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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Geldregen für Christie’s bei der vergangenen Abendauktion von Impressionismus und Moderne mit herausragenden Positionen aus Frankreich. Doch an die Konkurrenz kam das Londoner Auktionshaus nicht heran

Wenn Schwertlilien hoch hinaus wollen



Claude Monet, Iris mauves, 1914/17

Claude Monet, Iris mauves, 1914/17

Teilweise museale Qualität wiesen die sorgfältig auserlesenen 50 Losnummern auf, die bei Christie’s in London in der Versteigerung „Impressionist & Modern Art“ auf ihren Verkauf warteten. Dass 42 Positionen bei Kunden aus insgesamt 32 Ländern einen neuen Besitzer fanden, beweist einmal mehr, dass hochkarätige Kunst weiterhin ein weltweites Interesse genießt. Das Auktionshaus kann sich über einen Umsatz von rund 71,5 Millionen Pfund freuen, der zwar bei weitem nicht an die 178,5 Millionen Pfund des Erzrivalen Sotheby’s heranreicht, aber doch 92 Prozent der Schätzpreissumme ausmacht. Die Zuschlagsliste führt wie erwartet Claude Monets luftig blaue Blumen-Himmel-Symbiose „Iris Mauves“ an. Die in den Jahren 1914/17 auf einer über zwei Meter hohen Leinwand entstandenen Schwertlilien entnahm der sich bereits in der Spätphase seines Schaffens befindliche Impressionist seinem heimischen Garten. Der vorwiegend in Hellblau, Grün und Lila gehaltene Blütentanz aus europäischem Privatbesitz spielte innerhalb eines vierminütigen Bietergefechts 9,6 Millionen Pfund ein und übertraf damit die obere Schätzung um 600.000 Pfund.


Da konnte am 23. Juni selbst Pablo Picasso nicht mithalten: Sein ulkig dreinschauender „Tête“ von 1969 musste sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Dieses mit gelben Streifen hinterlegte Alter Ego des Malers lässt sich ebenfalls in die weit fortgeschrittene Schaffens- und Lebensphase Picassos einordnen. Fast historisch kostümiert, bedeckt ein ausladender Strohhut den Kopf des Mannes, grüne Streifen auf seinem Oberkörper suggerieren ein trachtenartiges Gewand und transferieren den Dargestellten in eine vergangene oder fantastische Welt, die von Zeitlosigkeit und Imagination lebt. Im Mai 2010 erzielte das Gemälde bei Christie’s in New York 6 Millionen Dollar; daran hat sich nun der Zuschlag von 3,9 Millionen Pfund orientiert (Taxe 4,8 bis 6,5 Millionen GBP). Picassos kubistisches und mit Sägemehl angereichertes Stillleben „Grappe de raisin“ von 1914 brachte Christie’s für 720.000 Pfund an den Mann (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP). Unterhalb der Schätzung platzierte sich dann wieder Kees van Dongens fauvistischer Halbakt „Anita en almée“ beim Schleiertanz aus dem Jahr 1908 mit 3,6 Millionen Pfund (Taxe 4 bis 7 Millionen GBP).

Erfolgreicher schnitt Paul Signacs pointilistisches Gemälde „Marseille, le port“ von 1934, das die französische Hafenstadt in einen märchenhaften Glanz taucht, mit 3,2 Millionen Pfund ab (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Sein Kollege Théo van Rysselberghe steuerte seinen weiten Blick auf „Plage à marée basse, soir“ von 1900 für gute 460.000 Pfund bei (Taxe 250.000 bis 400.000 GBP). Ebenfalls als französischer Vertreter erreichte auch Marc Chagalls „Bouquet près de la fenêtre“ von 1960 ein gutes Ergebnis. Die vor einem blauen Hintergrund aufragende vielfarbige Blumenpracht beschrieb Chagalls Biograf einst als eines der qualitätsvollsten Blumenmalereien aus jener Schaffensperiode des russisch-jüdischstämmigen Franzosen. Die Komposition des ausladenden Gestecks vor einem geöffneten Fenster samt Liebespaar und Hahn erreichte 2,8 Millionen Pfund (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP).

Mit Pastellkreide zauberte Edgar Degas 1893 eine noch unbekleidete Dame auf ein Blatt Papier, das den Namen „Après le bain, femme s’essuyant la jambe (Le peignoir rouge)“ trägt. Titelgerecht trocknet die nackte Frau ihr Bein ab, hinter ihr wartet schon der rote Bademantel. Für den mit warmtönigen Kolorit angefertigten Akt kam die untere Schätzung von 2,5 Millionen Pfund zusammen (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP). Mit „Le Potager“ wollte Alfred Sisley 1872 die Charakteristik französischer Gartengestaltung einfangen. Als Inbegriff impressionistischer Malerei lebt seine Darstellung des Nutz- und Ziergartens von Momenteindrücken, die durch Licht- und Schattenspiel sowie duftenden Blütengruppen geformt werden. Die Spontanität und Vitalität des Gemäldes konnte 1,9 Millionen Pfund auf sich vereinen (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Paul Cézanne hatte ein zart aquarelliertes Studienblatt mit Orangen und einem Weinglas um 1900 für 1,4 Millionen Pfund zu bieten (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP), Vincent van Goghs sein frühes Aquarell der „Laakmolen“ bei Den Haag von 1882 für 2 Millionen Pfund, in dem er noch mit der Farbe experimentierte (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Exotisch wurde es dann mit Paul Gauguins Nachtstimmung „Le rêve, Moe Moea“ mit schlafenden Südseeinsulanerinnen von 1892 bei 1,65 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP).

Einen katalanischen Beitrag zur Top Ten-Liste lieferte Joan Miró, dessen Ölarbeit „La tige de la fleur rouge pousse vers la lune“ 1952 entstand und seine Auseinandersetzung mit Dynamik, Symbolen und reicher Gestik zeigt. Die mit großer Zahnreihe bewehrte Gestalt erwirtschaftete 3,3 Millionen Pfund (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen GBP). In solch prominenten Kreisen darf auch Salvador Dalí nicht fehlen. Sein 1957 entstandener „Chevauchée céleste“ lebt von dem Ritt einer nackten, vom Himmel angestrahlten Göttin auf einem hochstelzigen Nashorn mit der Fernsehübertragung eines Baseballspiels. Ebenso surrealistisch wie sein Titel erscheint auch die malerische Umsetzung des berittenen Angriffs, der die unverkennbare Handschrift des spanischen Künstlers trägt. Der neue Besitzer legte dafür 2,5 Millionen Pfund hin (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). René Magritte konnten seine von Steinbrocken umringte Wolkenstudie „La grande marée“ um 1957 bei 1 Million Pfund loswerden (Taxe 600.000 bis 900.000 GBP), seine Gouache „Le chant d’amour“ um 1962 mit drei gestapelten Äpfeln in den Grundfarben für 850.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Unter den wenigen Skulpturen der Auktion ragte Henry Moores etwas ausgemergelte „Reclining Figure No. 2“ mit überlängten Gliedmaßen von 1953 bei 1,3 Millionen Pfund heraus (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Die Suite mit Kunst aus dem deutschsprachigen Raum eröffnete Egon Schiele, der seine Kohlezeichnung eines lockigen Mädchenkopfes von 1918 einträglich bei 550.000 Pfund abgab (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Dazu gesellte sich dann noch sein kopfloser sitzender weiblicher Akt von 1910 bei 320.000 Pfund, auf dessen Rückseite Schiele schon 1908 das Bildnis seines jungen Künstlerkollegen Hans Massmann mit wenigen Bleistiftstrichen entwickelt hatte (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). In dieser Preiskategorie positionierte sich noch Emil Noldes teils maskenhaftes Doppelbildnis mit dem Zusatztitel „Sie seltsames Licht“ von 1918 bei 350.000 Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Etwas höher notierte Erich Heckels aufgewühlte „Landschaft bei Prerow“ an der Ostsee von 1911 mit 520.000 Pfund (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP), und die Millionengrenze überschritten dann noch Franz Marcs lyrisch-kosmische „Gemsen“ von 1911 mit 1,8 Millionen Pfund zu unteren Erwartung.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



12.07.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


23.06.2015, Impressionist & Modern Art Evening Sale

Bei:


Christie's

Kunstwerk:

Vincent van Gogh, Die „Laakmolen“ bei Den Haag, 1882
Vincent van Gogh, Die „Laakmolen“ bei Den Haag, 1882

Kunstwerk:

Théo van Rysselberghe, Plage à marée basse. Soir, 1900
Théo van Rysselberghe, Plage à marée basse. Soir, 1900

Kunstwerk:

Paul Signac, Marseille. Le port, 1934
Paul Signac, Marseille. Le port, 1934

Kunstwerk:

Paul Gauguin, Le rêve. Moe Moea, 1892
Paul Gauguin, Le rêve. Moe Moea, 1892

Kunstwerk:

Egon Schiele, Weiblicher Akt, 1910
Egon Schiele, Weiblicher Akt, 1910

Kunstwerk:

Franz Marc,
 Gemsen, 1911
Franz Marc, Gemsen, 1911

Kunstwerk:

Claude Monet, Iris mauves, 1914/17
Claude Monet, Iris mauves, 1914/17







Paul Cézanne, Oranges et verre, um 1900

Paul Cézanne, Oranges et verre, um 1900

Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 GBP

Zuschlag: 1.400.000,- GBP

Losnummer: 6

Egon Schiele, Mädchenkopf (Frau Sohn), 1918

Egon Schiele, Mädchenkopf (Frau Sohn), 1918

Taxe: 400.000 - 600.000 GBP

Zuschlag: 550.000,- GBP

Losnummer: 2

Paul Gauguin, Le rêve. Moe Moea, 1892

Paul Gauguin, Le rêve. Moe Moea, 1892

Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 GBP

Zuschlag: 1.650.000,- GBP

Losnummer: 35

Paul Signac, Marseille. Le port, 1934

Paul Signac, Marseille. Le port, 1934

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Zuschlag: 3.200.000,- GBP

Losnummer: 23

Edgar Degas, Après le bain, femme s’essuyant la jambe (Le peignoir rouge), um 1893

Edgar Degas, Après le bain, femme s’essuyant la jambe (Le peignoir rouge), um 1893

Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 GBP

Zuschlag: 2.500.000,- GBP

Losnummer: 16

Vincent van Gogh, Die „Laakmolen“ bei Den Haag, 1882

Vincent van Gogh, Die „Laakmolen“ bei Den Haag, 1882

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Zuschlag: 2.000.000,- GBP

Losnummer: 14

Alfred Sisley, Le potager, 1872

Alfred Sisley, Le potager, 1872

Taxe: 1.500.000 - 2.000.000 GBP

Zuschlag: 1.900.000,- GBP

Losnummer: 9

Théo van Rysselberghe, Plage à marée basse. Soir, 1900

Théo van Rysselberghe, Plage à marée basse. Soir, 1900

Taxe: 250.000 - 400.000 GBP

Zuschlag: 460.000,- GBP

Losnummer: 22

Franz Marc, Gemsen, 1911

Franz Marc, Gemsen, 1911

Taxe: 1.800.000 - 2.500.000 GBP

Zuschlag: 1.800.000,- GBP

Losnummer: 50

Egon Schiele, Weiblicher Akt, 1910

Egon Schiele, Weiblicher Akt, 1910

Taxe: 300.000 - 500.000 GBP

Zuschlag: 320.000,- GBP

Losnummer: 46




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