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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute Ergebnisse erzielte das Berliner Auktionshaus Bassenge mit Druckgrafiken aus vier Jahrhunderten

Ein festlicher Erfolg



Louis-Jean Desprez und Francesco Piranesi, Die Cappella Paolina im Vatikan während der Zeremonie der Quarant’ Ore, um 1783/85

Louis-Jean Desprez und Francesco Piranesi, Die Cappella Paolina im Vatikan während der Zeremonie der Quarant’ Ore, um 1783/85

Papst Pius VI. und andere hohe kirchliche Würdenträger haben sich anlässlich der Zeremonie der Quarant’ Ore am Gründonnerstag zum Gebet versammelt. Sie knien vor einem barocken, von Gian Lorenzo Bernini entworfenen Aufbau aus geschnitztem und vergoldetem Holz, der mit zweihundert brennenden Kerzen geschmückt ist. Der stark verkürzte Innenraum der Cappella Paolina im Vatikan besticht durch seinen mystischen fast überirdischen Charakter, den die Beleuchtung hervorruft. Fast wie Geister erscheinen die Rücken der Gläubigen vor der beeindruckenden Kulisse. Diese theatralisch-imposante, farbig gefasste Umrissradierung schuf der französische Architekt, Maler und Grafiker Louis-Jean Desprez zusammen mit dem italienischen Kupferstecher Francesco Piranesi um 1783/85. Dem Publikum bei Bassenge gefiel sie ganz offensichtlich, denn das Werk spielte 56.000 Euro ein und überholte so seine Schätzgrenze von 12.000 Euro bei weitem. Generell kann sich das Berliner Auktionshaus über eine zufriedenstellende, losbezogene Zuschlagsquote von über 60 Prozent für die Druckgraphiken des 15. bis 19. Jahrhunderts freuen.


Druckgrafik des 18. Jahrhunderts

Ebenfalls erfolgreich fand am 28. Mai eine alttestamentliche Szene von James Barry einen neuen Besitzer. Die Radierung mit Kupferstich fertigte der Engländer im Jahr 1777. Zu sehen ist Hiob mit geschlossenen Augen sitzend auf dem Boden und umgeben von seinen gestikulierenden Freunden. Als Favorit ging das Blatt bei 18.000 Euro ins Auktionsrennen und kam am Ende mit 25.000 Euro heraus. Eine Dresden-Vedute Bernardo Bellottos rief ebenso einige Interessenten auf den Plan. Die Radierung mit der angeschnittenen Frauenkirche, ihrem Vorplatz und dem Blick in die lange Rampische Gasse wurde für 12.000 Euro verkauft (Taxe 9.000 Euro). Auf 2.600 Euro stiegen Carl Wilhelm Kolbes d.Ä. Radierung „Die Kuh im Schilfe“, die gemütlich in dichtem Blätterwald lagert (Taxe 1.200 EUR), und Giovanni Davids schlichte Darstellung „La Cuisiniere“ aus der Folge „Divers Portraits“ von 1775 an (Taxe 1.800 EUR).

Durch feinste Farbnuancen zeichnet sich das reizende Bildnis der Madame Baudouin aus, einer Tochter François Boucher, dargestellt als Flora. Diese prachtvolle Farbradierung von Louis Marin Bonnet aus dem Jahr 1769 nach einem Gemälde Bouchers ist von großer Seltenheit und einem Bieter daher hohe 9.500 Euro wert (Taxe 4.500 Euro). Die teils rätselhaften 80 Radierungen der Mappe „Los Caprichos“ von Francisco de Goya in einer Edition des Jahres 1929 erzielten trotz leichter Beschädigungen eine Summe von 12.000 Euro (Taxe 7.500 EUR). Ebenfalls von Goya stammt die dunkel-mysteriöse Folge „Los Proverbios“, die aus einem Titelblatt und 18 Radierungen besteht. Die prachtvollen und kräftigen Drucke von 1916 überzeugten bei 9.000 Euro (Taxe 4.000 EUR).

Druckgrafik des 19. Jahrhunderts

Ebenfalls für eine unerwartete Preissteigerung sorgte die komplette Folge von zehn Illustrationen zu Goethes Faust in der ersten Auflage von 1816. Die stimmungsvollen und detaillierten Kupferstiche fertigten Ferdinand Ruscheweyh und Julius Thaeter nach Zeichnungen von Peter Cornelius an. Dieser konzipierte die Serie seit 1810 in Frankfurt und Rom. Von Anfang an dachte er sie als Folge im Stil von Dürer. Als solche zeichnen sie sich durch eine klare und strenge Linienführung aus und holten sich damit 13.000 Euro (Taxe 4.500 Euro). Gefragt waren zudem Christoffer Wilhelm Eckersbergs dynamisch aufgebauter Blick auf das Deck eines Kriegsschiffes, vor Anker liegend bei ruhiger See, aus dem Jahr 1834 bei 3.800 Euro und Charles-François Daubignys nicht einmal ganz postkartengroße Flusslandschaft mit „Les petits cavaliers“ von 1844 bei 2.200 Euro (Taxe je 750 EUR). Auch Ludwig Emil Grimms Selbstbildnis als junger suchende Künstler von 1813 reüssierte bei 4.500 Euro, ebenso Max Klingers schwarzbraune Aquatintaradierung „Selbstbildnis mit Zigarre“ von 1909 bei 3.600 Euro (Taxe je 750 EUR), die komplette Folge „Die römischen Ansichten“ mit 20 Radierungen von Joseph Anton Koch bei 4.000 Euro (Taxe 2.400 EUR) oder Otto Greiners symbolistische Lithografie „Der Tanz“ in Eisenrot von 1896 bei 1.400 Euro (Taxe 600 EUR).

Druckgrafik des 16. und 17. Jahrhunderts

Der frühe und daher seltene Druck „Der Alchemist“ von Pieter Bruegel d.Ä. konnte seinen Schätzwert von 12.000 Euro nicht erzielen. Den Kunden war dieses vielfigurige Interieur nur 10.000 Euro wert. Genauso verhielt es sich mit einem klaren Druck von Albrecht Dürer. Vor einer Burgkulisse verabschiedet sich Christus gerade von seiner auf dem Boden knienden Mutter, hinter der zwei weitere Frauen ihr voller Mitgefühl beistehen. Ein Bieter griff den Holzschnitt für 10.000 Euro auf, womit er den anvisierten Wert von 12.000 Euro jedoch verfehlte. Auch für Dürers Kupferstich „Die sechs Kriegsleute“ um 1495 kamen nur 5.300 Euro zusammen (Taxe 6.000 EUR), bei seinem Meisterstich „Adam und Eva“ dann wenigstens 7.600 Euro (Taxe 7.500 EUR). Doch die deutsche Renaissancekunst musste nicht nur nachstehen. Der in seiner Natürlichkeit eindrückliche Kupferstich „Frau mit zwei Kindern in der Badestube“ von Hans Sebald Beham kletterte auf 6.500 Euro (Taxe 3.500 EUR), wie auch Lucas Cranachs d.Ä. Blatt mit der „Buße des heiligen Chrysostomus“ von 1509 (Taxe 4.500 EUR).

Eine Überraschung gelang bei den Niederländern Jan Harmensz Muller. Sein prachtvoller manieristischer Kupferstich „Venus und Merkur“, entstanden um 1600 nach Bartholomäus Spranger, verabschiedete sich erst bei 17.000 Euro, angesetzt war er gerade mal auf 4.500 Euro. Von besonderer Schönheit ist außerdem Mullers „Apotheose der Künste“. Die durch Frauen verkörperten Künste halten sich am Arm eines Posaune blasenden Engels fest, um vor den Barbaren in den Olymp zu fliehen. Dieser virtuose Kupferstich ebenfalls nach Bartholomäus Spranger verließ Bassenge schon für 10.000 Euro (Taxe 12.000 Euro). Landsmann Cornelis Cort bediente sich bei Federico Barocci und setzte dessen liebevolle Szene mit der „Rast bei der Rückkehr von Ägypten“ grafisch um; 4.200 Euro waren der Lohn für den Kupferstich von 1575 (Taxe 3.500 EUR). Manieristisch blieb es bei Aegidius Sadelers II. eindrucksvollem Kupferstich „Diana und Akteion“ nach Joseph Heintz für 3.600 Euro (Taxe 3.500 EUR). 8.000 sicherte sich Jacques Callots auf zwei Bögen gedruckte und reich mit Figuren ausgestattete Radierung „Der Jahrmarkt von Impruneta“ in der zweiten Fassung (Taxe 3.000 EUR).

Großer Beliebtheit erfreuten sich bei der Versteigerung die Arbeiten Rembrandt Harmensz van Rijns; von den 27 Positionen des Hauptteils wechselten immerhin 20 den Besitzer. Die großformatige Darstellung „Der Tod der Maria“ von 1639 faszinierte durch die Gegensätzlichkeit ihrer Ausarbeitung. In einem hohen Gemach ist die Muttergottes zu sehen. Zahlreiche Personen umgeben sie, während sich oberhalb des Baldachins der Himmel bereits geöffnet hat und den Blick auf Putten und Engel freigibt. 13.000 Euro konnte das marianische Thema auf sich vereinen (Taxe 9.000 EUR). Die nächtlich düstere Radierung „Der Dreikönigsabend“ steigerte sich gar von 7.500 Euro auf 16.000 Euro. Etwas hinter den Erwartungen zurück blieb der Erlös für Rembrandts Radierung „Der Obelisk“; für 9.000 Euro holte sich ein neuer Besitzer diese stimmungsvolle Vedute (Taxe 12.000 EUR). Wieder besser schnitt dann seine „Landschaft mit der saufenden Kuh“ um 1650 bei 8.000 Euro ab (Taxe 7.500 EUR), und auch in der Trouvaillen-Abteilung blieb Rembrandts „Hunderguldenblatt“ nicht unentdeckt. Mehrere Sammler stritten sich bis auf 13.000 Euro hinauf (Taxe 4.500 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



03.08.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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28.05.2015, Druckgraphik des 15.-19. Jahrhunderts

Bei:


Galerie Bassenge

Bericht:


Rat der Freunde

Kunstwerk:

Lucas Cranach d.Ä., Die Buße des heiligen Chrysostomus, 1509
Lucas Cranach d.Ä., Die Buße des heiligen Chrysostomus, 1509

Kunstwerk:

Louis Marin Bonnet, Tête de Flore (Bildnis der Madame Baudouin), 1769
Louis Marin Bonnet, Tête de Flore (Bildnis der Madame Baudouin), 1769

Kunstwerk:

Bernardo Bellotto, Vue de l’Eglise de Notre Dame, et de la Rue dite La
 Rammische Gasse…, 1757
Bernardo Bellotto, Vue de l’Eglise de Notre Dame, et de la Rue dite La Rammische Gasse…, 1757

Kunstwerk:

Francisco de Goya, Los Caprichos, 1799
Francisco de Goya, Los Caprichos, 1799

Kunstwerk:

Rembrandt, Der Obelisk, um 1650
Rembrandt, Der Obelisk, um 1650

Kunstwerk:

Rembrandt, Der Tod der Maria, 1639
Rembrandt, Der Tod der Maria, 1639







Francisco de Goya, Los Caprichos, 1799

Francisco de Goya, Los Caprichos, 1799

Taxe: 7.500,- EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 5319

Bartholomäus Spranger, Jan Harmensz Muller, Venus und Merkur, um 1600

Bartholomäus Spranger, Jan Harmensz Muller, Venus und Merkur, um 1600

Taxe: 4.500,- EURO

Zuschlag: 17.000,- EURO

Losnummer: 5181

Louis Marin Bonnet, Tête de Flore (Bildnis der Madame Baudouin), 1769

Louis Marin Bonnet, Tête de Flore (Bildnis der Madame Baudouin), 1769

Taxe: 4.500,- EURO

Zuschlag: 9.500,- EURO

Losnummer: 5288

Ferdinand Ruscheweyh und Julius Thaeter, Bilder zu Goethes Faust, 1816

Ferdinand Ruscheweyh und Julius Thaeter, Bilder zu Goethes Faust, 1816

Taxe: 4.500,- EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 5419

Albrecht Dürer, Adam und Eva, um 1504

Albrecht Dürer, Adam und Eva, um 1504

Taxe: 7.500,- EURO

Zuschlag: 7.600,- EURO

Losnummer: 5086

Albrecht Dürer, Die sechs Kriegsleute, um 1495

Albrecht Dürer, Die sechs Kriegsleute, um 1495

Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 5.300,- EURO

Losnummer: 5090

Ludwig Emil Grimm, Selbstbildnis Ludwig Emil Grimms im Dreiviertelprofil nach rechts, 1813

Ludwig Emil Grimm, Selbstbildnis Ludwig Emil Grimms im Dreiviertelprofil nach rechts, 1813

Taxe: 750,- EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 5443

James Barry, Hiob von seinen Freunden ermahnt (Job reproved by his Friends), 1777

James Barry, Hiob von seinen Freunden ermahnt (Job reproved by his Friends), 1777

Taxe: 18.000,- EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

Losnummer: 5285

Bernardo Bellotto, Vue de l’Eglise de Notre Dame, et de la Rue dite La Rammische Gasse…, 1757

Bernardo Bellotto, Vue de l’Eglise de Notre Dame, et de la Rue dite La Rammische Gasse…, 1757

Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 5286

Bartholomäus Spranger, Jan Harmensz Muller, Die Apotheose der Künste (Die Künste fliehen vor den Barbaren in den Olymp), 1597

Bartholomäus Spranger, Jan Harmensz Muller, Die Apotheose der Künste (Die Künste fliehen vor den Barbaren in den Olymp), 1597

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 5182

Rembrandt, Der Dreikönigsabend, um 1652

Rembrandt, Der Dreikönigsabend, um 1652

Taxe: 7.500,- EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 5221

Rembrandt, Der Tod der Maria, 1639

Rembrandt, Der Tod der Maria, 1639

Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 5220




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