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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Kunden haben die Preise für Alte und Neuere Kunst sowie Antiquitäten bei Neumeister in München etwas durcheinander gewirbelt

Das teure Monogramm



Albert Bierstadt, Monogramm AB (möglicherweise Albert Bierstadt), Küstenlandschaft am Golf von Neapel im Abendlicht, 1850er Jahre

Albert Bierstadt, Monogramm AB (möglicherweise Albert Bierstadt), Küstenlandschaft am Golf von Neapel im Abendlicht, 1850er Jahre

Da stand in roter Farbe nur AB drauf. Doch das hielt die Sammler im Münchner Auktionshaus Neumeister nicht davon ab, hinter dem Monogramm auf einer Küstenlandschaft am Golf von Neapel den berühmten deutsch-amerikanischen Maler Albert Bierstadt zu vermuten. Schon der Katalog legte dies nahe und verwies bei den ligierten Buchstaben auf das Monogrammlexikon von Paul Pfisterer. Dem schienen sich mehrere Interessenten anzuschließen, zumal mit dem Klebeetikett der Münchner Galerie Heinemann ein namhafter Kunsthändler an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert für die Qualität des Gemäldes bürgte, und im Schaffen Bierstadt, der 1856/57 Italien bereiste, sind weitere südliche Landschaften bekannt. So blieb es denn auch nicht bei der Schätzung von 1.000 bis 1.200 Euro. Für den in den 1850er Jahren gemalten stimmungsvollen Abend an der Küste mit untergehender Sonne, heimkehrenden Fischerbooten und Blick auf Capri zahlte ein süddeutscher Privatsammler schließlich 50.000 Euro.


In der Versteigerung am 23. März sorgten die Kunden noch für so manch andere Überraschung, wirbelten die Preise teils kräftig durcheinander und nahmen gut 50 Prozent des Angebots mit. So verschmähten sie die als Hauptlos angetretene Allegorie aus den Frühling aus der Werkstatt Pieter Breughels d.J. mit Gärtner beim Bestellen der Blumenbeete (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR), ließen dagegen Johann Wilhelm Schirmers Ölstudie eines sommerlichen Kastanienwalds in weitenschweifender italienischer Landschaft aus dem Jahr 1839 von 3.000 Euro auf 26.000 Euro schnellen. Gerade bei der Kunst des 19. Jahrhunderts gab es noch einige Preiskorrekturen nach oben, so für Hugo Kauffmanns Genre einer Wirtshausszene mit prahlerischem Mann unter dem Titel „Jägerlatein“ von 1879 auf 37.000 Euro (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR) oder Johann Adam Kleins italienischer Bäuerin mit Kind und Spinnrocken im Hof eines Bauernhauses von 1860 auf 20.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Auch andere, auf den ersten Blick unspektakuläre Werke blieben nicht unentdeckt. Dazu gehören etwa Johann Sperls Waldboden mit „Blumen am Wegesrand“ für 5.500 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR), Josef Wengleins bayrische „Moorlandschaft“ unter Wolkenbergen für 6.500 Euro oder Adolf Dresslers schlichter Waldteich mit Figurenstaffage und mächtigem Baum von 1879 für 6.000 Euro (Taxe je 2.000 bis 3.000 EUR). Auch wenn Hans von Marées bei seiner „Grablegung Christi“ nur ein Gemälde Rembrandts in der Alten Pinakothek wiederholte, war es recht klar, dass die 2.000 bis 2.200 Euro dafür nicht ausreichten. 15.000 Euro bewilligte schließlich das Museum Wiesbaden. Überraschender waren da schon die 7.000 Euro für Bruno Piglheins Gemälde „Der Taucher“, ein symbolistisches Salongemälde par excellence nach Schillers gleichnamiger Ballade (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Diesen Wert gab es zudem für Wilhelm Trübners im typischen Blaugrün schwelgenden Landschaftsausschnitt mit „Schloss Lichtenberg im Odenwald“ von 1900 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Fritz von Uhde konnte sich mit seinen in die Gegenwart übertragenen christlichen Themen ebenfalls gut behaupten. Seine realistische Stallszene „In der Heiligen Nacht“ kletterte von 1.200 Euro auf 6.000 Euro, seine „Bergpredigt“ mit Jesus vor einfachem Bauernvolk spielte taxgerechte 8.500 Euro ein. Die „Vier Kätzchen mit Heuschrecke im Stall“ von Julius Adam d.J. erreichten ihre obere Schätzung von 12.000 Euro, Josef Schertels mild beleuchtete „Schafherde in Moorlandschaft“ mit Ansicht schneebedeckter Bergketten im Hintergrund die ihrige von 4.000 Euro. Carl Bernhard Schlössers häufiger wiederholte Genreszene „Die verbotene Frucht“ mit rauchenden Buben im Schulzimmer von 1869 konnte dann wieder leicht auf 4.500 Euro zulegen (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), deutlicher Gabriel von Max’ Bildnis einer jungen Dame als Melancholie im Halbprofil von 1.200 Euro auf 4.500 Euro, ebenso wie Oswald Achenbachs schlichte Ölstudie „Im Zillertal“ von 1.500 Euro aus. Nochmals 300 Euro mehr gab es für das Interieur mit zwei jungen Frauen in einem lichtdurchfluteten Gang des Scholle¬-Malers Walter Püttner (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR). 4.500 Euro gab es dann wieder für Heinrich Hönichs „Frühlingssehnen“; die lyrische Landschaft mit mehreren noch kahlen Birken und einer Frau in Rückenansicht von 1915 gehört ebenfalls zur gemäßigten Moderne (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

Bei den Alten Meistern war mit 8.000 Euro die obere Messlatte erreicht. Diesen Zuschlag zur unteren Erwartung gab es für eine duftige, im Stil des frühen Rokoko gehaltene Malerei mit rastenden Hirten in südlicher Ruinenlandschaft aus der Hand des gebürtigen Wieners Franz de Paula Ferg. 5.500 Euro verbuchten anschließend zwei einfache Tierhatzen des rund zwei Generationen jüngeren Nürnberger Malers Magnus Prasch (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Eine Kollegin aus der Freien Reichsstadt war Barbara Regina Dietzsch; ihr waren zwei Blumenportraits auf dunkel grundiertem Pergament zugeschrieben. Die Gouachen einer Tulpe mit Jasminzweig und Bläuling sowie einer einzelnen Distel verbesserten sich auf 3.600 Euro und 5.000 Euro (Taxe je 1.500 bis 2.000 EUR). Bei den Arbeiten auf Papier reüssierten zudem mehrere Bleistiftskizzen Carl Spitzwegs, darunter die hockenden Orientalen mit 1.300 Euro (Taxe 700 bis 900 EUR) oder das Skizzenbuchfragment der italienischen Reise von 1840 mit 59 Blättern bei 3.000 Euro (Taxe 300 bis 350 EUR).

Auch mehrere Mitbringsel aus den Alpen stießen auf Gefallen, etwa Edward Theodore Comptons Aquarell von Sorapis und Marmarole aus den italienischen Dolomiten mit 2.200 Euro (Taxe 400 bis 600 EUR) oder der herbstliche „Hintersteiner See mit Wildem Kaiser“ aus Tirol seines Sohnes Edward Harrison Compton von 1924 mit 1.400 Euro (Taxe 600 bis 700 EUR). Trotz einiger Ausfälle konnte sich Rudolf Reschreiter dann doch noch mit seiner Gouache des wolkenumzogenen Großglockners bei 1.900 Euro durchsetzen (Taxe 800 bis 1.200 EUR). Bei Franz von Stuck muss man sich üblicherweise keine so großen Sorgen machen. Seine Bleistiftstudie einer Nixe zu dem Gemälde „Faun und Nixe“ schloss denn auch einträglich bei 7.500 Euro ab (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Neumeister ist eigentlich nicht das Haus für Fotografie; doch das eigenhändig signierte Portraitfoto Giuseppe Verdis, das der Mailänder Achille Ferrario 1899 von dem Meister schoss, legte locker auf 12.000 Euro zu (Taxe 2.700 bis 3.000 EUR).

Bei Kunsthandwerk waren die Kunden wählerischer und ließen einige hochpreisige Positionen liegen, darunter beim Silber eine Lausitzer Abendmahlskanne der Zeit um 1600 für 18.000 bis 24.000 Euro oder eine etwas jüngere vergoldete Taufschale für 10.000 bis 12.000 Euro. Interesse zeigten sie dagegen an einem Paar silberner Tischleuchter von Johann Peter Pepfenhauser um 1740 in Rokokoformen bei 4.200 Euro (Taxe 2.600 bis 2.800 EUR). Ebenfalls nach ein Augsburg weist ein Schrank mit feinen Beschlägen und geometrischen Bandelwerkintarsien aus der Zeit um 1720/30, der taxkonform bei 8.000 Euro abschloss. Für ihre Wohnungseinrichtung nahmen sich die Sammler noch ein in seinen Grundzügen frühbarockes italienisches Postament aus Eiche und Nussbaum bei 4.500 Euro (Taxe 600 bis 800 EUR) und einen wohl dänischen Konsoltisch des Rokoko für 4.000 Euro mit (Taxe 1.400 bis 1.600 EUR).

An der Spitze der kleinen Skulpturenofferte positionierte sich eindeutig ein heiliger Christophorus von Ende des 15. Jahrhunderts bei 14.000 Euro, den die Neumeister-Experten im fränkischen Raum lokalisierten (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Bei den Bronzen wurde eine schwarz patinierte historistische Statue des Johannes Gutenberg von Hans Bitterlich aus dem Jahr 1900 mit 2.700 Euro goutiert (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR). Während in der Abteilung Jugendstil und Art Déco Adolf Loos’ berühmter „Elefantenrüsseltisch“ von circa 1900 bei 20.000 bis 25.000 Euro wieder unverrichteter Dinge von dannen zog, verabschiedete sich Georg Jensens 141teilige Besteckgarnitur „Antik (Continental)“ erst bei 14.000 Euro (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR). Paul Scheurichs „Telchin auf Hippocamp“, entworfen um 1940/42 für KPM, stieß diesmal zur unteren Schätzung von 1.200 Euro auf Gegenliebe, während für Alfred Königs herzliche Gruppe „Zwei Mädchen“ um 1911/12 aus der Meißner Porzellanmanufaktur mit 1.600 Euro länger gerungen werden musste (Taxe 300 bis 400 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



01.04.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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