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Das Museum Kunst der Westküste auf der Nordseeinsel Föhr startet mit gleich vier Ausstellungen in die neue Saison

Leinen los für die Kunst!



Max Liebermann, Badende Knaben, um 1899

Max Liebermann, Badende Knaben, um 1899

Mit gleich vier neuen Ausstellungen startet das Museum Kunst der Westküste in Alkersum auf der Insel Föhr in die diesjährige Saison. Das Spektrum reicht dabei von hochkarätigen Neuerwerbungen, darunter etliche Werke von Max Liebermann, über die Gruppenausstellung „Empty Rooms“, die sich dem Phänomen der Leere in der zeitgenössischen Kunst widmet, bis hin zu einer Serie von Schwarzweißfotografien des jungen Italieners Calogero Cammalleri, die auf der Insel Lampedusa entstanden sind. Außerdem hat der Hamburger Thomas Judisch augenzwinkernde Interventionen unter die Exponate des Museums gemischt.


Die diesjährige, aus den eigenen Beständen entwickelte Hauptausstellung „Max Liebermann und Zeitgenossen“ umfasst mehr als 80 Werke. Rund die Hälfte davon sind Neuerwerbungen und Zustiftungen, die in den letzten drei Jahren Eingang in die mittlerweile rund 680 Werke umfassende Sammlung des erst 2009 eröffneten Museums gefunden haben. Dem Sammlungsschwerpunkt des Hauses entsprechend, stehen maritime Themen im Fokus der Präsentation. Mehr als 35 Arbeiten in dieser Schau stammen aus der Hand von Liebermann selbst. Ergänzt wird die Auswahl unter anderem um Künstler wie den niederländischen Maler Jozef Israëls (1824-1911), mit dem Liebermann seit 1881 eng befreundet war.

Israëls’ Strandmotive von der niederländischen Nordseeküste passen hervorragend zu einer erst Anfang Februar auf einer Auktion getätigten, spektakulären Neuerwerbung. Max Liebermanns Gemälde „Muschelfischer (Graue See)“ entstand im Sommer 1908 an der Küste bei Noordwijk. Der Maler lässt sich hier vom Betrachter gewissermaßen über die Schulter schauen. Er nimmt ihn mit ans Meer, führt ihm in pastosem Farbauftrag die wogende See vor Augen und stellt räumliche Tiefe her, indem er den nur bis zu den Fußknöcheln im Wasser stehenden, jungen Muschelfischer mit einer Gruppe fröhlich Badender im Hintergrund kontrastiert. Neu in die Sammlung gekommen sind unter anderem auch Arbeiten auf Papier von Max Beckmann, Käthe Kollwitz oder Otto Mueller.

Dass im Museum Kunst der Westküste aber auch Platz für zeitgenössische Kunst ist, hat das Haus bereits im vergangenen Jahr mit der vom Publikum positiv aufgenommenen Gruppenausstellung „Papermania“ bewiesen. Das Projekt „Empty Rooms. Die Schönheit der Leere“ knüpft jetzt daran an. Die von Christiane Morsbach kuratierte Schau vereinigt Arbeiten von elf deutschen und internationalen Künstlern. Die 1983 entstandene, älteste Arbeit der Schau „Reasons for Knocking at an Empty House“ des US-amerikanischen Videokünstlers Bill Viola zeigt in einem knapp 20 Minuten langen Zusammenschnitt, wie sich ein männlicher Protagonist in einem nahezu leeren Raum im ersten Stock eines Hauses drei Tage lang wachzuhalten versucht und dabei an seine physischen wie psychischen Grenzen gerät. Einsamkeit und Leere potenzieren sich hier gegenseitig, während das Leben draußen scheinbar ganz ungerührt weitergeht.

Im Medium Video arbeitet auch der Finne Lauri Astala. In seiner 2005 entstandenen Arbeit „Small Spectacle about Lightness“ nimmt er den Betrachter mit in ein altes Haus. Er lässt ihn durch die zwei Fenster eines leeren Raumes nach draußen blicken. Zu sehen ist eher Belangloses: herbstliche Bäume, eine Fahnenstange und der gemächlich vorbeifahrende Verkehr auf einer vierspurigen Straße. Was zunächst wie eine starre Aufnahmesituation wirkt, entpuppt sich im weiteren Verlauf aber als subtiler Testlauf für unsere visuelle Wahrnehmung. Kaum merklich, aber kontinuierlich verschieben sich bestimmte Details des Raumes. So sind die beiden Heizkörper mal in Nischen unter der Fensterbank installiert, dann wiederum schweben sie vor der Wand. Ebenso verhält es sich mit den Fenstern, die mal mehr, mal weniger Sprossen aufweisen. Das Grundvertrauen in die Objektivität der eigenen Wahrnehmung gerät somit kräftig ins Wanken.

Der Münsteraner Fotograf Thomas Wrede, Jahrgang 1963, präsentiert auf seinen 1998 entstandenen, dokumentarischen Schwarzweißaufnahmen die leergeräumten Durchgänge und Foyers des Festspielhauses in Recklinghausen direkt vor dem Umbau. Wesentlich narrativer aufgeladen sind die sepiabraunen Aufnahmen aus der Serie „Das Haus“ der Wiesbadener Fotokünstlerin Nicole Ahland, Jahrgang 1970. Auf ihnen hat sie teils zerbrochene, von Staub, Spinnweben und Schimmel überzogene Möbelstücke in einem offenbar schon lange leerstehenden, einst herrschaftlichen Haus eingefangen. Auch wenn es zunächst so aussieht: Hier ist nichts inszeniert oder arrangiert. Nicole Ahland hält mit ihrer Kamera Situationen fest, die sie genau so in aufgegebenen Häusern vorfindet.

Von dem britischen Künstler Alastair Mackie, Jahrgang 1977, stammt eine skulpturale Arbeit, die zunächst anmutet wie ein verwunschenes viktorianisches Spukhaus. In Wirklichkeit aber hat Mackie hier ein Puppenhaus nachgebaut – jedoch aus einem äußerst ungewöhnlichen Material. Der Künstler hat aus verlassenen Wespennestern einen dunkeltonigen, harter Pappe oder Sperrholz nicht unähnlichen, natürlichen Werkstoff hergestellt. Bausatzartig hat er ihn zu der nicht von Ungefähr an Edgar Allan Poesche Schauermärchen oder Hitchcocks Psycho-Haus erinnernden Gebäudehülle zusammengefügt. Im Medium Malerei nähert sich Julia Rothmund, Jahrgang 1981, dem Thema Leere an. Die Düsseldorferin suchte ehemalige Heilanstalten und Sanatorien im badischen Illenau und im brandenburgischen Beelitz auf. Ihre von perfekt durchinszenierten Licht- und Schatteneffekten geprägten Gemälde zeigen nur noch die leeren Räume. Diejenigen, die einst durch sie hindurchgingen, sind für immer verschwunden.

Die dänische Foto- und Videokünstlerin Astrid Kruse Jensen, Jahrgang 1975, ist mit der Videoarbeit „The House Inside Her“ von 2011 vertreten. Darin wandert eine junge Frau in zeitlupenhaften Bewegungen durch ein leer stehendes Haus und trifft dort auf surreale Situationen. Ebenfalls aus Dänemark stammt die Fotografin Trine Søndergaard, Jahrgang 1972. Die Kopenhagenerin suchte für ihre Serie „Interior“ (2008-2012) leer stehende Gutshäuser auf. Die Aufnahmen entstanden ausschließlich bei natürlichem Licht und erhalten so eine malerische Qualität, die klare Bezüge zu dem für seine melancholisch aufgeladenen Interieurs bekannten, dänischen Realisten Vilhelm Hammershøi aufweist. Der Niederländer Martijn Veldhoen, Jahrgang 1962, stellt sein Video „Momentum“ von 2003 vor. Nahezu schwerelos scheint die Kamera in einer einzigen Einstellung durch eine Abfolge ganz unterschiedlicher, menschenleerer Räume in verschiedenen südeuropäischen Ländern und Städten zu gleiten. Die Fahrt endet in einer dunklen Höhle. Die Arbeit wurde inspiriert von der Schlusssequenz des Michelangelo Antonioni-Films „Beruf: Reporter“.

Der Hamburger André Lützen, Jahrgang 1963, ist mit Arbeiten aus seiner dreiteiligen Serie „Außenlinie Europa“ zugegen. Zu sehen ist die Aufnahme einer geheimnisvollen, geschlossenen Tür in einem schmuddeligen, korridorartigen Raum, der ausschließlich von rechteckigen Linien und Flächen geprägt ist. Der französische Filmregisseur und Bildhauer Charles Matton (1933-2008) schließlich hat zwischen 2001 und 2006 rund ein Dutzend täuschend echt wirkende, dreidimensionale Modelle von Räumen gebaut, darunter das Büro von Sigmund Freud und das Zimmer, das William S. Burroughs in Tanger bewohnte. In Alkersum steht Mattons menschenleere Eingangshalle eines altertümlichen Hotels. Durch den Einsatz mehrerer Spiegel entsteht beim Betrachter die Illusion einer sich ins Unendliche fortsetzenden Raumabfolge.

Die Schau „Lipadusa“ macht auf die Schwarz-Weiß-Aufnahmen des in Deutschland aufgewachsenen, jungen italienischen Fotografen Calogero Cammalleri aufmerksam. Auf der Suche nach seinen italienischen Ursprüngen begab er sich auf die Insel Lampedusa. Cammalleris Absicht war es, das ursprüngliche Leben der Fischer und Kinder auf der durch zahlreiche Flüchtlingstragödien weltweit in die Schlagzeilen geratene Insel in seinen Bildern einzufangen. Besucher im Museum Kunst der Westküste werden in diesem Jahr aber auch immer wieder auf kleine Interventionen von Thomas Judisch stoßen. Der 1981 geborene Hamburger Künstler war 2014 als Artist in Residence in Alkersum zu Gast. Auf dem Rasen des Museums hat Judisch zum Beispiel Bronzeabgüsse von Pferdeäpfeln ausgelegt und ihnen Titel wie „Alex, Peter und Fritz“ gegeben – für ihn ein ironischer Kommentar auf die Heroisierung von Feldherren und Herrschern in gängigen Reiterstandbildern. Außerdem ist Judisch mit Video- und Fotoarbeiten vertreten. Die diesjährige Auswahl im Museum Kunst der Westküste bietet einmal mehr einen künstlerischen Bilderbogen, der vom späten 19. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart reicht und nahezu alle künstlerischen Medien mit einbezieht.

Die Schau „Max Liebermann und Zeitgenossen. Neue Werke in der Sammlung“ läuft bis zum 11. September, die Ausstellungen „Empty Rooms. Die Schönheit der Leere“ und „Lipadusa. Calogero Cammalleri“ bis zum 19. Juni und „Thomas Judisch. Interventionen im musealen Raum“ bis zum 8. Januar 2017. Das Museum Kunst der Westküste hat bis zum 31. Oktober täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, danach an gleichen Wochentagen von 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Der Katalog „Max Liebermann und Zeitgenossen“ ist im Boyens Buchverlag erschienen und kostet 18 Euro, die Publikation „Lipadusa“ kostet 25 Euro.

Kontakt:

Museum Kunst der Westküste

Hauptstraße 1

DE-25938 Alkersum

Telefon:+49 (04681) 74 74 00

Telefax:+49 (04681) 74 740 19

E-Mail: info@mkdw.de



09.03.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Max Liebermann, Muschelfischer (Graue See)

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