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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeitgenössische Kunst mit einigen Rekordanwärtern bei Christie’s in New York

Wo ist Donald Trump?



Die Abfolge ist straff getaktet. Hatten die beiden Auktionsriesen Christie’s und Sotheby’s die moderne und zeitgenössische Kunst früher in New York auf zwei Wochen verteilt, drängt sich nun das gesamte Programm von den Impressionisten bis zur Gegenwartskunst in eine Woche. Das hat eine Konzentration des Angebots zum Vorteil, zumal die Kunden immer weniger streng zwischen den beiden Segmenten unterscheiden und sich für qualitätvolle Kunstwerke aus den vergangenen 140 Jahren interessieren. Doch müssen sie nun in fünf Tagen einen Marathon von dreizehn Auktionen bestreiten, rechnet man die Versteigerungen von Phillips hinzu. In diesem Nerven aufreibenden Gefechtsreigen muss der Käufer schon genau wissen, zu welchem Zeitpunkt er wo sein muss, damit er nicht im falschen Auktionshaus seine Hand zum Kauf hebt.


Christie’s steigt am Abend des 15. Novembers mit der Auktion „Post-War and Contemporary Art“ in den Ring und eröffnet die 65teilige Suite mit einem Kunstwerk, das aktueller nicht sein könnte. Bei der Wahl Barack Obamas zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der USA 2008 schuf Jonathan Horowitz eine mehrteilige hintergründige Rauminstallation in der New Yorker Galerie Gavin Brown’s Enterprise, aus der die 43teilige Bilderfolge mit den Konterfeis aller amerikanischer Staatsoberhäupter seit George Washington nun für 100.000 bis 150.000 Dollar vorliegt. Donald Trumps Portrait fehlt natürlich noch. Zum Highlight der Auktion hat Christie’s indes Willem de Koonings Großformat „Untitled XXV“ aus dem Jahr 1977 erkoren. Die farbenfrohe, wild gestische Malerei schnupperte zuletzt im November 2006 bei Christie’s für netto 24,2 Millionen Dollar Auktionsluft, nun sollen es 40 Millionen Dollar und damit der neue Auktionsrekord werden. Auch der Großmeister des Abstrakten Expressionismus, Jackson Pollock, tritt an und schickt ein filigranes schwarzweißes Tuscheblatt von 1951 ins Rennen, auf dem er einige sonnengelbe Farbpunkte gespritzt hat (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Joan Mitchell gesellt sich mit ihrer grün dominierten, lyrisch-abstrakten Naturerinnerung um 1958 bei 4 bis 6 Millionen Dollar hinzu, Franz Kline mit der kraftvollen, auf schwarze Farbbalken reduzierte Leinwand „Curvinal“ von 1961 bei 6 bis 8 Millionen Dollar.

Zweitteuerste Arbeit des Abends soll Gerhard Richters „Abstraktes Bild (809-2)“ von 1994 mit 18 bis 25 Millionen Dollar werden. Einlieferer der vertikal rhythmisierten Farbverwischung in Gelb, Rot, Grün und Hellblau ist der Rockmusiker Eric Clapton, der seit 2012 nun schon das dritte Richter-Gemälde aus seinem Bestand auf den Auktionsmarkt wirft und dafür immer Spitzenpreise einheimst. Aus Deutschland sind zudem noch Georg Baselitz mit seinem neoexpressiven, auf dem Kopf stehenden und bekrönten „Orangenesser VII“ von 1981 für 1 bis 1,5 Millionen Dollar und Neo Rauch mit seinem Querformat „Vorort“ von 2007 zugegen, in dem einige Fahnenträger gegen eine Bombe vorzugehen scheinen (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Aus der älteren Künstlerriege macht Josef Albers mit einer dunkel intensiven „Homage to the Square“ von 1973 mit fünf ineinander verschachtelten Quadraten auf sich aufmerksam (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD).

Albers’ Bild gehört zur Sammlung des 1986 verstorbenen Immobilienmoguls Robert Olnick. Seine Frau Sylvia überlebte ihn um 30 Jahre, sammelte weiter und starb nun im Mai. Ihre Nachfahren trennen sich von 58 Kunstwerken im Gesamtwert von über 20 Millionen Dollar, so auch von Roy Lichtensteins durchbrochenem Bronzerelief „Sleeping Muse“ von 1983 nach Constantin Brancusi (Taxe 3,5 bis 5,5 Millionen USD) oder seinem ungewöhnlich abstrakten und farbreduzierten Rasterpunktebild „Double Mirror“ von 1970 (Taxe 2,2 bis 2,8 Millionen USD). Auch sonst begeisterten sich die Olnicks eher für ungegenständliche Werke. Denn auch auf Robert Rauschenbergs mit Ölfarbe übergangenem braun-schwarzem Siebdruck von 1963 weiß der Betrachter nicht genau, woher Rauschenberg seine Motivfetzen genommen hat (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Wundervoll ruhig und zurückhaltend ist Agnes Martins minimalistische Streifenkomposition „Untitled #6“ von 1983 (Taxe 5 bis 7 Millionen USD), wie auch aus anderen Provenienz Robert Rymans lediglich weiße Farbstruktur auf der quadratischen Leinwand „Connect“ von 2002 (Taxe 10 bis 15 Millionen USD).

Eine zweite Privatsammlung tut sich im Katalog hervor, und eigentlich möchte man in das geschlossene Ensemble aus Kunstwerken, Designobjekten und vor allem Glaswaren nicht eingreifen, wenn man die Fotos von den geschmackvoll eingerichteten Zimmern im venezianischen Palazzo des 2014 verstorbenen Kulturmanagers und Kunstkritikers Francesco Carraros sieht. So hing Alberto Burris tief durchlöcherte „Rosso Combustione Plastica“ von 1957 über einem Arrangement bunter Vasen aus Murano (Taxe 3 bis 4 Millionen USD) oder Mario Schifanos umrisshaftes weißes Bildnis des bärtigen „Leonardo“ da Vinci von 1963 neben einer Vasenkollektion aus dunkelgrünem Schaumglas von Napoleone Martinuzzi (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Dank Carraro hat es auch Giuseppe Gallo in die Prestigeauktion geschafft, den Christie’s sonst in die Tagesofferte verbannt hätte. Seine querformatige, wandfüllende Tafel mit einer kleinteiligen mosaikartigen Farbabfolge kostet denn auch nur 40.000 bis 60.000 Dollar.

Eine hohe Erwartung trägt mit 15 bis 20 Millionen Dollar noch Jean Dubuffets soziografisch konnotierte Stadtkarte „Les Grandes Artères“ von 1961. Erst im Mai 2015 erzielte Christie’s mit einem anderen Gemälde aus der Serie „Paris Circus“ bei 22 Millionen Dollar den aktuellen Auktionsrekord. Diesem bunten Wirrwarr steht Ellsworth Kellys Hard Edge-Malerei „Brown Black“ von 1988 aus zwei auf die Spitze gestellten Rechtecken für 3 bis 5 Millionen Dollar gegenüber. Ein seltener Gast in der „Post-War and Contemporary Art“ ist Lygia Clark, wird die Brasilianerin sonst doch in der „Latin American Art“ verhandelt. Ihr dreiteiliger „Espaço modulato no. 10“ von 1958 spielt ebenfalls mit geometrischen Ideen und verwandelt ein schwarzes Quadrat durch Halbierung der Diagonale in ein weißes (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD). Zurück in die USA geht es mit Ed Ruscha und seiner grünen Leinwand von 1973, auf der er das im US-Wahlkampf arg strapazierte Wort „Truth“ ikonisch niedergemalt hat (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Holz und Handwerkskunst sind die Grundlagen für Martin Puryears Skulpturen, so auch für seinen minimalistischen und zugleich primitiv anmutenden Wandkreis „Fraught“ von 1983 (Taxe 600.000 bis 800.000 USD).

Auf die Bildwelt der Trivialliteratur greift Richard Prince in seinen „Nurse Paintings“ zurück und hat das Titelbild eines Groschenromans von 1968 als Vorlage für seine rosafarbene Verfremdung „Nurse Elsa“ von 2002 genutzt (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). In dieser Preiskategorie rangieren zudem Peter Doigs Skispringer „Olin MK IV Part 2“ von 1995/96 und Jean-Michel Basquiats grimmig blickender, zähnefletschender Kopf eines Schwarzen von 1982. Um 1 Million Dollar höher liegt Christopher Wools Schriftbild mit dem zweifachen „Helter“ von 1988. Eher bedrohlich wirkt Adrian Ghenies einsame unkenntliche Person auf der grünen „Bridge“ von 2015 (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD), eher amüsant Robert Gobers skurrile Abformung eines Männerhinterns in weißem Wachs mit Menschenhaar, auf dem er 1990 noch vier Notenzeilen gepinselt hat (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Höhepunkt in der jüngeren Kunst soll John Currins Doppelakt „Nice ’n Easy“ werden. Für die beiden nackten heiteren Damen in gezierter Haltung hat Christie’s zahlreiche kunsthistorische Anleihen von Modigliani und Picasso bis hinzu Cranach gefunden. Seit November 2008 hält das Gemälde von 1999 den Currin-Rekord bei 4,8 Millionen Dollar. Nun sollen es 12 bis 18 Millionen Dollar werden. Wenn das nicht ein satter Gewinn ist.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



13.11.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


15.11.2016, Post-War & Contemporary Evening Sale

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