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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Zu den Salzburger Osterfestspielen darf die traditionsreiche „Art & Antique Residenz Salzburg“ nicht fehlen. Ein Dutzend profilierter Händler aus Österreich und Süddeutschland sorgt für Glanz auf dieser Messe für Kunst, Antiquitäten und Design, wie sie sich im Untertitel selbst bezeichnet

Von A wie Antike bis Z wie Zülow



Sabäischer Männerkopf, Südarabien, 1. Jahrhundert v. Chr. bis 1. Jahrhundert n. Chr.

Sabäischer Männerkopf, Südarabien, 1. Jahrhundert v. Chr. bis 1. Jahrhundert n. Chr.

Es mag wohl wahr sein, dass ein großer Teil der Festspielgäste außerhalb der Osterzeit weder die international tätige belgische Asiatika-Galerie Art Blue noch den kundigen Volkskunstspezialisten Walter Moskat in der Nähe von Bregenz ganz gezielt ansteuern würde. Aber in Salzburg auf der „Art & Antique“, die noch bis zum 28. März in den Räumlichkeiten der Residenz stattfindet, ist das anders. Hier ist der Musikliebhaber empfänglich für das Reizvolle und Schöne, für Barock und Klassische Moderne, für Antiken und Wiener Jugendstil. Dass diese Messe immer noch den guten Ruf hat, das maßgeschneiderte Pendant zum anspruchsvollen Musikevent zu sein, ist vor allem auf jene Händler zurückzuführen, die mit Kompetenz, Neugierde und Engagement ihr Geschäft betreiben.


Gleich am Eingang überrascht die Galerie bei der Albertina, die sich auf Arbeiten der Wiener Werkstätte und Kunst der Sezessionszeit konzentriert, mit einer auf den ersten Blick wie eine Graphic Novel wirkenden Wand. Etwa hundert schreibheftgroße, bunte Bilder reihen sich neben- und übereinander. Es handele sich, so Seniorchefin Christa Zetter, um das wohl einzige vollständige Exemplar der sogenannten Monatshefte Franz von Zülows. Der Wiener Maler und Grafiker hat zwischen 1909 und 1915 in einer Mischung aus Volkskunst und Expressionismus Monat für Monat in einem Leporello mit acht Motiven die Ereignisse jahreszeitlich kommentiert. Wohl eher als persönliche Gabe für Freunde und Künstlerkollegen gedacht, sind sie heute ein Zeugnis früher expressionistischer Druckgrafik. Die angebotene, vollständige Serie von 1910 soll 195.000 Euro kosten.

Konkurrenz in Sachen Design der Wiener Moderne haben die Galeristinnen Christa Zetter und Katharina Zetter-Karner durch die Brüder Florian und Nikolaus Kolhammer bekommen. Die beiden Wiener präsentieren dekorative Metallarbeiten von Dagobert Peche, Josef Hoffmann und aus der Werkstätte Hagenauer. Die Preise starten bei 4.000 Euro. Ihr Glanzstück aber ist ein Armlehnstuhl, den 1901 der Wiener Architekt Joseph Urban entwarf. Das 75.000 Euro teure Möbel ist eines von vier Exemplaren, die für die Präsentation des Hagenbundes in der Kunstgewerbeschau im Münchner Glaspalast 1901 entstanden. Zwei gelten als verschollen. Der Name Kolhammer ist ein weiteres Mal vertreten. Ein paar Stände weiter bietet der ältere Bruder unter dem Label Kolhammer & Mahringer das für den Lebensreformer Karl Wilhelm Diefenbach typische mystisch-esoterisch angehauchte Gemälde „Dulder und Gekreuzigter“ aus der Zeit um 1900 für 38.000 Euro sowie einen „Berghof“ von Oskar Mulley für 75.000 Euro an.

Österreichische Kunst dominiert auf der Salzburger Messe, selbst bei der Klassischen Moderne sind Blumen-Aquarelle von Emil Nolde wie bei Kovacek Spiegelgasse selten (Preis je 280.000 Euro). Österreicher laut Pass war seit 1946 der neusachliche Maler Albert Birkle. Das Porträt seiner Ehefrau „Elisabeth Starosta“ von 1923/25 ist hier mit 125.000 Euro, ein „Blumenstauß in Vase“ Anton Faistauers von 1917 mit 165.000 Euro ausgepreist. Einen zeitlichen Sprung von Ferdinand Georg Waldmüllers spätbiedermeierlichem Gemälde „Mutterglück“ für 280.000 Euro zu Franz Sedlaceks surreal verfremdeter „Landschaft mit Straße“ aus der Zwischenkriegszeit mit einem Preis im unteren sechststelligen Eurobereich wagt der Kunsthandel Freller aus Linz. Sedlaceks magische Szenerie galt bislang als verschollen. Die kanonisch abgesegneten und gefragten Namen der Malerei des 19. Jahrhunderts dominieren bei Giese & Schweiger. Das 1857 entstandene „Rosenstück“ von Franz Xaver Petter, dem fulminantesten Blumenmaler des Spätbiedermeier, kostet hier 47.000 Euro. Landschaften Emil Jakob Schindlers, der im letzen Drittel des 19. Jahrhunderts eher an einer poetischen Überhöhung der Natur als an einem harten Realismus interessiert war, liegen zwischen 60.000 bis 120.000 Euro.

Eine feste Größe in Salzburg sind das barocke und frühklassizistische Kunsthandwerk bei Christian Eduard Franke aus Bamberg und die Werke der französischen Moderne beim Poliakoff-Spezialisten Gérard Schneider von der Galerie Française. Während Franke die Besucher mit vier fränkischen allegorischen Sandstein-Putti von 1765 in sein Reich aus hochwertigen Möbeln, Augsburger Silber und Gemälden des 18. Jahrhunderts lockt, lenkt Schneider mit einer spannungsreichen „Composition rouge, gris et vert“ von Serge Poliakoff von 1964 , dessen Preis nur auf Anfrage zu erfahren ist, die Blicke auf sein Angebot. Dazu zählt auch die große Farblithografie „L’oiseau dans le feuillage“ von Georges Braque, deren Reiz ein scheinbar aus Zeitungspapier collagierter Hintergrund ist. Dieses große Blatt, das 1961 in einer Auflage von 50 Stück entstand, liegt preislich bei 48.000 Euro.

Eine Bereicherung für die Salzburger Messe ist Kunkel Fine Art aus München. Das Programm mäandert zwischen Salon und Sezession und zeigt, welche künstlerische Potenz auch in den noch nicht allseits abgegriffenen Künstlernamen steckt, wie etwa in dem brillanten, melancholischen Aquarell „Anna Passini auf dem Balkon des Palazzo Priuli in Venedig“. Die Arbeit von Ludwig Passini mit detailreich und stimmungsvoll wiedergegebener Architektur kostet 55.000 Euro. Das Dreifache allerdings veranschlagt Alexander Kunkel für Franz von Stucks farbige Pastellkreidezeichnung „Tilla Durieux als Circe“. Einen reich mit Rocaillen verzierten Inntaler Rokoko-Schrank von etwa 1770 hält für 44.000 Euro der breit aufgestellte Linzer Kunsthandel Wimberger bereit, typisch österreichische Laternenuhren aus der Biedermeierzeit sowie Empire-Inneneinrichtungen der Danhauserschen Möbelfabrik offeriert im mittleren fünfstelligen Preisbereich Lilly’s Art. Eine Auswahl historischer steinerner Gartendekorationen wie etwa ein Paar Marmor-Sphingen des späten 18. Jahrhunderts zum Preis von 44.000 Euro bietet der Kunsthandel Schauer aus Krems. Hochkarätiger Schmuck und Silber ist die Domäne der Galerie Pintar.

Insgesamt stellen 36 Kunsthändler und Galeristen verschiedenster Sammelgebiete aus. Doch Besetzungsschwierigkeiten sind nicht zu übersehen. Möglicherweise ist die zeitliche Überschneidung mit der TEFAF in Maastricht der Grund, dass potentielle Händler wie Senger aus Bamberg mit gotischen Skulpturen oder Wienerroither & Kohlbacher mit ihrem breiten Angebot an Klimt- und Schiele-Werken nicht mehr vertreten sind. Auch das Fehlen einer Galerie für Fotografie ist ein Manko.

Die Art & Antique Residenz Salzburg hat bis zum 28. März täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 13 Euro, ermäßigt 10 Euro.

Fürstbischöfliche Residenz Salzburg
Residenzplatz 1
A-5020 Salzburg

www.artantique-residenz.at



21.03.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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