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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne Kunst mit Macke-Schwerpunkt bei Lempertz in Köln

Schuss im Po



August Macke, Wäsche im Garten in Kandern, 1907

August Macke, Wäsche im Garten in Kandern, 1907

Als August Macke 1907 erstmals in seinem jungen Leben durch Publikationen die Malerei französischer Impressionisten kennenlernte, war das für den damals 20jährigen Künstler wie eine Offenbarung. Wenig später reiste er nach Paris und stand unmittelbar vor den Originalen. „Ich begreife nicht, dass ich so lange an Böcklin, Thoma’scher Gefühlsmalerei hängen konnte“, schrieb er damals an seine spätere Ehefrau Elisabeth Gerhardt mit Blick auf seine bisherigen Vorbilder aus der Riege der deutschen Symbolisten. „Ich bin sie für immer los“. Die Wirkung des für ihn neuen Stils brach sich sofort in seinem eigenen Schaffen Bahn. Davon zeugt ein noch im Frühjahr 1907 entstandenes halbmeterbreites Gemälde, das den Titel „Wäsche im Garten in Kandern“ trägt und in dem südlich von Freiburg im Breisgau gelegenen Städtchen anlässlich eines seiner Besuche bei der älteren Schwester Auguste entstand. Duftig sind der Zaun, die im Wind flatternden Kleidungsstücke an der Wäscheleine und die Blüten kleiner Bäume und Büsche mit dem Pinsel auf die Leinwand getupft, mehr Andeutung als Abbild. Nichts mehr ist zu spüren von der kopflastigen und bedeutungsschwangeren Malerei eines Arnold Böcklin oder Hans Thoma.


Das mit einem Wert von 200.000 bis 250.000 Euro bezifferte Bild, auf dessen Rückseite sich eine verworfene Ansicht des Bonner Münsters befindet, ist eines der Hauptlose auf der kommenden Versteigerung moderner Kunst bei Lempertz am 27. November in Köln. Seit fast sechzig Jahren war es Teil einer rheinischen Privatsammlung und lange als Leihgabe im Freiburger Museum für Neue Kunst ausgestellt. Vier weitere Werke August Mackes verdeutlichen dann die Riesenschritte, mit denen er sein künstlerisches Schaffen bis zu seinem frühen Kriegstod im September 1914 auf den Feldern in der Champagne vorantrieb. In unnatürlich fahler Farbigkeit schimmert sein „Weiblicher Akt von rückwärts auf Rosa Grund“ aus dem Jahr 1911. Der Einfluss des Fauvismus ist hier unverkennbar (Taxe 350.000 bis 450.000 EUR). Schon ein Jahr später ist diese Verhaltenheit der Farbe wieder überwunden, und ein aquarellierter „Sitzender Akt II“ explodiert förmlich in schreiendem Rosa, Grün, Gelb, Blau und Orange (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Der typische Kreidezeichner Macke ist anhand eines charakteristischen Motivs, einiger „Spaziergänger unter Bäumen (Leute vor dem Schaufenster)“, aus dem letzten Lebensjahr für 150.000 bis 200.000 Euro zu studieren.

Auch der sieben Jahre ältere Hans Purrmann ließ sich früh von der Malerei Frankreichs beeinflussen und zog im November 1905 nach Paris. Infolge des Kriegsausbruchs kehrte er 1914 nach Deutschland zurück und lebte mit seiner Familie bis 1916 im „Unteren Schloss“ seines Schwiegervaters Robert Vollmöller in Beilstein bei Heilbronn. Dort entstand 1915 auch eine bei Lempertz für 100.000 bis 120.000 Euro angebotene Landschaft in der für Purrmann charakteristischen Alla-prima-Technik. Beklemmung rufen Mela Muters „2 Kinder“ hervor, die 1912 etwas abgezehrt und ängstlich in einer engen Kammer hocken. Die etwa einen Meter im Quadrat messende Leinwand ist ein besonders qualitätvolles Werk der gebürtigen Polin und daher mit anspruchsvollen 80.000 bis 90.000 Euro angesetzt. Zu den bedeutendsten Arbeiten aus dem französischen Ausland gehören eine um 1908/10 von Kees van Dongen auf zwanzig Majolikafliesen gemalte „Femme nue au lierre“ (Taxe 90.000 bis 110.000 EUR) und Raoul Dufys kubistisch zerlegte Landschaft „Le Funiculaire à l’Estaque“ von 1908 für 60.000 bis 80.000 Euro.

Manches schöne Werk der zweiten Reihe ist für etwas weniger Geld zu haben, zum Beispiel Adolf Erbslöhs weitgehend aus Grüntönen aufgebaute und stark rhythmisierte „Landschaft mit Fabrik“ von 1915 oder Alexander Kanoldts kontrastreich hinter dunklen Bäumen durchschimmernde weiße „Villa Edmond About, Zabern (Hauseingang)“ von 1917 für jeweils 30.000 bis 40.000 Euro. Perspektivische Verzerrungen in bester Expressionistenmanier leistet sich Walter Ophey mit seinem von einem Kirchturm überragten „Dorf im Wald“ von circa 1920 (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR), wohingegen Paul Adolf Seehaus seine dunklen „Schiffe im Hafen“ kubistisch zergliedert (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Für die Neue Sachlichkeit steht Barthel Gilles’ altmeisterliches Bildnis eines Mädchens mit gelbem Schleier von 1937 (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Von Otto Dix’ Rückzug in die innere Emigration während der Zeit des Dritten Reichs zeugt eine „Weite Ebene“, 1939 als Landschaftspanorama bei Bohlingen nahe dem Bodensee aufgenommen und die bedrohlichen Zeitumstände symbolisierend (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR).

Die menschliche Figur steht im Mittelpunkt der Skulpturenofferte, die sich im Hochpreissegment fast ausschließlich aus Bronzen rekrutiert. Allein vier davon stammen aus der Gießerei Noack in Berlin und wurden nach Vorlagen Ernst Barlachs angefertigt, darunter ein Lebzeitguss des 1930/31 entworfenen „Zweiflers“ (90.000 bis 110.000 EUR) und ein 1950 erstelltes Exemplar seines „Lehrendes Christus“ nach einem Gipsmodell von 1931 (Taxe 55.000 bis 75.000 EUR). Eine fünfte Barlach-Figur besteht aus Zink und zeigt den berühmten „Singenden Mann“ von 1928 und wurde vermutlich 1940, also etwa zwei Jahre nach dem Tod des von den Nationalsozialisten verfemten Künstlers, von dessen langjährigem Sekretär und Helfer Bernhard A. Böhmer ebenfalls bei Noack in Berlin in Auftrag gegeben. Das Material verrät, dass es sich um das für die Privatsammlung Böhmers erstellte Belegstück handelt. Für zwei kleine Einschusslöcher am Knie und am Gesäß des Sängers haben die Experten indessen keine Erklärung (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Ursprünglich als Terrakottafigur entstand 1936 Ewald Matarés fast manieristisch anmutende „Eva mit der Schlange“. Bei einer Ausstellung in Stockholm 1954 nahm das Werk Schaden, und auf Wunsch des Besitzers fertigte der Künstler eine Bronzefassung an, von der augenscheinlich nur fünf Güsse existieren. Einer davon ist jetzt für 45.000 bis 55.000 Euro zu haben. Von Fritz Klimsch steht ein um 1899 erarbeitetes Frühwerk bereit: Die „Schlangenbändigerin“. Mit ihrem rechten Arm weit von sich gestreckt hält die unbekleidete Dame das dreiköpfige Untier auf Distanz, das ihr freilich immer noch in den Arm beißen könnte (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Nicht Mensch, sondern Pferd ist Renée Sintenis’ „Großes Vollblutfohlen“ von 1940, ein mit gut einem Meter Höhe annähernd lebensgroßes und für die Künstlerin damit auch ungewöhnlich großes Werk. Dementsprechend ist es mit 90.000 bis 120.000 Euro auch recht teuer.

Die Auktion beginnt am 27. November um 18 Uhr. Die Besichtigung ist am 21. November von 10 bis 16 Uhr, am 22. November von 11 bis 15 Uhr und von 23. bis zum 26. November von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



17.11.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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27.11.2015, Moderne Kunst

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Zweifler mit Erfolg

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Ernst Barlach, Der Zweifler, 1930/31
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Paul Adolf Seehaus, Schiffe im Hafen, 1914
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August Macke, Wäsche im Garten in Kandern, 1907
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August Macke, Elisabeth Gerhardt Obst schälend, 1907
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August Macke, Spaziergänger unter Bäumen (Leute vor dem Schaufenster), 1914

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Taxe: 150.000 - 200.000 EURO

Zuschlag: 220.000,- EURO

Losnummer: 306

Alexander Kanoldt, Villa Edmond About, Zabern (Hauseingang), 1917

Alexander Kanoldt, Villa Edmond About, Zabern (Hauseingang), 1917

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 309

August Macke, Sitzender Akt II, 1912

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Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 60.000,- EURO

Losnummer: 304

Paul Adolf Seehaus, Schiffe im Hafen, 1914

Paul Adolf Seehaus, Schiffe im Hafen, 1914

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 46.000,- EURO

Losnummer: 311

Walter Ophey, Dorf im Wald, um 1920

Walter Ophey, Dorf im Wald, um 1920

Taxe: 35.000 - 50.000 EURO

Losnummer: 310

Ernst Barlach, Lehrender Christus, 1931

Ernst Barlach, Lehrender Christus, 1931

Taxe: 55.000 - 75.000 EURO

Losnummer: 322

August Macke, Elisabeth Gerhardt Obst schälend, 1907

August Macke, Elisabeth Gerhardt Obst schälend, 1907

Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 303

Ernst Barlach, Der Zweifler, 1930/31

Ernst Barlach, Der Zweifler, 1930/31

Taxe: 90.000 - 110.000 EURO

Zuschlag: 220.000,- EURO

Losnummer: 318

Ernst Barlach, Der singende Mann, 1928

Ernst Barlach, Der singende Mann, 1928

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Losnummer: 320

August Macke, Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund, 1911

August Macke, Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund, 1911

Taxe: 350.000 - 450.000 EURO

Zuschlag: 340.000,- EURO

Losnummer: 305




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