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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die moderne und zeitgenössische Kunst bei Van Ham in Köln ergänzt eine Sammlung mit Beuys-Multiples

Picassos Strichmännchen und das Tigerfell vorm Kamin



Wenn Pippi Langstrumpf ein Kunstwerk für ihre Villa Kunterbunt suchen würde, so wäre John Chamberlains Stahlskulptur „Lefthanded“ von 2009 sicherlich ein guter Kandidat. Die zusammengepressten polychromen Schrotteile in Weiß, Rosa, Lila, leuchtendem Rot, Blau und Grün können dem Haus des fiktiven Kindercharakters problemlos Konkurrenz machen. Kommt in der Buntheit und Verspieltheit der Objekte doch Chamberlains „sinnlich zu greifende Lust am Improvisieren und Experiment, die das Intuitive und Prozesshafte in den Vordergrund stellen, wie auch ein Moment der Freiheit“ zum Ausdruck, so Karin Hennig im Kritischen Lexikon der Gegenwartskunst, die auch Triebfedern im Leben Pippi Langstrumpfs sind. Chamberlains „Lefthanded“ gehört zu den Highlights der Auktion „Zeitgenössische Kunst“ bei Van Ham in Köln und wirbt mit 120.000 bis 150.000 Euro für sich.


Etwas günstiger, doch gleichwohl sinnlich opulent ist am 2. Juni das monumentale Bild „Tigerfell“ von Karin Kneffel aus dem Jahr 2004. Ein Spiel mit der Fläche und der Illusion des Tiefenraumes evoziiert das im Vordergrund auf einem floral-ornamenthaften Teppich liegende Fell, das den Betrachter anblickt. Dahinter verschwimmt der Raum in eine spiegelnde Glanzstruktur in Braun- und Gelbtönen mit einem zweiten Leopardenfell. Nur der angeschnittene blaue Teppich im Hintergrund erlaubt die horizontalen Streifen der glänzenden Fläche als Boden zu verstehen, der ein abstraktes Eigenleben entwickelt (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Schneller fällt der Groschen hingegen bei Roy Lichtensteins Lebkuchen-Relief. Seinen „Brushstroke“ von 1965/71 mit gelbem und schwarzem Zuckergruß kann man mit beigefügtem Rezept zu Hause nachbacken und letztlich verspeisen; dies dürfte auch ein Kunstwerk sein, das in Pippi Langstrumpfs Augen Gefallen finden könnte (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Bei der zeitgenössischen Kunst konnte Van Ham wieder ein reiches und vielgestaltiges Angebot zusammentragen, das mit bekannten Namen und einigen Entdeckungen aufwarten kann und von dreistelligen bis zu sechsstelligen Preisen reicht. Ein früher Abstrakter in Deutschland war Willi Baumeister. In seinem bunten Schablonenpuzzle „R-A-X“ von 1948 hat er ein großes rotes Konstrukt mit Durchbrüchen zentral platziert, das von überwiegend schwarzen, aber auch blauen, gelben und lilafarbenen Polygonen auf ockerfarbenem Grund umringt ist (Taxe 50.000 bis 70.000 Euro EUR). In einer ähnlichen Preislage rangiert Wojciech Fangors Ölbild „B13“. 1964 malte der im vergangenen Oktober verstorbene Pole die ineinander gestaffelten Ringe mit einer stark hypnotischen Wirkung in Braun, Rot und Gelb um den mittleren weißen Kreis (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Auch seine Quadratversion „E 30“ von 1966 in kräftigem Rot, Blau und Grün scheint zu vibrieren und täuscht das Auge (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Ähnlich simpel in der Form aber sehr effektvoll ist ein Bild Otto Pienes von 1964. Die Feuergouache besteht aus einem roten Grund mit schwarzer runder Schmorspur in der Bildmitte und einer weißen Perle am unteren Bildrand (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Sigmar Polke ist mit mehreren Werken vertreten. Ein gegenstandsloses Werk von 1986 ist mit 170.000 bis 220.000 Euro der am höchsten geschätzte Posten der Auktion. Auf einem Karton überlagern sich mehrere Farbschichten und -formen: Zunächst horizontale schwarze Linien, die von weißen Farbflecken begleitet werden. Darüber leuchtet in Königsblau eine onduliert unregelmäßige Form mit einem goldgelben Farbsegment. Polkes Aktbild ist eines von 30 Unikaten, die als Jahresgabe des Westfälischen Kunstvereins Münster 1973 herausgegeben wurden. Über einem diagonal geführten Grund in Rot, Rosa und Weiß fangen schwarze Konturen einen weiblichen Halbakt ein. Diesen überlagert ein männlicher Akt ohne Kopf (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR). Weitere fragmentierte Frauenakte offerieren Robert Malaval in seinem schemenhaften Acrylgemälde „Sherry V.D. dans son propre role III“ aus den 1960er Jahren (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR) und Andy Warhol in der 1983 entstandenen Farbserigrafie „Love“, die 50.000 bis 60.000 Euro einspielen soll. Warhol steuert zudem noch sein bekanntes Beethoven-Portrait mit Musiknoten von 1987 in verschiedenen Farbstellungen für jeweils 40.000 bis 60.000 Euro bei.

Jean Miottes „Concept“ kann wohl am besten als Farbexplosion in Blau, Gelb, Schwarz und Rot beschrieben werden (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Weichere Farbübergänge mit reliefartigen Graten machen Gerhard Richters 1989 gemaltes „174.89“ aus. Dicke aufeinander gelegte Farbschichten gehen mit Gelb- über Rot- und Orangenuancen ineinander über. Einige schwarze Farbspritzer bedecken das Werk mittig, während an zwei Ecken das unterliegende Blau hervorschimmert (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Eine Mischung aus Hochrelief und Malerei ist die überwiegend in Grün gehaltene wuchernde Landschaftserinnerung „Hexenvisage“ von Bernard Schultze aus dem Jahr 1985 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Für das Informel stehen zudem Ernst Wilhelm Nays spätes Scheibenbild „Goldblau“ von 1965 (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) oder Raimund Girkes 1983 gemalte breite Pinselstriche in „sehr hell – weiß/grau“, die sich zu einem diagonalen Rhythmus zusammensetzen (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR).

Eine vertikale Farbfreude mit ironischen Verweisen auf die Minimal Art bietet Anselm Reyles Streifenbild von 2005 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Ulrich Erben arbeitet da in seinen beiden Horizontalstreifenkompositionen von 2010/11 schon etwas genauer (Taxe je 15.000 bis 20.000 EUR). Heinz Mack hingegen gewährt der Imagination des Betrachters freien Lauf in seinem „Flügel“ von 1967. Die in Silber und hellem Grau gehaltene Komposition wirkt zunächst wie ein weiter ausgebreiteter Rock, dessen untere Halbkreisform an einen Vogelflügel erinnert (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Als spanischer Abstrakter tritt Pablo Palazuelo an, der in einer Gouache drei amorphe Farbfelder in Rotorange mit einem weiteren in Dunkelbraun kombiniert hat (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). In dieser Preiskategorie bewegt sich mit 35.000 bis 45.000 Euro zudem Hermann Nitschs drei Meter breite Überreste einer Aktion mit Malhemd und gerundeten Farbschlieren in Rot, Blau und Grün aus dem Jahr 2000.

Bei der gegenständlichen Kunst fasziniert das schlichte Foto „Multiple Exposure Tree“ des Amerikaners Harry Callahan von 1956. Einzig der Stamm des schlanken Baumes steht fest definiert in der Bildmitte, während die Vielzahl an kleinen Ästen auf dem Gelatinesilberabzug ein wirbelndes Gespinst um den Baum erzeugen (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Die Dominanz der Farbe Petrol durchbricht Gottfried Helnwein in dem Portrait „Mishima“ von 1996 mit dem schwarzen draculahaften Schatten eines männlichen Antlitzes. Er rekurriert dabei auf den japanischen Schriftsteller und nationalistischen Aktivisten Mishima Yukio, der 1970 Selbstmord beging (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Vielfach interpretierbar ist Jörg Immendorffs „Kampfbiene im Einsatz“: Zentral beherrscht die Biene die Leinwand, während um sie herum ein Baumstumpf, abstrakte farbige Formen und schliesslich eine Landschaft gruppiert sind. Ob hier Kritik an der Ausbeutung der Natur und Bedrohung der Biene oder vielmehr ein Alter Ego des Malers angedeutet sind, mag der neue Besitzer bei der Betrachtung entscheiden (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Ein Freund Immendorffs war A.R. Penck. Auf seiner Acrylmalerei „TX“ ist typischer Weise ein Strichmännchen anzutreffen, das von mehreren X-Formen, einem Pfeil und dem Namen gebenden TX in Bordeauxrot umgeben ist (Taxe 45.000 bis 50.000 EUR). Schonender fürs Bankkonto ist da Daniel Richters Serigrafie von 2013. Der Berliner Fernsehturm hilft in der Verortung des Drucks, wobei dem vorgelagerten Palast der Republik der für New York geltende Spruch „If you can make it here you can make it everywhere“ beigefügt ist (Taxe 6.500 bis 7.500 EUR). Weitaus bedrohlicher wirken Richters von innen rot-gelb verglühende Gestalten in seinem Ölgemälde „go shopping now“ von 2009 (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Aus der jüngeren Malerszene melden sich zudem noch Cornelius Völker mit seinem barock inspirierten „Puttiklatsch“ von 1996 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder Matthias Weischer mit seiner abstrakten Formfindung „Schleife“ von 2010 zu Wort, in die er mittig eine Ratte platziert hat (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Das Medium Skulptur ist nicht so stark vertreten. Während Arman in seiner bronzenen Akkumulation „Cindarella by the thousand“ von 1979/80 einen Damenschuh unzählige Mal realitätsnah wiederholt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder sein Kollege Daniel Spoerri in seinem „Tableau Piège“ von 1972 Essensreste konserviert (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), vereinfacht Hede Bühl im „Kopf mit Kreuzbinde“ die vorgegebene menschliche Form. Die 1977 entstandene Bronze mit schwarzer Patina ist ein stilisierter Menschenkopf ohne Nase und Ohren mit sich kreuzenden Binden über den Augen (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Für Tony Craggs grauen Sphäroguss „Listeners“ standen die großen Parabolantennen einer Erdfunkstelle Pate, mit der ein bösartiger Staat wohl alles abhören kann (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Farbenfroh verspielt tritt Niki de Saint Phalles und Jean Tinguelys bemalte voluminöse „Nana dansante“ aus Kunstharz von 1986 auf, die sich mit einem Motor um die eigene Achse dreht (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Bei Giacomo Manzù scheint die Bewegung im bronzenen „Passo di Danza“ einer jungen Frau von 1963 eingefroren (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Kenneth Snelson erkundet in seinem plastischen Schaffen die physikalischen Druck- und Zugwirkung, so auch in einer unbetitelten Arbeit von 1975, in der Aluminiumstäbe durch Drahtseile in Balance gehalten werden. Auch der Grieche Takis erfreut sich in einem Multiple von 1967 an der Physik und lässt eine Nadel über einem Magneten schweben (Taxe je 4.000 bis 6.000 EUR).

Moderne Kunst

Der Katalog für die Moderne Kunst fällt nicht so umfangreich aus und versammelt nur knapp 100 Positionen. Als eines der kostspieligeren Objekte kann Bernard Buffets „Torero de dos“ von 1963 die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Betont malerisch tritt der Stierkämpfer als Silhouettenfigur an. In Schwarz und Goldorange gemalt, wirkt insbesondere der Bolero wie eine detailreiche Stickerei aus Farbfäden (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). Denselben Preis übernehmen zwei weitere Bilder: Karl Hofers stille „Tessinerin“ mit Blumenkrone und Blütengesteck von 1940 und eine Ölstudie Max Liebermanns, die 1897 für sein Gemälde „Schulgang in Laren“ entstand. Zwei Mädchen laufen wohl durch eine Baumallee, denn die Aufmerksamkeit Liebermanns liegt auf den Lichtflecken, die durch das Laub auf den Boden fallen. Die Mädchen in ihren dunklen Kleidern mit weißen Schürzen wirken wie ein Teil dieses Geflechts aus Schatten und Licht. 100.000 bis 150.000 Euro verlangt Franz Radziwills 1947 gemalte düstere Kriegsvision „Mechanische Zeit ist nicht des Schöpfers Zeit“. An einem Hafenkai mit grauem Kriegsschiff und bleiernem Himmel fällt der Blick auf das seltsam leuchtende Hafenwasser. Es changiert zwischen Schwarz, Grün wie auch Gelb und lässt zwei nackte Frauen durchschimmern, über denen eine Boje und ein kleines Segelschiff schwimmen. Das Werk des Magischen Realismus reißt dann rechts in eine schwarze Schlucht auf, durch die eine Uhr schwebt.

Ganz der Farbkraft ist Emil Noldes Aquarell „Blumen (gelb und violett)“ von etwa 1930/35 gewidmet. Vor einem rosafarbenen Grund leuchten mehrere sonnengelbe Blüten, deren bläuliche Stängel zu ihrem violetten Artgenossen leiten (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Eine Auseinandersetzung mit dem Kubismus ist das Stillleben des Franzosen Auguste Herbin von 1909. Die vereinfachten und geometrischen Formen der ovalen Schüssel, der runden, roten und weißen Blüten eines Blumenstraußes ergänzen schwarz kontruierte Formen von unkenntlichen Gegenständen in irdenen Farben (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Auch Alexej von Jawlensky hat sich auch gerne mit der Gattung Stillleben beschäftigt und an ihr malerische Entwicklungen ausprobiert. So tritt seine „Früchteschale“ mit roten und grünen Äpfeln auf einem hellblauen Tischtuch um 1901 noch in nachimpressionistischer Manier an (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Sein „Großes Stillleben“ mit Blumen in einer Vase von 1936 ist dagegen schon in der Fläche gebannt und löst die Formen zunehmend in der Farbe auf (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

In gedämpftem Kolorit präsentiert sich Heinrich Campendonks aquarellierte Zeichnung „Figur mit Fahrrad II“ von 1947 mit einer surreal verzerrten Harlekinfigur auf einem Hochrad, die von einem Kollegen auf Stelzen mit Rautenkostüm begleitet wird (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Um weiterhin in der Sphäre des Fantastischen zu verweilen, drängt sich Marc Chagalls überarbeitete Farblithographie „Carmen“ von 1967 auf. Die rot glühenden Dächer einer Stadt trennt ein beige-grünlicher Farbstreifen von einer roten Farbfläche, die als Arena mit Publikum definiert ist und mit dem Stierkamp wohl auf Carmens Verehrer, den Torero Escamillo, verweist. Diese Arbeit entstand im Auftrag der Metropolitan Opera in New York für eine Aufführung von Bizets Oper „Carmen“ (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR).

Eher trist ist Hermann Max Pechsteins Aquarell „Toter Wald – Lonske Düne“ von 1934 mit blattlosen abgestorbenen Baumstümpfen (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Einen ähnlichen Preis soll auch Gustav Wunderwalds neusachliche „Ostpreussenlandschaft“ mit einem Blick auf Weidehügel samt einem Gehöft aus vier Gebäuden um 1923 einfahren (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Eine Stufe teurer ist bei 18.000 und 24.000 Euro Hermann Stenners expressive „Dorflandschaft im Winter“ von 1911/13, die auf der Rückseite „Zwei Akte am See“ bereithält. Eine impressionistische Sinnenfreude bietet Lesser Urys Pastell „Birken am märkischen See“ von 1897. Die unscharfen Konturen unterstüzten die idyllische Wirkung der schlanken Bäume mit ihrem goldenen Laub (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Bei der Landschaft versteckt sich ein hochpreisiger Posten: Otto Muellers unaufgeregte „Zigeunerhütten“ von 1928 mit einem rosafarbenen und weißen Haus inmitten grüner Farbflächen eines Waldes und einer Wiese wollen 150.000 bis 200.000 Euro sehen.

Aber es soll niemand klagen, dass keine günstigeren Köstlichkeiten in der Modernen Kunst zu finden sind, darunter Hans Otto Baumann, der zwischen 1925 und 1940 das Würzburger Kunstleben beeinflusste, mit seinem „Stillleben mit Kakteen“, einem typischen Werk der Neuen Sachlichkeit (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Etwas höher liegt bei 7.000 bis 10.000 Euro die Kohlezeichnung einer weiten Ackerlandschaft von Otto Pankok. Ein Klassiker unter den Modernen ist Pablo Picasso. Wie er ein Strichmännchen künstlerisch aufgewertet hat, beantwortet die schwarz gefasste Tafel aus rotem Ton „Curly haired face“ von 1968/69 (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Bleibt man bei starken Farbkontrasten, favorisiert auch Serge Poliakoff den dramatischen Effekt von Schwarz und Rot in der Farblithografie „Composition rouge, bleue et noire“ von 1969 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Sammlung Beuys-Multiples

Einen eigenen Katalog konnte Van Ham für eine Sammlung mit gut 180 Multiples von Joseph Beuys auflegen. Sie stammen von einem rheinischen Privatmann, der die Auflagenobjekte über Jahre zusammengetragen und mit einer Ausstellung in der Villa Zanders in Bergisch Gladbach der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Die Schätzwerte liegen hier zwischen 200 Euro und 40.000 Euro. Das teuerste Stück ist mit deutlichem Abstand der „Hasenstein“ von 1982. Der graue, eckige und polygonale Basaltstein weist neben rosafarbenen und blauen Farbspuren die goldene Silhouette eines springenden Hasen auf (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Niedriger liegt da Beuys’ dadaistische Stimmakrobatik „Ja Ja Ja Ja Ja, Nee Nee Nee Nee Nee“ von 1969 mit mehreren quadratischen Filzplatten und einem Tonband (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Denselben Wert beansprucht das „Samurai-Schwert“ von 1983, für das Beuys eine leicht vorspringen Stahlklinge mit Filz umhüllte.

Die Basis für das „Unterwasserbuch“ bildete Beuys’ erste große internationale Schau im Moderna Museet in Stockholm. Den Künstler begleitete 1973 der Fotograf Lothar Wolleh, der Aufnahmen des Ausstellungsaufbaus machte. Die Auflage der 40 Fotomotive, die eigentlich auf Folie gedruckt und letztlich drei Tonnen wiegen sollten, wurde in dieser Form aus technischen Gründen verworfen. Beuys überarbeitete alles und vertrieb die losen Folien einzeln unter dem Titel „3-Tonnen-Edition“. Es ist ungewöhnlich, dass alle für das „Unterwasserbuch“ vorgesehenen Folien zusammen vorliegen (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Der schlanke Geldbetel darf sich über 24 kunterbunte Postkarten unter dem Titel „Auf dem Flug nach Amerika“ von 1974 freuen (Taxe 200 bis 300 EUR). Humorvoll wirkt das Multiple „Ich kenne kein Weekend“. Die um 1971/72 datierte Arbeit besteht aus einem schmalen schwarzen Aktenkoffer, dessen einziger Inhalt eine Maggiflasche und Immanuel Kants Reclam-Ausgabe der „Kritik der reinen Vernunft“ ist (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 1. Juni ab 10 Uhr mit dem „Discoveries“ zu niedrigen Taxen, ab 14 Uhr mit den Joseph Beuys-Multiples. Am 2. Juni wird ab 14 Uhr moderne und zeitgenössische Kunst versteigert. Die Besichtigung in Köln ist noch am 30. Mai von 10 bis 18 Uhr möglich, der Internetkatalog unter www.van-ham.com abrufbar.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



30.05.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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