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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die neue Ausgabe der Art Karlsruhe läutet nun zum 13. Mal das deutsche Messekunstjahr ein

Verankert in der Heimat



bei der Art Karlsruhe 2016

bei der Art Karlsruhe 2016

Obwohl die 13 im Verruf drohenden Unheils steht, muss man die Primzahl hinsichtlich der neuen Ausgabe der Art Karlsruhe eher als Glückszahl auffassen. Das besucherstärkste Paradeschiff unter den deutschen Kunstmessen wird auch heuer im kunstaffinen Landstrich am Oberrhein zumindest diese Position behaupten. Denn das Konzept des Messemachers Ewald Karl Schrade, solide und qualitätvolle Dialoge zwischen Gegenwartskunst und klassischer Moderne aus den letzten 100 Jahren unter Verortung in der Region aufblühen zu lassen, ist auch diesmal aufgegangen. So stoßen zu den Ausstellern, die schon von Anbeginn dabei waren, immer wieder renommierte hinzu. Die schwergewichtige Gruppe aus der klassischen Moderne wird diesmal etwa von der Galerie Utermann aus Dortmund erweitert. Auch in der Halle 4 mit Anbietern der jüngeren Gegenwartskunst konnten mit Brigitte March aus Stuttgart oder Meyer Riegger aus dem heimischen Karlsruhe mit Dependance in Berlin neue Teilnehmer hinzugewonnen werden.


Insgesamt vereinen die großzügigen weiten Hallen über 200 Aussteller aus 13 Ländern, wobei die Internationalität auch Karlsruhe immer mehr in Beschlag nimmt. Die Zahl der nichtdeutschen Galerien ist auf 51, also auf fast ein Viertel der Teilnehmer angestiegen. Heuer hat sich die Messe zudem das Motto „Menschen – Markt – Kunst“ zugelegt, denn der Mensch als Sammler, Rezipient und Kunde erfreute sich auf den bisherigen Ausgaben der Art Karlsruhe immer schon besonderer Wertschätzung. Dazu gehört auch, die Werke über dezente Inszenierungen zum Sprechen zu bringen. Dies geschieht primär in Form von 19 Skulpturenplätzen, die gut strukturiert in den Hallenweiten platziert sind und dem Blick der Besucher klärende und entspannende Komponenten gönnen. Die Wertschöpfung der Kunst wird in Baden-Württemberg auch als eine Willkommenskultur aufgefasst. „Nett, Sie hier begrüßen zu dürfen“. So empfangen drei aus Schwemmholz und Keramik geformte Figuren der am Starnberger See beheimateten Künstlerin Angelika Littwin-Pieper den Besucher. Vergnüglich und nachdenklich schauen die skurrilen Gestalten dem Welttheater über die Schulter und sind für je 3.600 Euro bei der Galerie Hosp aus Tirol zu haben.

In der ersten, der Contemporary Art 21 gewidmeten Halle stößt man auf weitgehend unbekannte Künstler. Die fotorealistischen Ölbilder des gebürtigen Hamburgers Constantin Schroeder bestechen in der Koje der Galerie Von & Von aus Nürnberg durch ihre großen Formate und traumhafte Räume. Wer sich in die phantastischen Welten entführen lassen möchte, muss beispielsweise für seine „Treppe“ 10.600 Euro übrig haben. Hohe Präsenz und ausdrucksvolle Gefühlswelten strahlen in der Präsentation der Galerie Laurence Esnol aus Paris die kräftigen Hinterglasbilder des 1967 in Cleveland geborenen Künstlers H. Craig Hanna aus, die für 25.000 Euro angeboten werden. Etwas weiter hat Christian Marx aus Düsseldorf den Ukrainer Dimitriy Zhdankin mitgebracht, dessen figurative Illustrationen in orientalische Sphären zu entführen scheinen, für 14.500 Euro etwa das Gemälde „Auf den Spuren der Wandelnden“. Die italienische another art gallery hat das Kojengeviert originell in eine einzige Installation umfunktioniert. Man betritt hier eine imaginäre Wohnung, deren Mobiliar in der Form von Wandbildern des Künstlers Paul Critchley perspektivisch verzerrt eingefügt wurde. Seine Werke im „A sense of Place“ sind zu Preisen bis ins untere fünfstellige Euro-Segment zu erwerben.

Weniger improvisiert geht es in den großen Haupthallen der klassischen Positionen zu. Im Vorgriff auf die nächste Galerieausstellung präsentieren die Brüder Schlichtenmaier mit Fred Thieler einen der großen Künstler der Nachkriegszeit in einer hochklassigen Auswahl. Sein mit Siebdruckfarbe und Öl auf Karton aufgetragenes Bild „M.-XII/58“ aus dem Jahr 1958 ergießt kaskadenartig rote Farbsprengel über die Fläche und markiert die letzte Stufe hin zu den Schüttbildern mit flüssigen Farben (Preis 25.000 EUR). Alles dreht sich bei Schlichtenmaier diesmal um eine große obeliskartige Plastik aus Nirosta-Stahl von Erich Hauser. „4/92“ aus dem Jahr 1992 kostet 130.000 Euro. Gleich nebenan hat die Galerie Koch aus Hannover eine Gouache auf weißgrundiertem Packpapier von Emil Schumacher platziert. Für „GB-23“ aus dem Jahr 1989 werden 39.800 Euro erwartet, während es für die wunderbare im venezianischen Nebel versinkende „Vision Santa Maria della Salute“ des Hannoveraners Heimar Fischer-Gaaden 5.200 Euro sein müssen. Das Acrylbild auf Leinwand stammt aus dem Jahr 1999.

Gegenüber laden die vielen kleinformatigen Papierarbeiten, die der Hamburger Kunsthändler Thole Rotermund in seinem parcoursartig konzipierten Auftritt versammelt hat, zum intensiven Sehen ein. Von Hermann Hesses „Häuser im Tessin“ aus dem Jahr 1923 für 34.000 Euro spannt sich der Bogen über Lyonel Feininger, Gretel Haas-Gerber oder Eduard Bargheer bis hin zum gebürtigen Leipziger Herbert Beck, dessen imposantes, mit „Apokalyptische Landschaft“ betiteltes Aquarell aus dem Jahr 2000 stolze 94.000 Euro kostet. Traditioneller geht es in der Koje der Galerie Herold zu. „Die Strickschule“ heißt ein 1889 entstandenes Bild des von Kaiser Wilhelm II. bevorzugten Malers Friedrich Kallmorgen. Das im konservativ braun abgetönten Kolorit gehaltene Ölbild stammt aus einer amerikanischen Privatsammlung und steht nun für hohe 220.000 Euro zum Verkauf. Neuling Wilfried Utermann hat aus Dortmund die wandfüllende Arbeit „Vier Häuser“ von Horst Antes aus dem Jahr 2006 für 290.000 Euro in den Süden transferiert, während im Kabinett das Aquarell „Küstenlandschaft mit Segelbooten“ von Emil Nolde, gemalt zwischen 1938 bis 1945, 140.000 Euro einbringen soll.

Groß beäugt wird der Besucher am Stand des Essener Kunst-Raums Schulte-Goltz + Noelte. Stolze 49 Mal hat Alpay Efe, ein in Oberhausen geborener Maler mit türkischen Wurzeln, sein linkes Auge in verschiedenen Stellungen und Drehungen variiert. Die einzelnen Tafeln kosten 650 Euro. Eher an die Stillleben Giorgio Morandis erinnern die Ölbilder des 1967 in Northeim geborenen Künstlers Mirko Schallenberg, den die Galerie Friedmann-Hahn aus Berlin präsentiert. „Durchbruch“, so der Titel eines mit 170 mal 150 Zentimeter großformatigen, aber subtil inszenierten „Balanceaktes“ aus Vasen und Gläsern, kann für 8.900 Euro erstanden werden. Mit Sigmar Polke wartet die Kunsthandlung Osper aus Köln mit einem der international berühmtesten deutschen Künstler und seinem in grünen Farben zerlaufenden Gemälde für 340.000 Euro auf. Um die Ecke füllt A.R. Pencks kapitaler „Kreislauf“ aus dem Jahr 1991 für 150.000 Euro fast die komplette Wand der Kölner Galerie Werner aus.

Das wohl teuerste Werk der Art Karlsruhe stammt vom Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner. Wolfgang Henze erwartet für die zwischen 1925 und 1932 in Öl auf Leinwand gebannten „Badenden Frauen“ mit ihrer zeittypischen Rasterung der Köperflächen einen hohen Ertrag von 3,4 Millionen Euro. Etwas weiter entführt die Düsseldorfer Galerie Schwarzer wieder in gemäßigtere preisliche Sphären. Eine im Jahr 2005 von Markus Lüpertz in 30 Ausführungen aufgelegte Kleinbronze seiner berühmten Salzburger Mozart-Statue kostet 34.000 Euro. Besonderer Hingucker ist aber ein harmonisches Scheibenbild aus dem Jahr 1956 von Ernst Wilhelm Nay, das aus einer bedeutenden Privatsammlung stammt und für das Schwarzer an einen Erlös von 650.000 Euro denkt. Wer sich eher für Gotthard Graubners tiefenfarbige Kissenbilder begeistern lässt, der wird nebenan bei der Galerie Ludorff fündig werden. „Yellow“, so der Titel eines kleinformatigen Werks aus den Jahren 1998/99, verlangt 240.000 Euro.

Weit auseinander driften die Positionen bei der Vermischung von Gegenwartskunst und klassischer Moderne in der zweiten Großhalle. Die Galerie Döbele beispielsweise gibt sich traditionell und ortsbezogen, indem sie die von Wladimir Zabotin und nicht nur von ihm gern porträtierte Karlsruher Institution „Rösli Weidmann mit blauem Hut“ vorstellt. Das konservative Porträtbildnis von 1915/16 kostet 12.000 Euro. Daneben entführt der Konstanzer Galerist Stephan Geiger in die ZERO-Zeit und offeriert ein aus Glas, Holz, Plexiglas und Farbe originell konzipiertes „Scherbenbild“ von Christian Megert für 34.000 Euro. Nicht übersehen werden sollte hier das originelle „Orakelbuch“ von Daniel Spoerri aus dem Jahr 2014; das Stickbild kann für 6.800 Euro mitgenommen werden. Ernst Hilger hat aus Wien einige gestische Bilder von Hans Staudacher mitgebracht, darunter „Blau – Grüne – Begrenzung“ von 1994 für 22.000 Euro. Spritzige, pfiffige und aneckende Kunst politischer Provenienz hält der Frankfurter Galerist Tristan Lorenz mit Peter Feiler bereit. Das in Mischtechnik jüngst entstandene Werk „Eulenspiegel“ hält wie einst Hieronymus Bosch der Gesellschaft vehement den Spiegel vor.

Die Art Karlsruhe läuft vom 18. bis zum 21. Februar und hat täglich von 12 bis 20 Uhr, am 21. Februar von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 20 Euro, ermäßigt 16 Euro, die Zweitageskarte 28 Euro bzw. 24 Euro, die Dauerkarte 34 Euro bzw. 30 Euro und die Abendkarte ab 17 Uhr 14 Euro. Der Katalog kostet 25 Euro.

Kontakt:

Messe Karlsruhe

Messegelände

DE-76287 Rheinstetten



18.02.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Friedrich Kallmorgen, Die Strickschule, 1889

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Ernst Ludwig Kirchner, Badende Frauen, 1925/32

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