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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Kunst des 19. bis frühen 21. Jahrhunderts bei Koller in Zürich

Die Schweiz ist besser als der Rest der Welt



Albert Anker, Das Winzerfest, 1865

Albert Anker, Das Winzerfest, 1865

Seinem Ruf, einer der gefragtesten Vertreter der älteren Schweizer Kunst zu sein, wurde der 1831 geborene Maler und Zeichner Albert Anker auf der vergangenen Kunstversteigerung des Zürcher Auktionshauses Koller einmal mehr gerecht. Während der zweitägigen Veranstaltung am 4. und 5. Dezember, auf der Werke von nationalen und internationalen Künstlern des 19. bis frühen 21. Jahrhunderts unter die Leute gebracht wurden, gab es genau zwei Millionenzuschläge; beide gingen für Werke Ankers ein. Mit großem Abstand ganz oben rangiert sein fröhliches „Winzerfest“, ein fast zwei Meter breites Bild aus dem Jahr 1865, das bereits ein Jahr später in Stuttgart und Marseille auf Ausstellungen zu sehen war. Es gehört zu den Hauptwerken aus Ankers früherem Schaffen, war dementsprechend hochwertig auf 3,5 bis 5 Millionen Franken angesetzt und verließ bei 3,6 Millionen Franken den Auktionssaal. Den zweiten Millionenbetrag erlöste mit 1,4 Millionen Franken sein ernst und wissend am Betrachter vorbeischauendes „Mädchen mit Korb im Wald“ aus dem Jahr 1872. Hier standen 1,3 bis 1,8 Millionen Franken auf dem Etikett.


Schweizer Kunst

Die Schweizer punkteten mit einer hohen losbezogenen Zuschlagsquote von rund 74 Prozent und erzielten auch sonst die besten Zuschläge auf dieser Auktion, wozu Albert Anker noch mit einer Reihe weiterer Werke beitrug. Auf sein Konto gingen etwa noch taxgerechte 280.000 Franken für sein wirklichkeitsnahes Brustbild des alten Bauern Jean-Jacques Küffer, 75.000 Franken für die Tuschestudie zu seinem Ölgemälde „Die Kindergrippe I“ um 1890 (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR) oder 190.000 Franken für sein in Aquarell auf Papier treffend festgehaltenes „Strickenden Mädchen“ von circa 1886 (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Ansonsten überzeugten die Neueren Meister gewohntermaßen mit Landschaftlichem wie Robert Zünds aus altem Familienbesitz eingelieferter „Heuernte“ für 150.000 Franken (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR) und Alexandre Calames romantisch aufgewühlter Gebirgsgegend „Nach dem Sturm“ von 1841 für 120.000 Franken (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR). Für die aquarellierten Gegenstücke bäuerlichen Lebens auf der Wengernalp und in Meiringen von Gabriel Lory fils kamen gute 28.000 Franken zusammen, für François Didays ebenfalls im Berner Oberland aufgenommenen Blick über den Brienzersee mit einem Fährboot im Vordergrunde einträgliche 23.000 Franken (Taxe je 12.000 bis 18.000 SFR). Mehr Genre bot Karl Girardets Winterlandschaft mit Holzsammlern von 1849 für 24.000 Franken (Taxe 7.000 bis 10.000 SFR).

Prominentester Repräsentant der Frühmoderne war Giovanni Giacomettis sichtlich vom französischen Neoimpressionismus beeinflusste pointillistische „Brücke über die Maira in Stampa“ aus der Zeit um 1908 für 300.000 Franken (Taxe 250.000 bis 400.000 SFR). Cuno Amiet musste sich zwar ausschließlich mit fünfstelligen Beträgen begnügen, dafür blieben von seinem Dutzend Offerten nur drei überwiegend unbedeutende und niedrigpreisige Arbeiten liegen. Am besten schlossen die 1931 in hellen Pastelltönen verewigte „Stockhornkette“ mit 90.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR) und mit 85.000 Franken das in stimmungsvolles Grün-Rosa getauchte Panorama „Lueg“ von 1930 ab (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Gewinnbringend positionierten sich im fünfstelligen Bereich Willy Guggenheims, alias Varlins, „Promenade des Anglais“ in Nizza von 1938 in expressivem Pinselstrich bei 42.000 Franken (Taxe 27.000 bis 35.000 SFR) und Rodolphe-Théophile Bosshards „Liegender weiblicher Akt“ von 1923, der fast über einer Landschaft zu schweben scheint, bei 20.000 Franken (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR).

Überraschend gut verkauften sich einige Arbeiten weniger bekannter Künstler. So konnte eine symbolhafte, in Rottönen aufgewühlte „Überfahrt mit Selbstbildnis“ des 1892 in St. Gallen geborenen Expressionisten Ignaz Epper aus der Zeit um 1920 ihren Wert auf 80.000 Franken ungefähr verdoppeln. Otto Morachs kristallin zersplitterte Ansicht der Stadt Danzig von 1922 mit der mächtigen roten Marienkirche im Zentrum kletterte von 12.000 bis 18.000 Franken sogar auf 110.000 Franken. Eine geheimnisvoll leuchtende „Abendstimmung in Adelboden“ von Waldemar Fink aus dem Jahr 1913 mit zwei Wanderern im Schnee, deren Laterne ein reiches Licht- und Schattenspiel entfaltet, verdoppelte ihren Wert auf 60.000 Franken. In allen drei Fällen wurden auf Auktionen bislang selten oder nie höhere Beträge für Werke dieser Künstler gezahlt.

Moderne und zeitgenössische Kunst

Über so freigiebigen Zuspruch konnten sich die bisherigen Besitzer von Werken klassisch-moderner Meister nicht freuen, selbst wenn die losbezogene Zuschlagsquote mit gut 71 Prozent fast in gleicher Höhe lag. Denn hier blieben einige Spitzenlose, insbesondere französische Impressionisten wie Alfred Sisleys englischer Küstenausschnitt „Langland Bay“ von 1897 für 420.000 bis 600.000 Franken oder Camille Pissarros „Paysage avec trois paysans“ von 1891 für 180.000 bis 270.000 Franken, unveräußert liegen. Immerhin Pierre Bonnards augenblickshafte Caféhausskizze von 1897 mit einem Profilbildnis Henri de Toulouse-Lautrecs links im Vordergrund schaffte 95.000 Franken im Rahmen der Erwartungen, ebenso wie Maurice Utrillos menschenleere „Rue Saint-Rustique“ am Montmartre von etwa 1948 für 110.000 Franken.

Überraschend an die Spitze der Zuschlagspreisliste setzte sich ein Werk des belgischen Futuristen Jules Schmalzigaug, der bereits 1917 in Den Haag Selbstmord beging und infolgedessen ein eher schmales Œuvre hinterließ. 200.000 Franken kostete seine bewegt-kubistisch zergliederte Abstraktion „Sviluppo di un ritmo: Luce“ von 1914 (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). Auch Platz drei der Modernen besetzte Schmalzigaug mit einem weiteren, nicht mehr ganz so stringenten Exemplar derselben Werkphase, „Sviluppo di un tema in rosso: Carnevale“, für 160.000 Franken (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR). Dazwischen platzierte sich bei 165.000 Franken Joaquín Sorolla y Bastidas impressionistisch beeinflusste Nahaufnahme eines nackten Knaben am Strand von Valencia aus der Zeit um 1912, Bei einer Schätzung von 180.000 bis 250.000 Franken muss hier noch nachverhandelt werden.

Bei den Zeitgenossen, die wiederum zu knapp Dreivierteln in neue Hände übergingen, sind zunächst einige Klassiker Schweizer Konkreter Malerei zu nennen, von denen Richard Paul Lohses „Gruppe von acht Quadraten mit vier Rechtecken“ von 1957/76 mit 70.000 Franken am besten abschnitt (Taxe 45.000 bis 55.000 SFR). Erwartungsgemäß die höchsten Zuschläge erzielten allerdings internationale Künstler, allen voran Serge Poliakoffs „Composition abstraite“ mit verzahnten Farbfeldern in Rot und Grün von 1965 für 185.000 Franken (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR), gefolgt von zwei symbolträchtigen Konzeptbildern des Italieners Mario Schifano, „Dalla parte des Mediterraneo-particolare“ von 1963 für 150.000 Franken (Taxe 100.000 bis 200.000 SFR) und „Incidente“ von 1962 für 110.000 Franken (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR).

Unerwarteten Zuspruchs erfreute sich eine „Unknown Woman“ des 1916 in der philippinischen Hauptstadt Manila geborenen Alfonso Ossorio, die sichtlich unter dem Einfluss des amerikanischen Action Painting der 1940er Jahre steht. Deren Hauptvertreter Jackson Pollock hatte Ossorio nach seiner Übersiedlung nach New York persönlich kennengelernt. Die unbekannte Frau von 1951 ließ sich erst bei 69.000 Franken bitten, was durchaus internationalem Niveau entspricht (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). Von 2.000 bis 4.000 Franken auf 36.000 Franken schoss eine in ihrer pastosen, wilden Textur an Franz Kline erinnernde Komposition des 1954 geborenen Chinesen Zhu Jinshi aus dem Jahr 1990. Fernöstlich blieb es bei der koreanischen Künstlerin Seund Ja Rhee, deren gestisch-abstrakter „Port (d’Amsterdam?)“ von 1956 am Beginn der Zeitgenossen auf 14.000 Franken kletterte (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR), übertroffen zwei Losnummern später von ihrem gleichaltrigen, aber realistischeren Akt „Femme à la colonne“ mit 18.000 Franken (Taxe 2.000 bis 4.000 SFR) und nochmals von einer titellosen Naturerinnerung mit 24.000 Franken (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Bei den Druckgrafiken hatte die amerikanische Pop Art die Nase vorn, angeführt von Roy Lichtensteins reliefierter Farblithografie „Reflections on crash“ aus dem Jahr 1990 für 90.000 Franken an der unteren Schätzpreisgrenze.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



16.12.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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04.12.2015, Schweizer Kunst - Impressionismus und Klassische Moderne - PostWar & Contemporary - Grafik, Multiples & Fotografie

Bei:


Koller Auktionen AG

Bericht:


Stuhl im Bild

Kunstwerk:

Albert
 Anker, Das Winzerfest, 1865
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Kunstwerk:

Albert Anker, Studie zum Ölgemälde „Die Kindergrippe I“, um 1890
Albert Anker, Studie zum Ölgemälde „Die Kindergrippe I“, um 1890

Kunstwerk:

Robert Zünd,
 Heuernte
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Kunstwerk:

Joaquín Sorolla y Bastida, Niño en Cuclillas. Playa de Valencia, um 1912
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Kunstwerk:

Alexej von Jawlensky, Großes Stillleben: Astern, 1936
Alexej von Jawlensky, Großes Stillleben: Astern, 1936

Kunstwerk:

Jules Schmalzigaug, Sviluppo di un tema in rosso: Carnevale, 1914
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Joaquín Sorolla y Bastida, Niño en Cuclillas. Playa de Valencia, um 1912

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Taxe: 180.000 - 250.000 SFR

Zuschlag: 165.000,- SFR

Losnummer: 3239

Albert Anker, Strickendes Mädchen, um 1886

Albert Anker, Strickendes Mädchen, um 1886

Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Zuschlag: 190.000,- SFR

Losnummer: 3023

Jules Schmalzigaug, Sviluppo di un tema in rosso: Carnevale, 1914

Jules Schmalzigaug, Sviluppo di un tema in rosso: Carnevale, 1914

Taxe: 15.000 - 25.000 SFR

Zuschlag: 160.000,- SFR

Losnummer: 3226

Robert Zünd, Heuernte

Robert Zünd, Heuernte

Taxe: 70.000 - 90.000 SFR

Zuschlag: 150.000,- SFR

Losnummer: 3019

Albert Anker, Studie zum Ölgemälde „Die Kindergrippe I“, um 1890

Albert Anker, Studie zum Ölgemälde „Die Kindergrippe I“, um 1890

Taxe: 60.000 - 90.000 SFR

Zuschlag: 75.000,- SFR

Losnummer: 3021

Albert Anker, Brustbild eines alten Bauern (Bildnis Jean-Jacques Küffer)

Albert Anker, Brustbild eines alten Bauern (Bildnis Jean-Jacques Küffer)

Taxe: 280.000 - 400.000 SFR

Zuschlag: 280.000,- SFR

Losnummer: 3022

Alexej von Jawlensky, Großes Stillleben: Astern, 1936

Alexej von Jawlensky, Großes Stillleben: Astern, 1936

Taxe: 70.000 - 90.000 SFR

Zuschlag: 65.000,- SFR

Losnummer: 3234

Albert Anker, Mädchen mit Korb im Wald (Erdbeeri-Mareili), 1872

Albert Anker, Mädchen mit Korb im Wald (Erdbeeri-Mareili), 1872

Taxe: 1.300.000 - 1.800.000 SFR

Zuschlag: 1.400.000,- SFR

Losnummer: 3024

Karl Girardet, Winterlandschaft mit Holzsammlern, 1849

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Taxe: 7.000 - 10.000 SFR

Zuschlag: 24.000,- SFR

Losnummer: 3063

Giovanni Giacometti, Brücke über die Maira in Stampa, um 1908

Giovanni Giacometti, Brücke über die Maira in Stampa, um 1908

Taxe: 250.000 - 400.000 SFR

Zuschlag: 300.000,- SFR

Losnummer: 3085

Jules Schmalzigaug, Sviluppo di un ritmo: Luce, 1914

Jules Schmalzigaug, Sviluppo di un ritmo: Luce, 1914

Taxe: 60.000 - 100.000 SFR

Zuschlag: 200.000,- SFR

Losnummer: 3225

Alexandre Calame, L’éboulement (Nach dem Sturm), 1841

Alexandre Calame, L’éboulement (Nach dem Sturm), 1841

Taxe: 80.000 - 140.000 SFR

Zuschlag: 120.000,- SFR

Losnummer: 3030




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