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Rückblick: Design im Dorotheum

Der Zauber der Geometrie



Otto Prutscher, Kabinett auf Stand, 1908

Otto Prutscher, Kabinett auf Stand, 1908

Farbige Rechtecke, Wellenlinien und eine schwarze Gerade überziehen den elfenbeinfarbenen Teppich „Blanc“. Die klare Komposition erweckt den Eindruck von Ruhe und Harmonie. Was auf den ersten Blick als simple Zusammensetzung geometrischer Formen aussieht, besticht mit seiner Stärke. Diesen Wollteppich, der auf einem Design von Fernand Léger basiert, knüpften auf Bestellung des Musée Fernand Léger zwischen 1949 und 1962 Marie Cuttoli und Lucie Weill. Die auf 20 Exemplare limitierte Auflage ist ein Beispiel für die Beobachtung des spätmittelalterlichen Mystikers Meister Eckhart: „Je einfacher etwas ist, desto mehr Kraft und Stärke liegt darin“. Daher mag es auch nicht verwundern, dass diese Arbeit bei der Design-Versteigerung des Wiener Dorotheums ihren Schätzpreis auf 19.000 Euro verdreifachte. Einen nicht minder ehrgeizigen Wettkampf fochten die Kunden um Otto Prutschers Kabinettschrank auf einem Stand aus dem Jahr 1908 aus. In einem rasanten Schlagabtausch galoppierte das auf 40.000 Euro geschätzte, mit dunklem Bockleder überzogene und mit geometrischer Prägeornamentik vergoldete Möbel auf einen finalen Preis von 170.000 Euro. Mit diesem Wert ist es bei weitem das teuerste Objekt der Auktion.


Den zweiten Rang nahm am 20. Mai Zaha Hadids futuristisches zackiges Sofa „Woush“ von 1985/86 ein. Für eines des nur sechsmal produzierten Sitzmöbels zahlte man in Wien nun 60.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Einen Kabinettschrank stellte zudem Elisabeth Garouste unter den Titel „Arlequin“ zur Verfügung. Dafür setzte sie 2002 in ein vergoldetes Metallgerüst bunte dreieckige Keramiktüren in Azur- und Königsblau und lindgrüne Rechtecke nach Art eines Harlekinkostüms ein. Das Resultat waren taxgerechte 22.000 Euro. Ebenfalls an die Formen der Geometrie angelehnt ist ein 135teiliges Besteckset. Arne Jacobsen gestaltete es 1957 wie die komplette Einrichtung für das SAS Royal Hotel in Kopenhagen, was dem erfolgreichen Bieter nun 6.000 Euro wert war (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Die Design-Auktion wartete mit 358 Posten aus dem 20. Jahrhundert auf, die vom Bettgestell bis zur Glasvase reichten. Die losbezogene Zuschlagsquote lag bei 46,6 Prozent, und einige der Highlights blieben liegen, darunter einige Möbel Otto Prutschers für die Wohnung Margarethe Czernins für bis zu 25.000 Euro oder André Dubreuils neobarocker petrolblauer Schreibtisch von 1989 mit bronzenen Insektenfüßen (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Platz 3 der Top Ten belegte ein puristisch weißer Bettrahmen Ettore Sottsass’. Der gestufte Treppenrahmen samt Kopflehne aus Fiberglas von 1970 gehört zur Serie „Mobili Grigi“. Für „Elledue“ kamen 45.000 Euro zusammen (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Denselben Betrag bewilligte der neue Besitzer für Charlotte Perriands farbiges Bücherregal aus der „Maison du Mexique“ der Pariser Cité Internationale Universitaire um 1953 (Taxe 45.000 bis 55.000 EUR). Eine günstigere Arbeit mit quer- und hochgelagerten Rechtecken war für 4.000 Euro Andrea Branzis kompaktes Holzregal „Piccolo York“ von 1991 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Ein silberner beinahe quadratischer Metallrahmen mit kreisrunden Aussparungen und einer horizontalen Öffnung sowie schwarzes Leder waren die Zutaten für Walter Pichlers Sessel aus der Serie „Galaxy 1“ von 1966. Die beiden Exemplare erreichten jeweils die obere Schätzung von 25.000 Euro, der dazu passende Sofatisch die untere von 15.000 Euro. Eine Röhre bildete dann die Grundform des in strahlendem Rot, Blau, Grün und Orange gehaltenen Stuhls von Guy de Rougemont aus dem Jahr 1967, der seinen früheren Besitzer um 3.000 Euro reicher machte (Taxe 2.800 bis 3.500 EUR). Den siebten Platz der Zuschlagsliste nimmt eine freie künstlerische Äußerung ein. Ettore Sottsass malte 1964/65 sein „Grande Mandala“ und positionierte vor einem dunkelgrauen beziehungsweise roten Grund Rechtecke, Dreiecke und Kreissegmente in diesem Kolorit. Die farbig zurückhaltende Malerei hielt sich an ihren vorgeschlagenen Wert von 18.000 Euro. Sein bunter Kreis auf schwarzem Fond in „Piccolo Mandala“ von 1964 machte mit 15.000 Euro ebenfalls wenig Aufhebens um sich (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Der Käufer von Fernando und Humberto Campanas keckem Plüschtier-Fauteuil kann nun seine Familie belustigen. Der „Banquete Stool“ der brasilianischen Brüder von 2007 erreichte 17.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Ihr gleichfalls exzentrisches rosafarbenes Plüschsofa mit dem Titel „Cipria“ von 2009 schnitt mit 11.000 Euro gut ab (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Bei den Sitzmöbeln gefiel zudem der „Pipistrello“-Stuhl. Dafür verbinden Sascha Mikel, Martin Schnabl und Michael Tatschl, die sich zum Wiener Designbüro „breadedEscalope“ zusammengeschlossen haben, tradierte alpine Formen, wie die Lehne mit Herzausschnitt aus dunklem Holz, mit zwei neuen hellen Holzstreben als Armlehnen. Das einmalige Stück wechselte für den unteren angesetzten Schätzwert von 2.000 Euro in neue Hände. Noch in die Bauhaus-Zeit datiert Ladislav Žáks Stahlrohrliegestuhl aus dem Jahr 1931, für den sein Prager Kollege Antonín Kybal die blaue handgewebte Stoffbahn als Sitzfläche beisteuerte. Für dieses wichtige Objekt des tschechischen Funktionalismus fiel der Hammer bei 9.000 Euro (Taxe 9.000 bis 13.000 EUR). Eine moderne Interpretation dieser Stilvorgaben erfährt die „Blechbank“ von Xaver Sedelmeier aus dem Jahr 2014. Der Stuttgarter Designer hat sich dabei von Mies van der Rohes berühmten „Barcelona Day Bed“ inspirieren lassen, für die Liegefläche als ungewöhnliches Material aber lackiertes Wellblech gewählt. 5.000 Euro waren sein Lohn (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Zurück zu den Top Ten: hier nimmt Adolf Loos’ Dodekaeder-Hängelampe, um 1900/05 zusammengesetzt aus fünfeckigen Glasscheiben mit Messingstegen, bei 17.000 Euro den achten Platz ein (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Seine etwa gleichaltrige Tischlampe mit kupfernem Kugelschirm und der olivgrün bezogene „Knieschwimmer“ erzielten jeweils taxkonforme 15.000 Euro. Dazwischen platzierte sich Line Vautrins Wandspiegel „Chardon“ im Sonnenkranz um 1955/60 bei 16.000 Euro (Taxe 7.000 und 9.000 EUR). Französisch blieb es gegen Ende der Auktion bei dem raffinierten Couchtisch der Maison Charles aus der Zeit um 1970. Er besteht aus einer quadratischen, erhöhten Tischplatte auf einem Stahlfuß in Kreuzform, in dem sich vier kleinere gläserne Tischkuben einschieben lassen. Dieses spielerische Element verführte die Kundschaft zu einem Preis von 5.500 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



26.07.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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