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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Auktion für zeitgenössische Kunst bei Lempertz in Köln lief erfolgreich und punktete mit Namen wie Heinz Mack, Gerhard Richter, Karin Kneffel und Isa Genzken

Meditative Medien



Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 79 Prozent bei den höherpreisigen Werken und von knapp 72 Prozent im unteren Preissegment brachte Lempertz seine zeitgenössische Kunst erfolgreich an den Mann. Das Kölner Auktionshaus sprach vom zweitbesten Ergebnis in dieser Sparte. Allen voran marschierte Gerhard Richter, der bei Lempertz mit mehreren Arbeiten zugegen war. Mit Abstand am meisten erreichte seine Farbverwischung „Grün-Blau-Rot“ von 1993 aus einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung, um die am Telefon sieben Bieter kämpften. Das mit einem Spachtel verwischte Ölgemälde, das als eines von 115 nummerierten Unikaten zu Heft 35 der Züricher Edition Parkett erschien, war auf 200.000 bis 250.000 Euro geschätzt worden und kletterte nun auf 340.000 Euro. Erfreulich platzierten sich zudem seine sechs Heliogravüren „Kanarische Landschaften II“ von 1971 zum doppelten Schätzpreis bei 10.000 Euro und sein „Kugelobjekt II“ von 1969/70 mit der Fotografie einer Treppe und drei Kugeln in einem verglasten Holzkasten zur oberen Erwartung von 20.000 Euro. Dagegen gaben seine vier 1966 rasch ausgeführten Filzstiftzeichnungen mit Frauengesichtern von 30.000 bis 40.000 Euro auf 24.000 Euro nach.


Auf sein Herkunftsland Südkorea verweist Nam June Paik mit den „Temple Guards“ von 1993. Der Medienkünstler verknüpft hier, wie für ihn typisch, die zeitgleiche Aufnahme und Wiedergabe von Videos und lässt zwei vergoldete asiatische Tempelwächter filmen. Sie stehen auf Fernsehern, auf denen die Videos abgespielt werden. Um das Bruttoergebnis von 380.000 Euro, das netto mit rund 306.000 Euro Platz 2 der Zuschlagliste bedeuten würde, wird derzeit im Nachverkauf noch verhandelt (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Aus der abstrahierten Darstellung eines Fernsehbildschirmes mit integrierten realen kleinen Monitoren hat Paik 1989 ein stilisiertes, beinahe kindliches Porträt des US-amerikanischen Dichters Allan Ginsberg entwickelt. Auch bei „Ginsberg“ liegt das Endgebot eines norddeutschen Privatsammlers mit 45.000 Euro im erwarteten Bereich. Ebenfalls eine Art Porträt, jedoch im weiter gefassten Sinn, liefert Nam June Paik mit „Beuys Vox“. 21 Arbeiten, die sich oftmals auf das gemeinsame Tun beziehen, erinnern an seinen Künstlerfreund Joseph Beuys. Zu den Multiples zählen ein Fernsehgehäuse mit röhrendem Hirsch, ein Wandschirm, Fotografien, Druckgrafiken, Kataloge, der typische Beuys-Hut aus Gips mit Kornähren, eine Schallplatte und eine Videokassette. Das 1961 bis 1988 geschaffene Ensemble ersteigerte ein südkoreanischer Sammler für 44.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Schon der Auftakt der Auktion vom 30. Mai war vielversprechend. Peter Brünings „Küstenlandschaft“ von 1966, die eine Landkarte der nordfriesischen Inseln grafisch abstrakt umsetzt, verabschiedete sich erst bei 42.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Gestisch informelle Arbeiten waren mit Karl Otto Götz’ gebremstem Farbschwung „Kapsyl II“ von 1962 bei 34.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und Walter Stöhrers wilder „Hängender Figur“ von 1977 bei 32.000 Euro gefragt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Gut behauptete sich zudem Karin Kneffels beinahe steriles, jedoch altmeisterlich gemaltes Diptychon von Weintrauben in Nahaufnahme aus dem Jahr 2002. Das fotorealistische Ölgemälde überstieg mit 260.000 Euro die anvisierten 180.000 bis 200.000 Euro um einiges und erzielte somit einen neuen Spitzenwert für Kneffel im Auktionsmarkt. Ihr „Fliegender Teppich“ von 2006/07 blieb dann aber bei 150.000 bis 180.000 Euro liegen. Raoul De Keyser war mit der Leinwand „Twaalf“ von 1987 vertreten, auf der zwei Stangen über einem verwischten Farbraum schweben. Das gefiel mehreren Sammlern, die dafür 46.000 Euro spendierten (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Den zweiten Schwerpunkt der Kölner Auktion bildeten Künstler der Gruppe ZERO. Vor allem Heinz Mack, der mit drei Arbeiten vertreten war, erreichte hohe Gebote und punktete mit einem teppichartigen Gemälde seines Frühwerks. Von Hand gezogene Linien in vertikaler und horizontaler Richtung bilden ein grautoniges, netzartiges Raster, das eine optische Schwingung erzeugt. Das Gemälde zählt zu den „Dynamischen Strukturen“, an denen Mack seit 1956 arbeitete und die Schlüsselwerke auf dem Weg zu seinen Lichtreliefs und -kuben sowie zu seinen seriellen Strukturen sind. Für das großformatige Gemälde von 1958 erzielte das Auktionshaus erst im Nachverkauf ein Bruttoergebnis von 360.000 Euro, netto rund 290.000 Euro (Taxe 350.000 bis 400.000 EUR). Auch der Porsche 928, den Heinz Mack in einer streng gegliederten Farbskala von Weiß zu Schwarz mit Dreiecken in Regenborgenfarben 1984 farblich neu gestaltete, wurde für 44.000 Euro verkauft (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR).

Ebenfalls gute, wenn auch nicht mehr ganz so hohe Werte hat sein ZERO-Kollege Otto Piene mit mehreren Feuerbildern aus den 1960er und 1970er Jahren erwirtschaftet. Am höchsten stieg seine titellose weinrote Kreisscheibe aus dem Jahr 1962 auf 38.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), gefolgt von einer schwarz-grün-blauen verlaufenden Farbmischung von 1972 bei 27.000 Euro (Taxe 20.000 EUR) und der deutlich mit Rußspuren gekennzeichneten „Flora ignis vulgaris“ von 1967 bei 24.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). ZERO-nah, jedoch stets der Tafelmalerei verhaftet, arbeitete Raimund Girke. Sein 1961 entstandenes „Weissfeld“ schaffte den neuen Auktionsrekord von 96.000 Euro (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR). Girkes vier Jahre jüngere „Fluktuation“ mit ihren Zickzack-Strukturen zwischen Weiß und Dunkelgrau überraschte ebenfalls mit 60.000 Euro statt der angesetzten 30.000 bis 35.000 Euro und nimmt damit nun den zweiten Platz in seinem Auktionsranking ein.

Abstrakt blieb es mit Zdenek Sýkoras „Linie Nr. 28“ von 1985. Die bunten Schlangenlinien auf der weißen Leinwand schöpfen ihre Gesetzmäßigkeit aus einem mathematisch berechneten System und Zufallsprinzipien. Ein tschechischer Sammler bewilligte dafür 115.000 Euro (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Eher klassisch, aber nur durch den Titel Figuratives andeutend, bleibt Paul Thek mit „Island“ von 1969, „Landscape“ und einem weiteren unbetitelten Gemälde von 1971 in Gouache und Öl. Den Eindruck eines hohen Kunstwerks stört nur das bräunliche Zeitungspapier, auf dem die kräftigen Farben leuchten. Das blaue „Island“ erreichte mit 68.000 Euro einen Höchstpreis für Papierarbeiten des Künstlers (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Die anderen beiden Arbeiten platzierten sich mit 50.000 Euro und 36.000 Euro im oberen Schätzbereich. Anselm Reyles an Minimal Art erinnerndes Gemälde aus senkrechten Farbstreifen von 2004, das durch unkontrollierte Farbspritzer gestört wird, erreichte bei Lempertz die Erwartung von 60.000 Euro.

Ebenfalls eine der großen Gewinnerinnen, wenn auch in etwas kleinerem Rahmen, war die Berliner Künstlerin Isa Genzken. Am erfolgreichsten zeigte sie sich mit einer unbetitelten Leinwand aus der Werkgruppe „Basic Research“. Die dunkelgraue mondkraterähnliche Struktur aus dem Jahr 1991 konnte zehn Telefonbieter auf sich vereinen, die das Werk von 30.000 Euro auf 92.000 Euro trieben. Eine weitere kleinere Leinwand dieser durchfurchten Gesteinlandschaften, diesmal in Braun von 1989, sicherte sich ebenfalls ein deutscher Kunsthändler bei 53.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Auch Genzkens Radiogeräte aus Beton, die sogenannten „Weltempfänger“, waren beliebt. Um ein hochrechteckiges Exemplar von 1987 kämpften allein 15 Telefone, die die Schätzung auf 50.000 Euro verdoppelten. Ein zweiter „Weltempfänger“ aus dem selben Jahr sprang im Anschluss auf 34.000 Euro (Taxe je 20.000 bis 25.000 EUR). Prozentual noch höher war der Anstieg für den kleinen Weltempfänger „Malmö“ aus dem Jahr 1991 von 6.000 Euro auf 26.000 Euro.

Nicht ganz seine Schätzung erreichte „Die Große Parade“ von Stephan Balkenhol. Das kindlich, fröhliche Holzrelief aus dem Jahr 2001 spielte nur 60.000 Euro ein (Taxe 65.000 bis 85.000 EUR). Diesen Wert gab es auch für Christian Boltanskis Licht- und Schatteninstallation „Les Bougies, Lessons of Darkness“ mit tänzelnden Skeletten aus den späten 1980er Jahren (Taxe 60.000 EUR). Nach mehrmaligem Anlauf im deutschen Auktionswesen konnte Lempertz für Pol Burys zappelnde kinetische Holzskulptur „56 Cônes sur 14 Plans Inclinés“ von 1965 nun bei taxgerechten 30.000 Euro einen Käufer finden. Allen Jones’ „Bra-la-la“, eine mit Busanhalter, Federboakleid und Plastiktüte collagierte Freudenhausszene von 1974, verbesserte sich auf 120.000 Euro und ging in den New Yorker Handel (Taxe 100.000 EUR).

Im Katalog mit den kleinen Preisen gab es ebenfalls einige erfreuliche Zuschläge. Begehrt war hier eine querrechteckige Holztafel Antonio Calderaras mit einem hellgrauen und einem weißen Quadrat, auf deren rechter Seite sich mittig jeweils ein kleines gelbes Quadrat niedergelassen hat. Für die Arbeit aus dem Jahr 1960 wurden 32.000 Euro gewährt (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Mit neuen Materialien und Bildformen experimentierte in der Nachkriegszeit Herbert Zangs. Herauskam 1954 etwa eine hell beigefarbene, vertikal angeordnete Reliefstruktur für 12.000 Euro (Taxe 10.000 EUR) und das rechteckige Gitternetz „Pliage de Grillage“ von 1975 für 10.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Arthur Luiz Pizas reliefartige Plättchenstruktur auf einer braunen Leinwand um 1979 konnte mit 28.000 Euro ebenso zulegen, wie Günter Haeses kosmische kinetische Messingskulptur „Odessa“ samt wurmartigen Gebilden von 1986 mit 25.000 Euro (Taxe je zwischen 10.000 und 15.000 EUR). Von gleicher Ausgangsbasis vollführte Ralph Flecks pastos aufgetragenes „Stadtbild 7/IV (Paris)“ von 1997 einen Aufstieg zu 24.000 Euro.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



12.07.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Mona Zimmer

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30.05.2015, Zeitgenössische Kunst

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