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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Spitzenwerte, nahezu ausverkaufte Bestände und ein Gesamtumsatz von 23 Millionen Euro – bei den Frühjahrsauktionen in der Villa Grisebach gab es genügend Gründe, um die Korken knallen zu lassen

Ein guter Preis kommt selten allein



Besonders Einlieferungen aus dem Rheinland und Bayern sorgten bei den Frühjahrsauktionen der Villa Grisebach für hohe Wertsteigerungen in den Bereichen der Klassischen Moderne und Zeitgenössischen Kunst. In der ersten Juniwoche seien so viele Bieter aktiv gewesen wie noch auf keiner anderen Versteigerung des Berliner Auktionshauses, teilte Geschäftsführerin Micaela Kapitzky mit. Das führte am 4. und 5. Juni zu einer losbezogenen Zuschlagsquote von über 87 Prozent. Mit der Fotografie und der Kunst des 19. Jahrhunderts kamen an allen vier Auktionstagen rund 23 Millionen Euro zusammen. An der Spitze standen zwei Werke aus der Abendveranstaltung „van Gogh bis Twombly – Ausgewählte Werke“, die beide für jeweils 700.000 Euro unter den Hammer kamen. Ein Überraschungserfolg war die kleine, eher unspektakuläre Wolkenstudie René Magrittes aus dem Jahr 1963. Die dahingetupften Schäfchenwolken vor einem einladend blauen Himmel unter dem konträren Titel „La malédiction“ vervierfachten damit ihre Schätzung von 150.000 bis 200.000 Euro. Die hochsommerlich gelb leuchtende Ackerlandschaft „Ein Sonntag“ von Hermann Max Pechstein aus dem Jahr 1921 war bereits zuvor mit 500.000 bis 700.000 Euro bewertet worden und bestätigte am Ende das Urteil der Experten.


Ausgewählte Werke

Hinter diesen Ergebnissen muss sich aber auch Paul Klees „Haus zum blauen Stern“ von 1920 nicht verstecken. Das zarte Aquarell einer Häuserstaffelung im analytischen Farb- und Formenstil Robert Delaunays spielte immerhin stolze 600.000 Euro ein (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Und wieder ein doppeltes Lottchen: Für denselben Preis gelang es, Vincent van Goghs in gedeckten Farben gemaltes Frühwerk „Kopf einer Bäuerin“ an eine kalifornische Privatsammlung weiterzureichen (Taxe 600.000 bis 800.000 EUR). Das sei der höchste Preis, der je auf einer deutschen Auktion für ein Werk van Goghs bezahlt wurde, ließ Grisebach verlauten. Die großen Meister der Moderne waren bei einer Verkaufsrate von 88 Prozent auch ansonsten äußerst erfolgreich, nur wenige Stücke blieben unverkauft. Schließlich spülten sie am 4. Juni knapp 10 Millionen Euro in die Kassen des Berliner Auktionshauses.

Die Erwartungen übertroffen hat das Komödiantenpaar „Pierrot und Harlekin“ des expressiven Realisten Karl Hofer. Das großformatige Opus aus den 1920er Jahren ist vom Kubismus inspiriert und verführte durch seine vibrierenden Farbflächen und abstrahierten Gesichter einen Käufer zum Schlussgebot von 460.000 Euro – immerhin Platz 3 in Hofers Auktionsranking (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Auch sein Strauß verwelkter „Sonnenblumen in einer Vase“ von 1946 aus einer amerikanischen Privatsammlung enttäuschte mit 95.000 Euro ebenfalls nicht (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Und die herzergreifende und schonungslos realistische Kriegsszene einer verzweifelten „Frau in Ruinen“ von 1945 rührte einen Käufer zu der Ausgabe von 150.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Profan und idyllisch wirkt im Vergleich dazu die impressionistische Darstellung schwimmender Kähne mit Händlern und ihren am Ufer wartenden Kunden auf dem „Gemüsemarkt in Delft“ des Berliner Künstlers Max Liebermann, die für 310.000 Euro überzeugte (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Eine abenteuerliche Kolorierung weist das Porträt des Schweizer Dichters Jakob Bosshart auf, das Ernst Ludwig Kirchner 1922 nachexpressionistisch zu einem persönlichen, abstrahierenden Stil weiterentwickelte. Es brachte 320.000 Euro ein (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Ungegenständlich und doch voller symbolisch aufgeladener Formen ist Joan Mirós titellose Gouache von 1973, die einem Bieter 300.000 Euro wert war (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Willi Baumeisters nicht minder naiv wirkende Arbeit „Fra Diavolo“, in der wie bei Miró eine eigene Bildsprache klar zu Tage tritt, verließ das Auktionshaus für 150.000 Euro (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Die Erwartungen übertroffen haben vor allem die für Cy Twombly charakteristisch-kritzelige Farbkreidezeichnung „Silex Scintillans“ von 1981/82 mit einem nahezu verdreifachten Gebot von 280.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und Emil Schumachers abstrakte durchfurchte Farbfläche „Barbaros“ von 1957 in Orange und wilden Pinselstrichen für 270.000 Euro (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Auch die Skulpturen konnten schöne Erfolge verzeichnen: So verdiente die Villa Grisebach 140.000 Euro mit der sich nach allen Seiten ausstreckenden „Raumplastik“ von Norbert Kricke (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR) und sogar 170.000 Euro mit der kinetischen Außenrauminstallation „Two Lines Up Excentric“ aus Edelstahl und zwei beweglichen Nadeln von George Rickey (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Viele Werke wirken wie ein Kampf zwischen figürlichen und abstrakten Stilelementen. So reitet Odilon Redons heiliger Georg mit dem Drachen um 1908 gegen eine über ihm einbrechende Farbwelle an und gewann mit 150.000 Euro an Wert (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), während sich die Hühnerscharen auf Lovis Corinths „Gutshof im Winter“ für 205.000 Euro tapfer gegen einen zunehmend abstrahierenden Schneesturm behaupten mussten (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Seine stillende Gattin „Charlotte mit Wilhelmine“ ist schon kaum mehr als eine Ahnung ihrer Person. Doch verführte die Ölstudie von 1909 zu 105.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Erich Heckel übertraf Corinth mit einer sommerlichen „Alsterlandschaft“ von 1913 für 250.000 Euro, die mit mutigem Pinselstrich die Lebensfreude in der Natur auf der Leinwand festhält (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Karl Schmidt-Rottluffs später „Regenbogen über der Bucht“ von 1956 illustriert dessen souverän eingesetzte, reduzierte Formensprache und fantasievolle Farbwahl und fand zur unteren Schätzung von 140.000 Euro einen neuen Betrachter. Für gute 125.000 Euro gab es ein kleines Aquarell Emil Noldes in verlaufendem Gelb und Violett, auf dem er mit wenigen Strichen um 1931 eine Kirche am Fluss festhielt (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Zu dunkel leuchtenden Farbflächen hat Alexej von Jawlensky 1915/16 seine „Variation“ abstrahiert, eine von vielen Versionen des gleichen Ausblicks auf ein Haus, die bei 150.000 Euro überzeugte (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Formreduziert ist zudem eine kleine Leinwand von Oskar Schlemmer für 180.000 Euro. „Roter schräg, Kleinbild V?“ aus dem Jahr 1932 ist die Darstellung des modernen Menschen in seiner elementaren Wesensform, der zur bloßen Chiffre wird, die dem Ausdruckswert der Farbe einen Grund zur Bewegung und Entfaltung gibt (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Akribische Ordnung der Farbflächen gibt es hingegen in Walter Dexels „1923 III“ zu bewundern, der mit seiner aufgeräumten, konstruktivistischen Komposition für 130.000 Euro das Doppelte der erwarteten 60.000 bis 80.000 Euro einbrachte. In eine kosmische Abstraktion führen Fritz Winters „Triebkräfte der Erde“, ein Ölbild aus dem Jahr 1944, das seinen Schätzwert auf 135.000 Euro fast verdreifachte (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Moderne Kunst

Der Spitzenreiter in der Kategorie „Moderne Kunst“ am 5. Juni hieß Emil Schumacher. Von seinen fünf Werken in der Offerte stachen besonders zwei frühe informelle Werke aus den 1950er Jahren heraus: Ein unbetiteltes Gemälde mit dicker Farbschicht und angedeuteten geometrischen Formen sorgte mit 90.000 Euro für das höchste Gebot (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR); seine helle großformatige „Belua I“ spielte immerhin noch 58.000 Euro ein (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Mit 85.000 Euro nur knapp hinter Schumacher blieben Ernst Wilhelm Nay und sein kleines farbenfrohes „Frühlings-Votiv“ von 1946, das im Zusammenhang mit dem gleichaltrigen Aquarell „Frühling“ steht (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Eine der höchsten Wertsteigerung vollbrachte der Tscheche Bohumil Kubišta mit seiner kubistischen Kohlezeichnung „Pierrot in Halbfigur von 1911, die auf 53.000 Euro kletterte (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Immerhin dreimal so hoch wie ihre Erwartung fielen die 60.000 Euro für eine von Pablo Picasso bemalte Buchseite aus David Douglas Duncans Publikation über das Schaffen des populären Künstlers aus. Das ist derselbe Preis, den eine kleine Bronzeskulptur einer verträumten sitzenden Frau mit angezogenen Knien des deutschen Bildhauers Georg Kolbe von 1926 erzielte (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR).

Grund zur Freude boten ein weiteres Gemälde Karl Hofers, diesmal eine kleine weiße Obstschale mit entsprechender Füllung von 1947, die statt der angesetzten 25.000 bis 35.000 Euro für 42.000 Euro veräußert wurde, und Alfred Manessiers psychedelisch anmutende, quadratische „La petite source nocturne“ in Dunkelblau, Türkis und Lila für denselben Preis (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Leicht übertreffen konnte dieses Ergebnis mit 47.000 Euro das kräftig konturierte Aquarell „Lebasee mit Lontzkedüne“ Karl Schmidt-Rottluffs um 1933/35. Für Lesser Urys dunkel schattierte „Landschaft mit Weißbirken“ im goldenen Schein der untergehenden Sonne gab es 38.000 Euro (Taxe je 25.000 bis 35.000 EUR), für Oskar Molls 1912 gemalte, bunt bewegte „Landschaft bei Ajaccio“ 28.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) wie auch für Werner Scholz’ kraftvoll formulierte „Firmlinge“ von 1935 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Verbessern konnten sich zudem Gerhard Altenbourgs versponnene Gedankenwelt „Vamp ent-deckt einen Knaben“ von 1972 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und K.R.H. Sonderborg gestische Kreisbewegung „17.X.28, 21.36 h – 22.15 h“ von 1978 auf jeweils 21.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Contemporary Art

Stark präsentierte sich auch die zeitgenössische Kunst; gerade einmal acht der 120 Lose blieben im Berliner Depot zurück und verdoppelten den Umsatz im Hause Grisebach in dieser Abteilung im Vergleich zur letzten Herbstrunde auf 4,3 Millionen Euro. Die abstrakte Gouache „Entwurf für Plastik“ von Joseph Beuys führt die Erfolgsliste an. Von einer Schätzung von 70.000 bis 90.000 Euro wurde die rote Farbverwischung von 1961 nach langem Bietgefecht auf 360.000 Euro gehoben. Grund zum Feiern boten auch die hohen Zuschläge für eine von Weiß über Beige in Schwarz mit violetten Rändern changierende „Feuerblume“ Otto Pienes von 1972 für 240.000 Euro (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR) und eine flirrende Kopfdarstellung in verschwimmenden Farbwellen von monumentalem Umfang aus dem Œuvre Marwans für 210.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Überraschungen waren gleichfalls ein mit dickem Pinselstrich umrissener, sich auf dem Boden räkelnder Akt C.O. Paeffgens von 1982, der eine siebenfache Steigerung zum Rekordpreis von 155.000 Euro durchlief, sowie das über zwei Meter hohe Acrylgemälde „Rivoli“ Günther Förgs, entstanden 1989 für eine Ausstellung in Turin, mit einer dunkelvioletten und sonnengelben Farbfläche für 205.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Mit einem Zuschlag von 115.000 Euro ist auch ein magentafarbener „Farbraumkörper“ Gotthard Graubners von 1982 erwähnenswert, der seine anvisierten 40.000 bis 60.000 Euro fast verdreifachte. Heinz Macks silbriges „Lichtrelief“ von 1961 aus horizontal geprägtem Aluminium beweist mit seinen 100.000 Euro einmal mehr, wie beliebt derzeit Werke der Künstlergruppe ZERO sind (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Dass Robert Rauschenberg ein Wegbereiter der Pop Art war, lässt sich immer noch in dem 1989 entstandenen Metallbild ablesen, das wie eine Fotocollage wirkt und nun für 170.000 Euro über das Auktionspult ging (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Ein weiteres Preiszwillingspaar hielt die Auktion bereit: Jannis Kounellis’ wie mit Buchstabenstempeln bedrucktes Temperavelinpapier „L’alfabeto“ von 1959 konnte einen Käufer zur Ausgabe von 105.000 Euro bewegen (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), ebenso wie ein Konvolut von 17 typisch auf dem Kopf stehenden Farbkreidezeichnungen Georg Baselitz’ (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Den Abschluss des Katalogs machte die jüngere Künstlergeneration, die häufig Anlass für Preissprünge bot, so Marcin Maciejowskis nachsozialistische Malerei „Protesting for their outstanding payment“ von 2003 auf 16.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) oder David Reeds wässrig blaue Farbschwünge mit zwei Nierenformen auf der Kunststoffplatte „#374-2“ von 1997/99 auf 28.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Wolfgang Tillmans’ fotografische Farbuntersuchung „Ligther, silver, green/yellow I“ von 2009 konnte 55.000 Euro verbuchen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), Norbert Schwontkowskis zarte Gondelfahrer auf der monochromen Leinwand „Früher Morgen“ 34.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), und auch André Butzer ließ sich mit zwei Gemälden aus dem Jahr 2007 nicht lumpen. Die abstrakten grafischen Formen auf einer silbergrau verschmierten Leinwand machten sich bei 33.000 Euro davon (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), seine bunte Kinderkritzelei „Disney Mädele N“ bei 42.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Graphik und Editionen

Mit knapp 90 Prozent losbezogener Verkaufsrate ist die Abteilung „Graphik und Editionen“ quasi ausverkauft. Alle anderen Positionen hängte Pablo Picassos Lithografie seiner Lebensgefährtin Françoise Gilot ab. 1946 stellte er einige Formenstudien an und experimentierte mit Kreisen und Ovalen, die ihr Antlitz umschreiben. In dem angebotenen Blatt zerlegte er besonders Françoise’ Haare in einzelne Kompartimente, was ihr Gesicht in den Vordergrund rückt. Hier fiel der Hammer bei 52.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Erotisch aufgeladen ist Picassos Referenz zu Rembrandts „Jupiter und Antiope“-Radierung von 1659: Die Aquatintaätzung zeigt einen Faun, der eine schlafende Schöne begafft. Zur unteren Schätzung von 40.000 Euro reizt sie nun einen neuen Besitzer. Der „Kopf Ludwig Schames“ inspirierte Ernst Ludwig Kirchner zu einem expressionistischen Porträtholzschnitt seines Kunsthändlers, der für 38.000 Euro veräußert wurde (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Auf 26.000 Euro konnte sich eine titellose Folge von 16 Konstruktionsradierungen des Minimalisten Donald Judd mehr als verdoppeln (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR), ebenso Joseph Beuys’ berühmte Lichtpause seiner Selbst mit dem Titel „La Rivoluzione Siamo Noi“ von 1972 auf 34.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Sammlung Manfred Wandel

Auch die sorgfältig ausgewählte Sammlung des Ehepaars Manfred Wandel und Gabriele Kübler konnte Grisebach fast vollständig absetzen. Ihre auf ungegenständliche Arbeiten der Nachkriegszeit ausgerichtete Kollektion führt Hans Hartungs bewegte schwarze Strichkomposition „T – 1960 – 7“ auf blaugrauem Grund an, die wie erwartet für 70.000 Euro einen Liebhaber fand (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Denselben Preis – diesmal aber am oberen Ende des Schätzrahmens – gab es auch für Friedrich Vordemberge-Gildewarts Ölkomposition „No. 216“ von 1961/62 mit drei breiten, weißen Vertikalstreifen, die durch unregelmäßige Farbbänder unterbrochen werden. Nur knapp dahinter rangiert mit einem Ergebnis von 68.000 Euro das Öl- und Ölkreidebild „Gekämmte“ von Arnulf Rainer. Der geschlossene Strichduktus von 1962 bedeckt durch übermalende Wiederholung als Bündel die Oberfläche reliefartig (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Erfreuliche Wertsteigerungen erfuhren das Blutrot gefärbte und auf die Spitze gestellte Nagelquadrat „Clous No. 1“ des Franzosen Bernard Aubertin aus dem Jahr 1966 mit 65.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) sowie die 1972 entstandene, quadratische Leinwand mit netzartigem, verschobenem Linienrasterüberzug seines Landsmanns François Morellet für 50.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Leicht hinter den Schätzungen zurückblieb hingegen ein radikales großes Loch in einer naturweiß belassenen Leinwand aus der frühen Schaffensphase Dadamainos. Bei „Volume“ von 1958 standen 60.000 bis 80.000 Euro auf dem Etikett; es verkaufte sich für 58.000 Euro. Ein weiteres Werk ihrer „Volumi“-Serie mit effektreich gestanzten Kunststofffolien auf Keilrahmen spielt mit der Durchlässigkeit des Materials und machte mit 40.000 Euro eine Punktlandung. Ebenso verhält es sich mit Adolf Fleischmanns „# 527“. Das Ölgemälde aus seinen „Metamorphosen“-Bilder von 1963, das einen malerischen Flickenteppich aus senkrechten und ineinander geflochtenen Streifen mit fast architektonischem Rhythmus vorstellt, notierte bei 40.000 Euro (Taxe je 40.000 bis 60.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



13.07.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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