Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 17.12.2019 Auktion 71: Alte und Moderne Kunst – Autographen und Manuskripte – Illustrierte Bücher

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Enten am Wehr / Alexander Koester

Enten am Wehr / Alexander Koester
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Van Ham schließt die Auktionen zur Alten Kunst und dem Kunstgewerbe mit durchweg guten Ergebnissen ab. Von Vorteil waren dabei mehrere exquisite Privatsammlungen

Stürmischer Erfolg



Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia, Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggi, Segler in schwerer See, 1840

Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia, Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggi, Segler in schwerer See, 1840

Mit den drei Segelschiffen treibt der Sturm ganz schön sein Unwesen. Die hohen Wellen werfen die Segler auf dem weiten Meer mit leichtem Spiel hin und her und geben sie dem Untergang preis. Einer scheint schon zerstört; denn es schwimmen einige Trümmerteile in der stürmischen See. Doch zwischen den dicken grauen Wolken lässt ein kleiner Spalt blauen Himmels Hoffnung erwachen. Ist der Sturm bald vorüber? Mit diesem Seestück greift Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggi 1840 auf ein gängiges Genre der niederländischen Kunst zurück, das er wohl als Schüler in der Werkstatt Andreas Schelfhouts in Den Haag kennengelernt hat. Vierzehn Gemälde mit maritimen Motiven vor allem aus dem Frühwerk zwischen 1838 und 1842 sind von dem javanischen Prinzen bekannt. „Die Segler in schwerer See“ waren mit großer Wahrscheinlichkeit auf der Akademie-Ausstellung 1840 in Dresden zu sehen und wurden damals mit viel Lob bedacht. Und auch jetzt kamen sie bei der Kundschaft von Van Ham gut an. Internationale Bieter an den Telefonen ließen den unteren Schätzpreis von 20.000 Euro schnell in die Höhe steigen, bis ein indonesischer Privatmann bei 36.000 Euro die Oberhand behielt.


Alte und Neuere Meister

Das dynamische Werk Raden Saleh Ben Jaggis, der im Kölner Auktionshaus schon zu den Stammkünstlern gehört, war mit diesem Wert das Highlight der Auktion „Alte Kunst“. Bei den Versteigerungen der Gemälde Alter und Neuerer Meister, der Skulpturen, des klassischen Kunsthandwerks sowie des Schmucks und der Uhren verzeichnete Van Ham Mitte Mai durchweg gute Resultate; so verabschiedete sich die „Alte Kunst“ losbezogen zu knapp 61 Prozent. Begehrt war gleich zu Beginn ein kleines, für die private Andacht gemaltes Triptychon mit zentraler der Kreuzigungsszene samt Heiligenparade und Verkündigung. Der noch mit Goldgrund ausgestattete Flügelalter entstand um 1400 in der Toskana, wurde in jüngerer Zeit leider etwas unfachmännisch restauriert und übermalt, wechselte aber dennoch für 20.000 Euro den Besitzer (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Unbekannt ist auch der Schöpfer einer Stadtansicht von Amsterdam mit der portugiesischen Synagoge und zahlreichen Staffagefiguren aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, für die sich besonders ein Niederländer bei 19.000 Euro interessierte (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Schon bei 17.000 Euro verabschiedete sich Adam Willaerts’ friedvolle und fantasiereiche Küstenpartie mit Seglern vor einem Hafen von 1642 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Im Bereich der Altmeister dominierten zwei Portraits aus der Sammlung des 1966 verstorbenen deutsch-jüdischen Unternehmers Hermann Hugo Zwillenberg. Bisher war das Selbstbildnis Antoine Pesnes vor der Staffelei nur durch einen Kupferstich seines Freundes Georg Friedrich Schmidt bekannt. Die Experten konnten nun nachweisen, dass das seitenverkehrte Altersportrait des berühmten preußischen Hofmalers, für das sich ein deutscher Sammler bei 26.000 Euro engagierte, dem Stecher Schmidt als Vorlage gedient hat (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Noch besser schnitt das zweite Bildnis von Pesne ab. Elegant präsentiert sich die preußische Prinzessin Sophie Dorothea Marie, Schwester Friedrichs des Großen und Markgräfin von Brandenburg-Schwedt. Vor allem auf ihr aufwändiges Brokatkleid legte Pesne um 1731/32 großen Wert, was sicherlich auch zur Steigerung von 10.000 Euro auf 32.000 Euro beitrug. Bei den kleineren Preisen fand dann noch Mattheus Verheydens etwa gleichaltriges Portrait der Jacoba Wilhelmina van Gheel van Spanbroeck mit Hündchen in einer Landschaft bei 6.500 Euro Beachtung (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Auch die Kunst des 19. Jahrhunderts startete einträglich mit dem ausschnitthaften Doppelportrait der jungen Maler Carl Julius Milde und Friedrich Nerly, die gerade ihren anatomischen Studien nachgehen. Festgehalten hat die beiden vor 1823 wohl ihr Hamburger Künstlerfreund Erwin Speckter, der sich nun über 16.000 Euro freuen konnte (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Während Károly Markós d.Ä. stimmungsvolle italienische Abendlandschaft mit einer auf drei Personen konzentrierten Taufe Christi im Vordergrund schon bei 30.000 Euro wegging (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR), stieß Johann Jakob Frey mit seinen südlichen Hirtenszenen auf mehr Gegenliebe: sein lagerndes Landvolk an der Küste oberhalb von Neapel mit Blick auf Capri spielte 16.000 Euro ein, sein Hochzeitszug am mild beleuchteten Waldrand sogar 20.000 Euro (Taxe je 10.000 bis 15.000 EUR). Auch Albert Flamm bezauberte die Kunden bei Van Ham mit seiner abendlich heiteren Atmosphäre im Park der Villa Torlonia in Rom zu 19.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Die Sehnsucht nach Italien konnte ein weiterer Bieter mit einer Abendstimmung bei Ravallo in der römischen Campagna stillen. Der in orange-gelbes Licht gehüllte weite Blick von Oswald Achenbach erreichte die untere Schätzgrenze von 35.000 Euro. Eine andere Landschaft eröffnet sich dem Betrachter beim Anblick der Arbeit von Alexandre-Louis-Robert Millin Duperreux. Mit klarem, fast ein wenig nüchternem Pinsel präsentiert uns der Klassizist das Thermalbad Cauterets in einem Tal der Pyrenäen bei einem angenehmen Sommertag, wofür er nun 35.000 Euro ergatterte (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR). Nicht so recht an den Mann wollte Lovis Corinths dichter Waldausschnitt mit einem Jüngling an einem See. Die frühe Arbeit „Im Walde“ von 1886 kam im Nachverkauf nur auf 32.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Wenigstens die untere Schätzung von 20.000 Euro gab es für ein ungewöhnliches Sujet Carl Spitzwegs, wiederum aus der Sammlung Zwillenberg: Der Münchner Künstler ließ sich vom hohen Norden inspirieren und malte zwei Lappländer im Winter bei ihrer Heimkehr vom Wrack unter schwer lastendem dunklem Himmel.

Die akribische Technik des Nazareners Franz Ittenbach begründete schon zu Lebzeiten sein hohes Ansehen als Meister der religiösen Malerei. Zwei Madonnendarstellungen Ittenbachs verzeichnete der Katalog, die die seltene Gelegenheit boten, zwei verschiedene Ausführungen des selben Sujets einander gegenüberzustellen: Die ältere 1874 gemalte innige Jungfrau mit dem Kind stellt Ittenbach nach Renaissance-Manier vor eine weite Landschaft, die ein Jahr jüngere vor einen punzierten Goldgrund. Erfreulich ist es, das die beiden „Mater Christi“-Darstellungen nicht getrennt wurden, sondern bei 22.000 Euro und 11.000 Euro in der selben hessischen Privatsammlung ein neues Zuhause fanden (Taxen zwischen 6.000 und 10.000 EUR). Eine weitere Überraschung hielten zwei kleine Kätzchen bereit. Die beiden auf einer Decke liegenden Tiere der niederländischen Malerin Henriette Ronner-Knip verzückten die Bieter so sehr, dass sie ihren Wert auf 26.000 Euro mehr als verdreifachen konnten.

Bei den kleineren Preisen reüssierten mit den „Kindern beim Spielen in der Küche“ für 8.000 Euro und „Der kleine Brüder“ für 9.500 Euro zwei Genrebilder Felix Schlesingers, ebenso der schon karikaturhaft von Gérard Jozef Portielje gezeichnete „Musiker mit Fagott“ bei 8.000 Euro klar über ihren Schätzungen. Auch Hans Herrmanns impressionistische Momentaufnahme vom 25jährigen Thronjubiläum Kaiser Wilhelms II. am 16. Juni 1913 in Berlin ließ sich bei 6.000 Euro nicht lumpen (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Einige höhere Ausfälle musste Van Ham aber dann doch hinnehmen, darunter Fritz von Uhdes Interieur mit der „Alten Näherin“ von 1891 oder Petrus van Schendels wie üblich effektvoll beleuchtete Nachtszene „Karneval“ um 1836 für Bewertungen ab 40.000 Euro aufwärts.

Fayencen und Porzellan aus der Sammlung Loosen-Grillo

Besonders breit gefächert war das Angebot am 14. Mai beim Kunstgewerbe. Hier stach zunächst die mit Sachverstand und Leidenschaft zusammengetragene Sammlung der im vergangenen Jahr verstorbenen Kölnerin Ingrid Loosen-Grillo heraus. Die einzigartige Chance, diese außergewöhnlichen Fayencen und Porzellane des 18. Jahrhunderts zu ersteigern, wollten sich zahlreiche Sammler aus der aller Welt nicht nehmen lassen. So nahmen sie denn auch 92 von insgesamt 97 Positionen der exquisiten Kollektion mit, gleich zu Beginn etwa Paul Anton Hannongs Saucière mit fleurs fines für 3.800 Euro, die sich der Kölner Kurfürst Clemens August 1751 für sein Jagdschloss Clemenswerth im Emsland zulegte (Taxe 1.800 bis 2.500 EUR). Aus Hannongs Straßburger Fayencemanufaktur um 1745/54 folgten ein Schaugericht mit Oliven für 6.000 Euro (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR), ein springender Hund auf einem Grassockel für 5.500 Euro oder sein Wildschwein-Pendant für 6.500 Euro (Taxe je 4.000 bis 6.000 EUR). Christian Wilhelm von Löwenfinck zeichnete für den Dekor zweier Teller verantwortlich, einmal mit Rosen und Schmetterling, das andere Mal mit Blumenbouquet und kleiner Fliege, die sich bei 6.500 Euro und 11.000 Euro aus dem Staub machten (Taxe je 6.000 bis 8.000 EUR).

Preislicher Höhepunkt der Sammlung Loosen-Grillo, die brutto rund 280.000 Euro umsetzte, war ein feines Kachelbild Paul Anton Hannongs mit Blumenbouquet und Insekten in der Art Löwenfincks aus dieser Zeit bei 12.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Umworben waren auch ein Schaugericht mit Radieschen bei 7.500 Euro, das um 1755 wohl in der lothringischen Manufaktur Niderviller modelliert wurde (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR), oder aus der Manufaktur Künersberg bei Memmingen ein Gewürzschälchen in Gestalt eines Delphins mit Putto um 1760 für 5.000 Euro (Taxe 1.200 bis 1.800 EUR) und ein Tellerpaar mit großen Blumenbouquets um 1765/70 für 3.800 Euro (Taxe 1.200 bis 1.800 EUR). Die Fayencemanufaktur Fulda punktete mit einem Frosch als Tabatiere um 1750 bei 5.000 Euro (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR), Flörsheim mit einer in blauen Blumen bemalten Terrine samt leuchtend gelbem Zitronenknauf um 1760 bei 3.300 Euro (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR). Mit zwei Tassen samt Untertassen in Chinoiseriedekor für 5.500 Euro (Taxe 1.200 bis 1.800 EUR) sowie einem Wasserkrug mit bacchantischer Szene nach Boucher aus Frankenthal für 7.000 Euro war dann das Porzellan der Sammlung Loosen-Grillo erreicht (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Auch der kleine Porzellanflakon aus Schrezheim mit rosaroten Rocaillen und Blumendekor aus dem 1760er Jahren blieb bei 8.500 Euro nicht unentdeckt (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Europäisches Kunstgewerbe

Im regulären Angebot an europäischem Kunstgewerbe, das insgesamt bei guten 64,9 Prozent in neue Hände überging, beeindruckten mit ihrer zarten Malerei zwei Porzellantondi von 1776 aus der Manufaktur Frankenthal mit den Allegorien der Komödie und der Tragödie. Die farbenfrohen Szenen von Bernhard Magnus, der dafür Vorlagen Carle Vanloos nutzte, fuhren hohe 28.000 Euro ein (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Die Porzellanmanufaktur Meißen überzeugte mit der Figur des Pantalone aus der Commedia dell’Arte nach einem Modell von Peter Reinicke und wohl Johann Joachim Kändler um 1744 bei 6.500 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), oder mit einer dreipassigen Tabatiere samt Goldfond und fernöstlichen Szenen bei 6.000 Euro (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR).

Schon ins Jahr 1928 datiert Willi Münch-Khes Entwurf für den Archivarius Lindhorst samt Papagei aus E.T.A. Hoffmanns romantischer Novelle „Der goldne Topf“. Er legte von 1.000 Euro auf 4.800 Euro zu, ebenso wie Paul Scheurichs Gruppe „Harlekin und Columbine“ und die Figuren „Estrella“ und „Eusebius“ aus dem Russischen Ballett von 1.200 Euro auf 6.000 Euro. Ein besonders begehrtes Objekt beim Kunstgewerbe des 20. Jahrhunderts war die Solar-Quarzpendulette „Dôme“ mit maritimem Emaildekor. Über 20 internationale Bietfreudige stritten sich um die Tischuhr mit Kuppel aus dem Hause Patek Philippe. Schließlich ging sie für 65.000 Euro in die USA und multiplizierte ihren Schätzwert von 5.000 bis 10.000 Euro um ein Vielfaches. Der Kölner Schmuckdesigner Falko Marx kreierte in den 1970er Jahren auch einmal ein nicht tragbares Stück: In eine eiserne Kanonenkugel des 18. Jahrhunderts setzte er Gold-, Platin-, und Silberplomben, eine römische Karneolgemme, einen Saphir, einen Rubin und einen schwarzen Diamanten ein und schuf so den „Mann im Mond“. Taxgerechte 3.500 Euro waren sein Lohn.

Zu ihren anvisierten 10.000 Euro kam beim Silber dann eine sechskantige, teils vergoldete Schraubflasche mit Imperatorenportraits in Früchtemedaillons des Augsburger Meisters Johann Schuch I um 1685/87 ans Ziel. Hier tat sich besonders ein prunkvoller Teetisch im Louis XVI-Stil hervor. Das elegante Möbel auf vier Hufenfüßen mit Akanthuszier und Widderköpfen an den Beinen sowie zwei eingelegten Spiegelglasplatten produzierte um 1900 die Hanauer Manufaktur J.D. Schleissner Söhne. Mit 60.000 Euro wurde es trotz fehlender Zierelemente ein weiteres Spitzenobjekt der Auktion und ging nach England (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Gesucht war auch ein Paar dreiflammiger Jugendstil-Girandolen. Die ornamental und floral gearbeiteten Füße und Schäfte enden jeweils in einer großen Blütendolde, von der aus die ebenfalls als Blüten gestalteten Leuchterarme abgehen. Die Kerzenleuchter der in Pforzheim und London ansässigen Firma L.F. Brenner & Co verbesserten sich von 3.500 Euro auf einträgliche 18.000 Euro. Die Möbelabteilung hatte eine außergewöhnliche bayrische Aufsatzkommode mit kolorierten Landschaftsstichen und Hinterglasmalerei aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zu bieten, die auf 12.000 Euro gehoben wurde (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR), zum gleichen Preis ein süddeutsches, weiß gefasstes und vergoldetes Rokoko-Bureau plat (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) und eine wohl Wiener Schreibkommode des Empire um 1810/15 mit feiner Schwarzlotmalerei für 16.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Sammlung Gaston Chronon

Einen eigenen Katalog hatte Van Ham für Villenausstattung des im vergangenen Jahr verstorbenen Wiesbadener Couturiers Gaston Choron aufgelegt. Von den vor allem dem Klassizismus und Empire verpflichteten Stücken fanden 76 Prozent einen Käufer. Bei 10.000 Euro war die obere Marke der Zuschläge erreicht. Diesen Wert gab es für eine vergoldete Bronzependule mit Ganymed im Streitwagen des Zeus von Pierre Philippe Thomire um 1810/15 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und für die Marmorbüste des jugendlichen Alexander des Großen aus dem 19. Jahrhundert mit wallendem Haar und zur Seite gerichtetem Blick (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Mit 6.500 Euro wurde ein aus Holz geschnitzter klassizistischer Gueridon um 1810 umworben. Das Gestell in Form von drei zusammengebundenen schwarzen Schlangen mit goldenen Köpfen trägt die runde weiße Marmorplatte (Taxe 4.500 bis 8.000 EUR).

Schmuck und Uhren

Die dritte Auktion Van Hams bestand aus Schmuck und Uhren. Den Höchstpreis forderte mit 49.920 Euro ein schlichter Solitaire-Ring; der große Brillantklunker von rund 5,09 ct wurde um das Jahr 2000 in Deutschland in Weißgold gefasst (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Aus künstlerischer Sicht ist die Saphir-Perl-Armspange von Elisabeth Treskow schon um einiges spannender. Das aus Gelbgold gearbeitete Schmuckstück hat sie mit sieben Sternsaphir-Cabochons, sechs Sternrubin-Cabochons und zehn Naturperlen besetzt. Die um 1939 entstandene und damit äußerst seltene Vorkriegsarbeit der Kölner Goldschmiedin brachte es auf 16.500 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Ein Ring mit großem leuchtend grünem Smaragd des Münchner Juweliers Hemmerle um 1990 erreichte leider nicht seinen Schätzwert von 60.000 bis 80.000 Euro und ging bereits für 45.000 Euro über den Tisch.

Dass Diamanten zeitlos und immer beliebt sind, zeigt der Verkauf eines Colliers und eines Naturperl-Diamant-Ohrgehänges. Die deutsche Halskette um 2000 ist mit 93 Brillanten der feinsten Farb- und Reinheitsqualität versehen und erzielte 35.000 Euro (Taxe 45.000 bis 50.000 EUR). Das wohl englische Ohrgehänge um 1920 weist 58 Diamanten und jeweils zwei Naturperl-Hochbuttons auf. Mit einem Ergebnis von 24.000 Euro konnte es seinen Schätzwert fast verdoppeln (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Bei den Uhren traf vor allem eine Sammlung von seltenen Fliegerchronographen aus bayerischem Privatbesitz auf reges Interesse. Fast alle Lose fanden Abnehmer. Der teuerste unter ihnen war ein um 1940 bei Tutima Glashütte gefertigter Chrongraph mit braunem Lederarmband für 3.300 Euro (Taxe 1.200 bis 2.000 EUR). So konnte Van Ham auch diesen Teil der Auktionen erfolgreich mit einer Zuschlagsquote von 83,3 Prozent abschießen.

Alle Preise verstehen sich als Zuschlag ohne Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



06.08.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp/Ulrich Raphael Firsching

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 18

Seiten: 1  •  2

Events (3)Adressen (1)Kunstwerke (14)

Veranstaltung vom:


14.05.2016, Europäisches Kunstgewerbe - Sammlung Loosen-Grillo - Sammlung Gaston Chronon

Veranstaltung vom:


13.05.2016, Alte Kunst

Veranstaltung vom:


12.05.2016, Schmuck und Uhren

Bei:


Van Ham Kunstauktionen

Kunstwerk:

Antoine Pesne,
 Portrait der preußischen Prinzessin Sophie, Markgräfin von Brandenburg-Schwedt, mit dem Orden des Herforder Damenstifts, um 1731/32
Antoine Pesne, Portrait der preußischen Prinzessin Sophie, Markgräfin von Brandenburg-Schwedt, mit dem Orden des Herforder Damenstifts, um 1731/32

Kunstwerk:

Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggi, Segler in schwerer See, 1840
Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggi, Segler in schwerer See, 1840

Kunstwerk:

Niederländischer Meister, Die
 portugiesische Synagoge in Amsterdam, 17. oder 18. Jahrhundert
Niederländischer Meister, Die portugiesische Synagoge in Amsterdam, 17. oder 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Naturperl-Diamant-Ohrgehänge, wohl England, um 1920
Naturperl-Diamant-Ohrgehänge, wohl England, um 1920

Kunstwerk:

Elisabeth Treskow, Saphier-Perl-Armspange, um 1939
Elisabeth Treskow, Saphier-Perl-Armspange, um 1939







Büste Alexander der Große, wohl Italien, 19. Jahrhundert

Büste Alexander der Große, wohl Italien, 19. Jahrhundert

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 1547

 Niederlande, Niederländischer Meister, Die portugiesische Synagoge in Amsterdam, 17. oder 18. Jahrhundert

Niederlande, Niederländischer Meister, Die portugiesische Synagoge in Amsterdam, 17. oder 18. Jahrhundert

Taxe: 2.000 - 3.000 EURO

Zuschlag: 19.000,- EURO

Losnummer: 518

Antoine Pesne, Portrait der preußischen Prinzessin Sophie, Markgräfin von Brandenburg-Schwedt, mit dem Orden des Herforder Damenstifts, um 1731/32

Antoine Pesne, Portrait der preußischen Prinzessin Sophie, Markgräfin von Brandenburg-Schwedt, mit dem Orden des Herforder Damenstifts, um 1731/32

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 32.000,- EURO

Losnummer: 538

Paul Anton Hannong, Kachelbild mit Bouquet fleurs fines, um 1749/54

Paul Anton Hannong, Kachelbild mit Bouquet fleurs fines, um 1749/54

Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 1021

Franz Ittenbach, Mater Christi, 1874

Franz Ittenbach, Mater Christi, 1874

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 577

Naturperl-Diamant-Ohrgehänge, wohl England, um 1920

Naturperl-Diamant-Ohrgehänge, wohl England, um 1920

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 197

Christian Wilhelm von Löwenfinck, Teller mit Blumenbouquet und kleiner Fliege, 1748/53

Christian Wilhelm von Löwenfinck, Teller mit Blumenbouquet und kleiner Fliege, 1748/53

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 1019

Alexandre-Louis-Robert Millin Duperreux, Blick auf das Thermalbad Cauterets in den Pyrenäen

Alexandre-Louis-Robert Millin Duperreux, Blick auf das Thermalbad Cauterets in den Pyrenäen

Taxe: 16.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 35.000,- EURO

Losnummer: 595

Elisabeth Treskow, Saphier-Perl-Armspange, um 1939

Elisabeth Treskow, Saphier-Perl-Armspange, um 1939

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 16.500,- EURO

Losnummer: 112

Quarzpendulette „Dôme“, Patek Philippe, um 1978

Quarzpendulette „Dôme“, Patek Philippe, um 1978

Taxe: 5.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 1267

Antoine Pesne, Selbstportrait des Künstlers vor der Staffelei, um 1750

Antoine Pesne, Selbstportrait des Künstlers vor der Staffelei, um 1750

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 537

Teetisch mit Widderzier, J.D. Schleissner Söhne, Hanau um 1900

Teetisch mit Widderzier, J.D. Schleissner Söhne, Hanau um 1900

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 60.000,- EURO

Losnummer: 1337

Bernhard Magnus, Zwei Tondi mit Allegorien der „Komödie“ und der „Tragödie“, 1776

Bernhard Magnus, Zwei Tondi mit Allegorien der „Komödie“ und der „Tragödie“, 1776

Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 1121




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce