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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Trotz guter Zuschlagsquoten konnte Christie’s in New York bei den Gemälden Alter Meister nicht mit allen Favoriten punkten

Tragischer Unfall



El Greco, Grablegung Christi

El Greco, Grablegung Christi

Nicht einmal dreißig Zentimeter ist die Tafel hoch und keine zwanzig Zentimeter breit. Dennoch gelang es El Greco, auf ihr eine Vielzahl von Personen so unterzubringen, dass sie alle in ihrem Tun und ihren Regungen noch erkennbar sind. Dargestellt ist eine ebenso dramatische wie berührende Begebenheit der christlichen Passion: Christi Leichnam, soeben vom Kreuz abgenommen und den kleinen Hügel hinabgetragen, wird von seinen Freunden in einen hölzernen Sarg gebettet. Trauernde Frauen sind dabei, unter anderem Maria Magdalena, die fortan ihr Leben in Buße verbringen wird. Die kleine, aber fein ausgearbeitete Ölstudie ist eine von mehreren Versionen desselben Themas, das El Greco immer wieder inspiriert hat. Bei Christie’s war sie am 14. April Hauptstück der Versteigerung Alter Meister in New York und bewies, dass der griechisch-spanische Meister auf Versteigerungen, die er nicht gerade häufig beehrt, große Begehrlichkeiten zu wecken vermag. Mit 4 bis 6 Millionen Dollar war der Schätzpreis durchaus ambitioniert und rekordverdächtig, das Ergebnis von 5,3 Millionen Dollar bestätigte die hohen Ambitionen vollauf.


Die Auktion, die Christie’s erstmals nicht im Januar, sondern als Teil eines Gesamtpakets weiterer Versteigerungen alter Kunst unter dem Titel „Classic Week“ erst jetzt abhielt, startete vielversprechend mit einem gleichfalls DIN A4-großen Christusbild des italienischen Meisters Guariento di Arpo, der sich zwischen 1338 und 1370 in Padua nachweisen lässt. Auf 20.000 bis 30.000 Dollar angesetzt, konnte die eindrucksvolle Tafel ihren Wert auf 240.000 Dollar etwa verzehnfachen. Für den wenig bekannten und auf dem Markt kaum vertretenen Meister bedeutete das einen neuen Auktionsrekord. Das gleiche galt für einen aufwendigen Hausaltar, den der Florentiner Bernardo Daddi in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit mehreren kleinen Temperabildern schmückte, in der Mitte mit einer sacra conversazione. Den Schätzpreis hatte Christie’s nicht verraten, nur annähernd von 4 Millionen Dollar war die Rede, insofern waren die erzielten 3,3 Millionen Dollar also vielleicht trotz des Rekords ein wenig enttäuschend.

Von 30.000 bis 50.000 Dollar auf 170.000 Dollar kletterte ein kleines Bildnis, das Alessandro Allori in den späten 1560er Jahren von Johanna von Österreich anfertigte. Das war kurz nach der Hochzeit der Dame 1565 mit Francesco I. de’ Medici, für den sie ebenso wenig empfand wie er für sie, weswegen sie auf dem Bild wohl etwas mürrisch schaut. Das tut der malerischen Qualität indes keinen Abbruch – und dem Wert offenbar auch nicht. Einige hochkarätige Arbeiten konnte Christie’s aus dem Nachlass der 2014 im Alter von 97 Jahren verstorbenen Operettensängerin Nadya Nozharova akquirieren, allerdings nur mit durchwachsenem Erfolg weitervermitteln. Zwei der sechs Offerten fanden einen Abnehmer, darunter eine kreisförmige Darstellung der Anbetung des Kindes von Sandro Botticelli und seiner Werkstatt für taxkonforme 650.000 Dollar. Das italienische Rokoko war durch Gaetano Gandolfis figurenreiche „Geburt der Venus“ wohl aus den 1780er Jahren für 2,2 Millionen Dollar vertreten (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Hauptlos bei den alten Niederländern wurde Jan Cornelisz Vermeyens 1541 datiertes Frontalbildnis des als Botschafter Kaiser Karls V. in Brabant tätigen Joost Aemszoon van der Burch für 2,3 Millionen Dollar, was auch hier den neuen Spitzenwert bedeutet (Taxe 1 bis 2 Millionen USD). Dahinter folgte bei 1 Million Dollar Jan Massys’ Darstellung „Susanna und die beiden Alten“ mit den die junge unbekleidete Dame bedrängenden Lüstlingen in einer schönen Parklandschaft. Die bisherigen Besitzer, die libanesisch-brasilianische Unternehmerfamilie Safra, hatten sich zwar mindestens 500.000 Dollar mehr erhofft, zum neuen Auktionshöchstpreis reichte es trotzdem. Adriaen van Utrecht als Stilllebenmaler und Theodoor Rombouts als Figurenschilderer taten sich bei einem effektvoll inszenierten Liebespaar neben Artischocken, grünen Bohnen, Sellerie, Spargel, Kohlköpfen und anderem Gemüse zusammen und fuhren gute 220.000 Dollar ein (Taxe 120.000 bis 180.000 USD).

Bei den Franzosen schaffte der höfische Portraitist Jean Marc Nattier mit seinem eleganten Dreiviertelbildnis der stolzen Marquise de Pleumartin aus dem Jahr 1738 einen Sprung von 300.000 bis 500.000 Dollar auf 700.000 Dollar. Ein für Jean-Baptiste Siméon Chardin typisches, sehr zartes zurückhaltendes Küchenstillleben mit einigen Gefäßen und Lebensmitteln erzielte die obere Schätzung von 900.000 Dollar. Doch Christie’s musste auch einige hohe Rückgänge hinnehmen, so etwa die ausdrucksvolle „Madonna mit den Veilchen“ von Marco d’Oggiono (Taxe 2 bis 3 Millionen USD), Pieter Breughels d.J. derben Hochzeitstanz im Freien von 1615 liegt (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) oder die beiden Jagdszenen im höfisch-bukolischen Stil von Charles-Joseph Natoire mit Safra-Provenienz für 3 bis 5 Millionen Dollar.

Wenig Fortune hatte Christie’s auch mit dem Versuch, in einer weiteren Altmeisterauktion am 13. April unter dem Titel „Revolution“ breitere Käuferschichten zu erschließen. Selbst wenn hier die losbezogene Zuschlagsquote mit rund 73 Prozent etwa gleich hoch lag, blieben die meisten der angebotenen Werke hinter den Erwartungen zurück oder konnten sie nur so eben erfüllen. Dabei hatte die Versteigerung mit Jean-Léon Gérômes Bronzeplastik des salutierenden „Washington à cheval“ von 1901 für 130.000 Dollar eigentlich gut begonnen. Doch die Hauptlose schwächelten. So erreichte Jean-Honoré Fragonards heitere Familienszene „L’Heureux ménage“ im Tondo statt 1,5 bis 2,5 Millionen Dollar nur 1 Million Dollar. Théodore Géricaults mythologische Ölstudie „Leda und der Schwan“ blieb an 850.000 Dollar hängen (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD). Jacques-Louis Davids berührend gen Himmel blickende „Vestalin“ aus der Zeit um 1790 für 3 bis 5 Millionen Dollar fand sogar keinen Abnehmer.

Eher bei den kleinen Preisen ging es bergauf, so bei Rose-Adélaïde Ducreux’ zartem Portrait einer vornehmen Dame mit auffallendem Kopfschmuck für 90.000 Dollar (Taxe 40.000 bis 60.000 USD) oder bei Francisco de Goyas gesellschaftskritischer schauriger Grafikfolge „Los Caprichos“ in der Erstausgabe von 1799 mit 240.000 Dollar (Taxe 120.000 bis 180.000 USD). Auch Joseph Chinard konnte sich mit seiner Gipsbüste von Napoleon Bonaparte als Erstem Konsul aus dem Jahr 1801 bei 120.000 Dollar nicht beklagen (Taxe 30.000 bis 50.000 USD). Richtig erfolgreich waren nur zwei Bildnisse: Marie Louise Elisabeth Vigée-Lebrun reizte mit ihrer Verewigung von Maria Grigorievna Viazemskaia, Prinzessin Golitsyna, als junge, lässig in eine Landschaft eingebettete Frau von 1798 die Kunden zum Rekordwert von 1 Million Dollar (Taxe 600.000 bis 800.000 USD), und Jean-Auguste-Dominique Ingres bestieg mit seinem 1844 datierten Spätwerk, einem posthumen Brustbild des französischen Kronprinzen Ferdinand Philippe d’Orléans, der 1842 den Tod durch den Sprung aus seiner Kutsche gefunden hatte, bei 1,43 Millionen Dollar sogar das Siegertreppchen (Taxe 400.000 bis 600.000 USD).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



20.04.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Guariento di Arpo, Christus als Schmerzensmann

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Taxe: 20.000 - 30.000 USD

Zuschlag: 240.000,- USD

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Taxe: 1.500.000 - 2.500.000 USD

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Taxe: 1.000.000 - 2.000.000 USD

Zuschlag: 2.300.000,- USD

Losnummer: 113

Gaetano Gandolfi, Die Geburt der Venus, wohl 1780er Jahre

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Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 USD

Zuschlag: 2.200.000,- USD

Losnummer: 115

Jean Marc Nattier, Portrait der Marquise de Pleumartin, geborene Anne Le Laÿ de Villemaré, 1738

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Taxe: 300.000 - 500.000 USD

Zuschlag: 700.000,- USD

Losnummer: 148

Jan Massys, Susanna und die beiden Alten

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Taxe: 1.500.000 - 3.500.000 USD

Zuschlag: 1.000.000,- USD

Losnummer: 136

Jean-Baptiste Siméon Chardin, Stillleben mit Kochtopf, Krug, Mörser, Eiern und Gemüse

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Taxe: 700.000 - 900.000 USD

Zuschlag: 900.000,- USD

Losnummer: 157

Jean-Léon Gérôme, Washington à cheval, 1901

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Taxe: 60.000 - 80.000 USD

Zuschlag: 130.000,- USD

Losnummer: 1

Adriaen van Utrecht und Theodoor Rombouts, Liebespaar mit Artischocken, grünen Bohnen, Sellerie, Spargel, Kohlköpfen und anderem Gemüse sowie einem Eichhörnchen, frühe 1630er Jahre

Adriaen van Utrecht und Theodoor Rombouts, Liebespaar mit Artischocken, grünen Bohnen, Sellerie, Spargel, Kohlköpfen und anderem Gemüse sowie einem Eichhörnchen, frühe 1630er Jahre

Taxe: 120.000 - 180.000 USD

Zuschlag: 220.000,- USD

Losnummer: 116

Joseph Chinard, Napoleon Bonaparte als Erster Konsul, 1801

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Taxe: 400.000 - 600.000 USD

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Taxe: 600.000 - 800.000 USD

Zuschlag: 1.000.000,- USD

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