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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst mit hohem österreichischen Anteil im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Josef, Yusuf, Bas



Als „die schönste, je von Alfons Walde geschaffene Version des Bildthemas ‚Bauernsonntag‘“ bezeichnet das Wiener Auktionshaus im Kinsky das Hauptlos seiner kommenden Versteigerung von Werken der klassischen Moderne. Tatsächlich existiert eine ganze Reihe von Fassungen dieses Motivs, das zwei markige Bauernburschen im gleißenden Sonnenlicht vor schneebedeckter Bergwelt zeigt. Bei dem marktfrischen Bild, das die Vorfahren des derzeitigen Besitzers noch direkt beim Künstler erworben haben, handelt es sich offenbar sogar um eine Neuentdeckung, es war jedenfalls bislang niemals öffentlich ausgestellt oder durch die Wissenschaft erfasst. Die Marktpreise für Walde und auch für den „Bauernsonntag“ sind bekanntlich sehr hoch. Das Kinsky selbst setzte vor fünf Jahren mit einer Version 270.000 Euro um, Wolfdietrich Hassfurther mit einer anderen 2012 sogar 331.000 Euro. Insofern sind die jetzt anvisierten 250.000 bis 500.000 Euro realistisch. 150.000 bis 300.000 Euro sollen es für ein Paar „Tiroler Bauernhäuser im Winter“ von circa 1922 sein.


Moderne Kunst

Die ältesten Arbeiten der Versteigerung am 29. November reichen ins ausgehende 19. Jahrhundert zurück. Ernst Klimt, der jüngere Bruder des berühmteren Gustav Klimt, schuf 1892 die bildliche Gestaltung des Plakats zur Internationalen Ausstellung für Musik und Theaterwesen im Wiener Prater. Drei Musen – die der Lyrik, der Tragödie und der Komödie – sind darauf zu sehen, wie sie sich der Büste des Gottes Apoll zuwenden. Die linke Hälfte des Originalentwurfs ist jetzt für 50.000 bis 100.000 Euro zu haben. Der Generation später Impressionisten gehört der 1861 geborene Carl Moll an. Die Zeitspanne der im Kinsky angebotenen Werke reicht von frühen Arbeiten wie der 1894 datierten, noch realistisch aufgefassten „Brauerei in Lübeck“ (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR) bis hin zum 1943 zwei Jahre vor seinem Tod entstandenen sonnengetränkten „Wald am Orthof/Semmering“ für 45.000 bis 90.000 Euro. Von Egon Schiele liegen unter anderem zwei Zeichnungen bereit: das kleine „Mädchen mir roter Schleife im Haar“ von 1909 (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR) und ein ausschließlich in Bleistift gezeichneter, nicht kolorierter „Frauenakt“ von 1914 für 180.000 bis 360.000 Euro.

Den Nötscher Kreis um Anton Kolig und Franz Wiegele repräsentiert Sebastian Isepp, dessen malerisches Œuvre sich auf die Jahre 1907 bis 1914 konzentrierte und daher mit rund achtzig Werken verhältnismäßig klein blieb. Seine Handschrift ist unverwechselbar, allein der Themen wegen, widmete er sich doch mit besonderer Vorliebe Winterlandschaften; so auch mit seinem „Flussufer im Rauhfrost“ von 1909/10 (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Von Anton Mahringer stammt eine weite sonnenbeschienene „Schneelandschaft in Labientschach“ von 1938/40. Der Ort liegt hoch über dem Gailtal im südlichen Kärnten (Taxe 45.000 bis 90.000 EUR). Auch Oskar Mulley gehörte zu den Verehrern erhabener Alpenlandschaften und fand sowohl motivisch wie stilistisch mit breit aufgespachteltem Pinselduktus seine eigene Ausdrucksweise. Mit 50.000 bis 100.000 Euro ist sein „Berggehöft“ von circa 1930 vielleicht deswegen so hoch bewertet, weil hier zwei Gebäude auf den Felsen balancieren statt des sonst üblichen einen.

Dem Expressionismus lässt sich auch Anton Faistauers Bildnis einer sitzenden Frau mit Küchenstillleben von 1914 zuordnen. Zu sehen ist Ida, die junge Frau des Künstlers, die schon fünf Jahre später starb (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). Ans große Format wagte sich 1911 Oskar Laske: sowohl wörtlich – der Karton misst knapp zwei Meter in der Breite – wie auch im übertragenen Sinn, denn das Thema der vielfigurigen Komposition bildet „Die Kreuzigung“ Christi. Diese selbst spielt sich auf dem Berg Golgatha im Hintergrund ab, während im Vordergrund ein wildes Treiben der Menschen alle Laster dieser Welt zu illustrieren scheint. Das Bild ist eine Art Hauptwerk des Künstlers und absolvierte bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 eine wahre Ausstellungstournee durch Europas Hauptstädte (Taxe 80.000 bis 160.000 EUR). Gänzlich auf Menschen verzichtet Ernst Nepo in seinem mystisch aufleuchtenden „Monte Pasubio“ in den Dolomiten, den er 1936 lediglich mit Kohle auf weißem Kreidegrund formreduziert entwickelt hat (Taxe 18.000 bis 36.000 EUR).

Den deutschen Expressionismus vertritt Ernst Ludwig Kirchners schrill bunt aquarellierte Kreidezeichnung „Nackte Frau und Mädchen“ um 1925. Zu sehen ist wohl unter anderem Anna Müller, die Frau des befreundeten Künstlers Albert Müller, der schon ein Jahr später starb (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR). Zum ihm gesellt sich Erich Heckel mit der vierfarbigen Lithografie eines sitzenden Frauenakts von 1908 in erstaunlich freier, fast ungegenständlicher Gestaltung für 35.000 bis 70.000 Euro. Unbekannter ist der 1882 in Karlsruhe geborene Hans Brasch. Sein „Liebespaar“ von 1924 mit nackter Frau und bekleidetem Mann auf einem Bett vor intensiv roter Wand weist ihn aber als großen Schöpfer expressionistischer Welten aus (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Die Künstlerinnen kommen im frühen 20. Jahrhundert noch nicht so recht zu Wort. Durchsetzen konnte sich die 1897 in Leipzig geborene Hilde Goldschmidt; ihr Ölgemälde „Zwei Mädchen mit Maske“ um 1922 erinnert etwas an den Expressionismus Oskar Kokoschkas (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Ihr zur Seite treten Stephanie Hollenstein mit einer farbintensiven Landschaft am Inn mit alter Bäuerin (Taxe 7.000 bis 14.000 EUR) und die 1942 im Durchgangslager Izbica verschwundene Ella Iranyi mit ihrem schlichten Stillleben samt Obst und Blumentopf um 1920 (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR).

Für die Neue Sachlichkeit steht Herbert Plobergers 1925 datiertes „Stillleben – Auf dem Tisch, unter dem Tisch“. Das sauber konturierte Sammelsurium an Gegenständen tummelt sich, wie der Bildtitel schon andeutet, an allen möglichen und unmöglichen Stellen (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). Österreichs wohl berühmtester Neusachlicher Rudolf Wacker tritt ebenfalls mit einem Stillleben auf, das 1924 „Blumenkrug und Puppe“ sowie weitere Gegenstände in ihrer jeweiligen Stofflichkeit eindrucksvoll mit dem Pinsel umreißt (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR). Josef Floch pflegte demgegenüber eine Art sfumato in seinen Bildern, so dass die Konturen seiner stets der Gegenständlichkeit verpflichteten Motive mit dem jeweiligen Umraum ein wenig verwischen. „Mutter mit Kind“ von 1927/28 ist so ein klar als Floch erkennbares Bild. Es gelangte 1983 als Geschenk der Witwe des Künstlers an das Indianapolis Museum of Art, wurde jedoch 2001 verkauft und wechselte in österreichischen Privatbesitz. Nun soll es 150.000 bis 300.000 Euro einbringen. Auch Alfred Wickenburg bedient die Gattung Stillleben mit seinem „Goldenen Sessel“ von 1935/36, dem er noch ein Blumengesteck, einen Stein und ein aufgeschlagenes Buch in einem nicht perspektivisch korrekten Raumkonstrukt mitgegeben hat (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR).

Ein Spiel mit dem Unheimlichen treibt Franz Sedlacek in seinem 1922 entstandenen „Blumenstück“. Der prachtvolle Strauß wirkt auf den ersten Blick wie ein niederländischer Altmeister, trägt jedoch ganz fantastische Blüten, und die Vase wird von einem drachenartigen Wesen umringelt. Im Juni 2008 hatte das Kinsky den kleinen Karton schon einmal im Programm, damals mit einer Schätzung von 35.000 bis 70.000 Euro und einem Ergebnis von 133.000 Euro. Mit 70.000 bis 140.000 Euro ist man jetzt also sicherlich nicht übermütig. In der gleichen Auktion war damals Sedlaceks in Tusche gezeichnetes „Gespenst mit dem Schlachtmesser“ von 1934 für 30.000 Euro unterwegs, das angsteinflößend durch eine bürgerliche Wohnung geistert. Jetzt stehen 25.000 bis 50.000 Euro auf dem Etikett. Gruseln darf man sich auch bei Norbertine Bresslern-Roths „Einsamem Floß“ von 1958. Das titelgebende Utensil samt Steuermann und Hund fährt nämlich soeben unter einem Ast hindurch, von dem aus wir mit den lauernden Augen eines schwarzen Panthers auf unsere Beute herabsehen (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Die zeitgenössische Kunst am 30. November ist mit rund hundert Nummern nicht ganz so dick und hochpreisig bestückt. Titellos ist Maria Lassnigs „Herbstbild/Herbst“ von 1983 mit einem verzogenen Selbstbildnis der Künstlerin, die sich mit erhobenen Armen offenbar angstvoll über einen Obstteller beugt. Dieter Ronte, Museumsdirektor in Wien, Hannover und zuletzt des Kunstmuseums in Bonn, trennt sich für 100.000 bis 200.000 Euro von dem Bild – neben einigen weiteren aus seiner umfangreichen Sammlung. Auch das Hauptlos kommt von der vor zwei Jahren verstorbenen Lassnig: die in drei Registern angeordneten Portraits ihrer selbst und befreundeter Personen, die sie 1994/96 als Teil der Werkserie „Malflüsse“ schuf, sollen 150.000 bis 300.000 Euro kosten. Dahinter folgen für Preise zwischen 80.000 und 200.000 Euro zwei abstrakte Naturerinnerungen Max Weilers aus den frühen 1970er Jahren.

Freunde von Altmeistern der Abstraktion können sich über Josef Mikls impulsive „Zwei Figuren“ von 2000 (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR), Wolfgang Holleghas karg durch einige Farbschwünge angedeuteten „Wald“ von 2002, Markus Prachenskys monumentalen „Rythmes des Calanques“ von 2009 (Taxe je 35.000 bis 70.000 EUR) und ein informelles „Tanzbild“ Franz Grabmayrs aus dem Jahr 1983 für 25.000 bis 50.000 Euro freuen. Eine dunkle „Materialschlacht“ mit der Nummer „I“ – also wohl die erste einer jedenfalls mehrteiligen Serie – lieferte sich Hans Bischoffshausen 1957 mit einer Reihe von Substanzen, darunter Asphalt und Asche (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Der „Phantastische Realismus“ verbindet sich mit Namen wie Rudolf Hausner, der 1978 einen großen „Schmetterlingsbaum“ aus dem Krater eines erloschenen Vulkans aufsteigen lässt (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR), und Arik Brauer, dessen nicht minder surrealer „Turm aus gebrannter Erde“ von 1963 vielleicht auch als eine Hommage an den niederländischen Tafelmaler Hieronymus Bosch gemeint ist (Taxe 40.000 bis 80.000 EUR).

Die Künstlerinnenriege vertritt Elke Krystufek mit ihrem alla prima in Acryl gemalten Dreifachportrait „Josef, Yusuf, Bas“ von 2006. Dahinter verbergen sich Josef Ratzinger alias Papst Benedikt XVI., der 1975 im Atlantik verschollene Künstler Bas Jan Ader und der 1977 zum Islam konvertierte und seither unter dem Namen Yusuf Islam firmierende Musiker Cat Stevens (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR). Opulente Farben setzt Xenia Hausner in ihren Portraits ein, so auch in dem zweier Frauen, die 1995 vor bunt geblümter Tapete auf einer Couch sitzen (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Die Skulpturenofferte enthält vorrangig strenge, ernste Klassiker wie Josef Pillhofers kubische Bronze „Große Sphinx“ von 1951 (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR) oder Fritz Wotrubas gleichartig aufgebaute „Stehende Figur“ von 1961 (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Erwin Wurm aber bringt den Betrachter mit seiner weißen Harzskulptur „Guggenheim-melting“ von 2005, die Frank Lloyd Wrights berühmtes New Yorker Museum langsam einsinken lässt, auch ein bisschen zum Schmunzeln (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 29. November um 18 Uhr mit der modernen Kunst; am 30. November folgt um 18 Uhr die zeitgenössische Kunst. Die Besichtigung der Kunstwerke ist bis zum Auktionsbeginn samstags von 10 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr, montags von 10 bis 19 Uhr und an den anderen Tagen von 10 bis 18 Uhr möglich. Den Online-Katalog gibt’s unter www.imkinsky.com.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



25.11.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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