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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Hochkarätige Spanier in der Auktion zur europäischen Kunst des 19. Jahrhunderts bei Sotheby’s in London

Ein Meer aus Farben



Joaquín Sorolla y Bastida, Niños bañandose entre rocas. Jávea, 1905

Joaquín Sorolla y Bastida, Niños bañandose entre rocas. Jávea, 1905

Ausgelassen springen drei kleine Kinder durch die farbenprächtigen Wellen an den Klippen des Cabo de San Antonio in Jávea an der Costa Blanca. Es handelt sich um Joaquín, Elena und María, die Kinder des spanischen Impressionisten Joaquín Sorolla y Bastida. Die persönliche Familienszene „Niños bañandose entre rocas. Jávea“ malte er im Jahr 1905 und gab ihr berückende Farbkontraste mit: Das Weiß der Mädchenkleider und der schäumenden Wellen hebt sich von dem leuchtenden Aquamarin des Meeres ab, das mit dunkelvioletten und grünbraunen Farbstrichen durchsetzt ist. 800.000 bis 1 Million Pfund soll die Kinderfreude unter südlicher heißer Sonne nun bei Sotheby’s in London einspielen. Von gleicher Hand stammt „Vuelta de la pesca“ aus dem Jahr 1908. Hier hielt Sorolla die Begrüßung der Fischer durch ihre Ehefrauen und Kindern am Strand von El Cabañal, heute ein Stadtteil von Valencia, fest. Die Töchter tragen Körbe, mit denen sie den Tagesfang zum Markt bringen. Wohl kein anderer Künstler war so von diesen Wiedersehen fasziniert wie Sorolla. Für 150.000 bis 250.000 Pfund liegt die kleine flott hingeworfene Malerei bereit.


Doch auch Sorollas Landsmann und Schüler José Mongrell hat sich diesem Thema gewidmet, allerdings in einem realistischen Habitus. So hat er 1936 einen bedrückten Fischer mit seiner Frau und Tochter ins Bild gesetzt, der mit seiner leeren Hand andeutet, dass aus dem heutigen Fang nichts geworden ist (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP). Insgesamt steuert die spanische Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts am 14. Dezember mehrere Höhepunkte bei. Dazu gehört etwa Darío de Regoyos’ „Marché en Navarre“ aus der Serie „La España Negra“, in der er die wahre Seele Spaniens erfassen wollte. Das lebendige Gewimmel der Menschen am Markttag, das für sein Entstehungsjahr 1887 erstaunlich formauflösend und naiv ist, soll 120.000 bis 180.000 Pfund kosten. Bei Raimundo de Madrazo y Garreta wird es gefälliger. Seine „Aline“ zeigt die junge Pförtnerstochter des Marqués de Casa Riera als eine neckische Näherin im Stil des 18. Jahrhunderts (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP). Ein bezauberndes Damenportrait gestaltete Ignacio Zuloaga. „La Señora Garay“ war eine der sechs Töchter des uruguayischen Industriellen Herminio Ramón Rodríguez Labandera. Elegant präsentiert Zuloaga die junge Frau in einem schulterfreien roten Kleid vor einer weiten Landschaft. Ihre helle Haut strahlt geradezu vor dem Grau der Wolken (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP).

Eine ähnlich große Auswahl bietet die Offerte bei Malern der Niederlande. Einen Landweg mit Kühen und einzelnen Staffagefiguren gibt es für 80.000 bis 120.000 Pfund. Die Waldlandschaft schuf Barend Cornelis Koekkoek im Jahr 1833, als er gerade in der deutschen Residenzstadt Kleve ankam und sich von den Rheinlandschaften inspirieren ließ. In die Stadt holt den Betrachter einer der führenden Maler niederländischer Architekturansichten: Willem Koekkoeks pittoresk ausstaffierte „Holländische Straße“ wird mit 60.000 bis 80.000 Pfund gehandelt. Auch Cornelis Springer hat sich diesem Genre verschrieben. Seine „Kerkgracht in Leiden“ mit Renaissance-Häusern und der Hooglandse Kerk als Fluchtpunkt aus dem Jahr 1857 ist mit 50.000 bis 70.000 Pfund nur unwesentlich günstiger veranschlagt. Petrus van Schendel gilt als Spezialist für Nachtszenen. Auch seinen nächtlichen Markt vor einem Kirchenportal mit einer Almosengabe hat er effektvoll mit Kerzenlicht beleuchtet und in ein Spiel von Licht und Schatten verwandelt (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Der norwegische Künstler Harald Sohlberg liefert für die Auktion am 14. Dezember ein weiteres Spitzenobjekt. „Aus Værvågen. Die Hütte des Fischers“ von 1921 markiert einen Höhepunkt seiner neoromantischen Landschaftsmalerei. Auf der stilisierten und koloristisch exquisiten Abendlandschaft muss man die kleine Fischerhütte am See suchen; sie wirkt verloren und einsam. Sohlberg selbst beschreibt das Verhältnis der Hütte zu der weiten Berglandschaft wie das eines kleinen einsamen Jungen, der von gefährlichen Trollen umgeben ist (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). Die duftige Landschaft liebte dagegen der Franzose Jean-Baptiste Camille Corot. „Crécy-en-Brie. Route dans la campagne“ zeigt seine Vorliebe für Wege und Straßen. Es ist anzunehmen, dass der helle lichtdurchflutete Weg im Freien gemalt wurde oder zumindest auf einer Plein Air-Skizze basiert, hat ihn doch Corot recht natürlich eingefangen (Taxe 80.000 bis 100.000 GBP). Mit seinem leuchtenden, kühlen, fast ein wenig exaltierten Kolorit überzeugt der Belgier William Degouve de Nuncques bei „La Grotte du Drac, Manacor“. Die märchenhafte menschenleere Tropfsteinhöhle hat er 1901 in Grün- und Petroltöne mit Weiß gehüllt (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP).

Der Italiener Emilio Longoni variiert bei seinem Blick über den Splügenpass in der Farbigkeit deutlich mehr und hat die Alpenhochebene mit ihren weidenden Schafen aus kleinen Pinselstrichen pointillistisch aufgebaut (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP). Bei seinem Panorama des Petersplatzes in Rom behandelte Ippolito Caffi 1857 ein historisch bedeutsames, neun Jahre zurückliegendes Ereignis. Am 10. Februar 1848 hielt der zunächst reformfreudige Papst Pius IX. während des üblichen Sonntagssegens eine flammende Rede für das Risorgimento und begeisterte damit die Massen. Doch steht bei Caffi mehr die Architektur des Vatikans im Vordergrund; denn der Papst ist nicht zu sehen (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Nach Konstantinopel nimmt uns dann Hubert Sattler mit und gewährt uns um 1840/50 einen prachtvollen Fernblick über die Stadt und den Bosporus vom Beyazit-Turm aus (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Als Orientalist erweist sich der Grieche Théodore Jacques Ralli, der mit seiner „Odalisque“ ein feines Bildnis einer Frau in goldenem Münzornat mit leicht wehmütigem Blick schuf (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP).

Der Österreicher Eugen von Blaas ist für seine Bilder von Frauen bekannt. Oft stellte er die Venezianerinnen bei der Arbeit oder in Begleitung von bewundernden Freiern dar. In der bei Sotheby’s angebotenen Arbeit „In Erwartung“ lässt er 1911 eine hübsche Dunkelhaarige mit ihrem auf einer Balustrade abgestützten Ellenbogen träumerisch in die Lagune von Venedig blicken (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Um eine herausragende impressionistische Arbeit handelt es sich bei dem Genrestück „Weinlese in Tirol“ des Dänen Peder Severin Krøyer. Das Gemälde von 1901 hält den Augenblick der Traubenernte in vielen Lichtreflexen fest. Alle Helfer knien aufgereiht unter den Weinreben, während am rechten Bildrand bereits ein Mann das Lesegut in eine Bütte umfüllt. Entstanden ist die Szene im Zuge mehrerer Reisen nach Südtirol, die Krøyer zusammen mit seiner Familie nach 1900 unternahm (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Auch Vilhelm Hammershøi ist mit von der Partie, diesmal aber nicht mit einem seiner bekannten stillen Interieurs aus seiner Wohnung an der Strandgade 30 in Kopenhagen, sondern mit einer Landschaft. Sein Küstenstreifen „Aus Refsnæs“ von 1900 kommt aber genauso menschenleer und melancholisch daher wie seine Zimmerfluchten und geht in seiner Einfarbigkeit schon in die Abstraktion über (Taxe 150.000 bis 250.000 GBP).

Auch die deutsche Kunst kann sich sehen lassen. Sie startet mit romantischem Empfinden bei Carl Maria Nicolaus Hummels Fernsicht durch eine Baumrahmung auf die Kreidefelsen von Kap Arkona auf Rügen (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP). Studiencharakter trägt Carl Blechens italienische Landschaft mit Fluss und Burg auf hoch aufragendem Felsen (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP). Voller Dynamik sind die „Zwei Reiter am Strand“ von Max Liebermann, bei denen sich der vordere gerade zum hinteren umdreht. Im Hintergrund rauschen die Wellen. Das Motiv ist typisch für Liebermann, durchziehen doch sein gesamtes Schaffen Bilder von Pferden und Reitern (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Affen sind dann eines der Lieblingsmotive Gabriel von Max’. Hat der Darwinist und Spiritist sie doch zu anthropologischen Studien in seiner Villa am Starnberger See gezüchtet, mit ihnen gelebt und sie in seinen Bilder verewigt, so auch um 1900 „Drei Affen“ in inniger Umarmung (Taxe 25.000 bis 30.000 GBP).

Als Zeichner stellt sich Adolph von Menzel mit dem aquarellierten jungen „Fräulein Maercker“ von 1848 vor. Die Tochter des befreundeten Juristen und kurzeitigen Justizministers Karl Anton Maercker blieb im November 2015 bei Grisebach für 80.000 bis 120.000 Euro unverkauft, nun tritt sie erneut für 40.000 bis 60.000 Pfund an. Franz von Stucks „Iphigenie in Aulis“ verbildlicht fast bühnenhaft den Augenblick, in dem Iphigenie durch ihren Vater Agamemnon der Göttin Artemis geopfert werden soll, um diese zu versöhnen. Wie fast immer bei Stuck ist auch hier die Frau von einer erotischen Aura umgeben. Diese führt hier zu einer Verschiebung der originalen Aussage der mythologischen Szene. Es geht nicht mehr um die Macht der Götter, über Richtig und Falsch zu entscheiden, sondern vielmehr um das Verhältnis der beiden Geschlechter zueinander. Das Weibliche repräsentiert durch Iphigenie auf der rechten Seite und das Männliche in Form der Masken auf der linken Seite. Mit weniger symbolistischem Tiefgang hat Leo Putz um 1925 seine sonnige „Waldesruh“ mit zwei weiblichen Akten ausgestattet (Taxe je 100.000 bis 150.000 GBP).

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



12.12.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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