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Der Konkurrenzkampf um Käufer und Einlieferer ist längst keine regionale Angelegenheit mehr. Das Auktionshaus Artcurial hat letze Woche als erster französischer Versteigerer eine Dependance in Deutschland eröffnet und offeriert mit einem Stundenbuch aus dem frühen 15. Jahrhundert einen seiner ersten Fischzüge vor Ort

Der Wettbewerb um Ware wird immer härter



Auf Erfolgskurs mit Design: Marc Newsons Liege „Orgone Stretch“ von 1993 wurde im Oktober in Paris für brutto knapp 550.000 Euro verkauft

Auf Erfolgskurs mit Design: Marc Newsons Liege „Orgone Stretch“ von 1993 wurde im Oktober in Paris für brutto knapp 550.000 Euro verkauft

Deutschland muss von außen wie eine herrlich prall gefüllte Schatztruhe erscheinen. Nach dem Wiener Dorotheum und nach Bonhams aus Großbritannien hat nun auch das Pariser Auktionshaus Artcurial seinen Pflock hierzulande eingeschlagen. Ende vergangener Woche eröffnete der Versteigerer, unter dessen Dach sich die Häuser Briest, Poulin und Tajan zusammenschlossen, in München seine erste Dependance in Deutschland. Martin Guesnet, Direktor Artcurial Europa, sprach es an diesem Abend unmissverständlich aus: „Ja, wir sind auf Expansionskurs.“ Momentan bezieht das Haus etwa 10 Prozent seiner Kataloglose aus dem Ausland. Mittelfristig will man ein Viertel der Ware jenseits französischer Grenzen akquirieren. Deutschland ist da nur Teil einer größeren Strategie. In den letzen drei Jahren hat das 2002 gegründete Unternehmen auch Büros in Brüssel, Mailand, Monaco und Wien etabliert.


An welche Art von Auktionsware Artcurial dabei denkt, kann man noch bis Mittwoch in den neuen, puristischen Räumlichkeiten in der Galeriestraße am Münchner Hofgarten betrachten. Afrikanische Masken stehen in den tiefen Fensterbänken. Gegenüber hängt ein hellblau-blassgelb gewürfeltes Werk von John Armleder zur Taxe von 15.000 bis 20.000 Euro. In einem kleinen Kabinett teilen sich Jean-Baptiste Oudrys barockes Gemälde mit einem Jagdhund und Beute für 200.000 bis 300.000 Euro mit einer „Schlafenden jungen Frau“ von Jean-Baptiste Camille Corot die Wand. Die kleine Ölskizze des Hauptvertreters der Schule von Barbizon soll mindestens 50.000 Euro einspielen. Dazwischen liegt unter einer Plexiglashaube ein Stundenbuch aus dem frühen 15. Jahrhundert mit insgesamt 36 Miniaturen aus dem Leben Christi. Moritz von der Heydte, Repräsentant für Artcurial Deutschland, erklärt nicht ohne Stolz, dass der bibliophile Schatz mit einer unteren Schätzung von 80.000 Euro seine erste Akquise für den neuen Arbeitgeber ist. Der studierte Jurist bringt strategisches Know How mit. Bei Sotheby’s in London war er in der Abteilung Business & Client Development an der Ausrichtung des Globalplayers auf neue Wachstumsmärkte wie Indien und den Nahe Osten involviert.

Die auf internationale Kundschaft ausgerichteten deutschen Auktionshäuser Lempertz, Ketterer und Van Ham werden mit einem weiteren Konkurrenten um die wirklich zugkräftige Ware rechnen müssen. Artcurial hat in den letzten drei Jahren seinen Umsatz um 50 Prozent gesteigert und sich mit der kürzlich durchgeführten ersten Auktion in Hongkong ganz mittelbar auf dem asiatischen Markt platziert. Insgesamt hat der französische Versteigerer 2014 einen Umsatz von 192 Millionen Euro eingefahren. Im Vergleich dazu: Ketterer, der als einziges deutsches Auktionshaus momentan zu den Top-Ten-Versteigerern in Europa zählt, erzielte im selben Jahr 46 Millionen Euro. Ein bisschen hinkt der Vergleich, den Artcurial ist bedeutend breiter aufgestellt. Nicht zu unterschätzen ist das momentan florierende Geschäft mit Oldtimern. Im Februar hat Artcurial allein mit einem Ferrari California Spider von 1961 die Spitzensumme von 16,3 Millionen Euro eingefahren.

Top-Ergebnisse listen ebenso die Pariser Design-Auktionen auf. Jean Prouvés Trapez-Tisch von 1956 erzielte hier 2014 den Weltrekord von 1,25 Millionen Euro. Im letzen Monat erst wurde Marc Newsons „Orgone Stretch Lounge“ von 1993 für rund 550.000 Euro veräußert. Vielleicht ist in deutschen Sammlungen nicht unbedingt so exponiertes Design vorhanden, aber dass die französische Nachkriegskunst, etwa Werke von Pierre Soulages oder Georges Mathieu, auch diesseits des Rheins in den 1950er und 1960er Jahren begeistert aufgenommen wurde, lässt das Unternehmen auf Ware hoffen, die auf dem französischen Markt beste Chancen haben. Das Feilschen um niedrige Provision auf Seiten der Einlieferer, wie es derzeit schon auf dem Asiatika-Markt passiert, ist programmiert. Ob in naher Zukunft auch diese Kunstwerke vom geplanten Kulturschutzgesetz betroffen sind, wird man sehen.

Dass Artcurial nicht nur Einlieferer mit seiner neuen Dependance ansprechen will, steht außer Frage. Die noch bis 4. November gezeigte Auswahl an erotisch aufgeladenen Fotografien Pierre Moliniers aus der Kollektion Emmanuelle Arsan, die in Deutschland als Autorin der pikanten Emanuelle-Romane bekannt ist, ist ein Vorgeschmack auf die 190 Werke des Fotosurrealisten, die am 13. November im Pariser Stammhaus am Rond Point des Champs-Élysées versteigert werden.

Kontakt:

Artcurial Deutschland

Galeriestraße 2b

DE-80539 München

+49 (0176) 5562 4456

E-Mail: mvonderheydte@artcurial.com

Startseite: www.artcurial.com



03.11.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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Auf Erfolgskurs mit Design: Marc Newsons Liege „Orgone Stretch“ von 1993 wurde im Oktober in Paris für brutto knapp 550.000 Euro
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Leitet als Geschäftsführer die Münchner
 Artcurial-Dependance: Moritz von der Heydte
Leitet als Geschäftsführer die Münchner Artcurial-Dependance: Moritz von der Heydte







Leitet als Geschäftsführer die Münchner Artcurial-Dependance: Moritz von der Heydte

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