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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Alte Meister im Dorotheum mit guten Ergebnissen

Brueghel-Sättigung



Hans Memling Werkstatt, Die Geburt Christi

Hans Memling Werkstatt, Die Geburt Christi

Millionenwerte für Gemälde Alter Meister sind in deutschsprachigen Gefilden eher selten. Dem Dorotheum in Wien ist bei seiner vergangenen Auktion ein solcher gelungen. Dafür brauchte es schon ein Meisterwerk. Dies lag in einer exquisit gemalten „Geburt Christi“ aus der Werkstatt Hans Memlings vor, die die Experten des Dorotheums als eine der bedeutendsten Entdeckungen der altniederländischen Tafelmalerei einstuften. 1994 trat die Tafel wieder ans Licht der Öffentlichkeit und wurde bei einer Memling-Ausstellung in Brügge präsentiert. Entstanden im späten 15. Jahrhundert, weist sie von den Unterzeichnungen bis zur kunstvoll changierenden Drapierung der Gewandfalten die Handschrift eines engen Mitarbeiters des deutsch-flämischen Meisters auf. Die Locken der Jungfrau, des Kindes und der Engel sind akribisch und nahezu ornamental wiedergegeben; große Sorgfalt wurde auf die Darstellung des Brokatgewandes eines der Engel verwandt; der einzelne Strohhalm, dessen Schatten auf den Boden fällt, scheint stilllebenhaft; und der detailverliebte Realismus, der sich selbst auf die Wurmlöcher in den Holzbalken des Stalls erstreckt, ist beeindruckend. Dennoch gab es beim Dorotheum nicht so viele Interessenten. Denn ein Telefonbieter konnte schon bei 1,1 Millionen Euro zuschlagen; angedacht waren eigentlich mindestens 1,2 Millionen Euro.


Lange Bietgefechte wechselten sich am 19. April mit verhalten Phasen ab, so dass die losbezogene Zuschlagsquote bei 56,4 Prozent, im ersten Teil mit den herausragenden Werken bei 64,7 Prozent lag. Mit dem Nachverkauf konnten sich beide Werte dann noch um rund acht Prozentpunkte steigern. Gerade bei den Bildern aus dem Umfeld großer Meister langten die Kunden beherzt zu, etwa bei dem „Urteil des Paris“, einer Neuentdeckung aus der Werkstatt Peter Paul Rubens’, für 650.000 Euro (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR) oder bei einer Heiligen Familie mit dem Johannesknaben aus dem Umkreis Caravaggios. Die für den Frühbarock so neuartige und realistische Bildgestaltung konnte ihre obere Schätzung auf 240.000 Euro verdoppeln. Mit Rubens und Anthonis van Dyck wurde das Bildnis eines jungen Mannes mit ausladender Halskrause in Verbindung gebracht, was sich in 150.000 Euro niederschlug (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Ein wenig überdrüssig zeigten sich die Bieter dann aber gegenüber den zahlreich anwesenden Werken aus der Brueghel-Familie; von den zwölf Positionen in Teil I nahmen sie bei der Auktion nur sieben oft an der unteren Schätzgrenze oder darunter mit. Höhepunkt war hier eine baumgesäumte Landstraße vor weiter Landschaft mit höfischer Gesellschaft und einfachen Bauersleuten bei 180.000 Euro, für die sich Jan Brueghel d.Ä. die Mitarbeit von Josse de Momper d.J. holte (Taxe 120.000 bis 160.000 EUR). Im Nachverkauf gingen vier weitere Brueghel-Gemälde weg, darunter für 405.000 Euro eine der bekanntesten Kompositionen Pieter Breughels d.J.: seine verschneite Dorflandschaft mit der Vogelfalle (Taxe 700.000 bis 900.000 EUR).

Über größeres Interesse konnte sich dann wieder Huybrecht Beuckeleer freuen, dessen unbekanntes, von hohem Realismus geprägtes Frühwerk „Die Heilige Familie mit der heiligen Anna“ aus dem Jahr 1563 auf 320.000 Euro kletterte (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). In biblischen Gefilden blieb es bei einer weiteren Neuentdeckung, doch bei Guido Renis anrührendem, kreuztragendem Christus mit der heiligen Veronika gingen die Gebote nicht über die untere Schätzgrenze von 400.000 Euro hinaus. Ebenso erging es Jacopo del Sellaios Tondo der Heiligen Familie mit italienischer Landschaft im Hintergrund bei 180.000 Euro (Taxe 180.000 bis 220.000 EUR), und die Gottesmutter mit segnendem Sohn, gemalt um 1475 in der Werkstatt Andrea del Verrocchios, schaffte nur 120.000 Euro (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Diese Scharten bügelten die strenge Kreuzigung Christi eines Brügger Meisters um 1525/30 mit 85.000 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), Giovanni Francesco Barbieris Halbfigur des büßenden Hieronymus’ mit 160.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und vor allem Andrea Vaccaros großformatiges, bedrückend-realistisches Gemälde „Susanna und die beiden Alten“ für 220.000 Euro wieder etwas aus (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Im Alten Testament wurde auch Jacopo Vignali fündig und setzte die Erzählung von „Samson und Dalila“ beim Abschneiden der Haare des israelitischen Heerführers als Dreipersonenstück für 60.000 Euro in Szene (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Einen Auktionsrekord gab für François Habert. Wenig ist über den französischen Maler aus der Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt, sein Arrangement aus Früchten auf einem Tisch in virtuosem Lichtspiel aber delikat, was die Bieter zu 200.000 Euro hinriss (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Das Gemälde stammte wie die Brueghel-Momper-Arbeit aus einer bayrischen Privatsammlung, die etwa noch mit einer weiten, im Hintergrund verblauenden Landschaft samt Standbild des Gottes Saturn von Hendrick van Cleve III bei 47.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), mit einem Pferdefuhrwerk und Reisenden auf einer Dorfstraße von Izaak van Oosten bei 38.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR) oder der vielfigurigen Szene „Im Atelier des Malers“ von Johann Georg Platzer bei 150.000 Euro punktete (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Die Stilllebenkunst wartete dann noch mit Abraham van Calraets Pfirsichen in chinesischem Porzellan mit Maus und Schmetterlingen bei taxkonformen 50.000 Euro, Francesco Nolettis sparsamen, aber dafür mit prächtigen Teppichen und Stoffen umgebenen Früchtekorb zur unteren Schätzung von 80.000 Euro und mit Jan van Kessels d.Ä. Meeresgetier am Strand mit Seehund und Otter für 70.000 Euro auf (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Auch ein Deutscher mischte hier mit: der 1658 in Hamburg geborene, in Rom für seine Stillleben berühmte Christian Berentz reüssierte mit einem Obst-, Blumen- und Gefäßearrangement bei 34.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Im Nachverkauf kam dann noch Jan Breughel d.J. mit seinem Tulpen-, Rosen- und Irissträußchen in fein genoppter Glasvase bei 110.000 Euro zum Zug (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR).

Wie Berentz wanderte der Antwerpener Maler Hendrik Frans van Lint nach Rom aus und ließ sich hier zu seinen südländischen, arkadischen Landschaften inspirieren. Ein solches Exemplar mit einem Fluss, Tempietto, sitzenden Figuren und Schönwetterausblick holte sich 80.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Domenico Roberti nahm bei der römischen Barockarchitektur die Anregungen für seine beiden nun 70.000 Euro teuren Capricci, in die er mit der Viehpest als fünfter ägyptischer Plage sowie Josef und seine Brüder vor dem Pharao zwei alttestamentliche Szenen komponierte (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Nach Venedig ging es mit Michele Marieschis Blick in den Canal Grande bei San Simeone Piccolo und Santa Maria di Nazareth für 140.000 Euro (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR) und zwei Veduten Giuseppe Bernardino Bisons. Er erreichte mit dem bunten Treiben bei einer Regatta auf dem Canal Grande 100.000 Euro, mit der formatgleichen Molo samt Bucintoro vor dem Markusplatz am Himmelfahrtstag dann 140.000 Euro (Taxe je 100.000 bis 150.000 EUR).

Neben Platzer war Franz Christoph Janneck der Protagonist des eleganten verfeinerten Rokoko in Österreich. Seine vornehme Gesellschaft beim Tanz in einem Schlosspark spielte die erwarteten 60.000 Euro ein. Auch ein Museum kaufte beim Dorotheum ein: Da das Belvedere in Wien bis dato noch kein repräsentatives Porträt des einstigen Hausherrn besaß, nahm es Johann Gottfried Auerbachs in Schottland wiederentdecktes Porträt des Prinzen Eugen als Feldherrn für 70.000 Euro zur unteren Schätzgrenze gerne mit. Auch Katharina die Große überzeugte auf dem altersmilden, wenig geschönten Portrait eines russischen Hofmalers, das auf ein Ganzfigurenbildnis Alexander Roslins von 1776 zurückgeht. Sie heimste 95.000 Euro ein (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Im zweiten Teil konnten sich einige Werke aus ihren niedrigen Preisvorstellungen deutlich hocharbeiten. Dazu gehörten etwa Giuseppe Nuvolones schlafender Jesusknabe, umgeben von Johannes dem Täufer und einem ebenso kleinen Engel, für 30.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), der anmutige Apostel Jakobus der Ältere aus der Werkstatt Philippe de Champaignes für 38.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder die beiden trompe l’œil-Steckbilder von Domenico Remps mit Christus als Schmerzensmann und einer Vanitasallegorie für 18.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Ebenfalls als Pendants traten die bei Schlachtengemälde von Ilario Spolverini an und hatten bei 26.000 Euro Erfolg (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Giovanni Crivelli sorgte mit seinem Stillleben eines Pfaus und anderen Vögel in einer Parklandschaft für 32.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), und zuletzt machte der gebürtige Dresdner Malers Carl Traugott Fechhelm auf sich aufmerksam. Seine beiden Berlin-Veduten aus dem friderizianischen Rokoko von 1768 mit dem Stadtschloss zur Spree und der Langen Brücke sowie dem Dom in der von Jan Bouman und Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff um 1750 entworfenen Gestalt stiegen auf 55.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



11.05.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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