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Der erste Schritt in die Welt: Hamburg war für Emil Nolde, den Maler aus dem schleswigschen Norden, die nächstgelegene Großstadt. In der detailreichen Ausstellung „Nolde in Hamburg“ untersucht jetzt die Hamburger Kunsthalle anhand von rund 200 Exponaten die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen dem Künstler und der Hansestadt

Pendler zwischen Stadt und Land



„Die Hamburger Kunsthalle ist der erste Schritt in die Kunst von hier oben.“ Dieser Satz stammt von Emil Nolde. Die Hamburger Kunsthalle unternimmt jetzt in enger Kooperation mit der Nolde Stiftung Seebüll den Versuch, anhand der Erforschung des weitreichenden Beziehungsgeflechts, das Nolde sich in Hamburg aufgebaut hat, beispielhaft den Durchbruch der Moderne in Deutschland aufzuzeigen. Die Kuratorin der Schau, Karin Schick, erläutert: „Wir wollen zeigen, wie präsent Nolde in Hamburg ist und wie er hier geschätzt wird.“ Rund 200 Werke, darunter intensiv leuchtende Gemälde, zarte Aquarelle und kraftvolle Tuschpinselzeichnungen sowie Radierungen und Holzschnitte – nicht nur mit Hafenmotiven – sind zu sehen. Daneben versammelt die minutiös erarbeitete Schau auch aufschlussreiches Dokumentationsmaterial wie Briefe, historische Fotografien, Auktionskataloge und Einladungskarten.


Den im deutsch-dänischen Grenzland beheimateten Maler zog es immer wieder in die für ihn nächstgelegene Großstadt Hamburg. Hier entstanden während eines Arbeitsaufenthalts Anfang 1910 über 100 Werke insbesondere mit Motiven aus dem pulsierenden Hafen. Der industrielle Moloch mit seiner Mischung aus optischen, akustischen und sensorischen Reizen hat den Künstler offenbar immer wieder stark angezogen. Karin Schick: „Man muss sich vorstellen: In diesem brodelnden Getöse sitzt Nolde, denn er interessiert sich sehr für den Hafen. Er hat wirklich genau hingeguckt: Wo bin ich, was sehe ich. Es interessiert ihn auch das Zusammentreffen von Naturelementen wie Wasser, Regen oder Rauch mit von Menschen geschaffenen Techniken.“ So entstehen Anfang des 20. Jahrhunderts moderne, menschenleere Bilder voller Dynamik und Intensität.

In Hamburg trifft Emil Nolde aber auch auf eine große Anzahl von Persönlichkeiten, die die Qualität seiner Kunst erkennen und ihn fördern. Dem Sammlerpaar Martha und Paul Rauert begegnet er in der Galerie Commeter, die ihm 1907 die erste Ausstellung in der Hansestadt ausrichtete. Die weitsichtige Kunsthistorikerin Rosa Schapire schreibt die ersten Texte über Emil Nolde. Der Jurist und Sammler Gustav Schiefler erstellt ein Werkverzeichnis mit Noldes Druckgrafik und erweist sich mit seinem dichtgeknüpften Netzwerk aus Künstlern, Sammlern und Museumsleuten als aktiver Förderer. „Das Engagement der Privatsammler verknüpfte sich mit der öffentlichen Sammlung der Hamburger Kunsthalle“, stellt Karin Schick klar. Die Ausstellung zeigt anhand einer Zeitleiste auf, mit welchen Schwerpunkten die Museumsdirektoren der Hamburger Kunsthalle Emil Nolde gesammelt haben.

Das brisante Kapitel „Nolde und der Nationalsozialismus“ wird in der klug kuratierten Schau keineswegs ausgeblendet. Die damalige Ankaufspolitik der Hamburger Kunsthalle wird ebenso erforscht wie das Verhältnis Noldes zum Nationalsozialismus generell. Als „entartet“ verfemt, suchte er dennoch immer wieder die Nähe zum Regime. Auch tauchten 2013 Dokumente auf, die auf eine antisemitische Grundhaltung Noldes schließen lassen. Hierzu wird im Auftrag der Nolde Stiftung Seebüll zur Zeit eine umfangreiche Studie erstellt, deren Ergebnisse jedoch erst 2017 vorliegen werden. Die Nolde Stiftung ist auch Kooperationspartner der Schau. Ihr Direktor Christian Ring, der auch die Konzeption des Katalogs mitverantwortet hat, erläutert in Hamburg: „Wir wollen mit unserer Forschungsarbeit untersuchen, in welchem Bereich der Grauzone sich Nolde bewegt hat und wie er sich zum Nationalsozialismus verhalten hat. Das ist nicht einfach zu durchdringen, und die Ergebnisse sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar.“

Die Ausstellung „Nolde in Hamburg“ bietet dem Besucher viele Anknüpfungspunkte. Anhand der Beziehung eines Künstlers zu einer Stadt, die er immer wieder besucht hat, ohne jedoch dauerhaft hier ansässig zu werden, wird die Entwicklung seiner Karriere spannend nacherzählt. Christian Ring: „Zu jeder Arbeit, die hier hängt, kann man eine Geschichte erzählen, die mit Hamburg verbunden ist.“

Die Ausstellung „Nolde in Hamburg“ ist bis zum 10. Februar 2016 zu sehen. Die Hamburger Kunsthalle hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich 21 Uhr geöffnet. An Heiligabend bleibt das Museum geschlossen. Sonderöffnungszeiten gelten am 1. Weihnachtstag von 12 bis 18 Uhr, am 2. Weihnachtstag von 10 bis 18 Uhr, an Silvester von 10 bis 15 Uhr und an Neujahr von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Der 316seitige Katalog aus dem Prestel Verlag kostet im Museum 29 Euro, im Buchhandel 49,95 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengießerwall 5

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



21.09.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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