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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Auktionshaus Dr. Fischer in Heilbronn feiert seine 250. Auktion

Gläserne Höhepunkte



Ivan Mareš, Leaf, 2010

Ivan Mareš, Leaf, 2010

Gläser aller Art und Verarbeitung sind das Spezialgebiet des Auktionshauses Dr. Fischer. Diese Sparte ist die erfolgreichste des Heilbronner Versteigerers, und mit ihr genießt Fischer Ansehen weit über Deutschland hinaus. So ist es nur konsequent, dass Seniorchef und Glasliebhaber Jürgen Fischer seine 250. Jubiläumsauktion mit Gläsern aus der Antike bis in die Gegenwart, von einer kleinen hellolivfarbenen Schale mit Nuppenring des ersten bis dritten Jahrhunderts aus dem östlichen Mittelmeerraum bis zu dem Glasobjekt „Leaf“ von Ivan Mareš aus dem Jahr 2010 bestreitet. Auch die Preisspanne der Auktion ist an diesen beiden Positionen ablesbar. Sie reicht von einigen hundert Euro für das antike Glas bis zu ambitionierten 50.000 bis 60.000 Euro für das rechteckige, mit einer Blattform bestückte grüne Glasrelief des 1956 geborenen Tschechen. Denn nur zwei Exemplare hat Mareš von seinem „Leaf“ produziert, und das zweite befindet sich schon im Museum of Fine Art im texanischen Houston.


Glas des 16. bis 18. Jahrhunderts

In schöner Regelmäßigkeit werden Freunde und Sammler seltener Gläser bei Fischer fündig. Knapp 900 Losnummern umfasst diesmal das chronologisch geordnete Angebot und offeriert die Bandbreite einer zweitausendjährigen Glasproduktion mit teils herausragenden Erzeugnissen. Es geht los mit einer golden irisierten, tropfenförmigen Henkelkanne des dritten oder vierten Jahrhunderts aus dem Nahen Osten für 2.000 bis 2.500 Euro, einem deutschen Maigelein des 15. Jahrhunderts aus grünem Glas mit kräftigem Kreuzrippenmuster für 6.000 bis 6.500 Euro oder einem blaugrünen Berkemeyer des frühen 17. Jahrhunderts aus Deutschland oder den Niederlanden, der bis 2008 zu Sammlung des Amsterdamer Kunsthändlers Aaron Vecht gehört haben könnte. Hier stehen 16.000 bis 18.000 Euro auf dem Etikett.

Auf den konischen Berkemeyer folgte der Römer. Auch von dieser nun bauchigen Glasform hat Fischer einiges zu bieten, etwa eine wohl im Spessart im zweiten Drittel des 17. Jahrhunderts geblasene hellgrüne Variante mit goldenem Wappenadler und Monogramm „K.K.“ in einem Lorbeerkranz für 2.000 bis 3.000 Euro und vor allem einen deutschen oder niederländischen, 30 Zentimeter hohen Römer von musealer Qualität, der ebenfalls mit 16.000 bis 18.000 Euro ins Rennen geht. Nach Venedig richtet sich dann die Aufmerksamkeit mit einer ausladenden Fußschale um 1500, deren Wandung mit einem goldenen Schuppenmuster samt farbigen Punkten bemalt ist (Taxe 22.000 bis 26.000 EUR), oder einer nur wenig jüngeren Fruchtschale mit Wirbelrosette und ebenfalls goldenen Schuppen (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Ein lederbezogener Holzkasten mit Beschlagwerk, der zwei Sechskantflaschen mit floraler Silbermontierung aus Venedig birgt, ist für 12.000 bis 15.000 Euro zu haben.

Wie die Fruchtschale lassen sich manche Objekte nicht so ganz genau zuordnen. Dafür hat die Fachwelt die Bezeichnung „Façon de Venise“, also Glas im venezianischen Stil, eingeführt. Dazu zählen etwa ein hoher dünnwandiger Deckelpokal aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, der seinen Ursprung vielleicht auch in Hall in Tirol genommen hat (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR), ein Henkelkrug um 1580 mit Zinndeckel und vertikalen weißen Bändern sowie Spiralfäden (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) oder ebenso alter, hoher, keulenförmiger Pokal mit netzartigen Spiralfäden aus Milchglas (Taxe 33.000 bis 38.000 EUR). In diese Gruppe reiht sich auch ein trichterförmiger Ringelbecher des 17. Jahrhunderts mit weiter Öffnung und drei türkisfarbenen Ösen samt eingehängten farblosen Glasringen ein (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR).

Auf Farben trifft man dann bei Produkten aus dem nördlichen Europa, etwa einer schrägoptisch geblasenen, tief kobaltblauen alpenländische Nabelflasche des 18. Jahrhunderts mit Zinnschraubverschluss (Taxe 1.800 bis 2.200 EUR), ihrer hellbraunen Kollegin in Wabenmuster (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR) oder einer dickwandigen blaugrünen Vierkantflasche aus Norddeutschland aus dem frühen 18. Jahrhundert (Taxe 2.000 bis 2.400 EUR). Das Goldrubinglas, dessen Herstellung seit dem späten 17. Jahrhundert möglich war, hat die damaligen Menschen besonders fasziniert. Sie sahen die rote, durch Goldpartikel erzeugte Farbe nicht nur als Einfärbung des durchscheinenden Glases, sondern als eigens Material an. Beispiele dafür sind ein Koppchen mit Unterteller und dem Nürnberger Schnitt einer baumbestandenen Landschaft um 1700 (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR) oder eine süddeutsche Deckeldose in gedrückter Kugelform und vergoldeter Silbermontierung mit einer weiblichen Figur als Deckelknauf (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Dann tritt das farblose Schnittglas in Erscheinung und überzeugt durch einen Nürnberger Hohlbalusterpokal mit feinen Blattranken um 1700 (Taxe 2.800 bis 3.300 EUR) oder einem Pokal des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel mit seinem Wappen, gefertigt in der Potsdamer Glashütte vor seinem Todesjahr 1714 (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Ein Höhepunkt ist der niederländische Deckelpokal des päpstlichen Gesandten für Brüssel, Hieronymus de Vecchiis. Auf der weiten zylindrischen Kuppa sind in einer Waldszene sowohl sein Wappen als auch eine Inschriftentafel graviert, auf der er als Internuntius bezeichnet wird (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Ansehnlich tritt diesmal die Preußlersche Glashütte Weißbach aus Schreiberhau im Riesengebirge auf. Sie stellt etwa einen Pokal mit dem Bacchanal mehrerer Putti um 1720 für 3.300 bis 3.800 Euro oder den rund 20 Jahre jüngeren Deckelbecher mit musizierenden Amoretten in großflächigem barockem Zierrat für 2.500 bis 3.500 Euro zur Verfügung.

Auch ein Deckelpokal um 1710 mit Blattsträngen auf der konischen Kuppa und farbigen Spiralfäden im Balusterschaft sowie Deckelknauf wird der Preußlerschen Glashütte zugeschrieben (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Eine englisch-niederländische Gemeinschaftsproduktion ist der Pokal des wohlhabenden Amsterdamer Kaufmanns Hendrik Hooft aus der Sammlung Vecht, der vielleicht dessen herrschaftliches Anwesen an der Herengracht zeigt (Taxe 17.000 bis 19.000 EUR). Teuerstes Produkt beim Schnittglas ist indes ein Becher mit dem exquisit geschnittenen Portrait einer jungen Dame des Biedermeiers in dekolletiertem Kleid von Dominik Biemann aus Franzensbad um 1830 für 40.000 bis 60.000 Euro, das interessanteste vielleicht der reich mit Gitter-, Blatt- und Rollwerk sowie Tieren und Damen dekorierte Spiegelrahmen aus der Kurmainzischen Spiegelmanufaktur in Lohr am Main um 1750/70 für 1.500 bis 2.000 Euro.

Eine weitere Technik der Glasveredlung ist die Bemalung mit bunten Farben. Zu dieser Gattung gehört etwa eine Vierkantflasche mit Zinnschraubverschluss, die am Ende des 17. Jahrhunderts in Sachsen ihre Zier mit Blumen und einem prächtigen Wappen erhielt (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Im Fichtelgebirge wird ein sogenannter Ochsenkopfbecher von etwa 1720/30 lokalisiert; darauf verweisen der dicht bewaldete gleichnamige Berg, Waldtiere und die dort entspringenden Flüsse „Mayn“, „Eger“, „Nab“ und „Saal“ (Taxe 2.900 bis 3.500 EUR). Der Nürnberger Hausmaler Johann Schaper soll für zwei Kugelfußbecher um 1660/70 verantwortlich sein, auf die er mit Schwarzlot einen angeketteten Luchs und eine Schafherde an einem Teich sowie eine niederländische Küste mit Kirchdorf, Windmühle und Segelbooten gepinselt hat (Taxe je 2.500 bis 3.500 EUR). Etwas weniger grobschlächtig ist die Schwarzlotmalerei einer umlaufenden Hirsch- und Bärenjagd von Ignaz Preissler auf einem Flakon mit Vermeilmontierung um 1730 (Taxe 1.500 bis 2.200 EUR).

Glas des 19. Jahrhunderts

Ein Meister des Zwischengoldglases war im ausgehenden 18. Jahrhundert Johann Joseph Mildner, dessen Name auf die „Mildner-Gläser“ überging. Aus seiner Werkstatt stammen ein Becher mit ovalem Wappen aus fein radiertem Blattgold auf rotem Fond um 1790 (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR) und der in selber Art ausgeführte, auf das Jahr 1794 datierte Becher mit Monogrammkartusche (Taxe 4.500 bis 5.500 EUR). Im frühen 19. Jahrhundert waren Ansichtenbecher beliebt, so etwa Samuel Mohns Blick auf Dresden mit Residenzschloss, Hofkirche und der am 19. März 1813 von Napoleonischen Truppen gesprengten Augustusbrücke (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Seinen Sohn Gottlob Samuel Mohn zog es in die damalige Weltstadt Wien. Im heutigen Schwarzenbergpark, dem ersten Landschaftsgarten Österreichs im englischen Stil, fand er um 1820 sein Motiv für den „Dianen Tempel in Dornbach“ (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Dem Wiener Maler Jakob Schuhfried wird ein Becher mit der Panoramaansicht von Bad Ems zugeschrieben (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Für den biedermeierlichen Liebes- und Freundschaftskult ist dann Anton Kothgasser mit zwei Ranftbechern um 1820/25 zuständig. Auf dem einen steht unter einer Girlande aus Rosen und Vergissmeinnicht der Vers „Ehret die Frauen! Sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben“ (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), der andere zeigt einen Opferaltar mit brennendem Feuer, Gottvater Zeus als Adler, einen bittenden Engel mit bunten Flügel und dazu den Spruch „Dieu sauve conserver“ (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR).

Von dem Böhmen Friedrich Egermann sind die Lithyalingläser bekannt, die mit satten Farben sowie den Streifen und Marmorierungen die Materialität von Halbedelsteinen nachahmen. 1829 erhielt Egermann für seine Erfindung sogar ein kaiserliches Privileg. Daher datieren die meisten Waren aus seiner Manufaktur auch in die 1830er und 1840er Jahre, wie etwa ein rotbrauner Becher mit sechs grünen Ovalfeldern und der Inschrift „Amitie“ (Taxe 4.000 bis 4.800 EUR) oder ein fast formgleicher gelbgrüner Becher mit siegellackroten Spitzblättern, auf denen dunkelgrüne hochgeschliffene Knöpfe sitzen (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR). Wegen Egermanns Erfolgs blieb die Konkurrenz nicht untätig, und so machten sich die Gräflich Buquoyschen Glashütten schon um 1835 an einen grün, braun und blau marmorierten Fußbecher (Taxe 4.000 bis 7.000 EUR) oder an eine fliederfarbene Variante mit stilisierten Goldverzierungen (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR), die Gräflich Harrachsche Glasfabrik an einen schlichteren, achtfach facettierten Becher mit einer Marmorierung in Grün, Beige, Grau und Braun (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR).

Jugendstil und Art Déco

Mit Vasen, Moscheeampeln und Prunkrömern in orientalischem Dekor aus den böhmisch-schlesischen Glasfabriken Meyr’s Neffe und Fritz Heckert um 1885/1900 für Preise zwischen 400 und 2.200 Euro geht es auf die Jugendstil-Abteilung zu. Hier tun sich vor allem die französischen Hersteller hervor, so Burgun, Schverer & Co. mit einer hellgrünen Vase um 1900, auf der in Zwischensichtmalerei weiß-rosafarbene Anemonen erblühen (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), oder mit einer violetten Henkelvase mit Tränendem Herz (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Die florale Gestaltung bleibt im frühen 20. Jahrhundert auch bei anderen Manufakturen bestimmend, sei es die grünweiße Vase mit Narzissen und Silbermontierung der Daum Frères nach einem Entwurf von Henri Bergé oder Emile Wirtz (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR), ihre gelb-rote Zylinderform mit Magnolien um 1913/14 (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR) oder die mit dunkelgrünen Eukalyptuszweigen überzogene, orangegelbe Bodenvase um 1915 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Emile Gallé steuert dann seine mit Magnolienzweigen und -blüten dekorierte Balustervase aus den 1920er Jahren für 6.500 bis 7.500 Euro bei und vor allem eine aufwändig gearbeitete Amphorenvase von 1904, auf der sich eine blau-grün-braune Landschaft reliefartig abhebt. Auch der braune Fuß ist als Pinienzapfenschuppen plastisch modelliert (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Stilisierter werden die Blumenmotive dann im Art Déco, etwa bei den Pâte de verre-Vasen von Gabriel Argy-Rousseau zu Schätzpreisen zwischen 6.500 und 7.500 Euro oder bei der bunten Balustervase „Coquelicots“ der Verreries Schneider von 1924/25, bei der die herabfallenden Mohnblumen auch nur Farbkreise in Rot und Schwarz sein könnten (Taxe 6.000 bis 7.500 EUR). René Lalique führt die Abstrahierung in seiner gelb schimmernden Vase „Ecailles“ von 1932 in dem Schuppenmuster weiter fort (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Die böhmische Firma Johann Lötz Witwe hat schon früh auf einen ungegenständlichen leuchtenden Farbdekor gesetzt, der auf vielen Weltausstellungen prämiert wurde. 1909 ging die seltene Vase „Titania Himmelblau mit Kaiserrot“ mit silbern geädertem rotem Federmotiv auf blauem Grund in die Produktion (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR). Adolf Beckerts Entwurf von 1909 spielt dagegen mit wuchernden blattgrünen Naturerinnerungen auf rosafarbenem Grund (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Wieder etwas mehr Naturvorbild fängt Louis Comfort Tiffany bei seiner silbergelb gebeizten Vase von 1906/12 ein, auf der man grüne Blätter und weiß-blaue Blüten zu entdecken meint (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR). Der Graveur August Bischof bevorzugte um 1925 für seine dickwandige, farblose Vase eine Szene aus den Nibelungen und gab im markanten Hochschnitt den drachentötenden Siegfried wieder (Taxe 9.000 bis 9.800 EUR). Bei André Thuret und seiner Vase mit einem Band aus rostroten Oxid- und Luftbläscheneinschlüssen um 1950 wird es wieder abstrakt (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Glas aus Murano

Über einem Abschnitt mit Trinkgläsern, darunter Otto Prutschers farbloses Stängelglas mit geometrischem kobaltblauem Überfangdekor von 1906 für 3.500 bis 4.500 Euro, Josef Hoffmanns und Michael Powolnys Champagnerschale mit graviertem Puttendekor um 1914 für 3.000 bis 3.500 Euro oder Peter Behrens’ schlichtes, aber formschönes Weinglas von 1900/01 für 6.000 bis 8.000 Euro, geht es zu den Glaswaren aus Murano. Hier haben die bekannten Designer der 1950er Jahren das Sagen, etwa Ercole Barovier mit seiner Vase „Pezzatto“ mit längsrechteckigem Plättchenmuster in Weißopal und Violett (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) oder Fulvio Bianconi mit zwei Exemplaren seiner „A fasce orizzontali“-Vase mit bunten beziehungsweise orange-braunen Bandeinschmelzungen (Taxen zwischen 3.500 und 5.000 EUR). Carlo Scarpa wartet mit der kanuförmige Schale „Murrina“ aus opaken Mosaikplättchen in Schwarz und Rot auf (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR), Dino Martens mit zwei Objekten aus seiner bunten „Oriente“-Serie, einer Fischplastik für 3.800 bis 4.500 Euro und einer konischen Vase für 4.500 bis 5.500 Euro, und Pollio Perelda mit einer Vase, auf die er um 1955 vielfarbige Murrine „stellato a canne“ aufgeschmolzen hat (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Ebenso farbenfreudig und teuer zeigt sich Ermanno Tosos Zylindervase „murrine fine canna“.

Studioglas

Dann treten schon die freikünstlerischen Arbeiten in Erscheinung. Ebenfalls auf Murano ließ Pablo Picasso 1954 seine Zierhenkelvase „Antropomorfo“ mit einem etwas nachdenklichen Gesicht (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) und die vollbusige „Donna“ in tiefem Blau arbeiten (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Das Studioglas ist vor allem die Heimat der tschechischen Glaskünstler. Neben Ivan Mareš, der noch das blaue Knotenobjekt „Rope Egg“ von 2004 für 40.000 bis 50.000 Euro zur Verfügung stellt, machen Dana Zámecníková mit ihrem Glasbildnis der „Anne Frank“ aus neun übereinanderliegen, bemalten, geätzten und gebrochen Glasplatten von 1991 (Taxe 28.000 bis 33.000 EUR) oder Václav Cigler mit seiner minimalistischen, runden und mattierten Scheibe „Well“ aus farblosem Glas von 2001 auf sich aufmerksam (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Auch das tschechische Künstlerpaar Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, die bei Fischer schon häufiger Erfolge feiern konnten, ist wieder mit von der Partie. Diesmal werden in der Auktion fünf Glasskulpturen verhandelt: der rotbraune „Head I – Tall Head“ von 1957/58 für 25.000 bis 35.000 Euro, der farbverwandte, aber eher geometrische „Cross Head II“ von 1988/89 für 35.000 bis 45.000 Euro, das ebenso teure, rauchgraue Helmobjekt „T-Space“ von 1997 für, der vergleichbar gestaltete und wiederum graue „Space III“ von 1991 für 25.000 bis 30.000 Euro und die durchbrochene, blau-braune Dreiecksform „Table laid for a bride“ von 1989 für 15.000 bis 20.000 Euro. Da nehmen sich Frantisek Vízners gelbes Schalenobjekt mit mystischer Aura für 6.000 bis 8.000 Euro und Ivo Rozsypals schwarz-weiß gestreifte, einer Kopfform nachgebildete Glasskulptur „Staccato“ von 1983 für 5.000 bis 7.000 Euro geradezu günstig aus.

Polnisch wird es bei Marta Klonowska und ihrer beinahe kitschigen rosafarbenen Plastik „Ziege“ von 2010; doch wenn man das Tier streicheln will, wird man sich schnell an dem scharfkantigen Glasfell verletzen (Taxe 22.000 bis 26.000 EUR). Aus den USA treten Dale Chihuly mit seinem 13teiligen Glasset „Mars Red a Sun Yellow Persian“ von 2000 in wuchernden Naturformen für 10.000 bis 15.000 Euro oder Mary Ann Zynsky mit einem ihrer bekannten Schalenobjekte hinzu, die sie aus feinen, selbstgezogenen Glasfäden in leuchtenden Farbkombinationen spinnt (Taxe 7.000 bis 7.800 EUR). Eine schweizerisch-amerikanische Gemeinschaftsproduktion ist Monica Guggisbergs und Philip Baldwins elegante spindelförmige Glasskulptur „Guardiano Malva“ mit einem dunkelrosa-blauen Schliffdekor von 2001 (Taxe 6.000 bis 6.500 EUR). Österreichische Sammler dürften sich über den „Multi-Striped Head“ von Kiki Kogelnik freuen. Kogelnik hat im Laufe ihrer künstlerischen Entwicklung den menschliche Körper immer mehr fragmentiert und manipuliert, bis in den 1990er Jahren ein Großteil ihrer Arbeiten abstrahierte Gesichter zeigte. Bei dem in der Auktion auf 26.000 bis 30.000 Euro geschätzten lustigen Kopf mit bunten Streifen handelt es sich um eines von insgesamt 13 Exemplaren.

Die Auktion beginnt am 15. Oktober um 10 Uhr. Die Besichtigung ist noch bis zum 13. Oktober täglich von 11 bis 17 Uhr, am 14. Oktober von 9 bis 16 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.auctions-fischer.de.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



12.10.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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