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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeitgenössische Kunst bei Christie’s in London

Josephs Spielzeug



So stark ist die Riege der Italiener, dass sie zahlenmäßig die Vertreter aller übrigen Nationen zusammen übertritt: 61 Positionen listet der „Italian Sale“ der kommenden Londoner Abendauktion zeitgenössischer Kunst bei Christie’s. Die in einem weiteren Katalog versammelten Meister außerhalb Italiens bringen es auf 55 Offerten. Dennoch haben letztere mit einer Gesamttaxe von bis zu 40 Millionen Pfund gegenüber den 35,5 Millionen Pfund der Italiener wertmäßig leicht die Nase vorn. Das bedeutet allerdings auch: Im Durchschnitt sind die Schätzpreise verhältnismäßig niedrig, auch ein zweistelliger Millionenpreis wird nicht erwartet. Als Hauptlos geht Peter Doigs „Cabin Essence” von 1993/94 an den Start, eine schimmernde und durch schlierig über die Leinwand schlingernde Bäume verschwommene Ansicht von Le Corbusiers architektonischem Meilenstein Unité d’Habitation. Die vom Auktionshaus und amerikanischem Einlieferer anvisierten 9 Millionen Pfund sollen zum Teil dem „World Justice Project“ zugutekommen.


Ein nicht allzu hohes Preisniveau bietet am 16. Oktober parallel zur Frieze Art Fair immer auch etwas Platz für jüngere und weniger bekannte Künstler. Ein brandaktueller Newcomer auf den großen Londoner und New Yorker Auktionen ist der 1977 geborene Jonas Wood, dessen naiv-bunte Gegenständlichkeit auch sein fast vier Meter breites „Untitled (M.V. Landscape)“ von 2008 mit einem Verschnitt der pittoresken Gingerbread Cottages in Martha’s Vineyard prägt (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Der 1936 geborene und 2011 verstorbene Pop Art-Künstler Gerald Laing konnte im Februar vergangenen Jahres erstmals mit einem Portrait Brigitte Bardots von 1963 die Millionengrenze – zumindest im Dollarbereich – überschreiten. Seine punktgerasterte Bikini-Schönheit in „Commemoration“ von 1965 wird jetzt bei 450.000 bis 650.000 Pfund gehandelt. Der Protagonist dieser Richtung Andy Warhol ist bei Christie’s diesmal nur mit einem Werk vertreten, vier farbenfrohen „Flowers“ von 1964 für 1,5 bis 2 Millionen Pfund.

Bereits mehrmals die Millionengrenze überschritten haben die Werke der 1981 geborenen Tauba Auerbach. Ihr minimalistisches, fast monochromes „Fold“ in hellem Grau von 2010 ist mit 300.000 bis 500.000 Pfund also fast unspektakulär. Auch das Diptychon „Flats“ des ein Jahr jüngeren Alex Israel mit zwei hochrechteckigen Holztafeln in körnig strukturierter Veilchenfarbe und Rosa von 2011 lässt mit 80.000 bis 120.000 Pfund noch Luft nach oben, ebenso Oscar Murillos 2012 geschaffene „Stack Paintings“ mit den Schmutzspuren aus seinem Atelier für 120.000 bis 180.000 Pfund. Als Jahrgang 1963 ist Nicole Eisenman zwar nicht mehr die Jüngste, feiert auf einer Abendauktion aber augenscheinlich ihre Premiere. Ihre figurenreiche Szene „Beasley Street“ von 2007 bietet fast ein menschliches Weltpanorama zwischen biederer Häuslichkeit, Leid, Krankheit, Erotik und künstlerischem Tun und soll mit 150.000 bis 200.000 Pfund etwa das Zehnfache ihres bisherigen Auktionsrekordes einspielen.

Reichlich mischt auch die Kunst aus deutschen Landen mit. Gerhard Richter stellt mit seinem von Blau dominierten „Abstrakten Bild“ Werknummer 776-2 von 1992 für 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund eines der Hauptlose neben Martin Kippenbergers bewusst dilettantischer 21teiliger Portraitserie „Bekannt durch Film, Funk, Fernsehen und Polizeinotrufsäulen“, die vom derzeitigen Besitzer unmittelbar nach ihrer Entstehung 1981 erworben wurde. Den in Londoner oder New Yorker Abendauktionen eher selten zu findenden Joseph Beuys präsentiert Christie’s mit einem frühen Fluxusobjekt von 1962, bestehend aus Karton, Kinderspielzeug und Fettkubus. Ein Jahr später wurde es von Hans und Franz Joseph van der Grinten, den frühen Förderern des Künstlers, auf deren Anwesen in Kranenburg, im Rahmen der sogenannten Stallausstellung der Öffentlichkeit gezeigt. Später zählte Helge Achenbach zu den Besitzern des Objekts (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP).

Aus einer deutschen Privatsammlung kommen vier frühe Papierarbeiten Georg Baselitz’ und Anselm Kiefers aus den Jahren 1967 und 1970, die mit Erwerbungsdaten nicht nach 1977 und in zwei Fällen sogar direkt vom Künstler relative Marktfrische aufweisen. Für die zwei fragmentierten Helden auf dem „Heimweg“ von Baselitz verlangt Christie’s jeweils 250.000 bis 350.000 Pfund, für Kiefers wässrig aquarellierte Landschaften „Nebel“ und „Sommer“ geht es schon bei 60.000 Pfund los. Von Kiefer gibt es außerdem ein Werk aus seiner „Lilith“-Serie, das materialreiche „Lilith’s Töchter“ von 1998 mit einem großen und mehreren kleinen Nachthemden über einer Hochhausstadtlandschaft, für 600.000 bis 800.000 Pfund. Eine unbetitelte verwischte Abstraktion Albert Oehlens von 1989 für 400.000 bis 600.000 Pfund, Neo Rauchs surreale, kryptische „Grotte“ mit zwei Menschen beim Zerlegen eines Fisches zur Rogengewinnung von 2004 für 500.000 bis 700.000 Pfund und drei Arbeiten aus dem späten Schaffen Sigmar Polkes zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit für bis zu 800.000 Pfund ergänzen die solide Offerte deutscher Herkunft. Zwischen diesen beiden Polen stehen auch Günther Förgs zwei blaue Vertikalbalken auf großer Bleitafel von 1992 (Taxe 140.000 bis 180.000 GBP) und Andreas Gurskys am Computer zusammengebauter, opulenter, fotografischer Blick in das Hotelfoyer des Hyatt Regency in San Francisco von 1998 (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Klassiker der Abstraktion bilden einen Schwerpunkt der italienischen Offerte. Allein ein Dutzend Mal wird Lucio Fontana aufgerufen werden, so mit einem knallroten „Concetto Spaziale, Attese“ mit drei gekrümmten Schnitten von 1963/64 für 1,7 bis 2,5 Millionen Pfund an der Spitze. Eher ungewöhnlich ist sein kunsthandwerkliches Schaffen: Für einen Barschrank aus Mahagoni von Osvaldo Borsani mit bronzenen Eidechsengriffen bemalte Fontana um 1950 einen Glasfachboden mit einem abstrakten Motiv (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP). 2 bis 3 Millionen Pfund und damit den Höchstpreis in dieser Abteilung verspricht man sich von Alberto Burris verbrannter „Rosso Plastica M1“ aus dem Jahr 1961, Cover-Bild der ersten „Plastiche“-Ausstellung, die 1962/63 in der Galerie Marlborough in Rom stattfand.

800.000 bis 1,2 Millionen Pfund sollen es für eine in den Raum ausgedehnte, fächerartig strukturierte „Superficie bianca“ Enrico Castellanis von 1973 sein, die seinem Künstlerkollegen Piero Dorazio und dann dessen Erben gehörte. Die Spazialisten schicken zudem Paolo Scheggis ebenfalls knallrote, dreilagige „Zone riflesse“ von 1964 mit ovalen Aussparungen für 600.000 bis 800.000 Pfund und Agostino Bonalumis runde Wölbung auf der ein Jahr jüngeren Leinwand „Nero“ für 180.000 bis 250.000 Pfund ins Rennen. Arnaldo Pomodoro gestaltet den Raum, indem er eine bronzene Kugel 1975 aufreißt und zu einer „Sfera“ öffnet (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Auch die Arte Povera redet ein Wort mit. Dazu gehören Luciano Fabros aus Kupferbändern geflochtener und von der Decke hängender Italien-Stiefel unter dem Titel „Italia dell’emigrante“ von 1981 (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP), Pier Paolo Calzolaris Lichtdreieck mit dem Schriftzug „Abstract in your home“ von 1970 (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) oder Mario Merz’ ebenfalls leuchtende Fibonacci-Zahlenreihe, die von einem ausgestopften kleinen Kaiman angeführt wird (Taxe 500.000 bis 800.000 GBP).

Gegenständliches gibt es unter anderem in Gestalt von Giorgio Morandis querformatiger, ungewöhnlich farbkräftiger „Natura morta“ von 1939 mit mehreren brav nebeneinander aufgereihten Gefäßen. Bei 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund könnte sogar ein neuer Auktionsrekord drin sein. Zwei hochformatige Spiegel Michelangelo Pistolettos mit dem jungen Menschenpaar „Lei e lui abbracciati (Michelangelo e Maria)“ von 1968 und einer unbekleideten jungen Frau auf einem Stuhl beim Teerühren in Lebensgröße sollen jeweils 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund kosten. Auf gleichem Niveau rangiert eine gestickte „Mappa“ Alighiero Boettis von 1983/84 mit den Flaggen der Länder auf der Weltkarte; dabei überwiegt eindeutig Rot. Von der Figuration ausgehend, aber kaum noch mehr gegenständlich ist eine kubistisch gepunktete „Danseuse“ aus dem Spätwerk Gino Severinis von circa 1957 (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Lächelnd hält uns schließlich Piero Manzoni seine „Merda d’artista“ entgegen. Die 30 Gramm „Künstlerscheiße“ ist seit 1961 in einer Blechdose, die Nummer 54 von 90 Exemplaren, gut verschlossen und mit 70.000 bis 90.000 Pfund marktgerecht bewertet.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



12.10.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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