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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Villa Grisebach in Berlin lockt bei der diesjährigen Jubiläumsauktion mit qualitätvoller Kunst und kommt auf die höchste Schätzpreissumme in der Geschichte des Hauses

Von Blumen und Frauen



Sie sind nahe an den Betrachter herangerückt, die unterschiedlich großen Sonnenblumen, die vor einem grünlich-blauen Hintergrund aus Stängeln und Blättern erstrahlen. Die Blütenkopfe schwanken zwischen einem hellen Weiß-Gelb, sattem Gelb-Orange und dunklem Braun. Emil Nolde verleiht ihnen durch seine markante, expressive Pinselführung und farbliche Nuancen ein individuelles Gepräge. Gestalterisch unterscheidet er sich damit von seinem Vorbild Vincent van Gogh, der ihn Ende der 1920er Jahr zu seinen Sonnenblumenbildern inspirierte. Noldes 1936 entstandenes Ölgemälde „Helles Sonnenblumenbild“ bildet einen der Höhepunkte auf der diesjährigen Auktion „Ausgewählte Werke“, der 250. in der bald 30jährigen Geschichte der Berliner Villa Grisebach. Mit einer Taxe bis zu 1,5 Millionen Euro gehört es zu den am höchsten bewerteten Werken der Versteigerung und trägt wesentlich zu der mittleren Gesamtschätzung von 23 Millionen Euro bei, die mit den gut 1.650 Kunstwerken an den vier Tagen der Herbstauktion erwirtschaftet werden sollen.


Zu Beginn der kalten Jahreszeit wartet Grisebach am 26. November zudem mit weiteren sommerlichen Blumenstilleben Emil Noldes in Aquarelltechnik auf, die jedoch deutlich niedriger offeriert werden. So sind seine wässrigen „Amaryllisblüten“ um 1930 für 80.000 bis 120.000 Euro gelistet, die farbgesättigteren „Dahlien, Sonnenhut und Margeriten“ für 100.000 bis 150.000 Euro. Dazu tritt etwa noch Noldes streng durch schwarze Umrisslinien horizontal geteilte „Marschlandschaft mit Ansicht des Dorfes Aventoft“ im Abendrot um 1920 für 250.000 bis 350.000 Euro. Im Bereich der jüngeren Kunst wird das Blumenmotiv durch die zwei Siebdrucke „Flowers“ von Andy Warhol repräsentiert: Vier gelbe und orangefarbene stilisierte Blütenformen heben sich von der schwarzen Leinwand ab, weiße Halme lockern den Fond auf. Diese jeweils auf 150.000 bis 200.000 Euro geschätzten Werke werden im Zuge der Herbstauktionen am 27. November auf der „Contemporary Art“ versteigert.

Neben Nolde nahm sich auch Max Beckmann an der Motivwahl van Goghs ein Beispiel. 1912 entstand sein „Stillleben mit gelben Stiefeln“, rund zweieinhalb Jahrzehnte nach van Goghs „Vieuy souliers aux lacets“. Die Schuhe stehen mit einem Kopfputz, einem Armreif und einem Stück drapierten Stoff auf einer braunen Ablage (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Beckmanns 1942 vollendeter „Holländischer Radfahrweg“ soll bis zu 700.000 Euro kosten. Der von drei Radlern befahrene Weg liegt wahrscheinlich in der Gegend um Hilversum nahe Amsterdam und schmiegt sich an einen Entwässerungskanal, der um ein Feld führt und auf Höhe des Mittelgrundes eine scharfe Linkskurve vollführt. Die in Vogelperspektive betrachtete Anbaufläche ist durch in der Helligkeit kontrastierende Farben strukturiert. Der zweite Höhepunkt der Auktion ist Max Beckmanns unvollendetes „Bildnis eines jungen Mädchens“, das wohl vor 1939 ebenfalls im holländischen Exil entstand. Eine junge, blonde Frau sitzt verträumt auf einem Liegestuhl. Sie hat sich auf eine Hand aufgestützt, mit der anderen hält sie locker ein Stück Papier. Das linke Bein des Mädchens nimmt probeweise zwei verschiedene Stellungen ein. In den Augen der Experten ist das Bild, das Beckmann bereits teils mit Pastellfarben koloriert hat, ebenfalls bis zu 1,5 Millionen Euro wert.

Unter den Künstlern der Auktion „Ausgewählte Werke“ befindet sich als einzige Frau Paula Modersohn-Becker. Ihr Temperagemälde „Bäuerin mit zwei Ziegen vor Gehöft“ fertigte sie um 1902 in einem dunklen Kolorit. Der düstere, graue Himmel erfüllt die gesamte obere Hälfte des Bildes, die untere wird von der Silhouette einer Ziege dominiert, neben der einer Repoussoir-Figur gleich die Bäuerin steht (Taxe 350.000 bis 450.000 EUR). Wesentlich heiterer mutet Max Liebermanns „Große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern“ an. Zahlreiche Passanten und zwei Autos bevölkern die Allee, die aus kräftigen Pinselstrichen und hellen auflockernden Lichtflecken besteht. Der impressionistische Sommertag um 1926 soll ebenfalls bis zu 450.000 Euro einspielen. Liebermanns Berliner Kollege Lesser Ury liebte dagegen die Nacht und die Reflexe verschiedener Lichtquellen auf regennassen Fahrbahnen. Auch in seiner „Nächtlichen Straßenszene, Berlin (Leipziger Straße?)“ um 1915/20 wird die dunkle Straße von den Scheinwerfern eines Automobils und dem kalten Licht der Laternen erleuchtet. Die Großstadtarchitektur ist nur schemenhaft angedeutet. Der Blick fällt hingegen auf eine elegant in schwarz gekleidete Dame mit Schirm, die gerade die Straße überquert (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Als 56jähriger Maler hat Lovis Corinth 1914 die Schauspielerin Gertrud Eysoldt mit gestischem Duktus und distanziertem Blick als barbusige Frau moduliert. Die nur mit einem roten Schleier und einem Untergewand bekleidete politisch aktive Theaterleiterin und Regisseurin gehörte 1914 zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Sein „Weiblicher Halbakt im Sessel“ soll um die 100.000 bis 150.000 Euro einspielen. Im Gegensatz zu Corinths dynamischer Darstellung strahlt Karl Hofers dreizehn Jahre später gemalter „Sitzender Akt mit blauem Kissen“ Ruhe aus. Das Bildnis einer jungen Frau mit Bubikopf war 1937 Teil der Ausstellung „Entartete Kunst“ und wurde unter der Überschrift „Verhöhnung der deutschen Frau“ diffamiert. Der flächige, trockene Farbauftrag und das erdig abgetönte Kolorit verweisen auf den reifen Stil des Künstlers (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Mit der Weiblichkeit setzte sich auch Georges Rouault 1929 in seinen beiden verwischten, elegant geschwungenen „Nus décoratifs (Caryatides)“ auseinander (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Alexej von Jawlenskys „Landschaft mit Bäumen“ um 1909 ist eine flächige, zweidimensional gestaltete Berggegend. Vom Holländer Jan Verkade beeinflusst, umfasste Jawlensky seine Farbflächen in der Technik des Cloisonné mit schwarzen Konturen und baute die Natur durch einfache, geometrische Strukturen auf (Taxe 350.000 bis 450.000 EUR). „Die rote Brücke“ Karl Schmidt-Rottluffs gehört zu den wenigen Werken innerhalb seines Œuvres mit einer Großstadtszene. Die Brücke, die Häuser und die Passanten sind auf dem Aquarell von 1921 zeichenhaft verknappt, das Kolorit ist leuchtend (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). In der Vedute „Blick über Florenz“ von Hans Purrmann steht die Landschaft im Vordergrund, die Stadt lagert ruhig und teils von Bäumen verdeckt in der Ebene vor dem Gebirge im Hintergrund. Purrmann erstellte das Ölgemälde in feiner Pinselführung und in ausgewogener Komposition im Jahr 1935, nachdem er vor den Nationalsozialisten in die italienische Stadt geflohen war (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Weitaus abstrakter arbeiteten in den 1920er Jahren schon Arthur Segal bei seinem von den Grundfarben durchzogenen „Bahndamm“ (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und Sascha Wiederhold bei seinen „Segelbooten im Hafen“, die in erstaunlich ähnlichem Kolorit von Masten und Takelage gekreuzt werden (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

In Wilhelm Lehmbrucks Terrakottabüste „Kopf der Schreitenden (Mädchenkopf sich wendend)“ sind die Proportionen gelängt, der Kopf nach rechts gewendet. Diesem Bewegungsimpuls steht der ruhige Gesichtsausdruck entgegen (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Mit dem nackten, weiblichen Körper beschäftigt sich auch Karl Hartung in seiner Bronzeplastik „Liegende“. Um 1947/48 schuf er die auf 40.000 bis 60.000 Euro geschätzte, zum Torso verknappte Figur, die sich durch ihr Volumen und die weichen, abgerundeten Formen auszeichnet. Im Kontrast hierzu sind die Übergänge der einzelnen Glieder der 27 Jahre früher geschaffenen Skulptur „Badende“ von Georg Kolbe klar zu erkennen. Die Formensprache der Bronze ist kubistisch stilisiert, die Gestik expressiv (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Der im Stil des Konstruktivismus aus verzinntem Eisenblech zusammengesetzte „Kopf“ von Hans Uhlmann befindet sich ebenfalls im hochpreisigen Bereich. Die künstlerischen Mittel sind reduziert, das Objekt besteht lediglich aus Flächen, Verbindungsstegen und negativen Volumen. Der 1933 von der Gestapo wegen kritischer Flugblätter verhaftete Uhlmann fertigte die Figur 1936 nach seiner Haftentlassung im Verborgenen an (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Als weiteres Highlight der diesjährigen Herbstauktion gehen alle drei großen Editionsprojekte von Marcel Duchamp erstmals gemeinsam an den Start. Die „Grüne Schachtel“ aus dem Jahr 1934 umfasst 93 Faksimiles von Notizen, Skizzen und Aufzeichnungen des französisch-amerikanischen Tausendsassas aus der Entstehungszeit des „Großen Glases“ (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). 1966 gab Duchamp den „Roten Koffer“ heraus. Einem Miniaturmuseum gleich, dient dieser als Dokumentationsstätte seines Gesamtwerkes. Er enthält jeweils schwarzweiße und farbige Reproduktionen sowie verkleinerte Nachbauten seiner Kunstobjekte (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Die ein Jahr später veröffentlichte „Weiße Schachtel“ enthält ein weiteres Konvolut aus 79 Notizzetteln, die sich wiederum mit der Konzeption des „Großen Glases“ auseinandersetzten (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Grisebach wartet diesmal mit einer großen Auswahl an ungegenständlicher Malerei auf. Als Vertreter der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen sind Walter Dexel, Friedrich Vordemberge-Gildewart und Wassily Kandinsky gelistet. Der dem Bauhaus verbundene Dexel greift für das Ölgemälde „Der elektrische Zähler“ auf zweidimensionale, geometrische Muster zurück. Die vier Kreise und die Rechtecke grenzt er farblich voneinander ab (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Friedrich Vordemberge-Gildewart beschränkt sich in seiner konstruktivistischen „Composition No. 42“ lediglich auf einige schlanke Rechtecke, die auf einem hellen Grund liegen (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Wassily Kandinsky ist mit einem Aquarell zugegen, das von einem orangefarbenen, spitzwinkligen Dreieck auf dunklem Grund dominiert wird. Kleine Halbmonde und Rechtecke sind kontrastreich um die Figur angeordnet. Die Formenkomposition verweist auf das nur einige Wochen zuvor entstandene Ölbild „Weiße Schärfe“ (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Ernst Wilhelm Nays hochformatiges „Dominant Gelb“ wird unter den gegenstandslosen Malereien nach 1945 in der Auktion mit 250.000 bis 350.000 Euro am höchsten bewertet. Runde Scheiben und Ringel liegen neben- und übereinander. Das helle Zitronengelb kontrastiert mit den dunklen Blau-, Braun- und Schwarztönen. Nays drei Jahre älteres Werk „Balance joyeuse“ von 1956 steigt mit nur 120.000 bis 150.000 Euro aufs Auktionspult. Hier verwendete der Künstler ebenfalls die von ihm als ideale Form empfundene Scheibe, jedoch herrschen auf der linken Bildhälfte eine rote und auf der rechten eine blaue Farbgebung vor. Willi Baumeister trägt mit bis zu 300.000 Euro in diesem Sektor neben Nay die höchste Schätzung für sein „Montaru mit Gondel“ von 1955. In der Mitte befindet sich eine große, schwarze amorphe Fläche als Sinnbild einer elementaren Kraft. An diese schmiegen sich eine längliche rote und blaue Form. Weitere gelbe und türkisfarbene Flecken schweben vor dem hellen Fond. Mit dem ein Jahr später geschaffenen Ölgemälde „Federleichtes Weiß I“ von Emil Schumacher kommt ein preisgünstigeres Werk zur Auktion. Von jeglichem Formwillen befreit, trug der Maler vor einem grauen Hintergrund mittig Weiß in grobem Pinselduktus auf und durchzog das Gebilde mit dynamisch aufgetragenen Farben (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Der Katalog „Contemporary Art“ schließt hier zeitlich und inhaltlich fast nahtlos an. Zunächst bleibt es ungegenständlich, etwa mit der quadratischen Leinwand „B 1“ des Polen Wojciech Fangor aus dem Jahr 1964, auf der ein breiter dunkelblauer und ein schmalerer roter Ring mit diffusen Konturen schwebend das helle Lichtzentrum umfassen (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Josef Albers hat dagegen das Quadrat und die Farbe immer wieder variiert, so auch in seinem „Homage to the Square: Black in Deep Brown + Deep Red“ von 1958 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Arnulf Rainer ist dann der Mann für die Übermalung und damit der Verschleierung, wenn er 1964 ein Synthetikgewebe fast ganz schwarz fasst und nur ein Eselsohr von der ursprünglichen hellen Gestalt in der linken unteren Ecke stehen lässt (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Schwarz bleibt es zudem bei Brice Marden mit einer frühen asketischen Graphitzeichnung auf Holz in zarten Schattierungen von 1965/66 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Bei einer großformatigen Acrylleinwand aus seiner Serie „Graue Bilder“ griff Günther Förg 1996 dann wieder die Struktur auf und erzeugt mit breitem wässrigem Pinsel Rechteckformen (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Mit seinen „Kissenbildern“ ergründete Gotthard Graubner die Räumlichkeit der Farbe und trug dafür 1976/77 tiefes Weinrot in feinen Nuancen über die mit Watte unterfüllte Perlonmalschicht auf (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Um Raumvorstellungen ging es immer auch bei Lucio Fontana, der dafür 1967 seine beiden polierten Bronzeeier „Concetto Spaziale, Natura“ mit einem Schlitz und zwei Löchern öffnete (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Die ZERO-Gruppe hat in Otto Piene und seinem Feuerbild „Yellow Spring“ samt rotem Feuerball und grünem Schweif von 1990 für 70.000 bis 90.000 Euro ihren teuersten Vertreter. Wieder einen neuen Weg in seinen Schaffen hat Gerhard Richter mit seinen Lackbildern beschritten. Zufall und Kontrolle sind bei diesen Hinterglasbildern wichtige Gestaltungsmittel. So wirkt das schlierige „Abdallah“ von 2010 wie eine bunte, geschnittene Steinplatte (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

Die Figuration bricht sich im Katalog nur langsam Bahn, tritt ab der Mitte und dann verstärkt gegen Ende bei der jungen Künstlergeneration immer häufiger auf. Ein erster prominenter Vertreter ist Sigmar Polke, der sich 1967 in seiner Editionsbox „…höhere Wesen befahlen“ in vier Zeichnungen und 14 Offsetdrucken humorvoll mit den Grundbedingungen der Kunst und des Lebens beschäftigte (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Bei dem in Berlin lebenden Syrer Marwan ist der spielerische Wandel zwischen Figuration und Abstraktion deutlich abzulesen. So zeigt er uns in seinem „Männerportrait“ von 1972 klar den Büstenausschnitt eines Herrn in mittleren Jahren (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR), während in seinem rund sieben Jahre jüngeren „Kopf“ auf drei Metern Breite zwei blaue Augen und die Vertikale der Nase nur schemenhaft aus den Farbmassen hervortreten (Taxe 200.000 bis 250.000 EUR). Auch bei „Magda“ von Georg Baselitz aus dem Jahr 1993 kann der Betrachter das auf dem Kopf stehende Gesicht nur schwach aus den skripturalen Linien herauslesen (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR).

Bei den „Jungen Wilden“ ist dann alles schon viel deutlicher, wenn auch in neoexpressiver Bildsprache überzeichnet, so Karl Horst Hödickes „Blick aus dem Atelier“ in Berlin zum Potsdamer Platz um 1991/92 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), Helmut Middendorfs ebenfalls nächtliche „Skalitzer Straße Hochbahn“ von 1987 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder Rainer Fettings New Yorker Farbfantasie „CNN N.Y.“ von 1991, auf der vorahnungsgleich ein schwarzer Düsenjet auf das noch stehende World Trade Center zurast (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Die junge Generation kümmert sich nicht mehr um die Kluft zwischen den beiden großen Strömungen des 20. Jahrhunderts und operiert mit Gegenstand, Ornament und Abstraktion. So erinnert Thomas Zipps zweiteilige Arbeit „a.b.h.“ an eine dunkelgraue Vulkanlandschaft, zu der sich ein Portraitfoto Max Beckmanns mit Sprechblase gesellt (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Norbert Bisky lässt in seinem typischen Jungmännerkult einen blonden „Kampfflieger II“ durch die Wolken schießen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Bei Dirk Skreber lösen sich 2000 Häuser in Farbbahnen auf (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Thomas Demand baut 1999 einen „Copyshop“ nach, fotografiert ihn dann und lenkt damit den Blick auf das Essentielle (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Und Jorinde Voigt tut ihre Weltsicht 2008 zeichnerisch in einer Art Vektordiagramm kund (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Die Auktion „Ausgewählte Werke“ beginnt am 26. November um 17 Uhr, die „Contemporary Art“ steht am 27. November um 18 Uhr auf dem Programm. Der Internetkatalog listet die Lose unter www.grisebach.com.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



25.11.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Svenja Keller/Ulrich Raphael Firsching

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