräftigen Farbflächen in Goldgelb, Dunkelblau und leuchtendem Grün, die einen Weg durch ein Weizenfeld samt Spaziergänger zeigen. Die politische Nachkriegsordnung zwang den expressionistischen Künstler, seine Sommeraufenthalte an der pommerschen Ostseeküste zu verbringen, und das Ölbild ist Zeugnis dafür, dass er sich regelrecht „hineingefressen“ hat in die inspirierende Landschaft. So vereinfacht die Formen bei Pechstein sind, so reduziert ist das Naturbild hin zum bloßen Zeichen bei Karl Schmidt-Rottluff. In einem „Stillleben“ von 1913 frönt er der Abstraktion einiger um eine Kanne herum arrangierter Gefäße und vertraut auf die Ausdruckskraft weniger Farben (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR), während sein „Regenbogen über der Bucht“ von 1956 kaum mehr ist als ungefähre Rahmenlinien mit einfarbiger Füllung; dennoch enthalten seine Kürzel der Seinswelt noch das Wesentliche, um ein klares Bild zu formen (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR).

Für 300.000 bis 400.000 Euro ist eine titellose Gouache aus dem Spätwerk von Joan Miró zu erwerben, die nur aus dessen unverwechselbaren Kanon von lyrischen Symbolen zu bestehen scheint: Der gelbe und rote Halbmond finden sich darauf genauso wie zwei Augen, ein Stern und der Vogel als Gesamtform. Ähnlich zeichenhaft und fast wie eine altertümliche Wandmalerei mutet Willi Baumeisters „Fra Diavolo“ an, der zarte Linien auf gelbem Grund, die sich zu amorphen Formen zusammenballen, und Farbelemente wie schwebende Einsprengsel miteinander vereint (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Für dieselbe Taxierung ist auch die monumentale Leinwand „Barbaros“ von Emil Schumacher aus dem Jahr 1957 zu haben, die zu den ersten Arbeiten gehört, in denen er seine eigene informelle Bildsprache fand. Ohne Figur und Gegenstand bedeckt die schrundig aufgerissene Leinwand eine ovale Farbfläche aus leuchtendem Orange, dessen Wärme durch weitere Farbsprenkelungen unterbrochen ist, und gibt dem Betrachter Raum, die Farbe an sich wertzuschätzen und in ihr selbst Formen auszumachen. Anders verhält es sich bei René Magrittes „La malédiction“, in dem ganz deutlich dahingetupfte Schäfchenwolken vor einem einladend blauen Himmel zu erkennen sind – und doch ist die Verwirrung groß: Handelt es sich um die Ruhe vor dem Sturm oder was hat es mit dem Titel des Werks auf sich, der im krassen Gegensatz zur Darstellung steht (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR)?

Reduziert und doch fassbar präsentieren sich die Figuren auf den Gemälden von Karl Hofer, einer der großen Menschenmaler des 20. Jahrhunderts, der es schafft, Innenwelten nur durch Pose und Farbe darzustellen. „Pierrot und Harlekin“, zwei Figuren, die schon per se Projektionsfläche unterschiedlicher Gemütslagen sind, zeigt er in einem Moment der Ruhe vor ihrem Auftritt hinter der Manege, wie sie die Zuschauer betrachten und ihren eigenen Gedanken nachgehen (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Schmerz und Verzweiflung angesichts der Zerstörung der Stunde Null spiegeln sich hingegen auf dem Gesicht und in der Haltung einer „Frau in Ruinen“ von 1945 wider, einem mehr als sinnbildlichen Nachkriegswerk Hofers (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Als solches Leid noch unvorstellbar war, entstand 1912 der „Gutshof im Winter“ von Lovis Corinth. Während seine depressive Stimmung aufgrund gesundheitlicher Probleme an den kahlen Bäumen und dem Schneesturm ablesbar ist, kündigt sich bereits sein expressives Spätwerk an, vermischen sich doch schon hier angedeutet kürzelhafte Passagen wie das Bauernhaus mit dezidiert abstrakt ausgeführten Zonen (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Hell und lebhaft sind Max Liebermanns „Gemüsemarkt in Delft“ von 1907 mit Männern in flachen Booten, die sie mit langen Stecken aneinander vorbeibugsieren (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR), und Erich Heckels sommerliche „Alsterlandschaft“ von 1913, die mit mutigem Pinselstrich die Lebensfreude in der Natur auf der Leinwand festhält (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR).

Ein wenig bekanntes Sujet Ernst Ludwig Kirchners ist das Porträt und doch ist es in seiner ganzen Schaffenszeit existent. Zu einer Reihe von Bildnissen ihm bekannter Persönlichkeiten zählt das Gemälde des Schweizer Dichters Jakob Bosshart von 1922 im beginnenden Schablonenstil. Es ist kein Abbild seiner äußeren Erscheinung, es beruht vielmehr auf dem inneren Bild, das sich der Künstler von dessen Wesen machte (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Die Darstellung des modernen Menschen in seiner elementaren Wesensform ist auch das zentrale Anliegen von Oskar Schlemmer. Die menschliche Gestalt wird in „Roter schräg, Kleinbild V?“ zur Chiffre, die dem Ausdruckswert der Farbe einen Grund zur Bewegung und so zur Entfaltung gibt (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Ein Haus am rechten Bildrand wird Ausgangspunkt für Farb- und Formexperimente zweier Künstler, die beide den engen Kontakt zur Gemeinschaft des Blauen Reiters pflegten. Vom russisch-deutschen Maler Alexej von Jawlensky offeriert die Villa Grisebach eine „Variation“ aus seiner großen Serie, in der die Objekte um ein Haus am Genfersee herum sich zwischen 1914 und 1919 von ihrem Naturvorbild lösen und zu reinen Farbflächen verschwimmen (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). „Das Haus zum blauen Stern“ von Paul Klee hingegen steht im Zeichen Robert Delaunays und setzt einfache kubische Formen systematisch wiederholt aneinander, so dass immer neue Assoziationen mit bestimmten Umwelteindrücken entstehen (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Klee hat zudem ein 18 Jahre später entstandenes Pastell auf Jutestoff zu bieten, das seinen eigenständigen Bildkosmos verdeutlicht: Eine schwebende rote Scheibe wird hier zum Sinnbild der Sonne, um die sich alles dreht (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR).

Auch die Auswahl an Skulpturen spiegelt die zunehmende Abstraktion der Form wider, was besonders bei dem haptischen Medium eine Herausforderung darstellt. Die 2011 verstorbene Bildhauerin Brigitte Matschinsky-Denninghoff und der Fotograf Martin Matschinsky taten sich 1955 künstlerisch wie privat zusammen und entwickelten eine spezielle Technik, Plastiken aus geschichteten Drahtbündeln heraus zu formen und zu einer Einheit zu verlöten. Eine scheinbar fragile tuchähnliche Oberfläche verbindet sich in ihrem „Pegasos“ von 1980/81 mit einem Rohr und entwickelt von allen Ansichten durch ihre Bewegtheit eine Dynamik, die typisch für das Œuvre des Künstlerpaares ist (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Norbert Krickes „Raumplastik“ spielt mit der Wirkung der gegensätzlichen Verwendung von Edelstahlstäben; während sie im „Pegasos“ eine einheitliche Fläche bilden, streben sie hier förmlich voneinander weg, bilden einen tanzenden Blitzstrahl und ziehen sich gegenseitig in eine Dreidimensionalität (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR). Reduziert schließlich auf zwei Nadeln ist George Rickeys kinetische Edelstahlskulptur „Two Lines Up Excentric, Variation III“ von 1975, die im Außenraum aufgestellt mit dem Wind schwingt und pendelt, ohne dass sich die Nadeln je berühren (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Moderne Kunst

Am 5. Juni geht es weiter mit Werken der Modernen Kunst. Erwähnenswert in dieser Sparte sind besonders Arbeiten deutscher Künstler, so etwa Otto Dix’ „Knabe mit Reifen“, ein Aquarell aus seinem Skizzenblock von einem Jungen im Matrosenhemdchen, das für 60.000 bis 80.000 Euro aufgerufen wird, und Georg Tapperts dramatisches, halbfiguriges Porträt seiner Ehefrau Elisabeth im roséfarbenem Tanzdress für 35.000 bis 45.000 Euro. Auch Hans Purrmann ist mit von der Partie mit einer kräftig gemalten „Hügellandschaft auf Ischia“ (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Denselben Schätzwert haben auch Ernst Wilhelm Nays titelloses Frühlings-Votiv einer in abstrakte Formen und bunte Muster aufgelösten Frau sowie eine spontan bemalt wirkende Leinwand von Emil Schumacher um 1955/56, die im Sinne des Informel aus geschichteter Farbe eine Komposition ohne Form und Gegenstand schafft. Letzterer hat noch vier weitere Werke im Rennen, von denen besonders das erdfarbene „Belua I“ von 1958 aus einer Schweizer Privatsammlung für 50.000 bis 70.000 Euro hervorsticht.

Daneben glänzen auch Leo Putz mit einem Blick in seinen von Sonnenblumen bevölkerten Garten in Gauting (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), eine zarte und fantasievolle kleinteilig aquarellierte „Landschaft mit Mond“ von Hans Reichel aus dem Jahr 1953 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) oder eine von Pablo Picasso mit einem Gesicht bemalte Titelseite zu David Douglas Duncans Publikation „Le Petit Monde de Pablo Picasso“ von 1959 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Auch die deutschen Bildhauer haben die Nase vorn: Georg Kolbe ist mit der gelblich patinierten Bronzefigur einer etwa geziert sitzenden Frau vertreten, die wohl einer von 14 posthumen Güssen ist (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Karl Hartung steuert zwei rötlich glänzende Bronzefiguren eines stilisierten Vogels beim Körnerpicken (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) sowie eines kleinen, sitzenden Mannes mit zur Denkerpose an den Kopf gehobenen Hand (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), die beide eines von sieben unnummerierten Exemplaren sind.

Zeitgenössische Kunst

Schließlich folgt am Abend die Contemporary Art-Auktion, in der besonders die Künstler der ZERO-Bewegung im Fokus stehen. Otto Piene ist gleich mit sechs Losen vertreten, darunter eine exotische monumentale „Feuerblume“ von 1972 für 150.000 bis 200.000 Euro, deren rußiges Zentrum, ein runder Brandfleck, den Betrachter magisch anzuziehen scheint und ein typischer Vertreter seiner Rauchbilder ist. Die Offerte hält ferner zwei interessante plastische Werke von Heinz Mack bereit, einen „Lichtwald“ von 1964/65 aus verchromtem Messing, bei dem sich spiegelnde und nach oben flatternde Bänder auf einem Holzsockel mit Elektromotor drehen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), und ein Relief aus geprägten Aluminiumlamellen von 1961, die ein Lichtspiel auf die reflektierte Fläche werfen (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Sigmar Polkes lustiges Aquarell „Köpfe“ von 1966 auf braunem Papier wirkt wie die Vorzeichnung eines Comics gepaart mit steinzeitlichen Wandmalereien (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), ebenso wie A.R. Pencks Acrylarbeit „Wallensteins Ermordung“ von 1999, die die weiße Leinwand gänzlich ausfüllt mit schwarzen Worten, Formen und überbordenden Symbolen dieses epochalen Ereignisses (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Was anmutet wie ein Blick von den Hollywood Hills über Los Angeles ist in Wirklichkeit Andreas Gurskys Nachtpanorama von „Heidelberg Ost“, das die Stadt als horizontalen Lichtstreifen in der nächtlichen Landschaft darstellt. Der fast zwei Meter breite C-Print von 1993 ist auf 120.000 bis 150.000 Euro taxiert. Denselben Schätzwert hat auch Eugen Schönebecks „Porträt“ von 1965 mit klaren Umrisslinien und flächigen Farbaufträgen, das durch das Einfügen eines Balkenkreuzes am Halsansatz des jungen Mannes irritiert. Von seinem früheren Künstlerpartner Georg Baselitz sind 17 Farbkreidezeichnungen im Angebot, die er für Edward Quinns fotografische Publikation von 1993 erstellte, von denen zwölf als Kapitelvorsatzblätter auch Verwendung fanden (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Gegenstandslos ist hingegen Gerhard Richters fast primitive unikate „Vermalung“ in dunklem, erdigem Braun, herausgegeben 1972 vom Westfälischen Kunstverein als Teil eines 120 Leinwände starken Gesamtbildes (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Für je 100.000 bis 150.000 Euro sind ein wie im Farbenrausch flirrender großer „Kopf“ eines Mannes mit roter Aura von Marwan oder ein titelloser Acryl- und Emaillesiebdruck auf Metall von Robert Rauschenberg mit amerikanischen Motiven zu haben, die eine persönliche Bedeutung für den Künstler besitzen. Von den fünf Losen Günther Förgs sind besonders ein Gitterbild von 1992 mit sich überkreuzenden rosafarbenen, grauen, blauen und violetten Linien auf zwei Metern Höhe und das kurz zuvor entstandene Acrylgemälde „Rivoli“ für eine Ausstellung in Turin mit einer dunkelvioletten und sonnengelben Farbfläche im Kontrast erwähnenswert (Taxe je 50.000 bis 70.000 EUR). Abschließend stehen sich zwei Gegensätze gegenüber: Das leuchtende Rot der verwischten Gouache „Entwurf für Plastik“ von Joseph Beuys aus dem Jahr 1961 für 70.000 bis 90.000 Euro konkurriert mit einem blassgrünen Portrait des Schauspielers Roland von Schulze von Maria Lassnig um 1976/78 für 80.000 bis 100.000 Euro.

Die Auktionen beginnen am 4. Juni um 11 Uhr mit Werken aus der Sammlung Manfred Wandel. Darauf folgen um 17 Uhr die „Ausgewählten Werke“. Am 5. Juni kommt ab 11 Uhr die „Moderne Kunst“ zum Aufruf und ab 18 Uhr die „Contemporary Art“. Die Besichtigung aller Werke ist bis zum 1. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr, am 2. Juni von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.villa-grisebach.de.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



03.06.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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