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Am 29.11.2018 Nachverkauf Auktion 69

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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ein langatmiger Verlauf prägte die Versteigerung von Kunst und Antiquitäten im Stuttgarter Auktionshaus Nagel; doch es gab auch einzelne Glücksmomente

Wenn schon, dann richtig!



Kokosnusspokal, Süddeutschland, um 1530/40

Kokosnusspokal, Süddeutschland, um 1530/40

Es war ein umfangreiches Angebot, das der Versteigerer Nagel in der 723. Auktion seinem Publikum darbot. Über 600 Losnummern von Porzellan über Schmuck und Möbel bis hin zu Skulptur und Malerei bestimmten den teils zähen Auktionsmarathon. Am Ende fanden 210 Objekte einen neuen Besitzer, was einer mageren losbezogenen Zuschlagsquote von knapp 34 Prozent entspricht. Erfreulich: Trotz vieler Ladenhüter gab es auch Positionen, die ihren Schätzwert um ein Vielfaches überholten. Zu diesen konsequent auftrumpfenden Kassenschlagern gehörte gleich zu Beginn ein Kokosnusspokal der Renaissance. Vermutlich um 1530/40 in Süddeutschland aus Kupfer gefertigt, steht die Kuppa aus einer Kokosnussschale auf einem gestuften und gebuckelten Rundfuß. Den Schaft bildet einen Baumstamm mit Granatäpfeln, das bauchige hölzerne Gefäß ruht in einer vergoldeten Kupferfassung, die mit Rankenwerk und Jagdszenen graviert ist. Der Pokal aus einer Straßburger Sammlung trat mit 1.800 Euro an, die Interessenten trieben den Preis aber dann bis zu einer Höhe von 20.000 Euro – ganz nach dem Motto: „Wenn schon, dann richtig!“


Kunsthandwerk

Daneben waren die 5.000 Euro, die die Bieter für einen barocken vergoldeten Deckelhumpen des Danziger Silberschmieds Christian Bockhorn mit spielenden Putten zwischen Blattkartuschen bewilligten, fast schon etwas bedauerlich (Taxe 4.500 EUR). Die sattesten Zuschläge schafften am 1. Juli zwei Bestecksets des Münchners Richard Riemerschmid von 1898/99. Insgesamt 113 Teile beherbergte der zweischübige originale Kasten. Besonderer Blickfang sind die ergonomisch geformten Messergriffe sowie die Gestaltung der Gabelzinken, die breiter geformt sind und damit die Soße besser aufnehmen können. Dieser Versuch Riemerschmids, das Besteck in seiner Tradition zu reformieren, kam beim Stuttgarter Publikum sehr gut an: So schaukelten sich die Interessenten bis zu einem Zuschlag von 100.000 Euro hoch (Taxe 9.500 EUR). Auch das zweite Konvolut seines Secessionsbestecks verabschiedete sich bei 100.000 Euro, obwohl es nur 67 Teile enthielt (Taxe 2.500 EUR). Dazwischen standen zwei Pfeilerschränke Riemerschmids aus der „Einrichtung III“ um 1905 in dunkel gebeizter Eiche mit Eisenbeschlägen, die sich gerade einmal um 100 Euro auf 1.100 Euro verbessern konnten.

Das Porzellan führte eine Deckelterrine mit zugehörigem Presentoir an. Die aus dem Tafelservice für das Potsdamer Schloss stammenden Stücke entstanden nach einem Modell von Friedrich Elias Meyer um 1770 bei KPM in Berlin und weisen zitronengelbe Randkartuschen und Bandstreifen mit reichlich Blumendekor auf. Der Griff des Deckels formt sich aus einem kessen Putto, der einen Wildvogel erlegt hat. Leichte Brandrisse drückten den Schätzpreis auf 1.000 Euro, der jedoch zügig mit 7.500 Euro überholt werden konnte. Aus einer Nymphenburger Serie stammt ein Tafelaufsatz mit Hecken und Bäumen. Die 15 Teile mit zugeschnittenen Buchsbäumchen und einer runden, akkurat gestutzten Hecke holte sich ein Käufer für 5.500 Euro nach Hause (Taxe 3.000 EUR), die filigran gearbeiteten Figuren einer Jagdgruppe, die das selbe deutsche Adelshaus eingeliefert hatte, blieben dann aber großteils liegen.

Auch die Möbelsparte hatte keinen leichten Stand trotz einiger origineller Stücke. Ganz gut lief es für einen barocken süddeutschen Schrank mit zweitürigem Unterteil und hohem Aufsatz. Dunkle Halbsäulenvorlagen, Kassettierungen und ein gekehltes Kranzgesims unterstützen das der Architektur entlehnte Gestaltungssystem und rechtfertigen die Verdoppelung der Schätzung auf 3.000 Euro. Ein ebenfalls süddeutscher Tabernakelaufsatzsekretär aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit strukturierenden Einlegearbeiten und aufklappbarer Schreibplatte forderte einen Preis von 3.600 Euro (Taxe 2.500 EUR). Eine Prunkkommode aus Frankreich im Louis XV-Stil vom Ende des 19. Jahrhunderts wollte trotz reichen Bronzezierrats und erhabener Gesamterscheinung bei 8.000 Euro niemand mitnehmen.

Da erging es einer französischen Empire-Pendule besser. Die 33 Zentimeter hohe Uhr mit einem feuervergoldeten und patinierten Bronzegehäuse ist der Form eines Bienenstocks nachgebildet, zu der kleine Bienen schwärmen. Die ungewöhnliche Optik wurde mit erfreulichen 4.500 Euro belohnt (Taxe 1.500 EUR). Taxgerecht bei 10.000 Euro verhielt sich der Hammerschlag für eine monumentale Kaminuhr aus Frankreich, die bei einer Höhe von über einem Meter vorrangig als skulpturale Arbeit gesehen werden kann. Einem Gemälde Jacques-Louis Davids nachempfunden, erscheint vollplastisch Napoleon, dessen steigendes Pferd er gerade im Begriff ist zu bändigen. Die Uhrmacherfamilie Le Roy griff die Darstellung auf und schuf die auf schwarzem Marmorsockel ruhende Uhr mit aufwendiger Bronzeumrandung. Ein Paar bronzene Girandolen aus Frankreich um 1835 mit vierflammigen Leuchtern erreichte seinen Listenpreis von 1.200 Euro. Einen fernöstlichen Beitrag leistete ein Schrank im Shibayama-Stil. Der mit vier Fächern und Schiebetüren sowie zwei Schubladen und einem Fach mit Klapptüren ausgestattete japanische Kastenschrank ist reich mit Zierschnitzerei und Vogeldarstellungen auf blauem Lackgrund samt Details in Elfenbein und Perlmutt dekoriert, was zu 4.000 Euro führte (Taxe 1.500 EUR).

Skulpturen und Gemälde

Eine Anfang des 14. Jahrhunderts aus Lindenholz geschnitzte thronende Madonna mit Kind fesselte durch ihren freundlichen Gesichtsausdruck, was die Sammler mit 27.000 Euro honorierten (Taxe 25.000 EUR). Eine italienische Landschaft des 17. Jahrhunderts konnte gleichfalls ein wenig auftrumpfen. Im Mittelpunkt der reichen grünen Vegetation kniet Moses vor dem brennenden Dornbusch und erfährt den Namen Gottes. Angetan von der bildnerischen Umsetzung setzte sich ein Bieter bei 8.000 Euro durch (Taxe 1.200 EUR). Das um 1500 entstandene altniederländische Bildnis eines Herren im dunklen Mantel samt Pelzbesatz in einem spitzbogigen Rahmen verließ erst 6.000 Euro das Auktionshaus (Taxe 2.500 EUR). Mit taxkonformen 5.000 Euro wurde ein opulent mit Blumen, Früchten und einem Papagei ausgestattetes Stillleben in einer Landschaft bedacht, das wohl ein neapolitanischer Meister in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts malte. Biedermeierliche Beschaulichkeit gefiel den Kunden dann in Form eines Rosengebindes, schwebend in einem leerem Raum, von Andreas Lach bei 5.500 Euro (Taxe 800 EUR).

Die Antiken- sowie Orientleidenschaft der europäischen Maler des 19. Jahrhunderts findet auch in heutiger Zeit noch Bewunderer. Das bewies Max Nonnenbruch, der 1857 die Personifikation „Jugend“ in Gestalt eines Mädchens als Halbakt mit Bezügen an die griechische und römische Antike schuf. Die charakteristische Ausdrucksweise der schönen Frau, die für die Reinheit und Frische der Jugend steht, wurde seit 1897 in mehreren Ausstellungen präsentiert und fand nun bei 22.000 Euro den Weg zu einem neuen Liebhaber (Taxe 12.000 EUR). Da konnte auch Vincenzo Irolli nicht ganz mithalten, dessen „Orientalisches Mädchen an einer Hausmauer“ ebenso mit den Reizen der Exotik und Erotik spielt. Mit deutlich gröberen Pinselduktus und sattem Farbauftrag verleiht der Italiener dem Kind eine kesse Vitalität. Für 6.000 Euro gelistet, bekam das in weißen Stoff gehüllte Mädchen einen Zuschlag bei 13.000 Euro. Sein römischer Kollege Gustavo Simoni hatte ebenfalls eine Vorliebe für orientalische Stoffe und aquarellierte 1889 auf großem Format den nun 7.000 Euro teuren Innenhof mit zwei Frauen und einem Haremswärter (Taxe 4.000 EUR).

Vertraut heimatlich und überaus niedlich kommen die „Zwei Lämmchen auf der Weide“ von Heinrich von Zügel daher. Die 1894 entstandene Mischtechnik rückt die zwei jungen großäugigen Schafe ins Zentrum, nur rudimentär ist eine Weide angedeutet. Soviel Kindchenschema machte schwach und verführte zu 7.000 Euro (Taxe 3.000 EUR). Nicht ganz so hoch war der Ausschlag bei Friedrich Voltz’ Stall mit Hühnern, Kühen und einem Kälbchen für 3.600 Euro (Taxe 3.500 EUR). Der Stuttgarter Maler Albert Kappis war ebenfalls heimatverbunden und verwirklichte in impressionistischem Duktus die schweißtreibende Arbeit einiger Bäuerinnen zur Kornernte bei Köngen, womit er nun 9.000 Euro erwirtschaftete (Taxe 2.800 EUR). Jacob Maris befasste sich derweil mit niederländischer Landwirtschaft: Sein 1899 entstandener „Muschelfischer“ watet in gebückter Haltung samt Pferd durch das seichte Ufer des Meeres, um die schmuckvollen Gehäuse der kleinen Tierchen zu ergattern. Hier kamen 9.000 Euro zusammen (Taxe 5.000 EUR). Mehr auf das gesellschaftliche Leben kaprizierten sich Willy Hamacher um 1895 bei seiner Segelregatta in Cowes an der Nordküste der Isle of Wight für 4.000 Euro (Taxe 1.800 EUR) und der Spanier Baldomero Galofre mit seiner sommerlichen Landpartie einiger gehobener Bürgerfamilien für 7.000 Euro (Taxe 5.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschlag ohne Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



19.07.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth

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