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Poetische Expansion in Karlsruhe

Reinhard Döhl, Apfel, 1965

Das Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe vereint unter dem Titel „Poetische Expansionen II“ eine Ausstellungstrilogie zu Reinhard Döhl, Helmut Heißenbüttel und Konrad Balder Schäuffelen. Thema ist die Erweiterung der künstlerischen Medien ab den 1950er Jahren. Hier verschwammen die Grenzen zwischen Text, Bild, Objekt, Theater und Musik; zudem begann eine Hinwendung zu technischen Medien. Ein wichtiger Impulsgeber war die Literatur, auch für Künstler wie Döhl, Heißenbüttel und Schäuffelen. Buchstaben, Zeichen und Laute wurden zu ihren Materialien, nachdem die Futuristen und Dadaisten den Text aus dem Zwang der Erzählung befreit hatten.

Die Schau „Alles ist möglich. Alles ist erlaubt“ stellt den Autor, Poeten, Künstler, Literatur- und Medienwissenschaftler Reinhard Döhl (1934-2004) vor. Ende 1959 zog Döhl auf Einladung des Philosophen und Universitätsdozenten Max Bense nach Stuttgart. Die Gruppe um Bense, der auch Heißenbüttel angehörte, war sowohl an experimenteller Literatur wie auch an künstlerischer Produktion mit neuen Medien und Aufschreibesystemen interessiert. Der Fokus der Schau liegt auf Reinhard Döhls Netzliteratur und -kunstprojekten. Er wandte sich bereits 1996 dem Internet als Medium für seine dialogische Kunst zu und arbeitete oftmals mit dem Medienkünstler Johannes Auer zusammen.

Unter dem Titel „Schreiben Sammeln Senden“ wird der Schriftsteller, Kritiker und Essayist Helmut Heißenbüttel (1921-1996) präsentiert. Die Ausstellung gibt einen Einblick in sein Werk ab 1950, etwa in Texte und Hörspiele, die er für das Programm „Radio-Essay“ des Süddeutschen Rundfunks schrieb, oder seine in Kooperation mit anderen Künstlern geschaffenen grafischen Mappenwerke. Hinzu kommen seine gesammelten Bilder und Objekte. Heißenbüttels Texte beziehen sich auf das bildnerische Prinzip der Collage, Serie, Montage und des Fragments. Hierfür nutzte er etwa Bücher, Schallplattenaufnahmen oder das Gerede in Bussen. Zu seiner Kunstsammlung verfasste er „Klapptexte“ und „Gelegenheitsgedichte“.

Die Retrospektive „sprache ist fuer wahr ein koerper“ widmet sich dem Psychiater, Autor der Konkreten sowie Visuellen Poesie und Übersetzer Konrad Balder Schäuffelen (1929-2012). Neben visuellen Texten und Wort-Bild-Kombinationen sind auch seine skulpturalen Objekte zu sehen. Schäuffelens Ziel war das Betonen des semantischen Reichtums der Sprachzeichen. Dies erreichte er mit Hilfe des ironischen Spiels, des Zufalls und der konzeptuellen Ansätze. So zitierte und segmentierte er zum Beispiel Zeitungsberichte und Zitate der Boulevardpresse, teils bis auf die Ebene einzelner Buchstaben, und gestaltete dieses Material unter anderem zu lyrischen Kleinformen, Flachobjekten aus Papier, Schriftskulpturen oder zu raumgreifenden multimedialen Environments.

Die Ausstellungsserie „Poetische Expansionen II“ zu Reinhard Döhl, Helmut Heißenbüttel und Konrad Balder Schäuffelen läuft bis zum 22. Oktober. Das ZKM hat täglich außer montags und dienstags von 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags erst ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro bzw. 2 Euro.

Zentrum für Kunst und Medien
Lorenzstraße 19
D-76135 Karlsruhe

Telefon: +49 (0)721 – 81 000
Telefon: +49 (0)721 – 81 00 11 39

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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27.07.2017, Helmut Heißenbüttel: schreiben sammeln senden

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27.07.2017, Konrad Balder Schäuffelen: sprache ist fuer wahr ein koerper

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27.07.2017, Reinhard Döhl: Alles ist möglich. Alles ist erlaubt.

Bei:


Zentrum für Kunst und Medien

Variabilder:

Helmut Heißenbüttel, das Sagbare sagen, 1956
Helmut Heißenbüttel, das Sagbare sagen, 1956

Variabilder:

Reinhard Döhl,
 Apfel, 1965
Reinhard Döhl, Apfel, 1965

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Konrad Balder Schäuffelen, Kultur/Natur, 1967
Konrad Balder Schäuffelen, Kultur/Natur, 1967

Künstler:

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