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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Neben bekannten Blättern waren bei der Druckgrafik von Bassenge in Berlin auch einige Raritäten gefragt

Rege Beteiligung auf allen Rängen



Albrecht Dürer, Die Nemesis (Das große Glück), um 1501/02

Albrecht Dürer, Die Nemesis (Das große Glück), um 1501/02

Wie gewohnt rege war das Interesse auf der vergangenen Versteigerung von Druckgrafik im Berliner Auktionshaus Bassenge mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 56,5 Prozent. Relativ günstige Taxen sorgten dafür, dass auch bei prominenten und daher zumeist eigentlich etwas teureren Künstlern fleißig zugegriffen wurde. Das machte sich in der Altmeisterabteilung etwa bei Albrecht Dürer bemerkbar, von dem gleich vier Arbeiten fünfstellige Zuschlagspreise erzielten. An die Spitze setzte sich für 28.000 Euro sein „Großes Glück“, auch „Die Nemesis“ betitelt, mit einer schon etwas älteren unbekleideten Dame, die dank eines Paars Flügel in die komfortable Lage versetzt wird, auf einer Kugel hoch über der Erde zu schweben. Dahinter folgte bei 24.000 Euro der heilige Hubertus oder Eustachius ebenfalls aus der Zeit um 1501. In beiden Fällen wurde die Schätzung um etwa 10.000 Euro übertroffen. Von vierstelligen Schätzpreisen aus verbesserten sich sein „Heiliger Hieronymus im Gehäuse“ von circa 1514 und die gegen 1498 gestochene „Eifersucht“ mit dem antiken Held Herkules auf 11.000 Euro und 12.000 Euro.


Dürers kaum weniger berühmter Zeitgenosse Lucas Cranach d.Ä. musste am 26. November bei seinem 1509 datierten Holzschnitt „David und Abigail“ einen Abschlag auf 12.000 Euro hinnehmen (Taxe 15.000 EUR). Der etwa eine Generation jüngere Hans Sebald Beham verschaffte sich mit dem kleinen Kupferstich „Melencolia“ von 1539, der die müde Dame zwar in etwas anderer Pose, aber mit ähnlichen Attributen zeigt wie Dürers ungleich bekannterer Meisterstich, bei 5.000 Euro Gehör (Taxe 1.200 EUR). Wiederum eine Generation später lebte Hanns Lautensack, von dem unter anderem für 6.000 Euro die schöne „Landschaft mit Bileam und der Eselin“ übernommen wurde (Taxe 4.500 EUR). „Eselei“ ist auch der – im Original italienische – Titel eines Kupferstichs von Michele Lucchesi, der damit 1564 freilich mehr die Torheiten der Menschen zu verbildlichen gedachte. Mit 7.800 Euro übertraf das allegorische Blatt seine Schätzung um 300 Euro.

Sichtlich unterschätzt trat der Franzose Jean Mignon zur Auktion an, über den man nicht viel mehr weiß, als dass er zwischen 1537 und 1540 in Fontainebleau und später in Paris tätig war. Auch auf dem Kunstmarkt machte er bislang wenig Furore. Bei Bassenge aber ging zunächst eine radierte „Heilige Familie“ für 8.500 Euro über den Tresen (Taxe 6.000 EUR), und gleich darauf kletterte ein prachtvolles Blatt gleicher Technik mit dem Thema „La Mort d’Adonis“ von gleicher Basis auf sagenhafte 32.000 Euro. Auch für den französischen Manierismus insgesamt ist das ein großer Erfolg. Aus dem breiten Angebot an druckgrafischen Wiedergaben bekannter Gemälde großer Meister ist Giorgio Ghisi zu nennen, der mit sicherer Hand beispielsweise 1574 Giulio Romanos „Cupido und Psyche“ umsetzte. 8.000 Euro waren jetzt der Lohn für einen Abzug des ersten Zustands (Taxe 9.000 EUR). Eigene Schöpfungskraft bewies Ghisi mit seinem komplexen und enigmatischen Kupferstich „Der Traum des Raffael“ von 1561, der heute als „Allegorie des Lebens“ gedeutet wird. Dieses leider etwas lädierte Hauptblatt Ghisis mit einer Fülle an Symbolen und verschlüsselten Szenen spielte 5.500 Euro ein (Taxe 3.500 EUR). Adriaen Collaert bediente sich derweil bei Hans Bol und verarbeitete um 1580 dessen Monatsfolge im Rund auf sechs Kupferstichen, die erst bei 6.500 Euro zugeschlagen wurden (Taxe 1.500 EUR).

Für 12.000 Euro wechselten zwei prachtvolle Blätter aus einem unvollendeten anatomischen Lehrbuch den Besitzer, das der gebürtige Spanier Crisóstomo Martínez ab 1685 konzipieren sollte (Taxe 15.000 EUR). Insgesamt guten Absatz fanden auch die Arbeiten Rembrandts, wenngleich sie sich mit Preisen von bis zu 13.000 Euro für vier Radierungen aus der Zeit um 1648 begnügen mussten (Taxe 4.500 EUR). Bei Stefano della Bella reüssierten die 25 Kupferstiche „I Principii del Disegno“, mit denen er sich Gedanken zur Zeichenkunst machte, für 4.200 Euro (Taxe 2.400 EUR), bei seinem italienischen Barock-Kollegen Andrea Camassei dessen einzige druckgrafische Arbeit, die Radierung der Heiligen Familie in einer Waldlandschaft mit dem nackten Johannesknaben, für 5.800 Euro (Taxe 3.500 EUR). Glück hatten auch Baldassare Franceschini mit seiner barock-expressiven Radierung „Christus als Schmerzensmann“ um 1650 für 5.500 Euro (Taxe 3.000 EUR) und Cristofano Robettas „Allegorie der Liebe“ um 1498, bei der ein jungen Mann von Amor an einen Baum gebunden wird, für 3.800 Euro (Taxe 1.800 EUR). Aus der Dreistelligkeit arbeiteten sich etwa Wenzel Hollars feister „Großer Eber“ auf 1.500 Euro (Taxe 600 EUR), Nicolas Cochins figurenreiche „Anbetung der Könige“ auf 1.600 Euro (Taxe 750 EUR) oder Robert Nanteuils Bildnis des jungen Königs „Ludwig XIV“ von 1662 auf 2.000 Euro empor (Taxe 900 EUR).

Das 18. Jahrhundert krönte mit 10.000 Euro Bernardo Bellottos prachtvolle „Perspective du Pont de Dresde sur L’Elbe“ von 1749 seinen Meister (Taxe 12.000 EUR). Giovanni Battista Piranesi erwies sich als zugkräftig im Falle einer radierten „Veduta delle Terme di Tito“ aus dem Jahr 1776, die für nur 800 Euro bereitlag, jedoch erst bei 4.400 Euro einen siegreichen Interessenten fand. Von dem englischen Karikaturisten William Hogarth lag die Kupferstichfolge „Die vier Tageszeiten“ aus dem Jahr 1738 vor, die sich gut bei 3.800 Euro behauptete (Taxe 3.500 EUR). Einträglich waren auch die 4.600 Euro für Johann Baptist Hössels farbige Radierung „Stück der alten Appischen Straße bey Albano“ von 1799, bei der die Autorenschaft nicht gesichert ist: Hat er sich dabei auf eine Vorlage von Jakob Philipp Hackert oder doch auf dessen sieben Jahre jüngeren Bruder Johann Gottlieb Hackert gestützt (Taxe 2.200 EUR)? Arkadisch blieb es bei den Arbeiten Carl Wilhelm Kolbes d.Ä., unter denen seine Radierung „Die Badenden“ in einer dichten Waldlandschaft nebst einigen Kühen für 1.400 Euro hervorstach (Taxe 600 EUR).

Höhepunkt nicht nur des 19. Jahrhunderts, sondern der ganzen Druckgrafik-Auktion wurde wie vorgesehen eine Rarität des französischen Klassizisten Jean-Auguste-Dominique Ingres. Seine Abkonterfaktur der bereits 1815 kaum zwanzigjährig verstorbenen Adelstochter Jane Montagu auf einer Liege in antiker Ruhepose ist eine der ganz wenigen Druckgrafiken des berühmten Künstlers, und das bei Bassenge angebotene mit nachträglichen Überarbeitungen in Bleistift und Tusche Exemplar dieses Blatts überdies das einzig bekannte. Das Ergebnis von 55.000 Euro entsprach ungefähr der wertmäßigen Einschätzung durch die Experten des Hauses in Höhe von 60.000 Euro. Im französischen Klassizismus ist auch Jean-François Bosio, ein Schüler Jacques-Louis Davids, beheimatet. 1804 zeichnete er für das „Journal des Dames“ fünf großformatige Sittengemälde, die wohl Jean-Baptiste Charpentier d.J. radierte, darunter auch den prachtvollen „Bal de l’Opera“ zur Karnevalszeit mit kostümierten Personen für nun 5.000 Euro (Taxe 3.500 EUR).

Aus der Riege der deutschen Nazarener, mit denen Bassenge in jüngster Vergangenheit immer wieder erstaunliche, mitunter sogar sensationelle Erfolge feiern konnte, war diesmal Peter Cornelius angetreten. Sein monumentales Fresko „Das Jüngste Gericht“ in der Münchner Ludwigskirche lag in einer – allerdings unvollendet gebliebenen – Kupferstichwiedergabe von Heinrich Merz vor, die 7.000 Euro erreichte (Taxe 2.400 EUR). Merz stach 1835 auch Wilhelm von Kaulbachs Komposition „Das Narrenhaus“ mit der akribischen Darstellung unterschiedlicher Gemütszustände. Hier kamen 1.900 Euro zusammen (Taxe 1.800 EUR). 5.500 Euro gab es für Friedrich Overbecks 1942 in Lübeck verbranntes Gemälde „Christi Einzug in Jerusalem“ – natürlich auch nicht im Original, sondern als lithografische Reproduktion von Otto Speckter aus dem Jahr 1833 (Taxe 750 EUR).

Bei den Symbolisten redete Koloman Mosers „Mädchen in Landschaft“ von 1898 bei 1.500 Euro ein Wörtchen mit (Taxe 600 EUR), ebenso Cornelia Paczka-Wagners rote Kreidelithografie einer mahnenden Frau, wohl eine allegorische Parze, für 1.100 Euro (Taxe 450 EUR) und der früh verstorbene Däne Oluf Hartmann. Seine postum 1912 in Paris veröffentlichte Folge „Dix Eaux-Fortes“ mit humorvoll-skurrilen Erfindungen à la Goya brachte es auf 3.000 Euro (Taxe 2.200 EUR). Den krönenden Abschluss der Auktion bestritt Carl Baron von Vittinghoffs prachtvolles Waldinneres mit zwei kontemplierenden Mönchen von 1809 für 11.000 Euro (Taxe 4.200 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



21.12.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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