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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gemessen am Angebot setzte Christie’s in New York die impressionistische und moderne Kunst erfolgreich ab. Doch musste der Auktionsriese deutliche Umsatzeinbußen gegenüber dem Vorjahr hinnehmen

Der passionierte Gärtner



Claude Monet, Le bassin aux nymphéas, 1919

Claude Monet, Le bassin aux nymphéas, 1919

Claude Monet war ein leidenschaftlicher Gärtner. An seinem Haus in Giverny legte er selbst einen Garten an. Durch verschiedene Zukäufe von Land konnte er sein Naturparadies immer wieder erweitern und investierte zudem viel Geld in exotische Pflanzen. Ein Höhepunkt der Anlage war der Seerosenteich. Zahlreiche Male studierte der Künstler die Pflanzen im Wasser von unterschiedlichen Standpunkten aus oder zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. Bei Monets Gemälde „Le bassin aux nymphéas“ handelt es sich um einen kleinen Ausschnitt des Teiches. Einige Seerosen schwimmen auf der Wasseroberfläche, in der sich die umliegenden Bäume spiegeln. Alles ist in ein sanftes Grün getaucht, sodass sich kaum erkennen lässt, was Spiegelbild ist und was nicht. Der grobe Pinselduktus trägt zu dem verschmelzenden Effekt bei. Dieses impressionistische Meisterwerk aus dem Jahr 1919 brachte es bei Christie’s in New York zwar auf gute 24 Millionen Dollar und war damit das Spitzenobjekt der Auktion von impressionistischer und moderner Kunst. Dennoch wurde die Erwartung von 25 bis 35 Millionen Dollar damit unterschritten.


Auch sonst wollten die Favoriten in der Versteigerung am 12. Mai nicht so recht an den Mann. Nur wenige Kunstwerke der Top Ten-Liste erreichten ihre Erwartungen; sie wurden ohne viel Gegenwehr meist zum Limit abgegeben. Da war im Mai 2015 bei Christie’s in New York doch noch mehr los. Allein das damalige Highlight, Picassos Meisterwerk „Les femmes d’Alger“, spielte mit 179,3 Millionen Dollar mehr als den jetzigen Gesamtumsatz von 141,5 Millionen Dollar ein. Auch bei den Impressionisten und Modernen sind aufgrund des mangelnden Materials und der Zurückhaltung der Käufer die Einnahmen für die Auktionshäuser kräftig eingebrochen. Denn die losbezogene und die wertbezogene Verkaufsrate waren mit 86,2 Prozent und 89 Prozent gar nicht mal so schlecht.

Impressionisten

Ein deutlich älteres Werk Claude Monets war „Au Petit-Gennevilliers“. Im Sinne des Impressionismus verlagerte der Maler 1874 sein Atelier auf ein kleines Boot, um diesen idyllischen Schauplatz mit Segelbooten zu schaffen. Leider erreichte die Arbeit nicht die untere Schätzgrenze und wechselte schon für 10 Millionen Dollar den Besitzer (Taxe 12 bis 18 Millionen USD). Gewinnbringender war da die fröhliche Szene „La marchande de pommes“ von Pierre-Auguste Renoir. An einem Baum sitzen zwei Kinder zusammen mit einer jungen Frau und einem kleinen Hund. Eine weitere Frau beugt sich zu ihnen hinunter und offeriert ihnen einen Korb voll mit Äpfeln. Die farbenfrohe Gruppe von 1890 kletterte auf 2,5 Millionen Dollar (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD). Doch schon Renoirs auf eine Chaiselongue drapierte „Madame de Galéa à la méridienne“, die Geliebte des Kunsthändlers Ambroise Vollard, blieben die Gebote bei 8 bis 12 Millionen Dollar aus. Zu den großen Impressionisten zählt auch Paul Cézanne. Vermutlich im Herbst 1879 malte er flott die von Bäumen gerahmte Stadtansicht „Village derrière des arbres, Île-de-France“. Die von Grüntönen und groben Pinselstrichen bestimmte Arbeit fuhr 2,9 Millionen Dollar ein (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen USD).

Neben zahlreichen Gemälden bot die Offerte auch impressionistische Skulpturen. Die französische Bildhauerin Camille Claudel war sowohl Schülerin als auch Geliebte von Rodin. Vertreten war sie bei der Versteigerung mit der weißen Marmorbüste „La petite Châtelaine, version à la natte courbe fine“ von 1895. Die Haare der sechsjährigen Marguerite Boyer sind zusammengebunden, ihr Blick richtet sich nach oben. Die innige Ausführung erreichte die obere Schätzgrenze von 1,2 Millionen Dollar. Bekannt ist Claudels eng umschlungenes Liebespaar „La Valse“ von 1895, das nun 600.000 Dollar erzielte (Taxe 700.000 bis 1 Million USD). Von anderer Wirkung sind Auguste Rodins zwischen 1887 und 1895 entstandene Bronzefiguren „Les bourgeois de Calais“. Rodin erhielt 1885 den Auftrag für die Plastik, nachdem die Stadt Calais ein Jahr zuvor beschloss, ein Monument zu Ehren von Eustache de Saint Pierre und seinen tapferen Gefährten zu errichten. Der bei Christie’s angebotene posthume Abguss der verkleinerten Variante war einer von insgesamt zwölf und fand Mitte Mai bei 2 bis 3 Millionen Dollar keinen Abnehmer.

Moderne Kunst

Gleich mehrfach vertreten war Pablo Picasso. In der naiven Formensprache der Spätzeit zeigt „Homme assis“ einen ernsten Edelmann des 17. Jahrhunderts, für dessen spanische Reinkarnation sich der Maler selbst hielt. 7 Millionen Dollar errang das Menschenbild von 1969 (Taxe 8 bis 12 Millionen USD). Bei Picassos „Buste d’homme“ von 1965 könnte es sich um ein Alter Ego des Künstlers handeln. Dafür sprächen der für ihn charakteristische intensive Blick sowie das oft von ihm getragene Streifenhemd. So oder so, eine Summe von 2,6 Millionen Dollar bezeugt das große Interesse an dem Ölgemälde (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen USD). Als einer der Begründer des Kubismus ist neben Picasso auch Georges Braque bekannt. Schon in nachkubistischen Formen malte er 1941 sein Spätwerk „Mandoline à la partition (Le Banjo)“ von 1941, das sich erst am oberen Schätzrand von 9 Millionen Dollar verabschiedete.

Für die Kunst Fernand Légers war diese Formensprache gleichfalls entscheidend. „Nature morte“ aus dem Jahr 1928 lebt von den zahlreichen Formkontrasten, die sich aus den gebrochenen Objekten ergeben. Zur unteren Schätzung von 2 Millionen Dollar ging das Stillleben weg. Etwas besser schnitten mit 2,7 Millionen Dollar seine ebenfalls in Einzelteile zerlegten „Femmes à la toilette“ von 1920 ab (Taxe 2,5 bis 4,5 Millionen USD). Das melancholische Frauenportrait „Jeune femme à la rose (Margherita)“ mit langem Hals und traurigen Augen von Amedeo Modigliani aus dem Jahr 1916 konnte ein Kunde schon bei 11,25 Millionen Dollar mitnehmen (Taxe 12 bis 18 Millionen USD). Besser platzierten sich da einige günstige Bildnisse, etwa Henri Matisses auf rosafarbenem Fond gemaltes „Portrait aux cheveux bouclés, pull marin (Allan Stein)“ um 1907 bei 1,45 Millionen Dollar (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD) oder Chaïm Soutines gemütliche „Polonaise“ um 1935 bei 1,3 Millionen Dollar (Taxe 700.000 bis 1 Million USD). Auch Pierre Bonnards koloristisch ausgefeiltes Stillleben „Fruits“ von 1946 ließ mit 1,25 Millionen Dollar die obere Schätzgrenze um 50.000 Dollar hinter sich.

Schon in die Ungegenständlichkeit hat sich Jacques Villons nun 850.000 Dollar teurer „Arcobate“ von 1913 aufgelöst; allein die bewegten schwarzen Linien deuten über den geometrischen Farbflächen die Dynamik des Artisten an (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Ein Höhepunkt der Auktion waren die „Dos desnunos en el bosque (La tierra misma)“ von Frida Kahlo aus dem Jahr 1939. Die Landschaft neben den beiden nackten Frauen scheint sich aufzuspalten: links wuchert ein Urwald, während rechts eine triste Wüste liegt. Auch wenn die träumerisch-surreale Szene der miteinander vertrauten Frauen nicht an die untere Erwartung von 8 Millionen Dollar herankam, reichte es bei 7 Millionen Dollar für einen neuen Auktionsrekord sowohl für Frida Kahlo als auch für Kunst aus Lateinamerika überhaupt. Aus der Riege der Surrealisten blieb René Magrittes weiblicher Akt vor nächtlichem Meer unter dem Titel „Les profondeurs du plaisir“ von 1947 bei 4,5 bis 6,5 Millionen Dollar unerlöst, wohingegen die Köper- und Blätterüberschneidungen in Francis Picabias „Ligustri“ um 1929 bei 2,2 Millionen Dollar positiv aufgenommen wurden (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD).

Deutlich steigern konnten sich dagegen das doppelseitig angelegte Gemälde „Stillleben mit Akt, Kachel und Früchten“ und „Kurische Waldlandschaft“ von Hermann Max Pechstein. Die 1913 und 1912 entstandenen expressionistischen und farbenfrohen Malereien verdoppelten ihren Wert auf 1,8 Millionen Dollar. Auch die 900.000 Dollar für Paul Klees kleine fantastische Landschaft „Die Schlange auf der Leiter“ waren recht einträglich (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Die abstrakte Arbeit „Sculpture with Colour (Eos)“ von Barbara Hepworth platzierte sich ebenfalls gut. Die eiförmige Skulptur aus einer Art Kalkstein auf einem kleinen Sockel mit zwei Einbuchtungen, die Hepworth 1946 mit grauer und blauer Farbe ausgemalt hat, schaffte einen Sprung von 1,2 Millionen Dollar auf 4,7 Millionen Dollar.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



02.08.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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12.05.2016, Impressionist & Modern Evening Sale

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Kunstwerk:

Pierre-Auguste Renoir, La marchande de pommes, 1890
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Claude Monet, Au Petit-Gennevilliers, 1874
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Amedeo Modigliani, Jeune femme à la rose (Margherita), 1916
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Claude Monet, Le bassin aux nymphéas, 1919
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Kunstwerk:

Paul Klee, Die Schlange auf der Leiter, 1929
Paul Klee, Die Schlange auf der Leiter, 1929







Claude Monet, Au Petit-Gennevilliers, 1874

Claude Monet, Au Petit-Gennevilliers, 1874

Taxe: 12.000.000 - 18.000.000 USD

Zuschlag: 10.000.000,- USD

Losnummer: 16

Paul Klee, Die Schlange auf der Leiter, 1929

Paul Klee, Die Schlange auf der Leiter, 1929

Taxe: 400.000 - 600.000 USD

Zuschlag: 900.000,- USD

Losnummer: 48

Amedeo Modigliani, Jeune femme à la rose (Margherita), 1916

Amedeo Modigliani, Jeune femme à la rose (Margherita), 1916

Taxe: 12.000.000 - 18.000.000 USD

Zuschlag: 11.250.000,- USD

Losnummer: 7

Pierre-Auguste Renoir, La marchande de pommes, 1890

Pierre-Auguste Renoir, La marchande de pommes, 1890

Taxe: 1.200.000 - 1.800.000 USD

Zuschlag: 2.500.000,- USD

Losnummer: 28




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