Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 14.09.2019 Auktion 14. September 2019

© Auktionshaus Stahl

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Grisebach wartet bei der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ mit idyllischen Landschaften und qualitätvollen Gemälden Adolph von Menzels auf

Deutsche Maler in Olevano



Johann Heinrich Schilbach, Olevano

Johann Heinrich Schilbach, Olevano

Zwischen 1800 und 1850 war das kleine italienische Felsendorf Olevano eine Chiffre für das glückliche Leben. Mit magischer Kraft zog es Künstler und Reisende aus Deutschland an. Sommer um Sommer trafen sich zahlreiche Maler, um immer die selben Motive in ähnlichen Techniken festzuhalten. Das Berliner Auktionshaus Grisebach hat eine große Anzahl solcher Arbeiten für die Auktion zur Kunst des 19. Jahrhunderts zusammengetragen und eröffnet mit ihnen die Herbstrunde. Johann Heinrich Schilbach war einer der deutschen Künstler, die es nach Olevano in die Berge östlich von Rom verschlug. Seine Ölskizze des Städtchens mit dem hoch aufragenden Burgberg entstand vor Ort. Vermutlich sollte sie später weiter ausgearbeitet werden. Einen Hinweis darauf gibt die schriftliche Angabe „gelb“ am linken Bildrand. Der als Vorstufe zu einem Atelierbild entstandene Karton zeigt die Berglandschaft unter einem leicht bewölkten Himmel in groben Pinselstrichen. Für 18.000 bis 24.000 Euro ließe sich die Olevano-Sehnsucht nach Hause holen.


Viel feiner ausgearbeitet ist hingegen ein Aquarell von Ernst Fries. Über einige Felsen öffnet sich der Blick auf die weite hügelige Landschaft. Seine „Italienische Gegend mit Wanderer und Hund“ liegt ebenfalls für 18.000 bis 24.000 Euro bereit. Von Italien war auch Heinrich Reinhold begeistert. Die ausschnitthaft konzipierte Studie „Landschaft oberhalb von Subiaco“ stellt einen schroffen Felsabbruch, der teils bewachsen ist, ins Zentrum. Zwei kleine Gebäude setzten Akzente in der weiten, grün-braunen Hügelkette (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Auch in Bleistiftskizzen vergegenwärtigten sich die Künstler die Traumgegend in den Sabiner Bergen. In romantischem Empfinden nahm Reinhold einen rastenden, aus einem Teich trinkenden Reiter in der Serpentara, dem markanten Steineichenwäldchen bei Olevano, mit Blick auf Civitella auf (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Johann Karl Bähr sah sich 1828 – ebenso fein gezeichnet – im nahen Genazzano um (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR), und von Friedrich Preller d.Ä. liegt ein komplettes Skizzenbuch vor, das ihn 1860/61 als knapp 60jährigen an die Stätten der deutschen Italiensehnsucht zwischen Olevano und Rom führte (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Eugen von Guérard fand seine Motive noch weiter im Süden. Sein stimmungsvoll ausgeführtes Gemälde „Der Ätna im Abendlicht“ von 1839 gibt die Sicht über das Meer auf den sizilianischen Vulkan frei, der in sanftes orange-lilafarbenes Licht getaucht ist (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Zu etwas späterer Stunde fertigte Johan Christian Dahl im selben Jahr die nicht einmal postkartengroße Ölstudie „Die Oder nahe Swinemünde im Mondlicht“ an. Ein Kirchturm, zahlreiche Schiffsmaste und eine Windmühle zeichnen sich vor dem Licht des tief stehenden großen Mondes ab (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Auf das Vorüberziehen der Wolken konzentriert sich ein Gemälde Carl Gustav Carus’. Die um 1830/40 entstandene Wolkenstudie konnte der Kunsthistoriker Hans Joachim Neidhardt ihm anhand einer weiteren Arbeit Carus’ zuweisen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Eine Verbindung von deutschen Architekturelementen und italienischer Landschaft nahm Carus in seiner „Erinnerung an Neapel. (Mondnacht über dem Mittelmeer)“ um 1832 vor. Durch eine gotische Arkadenöffnung, an deren Brüstung ein junger Mann in versunkener Pose lehnt, richtet sich der Blick auf eine Vollmondnacht im Golf von Neapel (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

Ebenso zu den Dresdener Romantikern zählt Karl Christian Sparmann, mit dem Grisebach schon im Sommer Erfolge feiern konnte. Im Zentrum seiner Arbeit „Der Giessbach im Berner Oberland“ steht der reißende, blausilbern schäumende Wasserfall in der hügeligen Waldlandschaft am Brienzer See. Für das Gemälde im Originalrahmen werden 12.000 bis 15.000 Euro erwartet. Wohl in Brandenburg entdeckte Carl Blechen einen See mit Fischerhütte am Ufer, den er in einer raschen Bleistiftskizze mit Fischern und zwei Personen auf einem Grashügel in unaufgeregtem Gestus einfing (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Der französische Klassizist Jean-Victor Bertin ist mit einer ebenso ruhigen, sogar menschenleeren Sicht auf den Eingang des Parks von Saint-Cloud bei Paris mit seinen barocken Wärterhäuschen zugegen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Einen einsamen kleinen Menschen stellte Jean Antoine Théodore Gudin vor die hochaufragenden braunen Felsen und die Weite des Meeres an die Küste der Normandie (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Ein weiterer Schwerpunkt der Auktion liegt mit acht Losen auf dem deutschen Realisten Adolph von Menzel. Auf braunem Tonpapier malte Menzel 1852 mit deckenden Wasserfarben einen Kronleuchter in Untersicht ein wenig schräg im Papierrechteck. Es handelt sich hierbei um die einzige in dieser Technik gearbeitete Studie zu den Friedrich-Bildern; alle anderen fertigte Menzel mit Kreide oder mit Bleistift. Das durch seine rückseitige Beschriftung als Skizze zu dem bekannten Gemälde „Flötenkonzert in Sanssouci“ deklarierte Blatt liegt für 120.000 bis 140.000 Euro bereit. Einen Spitzenpreis verlangt ebenso der „Almabtrieb in Hofgastein“ von 1886. Bei der Gouache im Postkartenformat handelt es sich vermutlich nicht um eine authentische Szenerie, sondern um eine Zusammensetzung aus verschiedenen Elementen des Kurortes. Besonders interessant ist, dass Menzel hier eine sozialkritische Dimension einfließen lässt: Unten rechts ist eine Reißigsammlerin zu sehen, deren Tätigkeit nur von ärmeren Leuten ausgeübt wurde. Direkt über ihr lehnen an einer Balustrade, die zu einem herrschaftlichen Haus gehört, Personen der besseren Gesellschaft (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Mit der Künstlerfamilie Meyerheim war Menzel freundschaftlich verbunden, und so stand auch Paul Friedrich Meyerheim 1868 als nachdenklicher 26jähriger vor seiner Staffelei (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Zum selben Wert liegt Menzels liebevolle Bleistiftskizze der beiden Mädchen Therese und Grete Herrmann beim Klavierspiel von 1872 vor.

Als Schilderer der Stadt Berlin tritt Friedrich Wilhelm Klose mit seiner recht realitätsgetreuen Vedute vom Kronprinzenpalais mit der Kuppel des Stadtschlosses im Hintergrund um 1857/60 auf (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Aus dem schmalen Œuvre Theodor Alts kann Grisebach das Gemälde „Im Atelier“ um 1876 offerieren, das neben dem Bild auf der Staffelei auch das zu malende Stilllebenarrangement gleich mitliefert (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Amüsant, kurios und auch ein wenig tragisch mutet Carl Spitzwegs „Ständchen (Mitternachtsgeiger auf der Leiter)“ an. Auf dem um 1850 entstandenen hochformatigen Gemälde steigt ein Geiger gerade die Leiter in schwindelerregende Höhe empor. Es bleibt offen, für wen dieser Einsame spielt. Vielleicht für eine Person, die sich hinter dem beleuchteten Fenster am linken Bildrand befindet? Hier stehen 120.000 bis 150.000 Euro auf dem Etikett.

Landschaftlich wird es noch einmal im Impressionismus. Mit verschiedenen Bäumen und einem bildparallel verlaufenden Flussufer schuf Pierre-Auguste Renoir 1889 „La vallée de la Seine, vue de Louveciennes“. Farbe und Struktur der schnellen Pinselstriche geben dem Gemälde den Eindruck eines hellen Sommertages (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Franz Skarbina gesellt sich mit dem windigen Wetter am „Strand bei Dunkerque“ um 1885 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder mit einer dunklen „Abendscene in Paris“ samt Gauklern auf einem öffentlichen Platz um 1903 hinzu (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Detailreicher ist da schon ein „Glücklicher Sommertag in Marxzell“ von Hans Thoma. Etwas oberhalb der Mitte teilt sich das 1915 entstandene Bild in Himmel und Land. Der Blick streift über grüne Bäume und Wiesen, während vorne rechts zwei Kinder spielen und weiter hinten eine Kutsche entlang fährt (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Den Spitzenpreis der Auktion am 30. November fordert mit 350.000 bis 450.000 Euro ein Gemälde von Max Liebermann aus dem Jahr 1875. Die „Zimmermannswerkstatt – Die Familie des Holzhackers“ gehört zum realistischen Frühwerk des deutschen Malers und ist künstlerisch von Rembrandt und Frans Hals beeinflusst. Liebermann gewährt dem Betrachter einen Blick in eine nur schwach beleuchtete Werkstatt. In ihr befindet sich eine dreiköpfige Familie: Der Mann spaltet gerade Holz, während die Frau dem Säugling die Brust gibt. Das Licht, das durch einen Spalt im Dach und die hinteren Fenster auf die Personen fällt, wird zum zentralen Gestaltungsmotiv der Szene, taucht es doch die Figurengruppe in ein nahezu sakrale Stimmung. Genauso ausdrucksstark ist Franz von Lenbachs „Selbstbildnis mit Tochter Marion“. Der Künstler drückt seine kleine Tochter fest an sich, während sie ihren Arm um seinen Hals legt. Die um 1900 entstandene Malerei ist nur eine von zahlreichen Bildnissen Marions. Lenbach malte seine Tochter wieder und wieder. Zudem berichten zeitgenössische Besucher des Ateliers, dass sie immer um ihn gewesen sei. Das Abbild dieser engen Vater-Tochter-Beziehung ist auf 20.000 bis 30.000 Euro angesetzt.

Die Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ beginnt am 30. November um 15 Uhr bei Grisebach in Berlin. Die Besichtigung der Kunstwerke ist bis zum 28. November täglich von 10 bis 18 Uhr, am 29. November von 10 bis 15 Uhr möglich. Der Internetkatalog ist unter www.grisebach.com abrufbar.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



28.11.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 29

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4

Adressen (1)Kunstwerke (27)Im Verkauf - Events (1)

Bei:


Grisebach

Kunstwerk:

Johann Heinrich Schilbach, Olevano
Johann Heinrich Schilbach, Olevano

Kunstwerk:

Carl Blechen, Fischerhütte unter Bäumen am See
Carl Blechen, Fischerhütte unter Bäumen am See

Kunstwerk:

Carl Spitzweg, Ständchen (Mitternachtsgeiger auf der Leiter), um 1850
Carl Spitzweg, Ständchen (Mitternachtsgeiger auf der Leiter), um 1850

Kunstwerk:

Friedrich Wilhelm Klose, Das Kronprinzenpalais in Berlin, um 1857/60
Friedrich Wilhelm Klose, Das Kronprinzenpalais in Berlin, um 1857/60

Kunstwerk:

Max Liebermann, Zimmermannswerkstatt (Die Familie des Holzhackers), 1875
Max Liebermann, Zimmermannswerkstatt (Die Familie des Holzhackers), 1875

Kunstwerk:

Theodor Alt, Im
 Atelier, um 1876
Theodor Alt, Im Atelier, um 1876

Kunstwerk:

Franz Skarbina, Abendscene in Paris, (vor) 1903
Franz Skarbina, Abendscene in Paris, (vor) 1903

Kunstwerk:

Jean-Victor Bertin, Eingang des Parks von Saint-Cloud
Jean-Victor Bertin, Eingang des Parks von Saint-Cloud







Adolph von Menzel, Almabtrieb in Hofgastein, 1886

Adolph von Menzel, Almabtrieb in Hofgastein, 1886

Taxe: 200.000 - 300.000 EURO

Losnummer: 177

Johan Christian Dahl, Die Oder nahe Swinemünde im Mondlicht, 1839

Johan Christian Dahl, Die Oder nahe Swinemünde im Mondlicht, 1839

Taxe: 18.000 - 24.000 EURO

Losnummer: 141

Carl Gustav Carus, Wolkenstudie, um 1830/40

Carl Gustav Carus, Wolkenstudie, um 1830/40

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Losnummer: 146

Johann Karl Bähr, Genazzano, 1828

Johann Karl Bähr, Genazzano, 1828

Taxe: 1.500 - 2.000 EURO

Losnummer: 114

Franz von Lenbach, Selbstbildnis mit Tochter Marion, um 1900

Franz von Lenbach, Selbstbildnis mit Tochter Marion, um 1900

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 226

Pierre-Auguste Renoir, La vallée de la Seine. Vue de Louveciennes, 1889

Pierre-Auguste Renoir, La vallée de la Seine. Vue de Louveciennes, 1889

Taxe: 150.000 - 200.000 EURO

Losnummer: 205

Adolph von Menzel, Portrait des Malers Paul Meyerheim, 1868

Adolph von Menzel, Portrait des Malers Paul Meyerheim, 1868

Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Losnummer: 174

Friedrich Preller d.Ä., Skizzenbuch aus Olevano und Rom, 1860/61

Friedrich Preller d.Ä., Skizzenbuch aus Olevano und Rom, 1860/61

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 119

Eugen von Guérard, Der Ätna im Abendlicht, 1839

Eugen von Guérard, Der Ätna im Abendlicht, 1839

Taxe: 30.000 - 50.000 EURO

Losnummer: 133

Hans Thoma, Glücklicher Sommertag in Marxzell, 1915

Hans Thoma, Glücklicher Sommertag in Marxzell, 1915

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Losnummer: 220

Karl Christian Sparmann, Der Giessbach im Berner Oberland, 1853

Karl Christian Sparmann, Der Giessbach im Berner Oberland, 1853

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 157

Ernst Fries, Italienische Gegend mit Wanderer und Hund, 1826

Ernst Fries, Italienische Gegend mit Wanderer und Hund, 1826

Taxe: 18.000 - 24.000 EURO

Losnummer: 109




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce