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Georgia O’Keeffe im Kunstforum Wien

Ideenreich bis ins hohe Alter



Es ist das Schicksal zahlreicher Künstlerinnen, dass sie ungeachtet kontinuierlicher Entwicklung und trotz immer neuer Experimente mitunter auf einen einzigen Aspekt ihres künstlerischen Œuvres reduziert werden. Frida Kahlos traumatische Selbstportraits gehören dazu, ebenso wie die gemalten Blüten der amerikanischen Künstlerin Georgia O’Keeffe. In den 1920er Jahren revolutionierte sie die traditionelle Blumenmalerei, indem sie Bilder von Blüten malte und sie dabei aus extremer Nahsicht zeigte. Es sind vor allem diese Werke, die in der Öffentlichkeit als „Inbegriff des Weiblichen“ verankert sind, auf unzähligen Postkarten oder Kalenderblättern reproduziert wurden und die O’Keeffe zur Ikone der „Roaring Twenties“ werden ließen.


Zwar verwehrte sich O’Keeffe zu Lebzeiten vehement gegen die sexualisierte Lesart ihrer Kunst, wie sie sich überhaupt einer Kategorisierung als weibliche Künstlerin widersetzte. Dass die sexuell konnotierte Rezeption und Interpretation ihres Schaffens und der sich daran anschließende Erfolg ausgerechnet auf ihren Ehemann, den Fotografen Alfred Stieglitz, zurückzuführen sind, gehört zu den ungewöhnlichen Aspekten eines umfangreichen Œuvres, das das Wiener Kunstforum nun erstmals in Österreich in einer retrospektiv angelegten Ausstellung präsentiert. Rund 85 Gemälde, Papierarbeiten und Plastiken geben einen Überblick über eine Kunstkarriere von beeindruckender Spannweite, begleitet von zahlreichen Fotografien Stieglitz’ und anderer befreundeter Fotografen, etwa Edward Westons, Paul Strands und Ansel Adams’.

Die wegweisende Pionierin der amerikanischen Kunst war zuvor in Europa erstaunlich selten zu sehen. 2003 richtete ihr das Kunsthaus Zürich eine Ausstellung aus, 2012 folgten Präsentationen in Rom und in München. Dank der Zusammenarbeit mit dem Georgia O’Keeffe Museum in Santa Fe, war die aktuelle Ausstellung bereits im letzten Herbst in der Londoner Tate zu sehen. Die Wiener Präsentation hebt wie zuvor die Münchner Schau deutlich auf O’Keeffes Biografie ab und widmet sich zunächst ausführlich der Beziehung der jungen Malerin zum wesentlich älteren und einflussreichen Fotografen Alfred Stieglitz, der 1916 Papierarbeiten der Künstlerin in seiner New Yorker Galerie 291 ohne deren Wissen ausstellte und den O’Keeffe acht Jahre später heiratete.

Kohlezeichnungen wie „No 17 Special“ oder „Black Lines“, beide von 1919, dokumentieren O’Keeffes modernistisches, von Wassily Kandinsky beeinflusstes Frühwerk, das in Europa wohl weniger Beachtung gefunden hätte, dem Stieglitz mit seinem New Yorker Engagement jedoch zu raschem Erfolg verhalf. Es folgen Stillleben wie „Mask with Golden Apple“ von 1933, Stadtansichten New Yorks wie „Ritz Tower, Night“ von 1928, Naturformationen „Grey Tree, Lake George“ von 1925 und die Blumenbilder der 1920er und 1930er Jahre, die wie Vorgriffe auf die Pop Art wirken. Das Betrachten dieser Arbeiten wird eingedenk der Reproduktionen, die unlösbar mit dem konkreten Anschauen verbunden sind, nicht zum wirklichen Erlebnis. Die Bilder sind weniger groß, als man sie sich vorgestellt hat, Kleinteiligkeit gibt es nicht, manches wirkt gar ungeschickt dekorativ, und insgesamt scheinen die erinnerten Reproduktionen wesentlich komprimierter als die Originale.

Die Ausstellung folgt Georgia O’Keeffe auf ihrem Weg von New York nach New Mexico, wo die Künstlerin 1929 zunächst vier Monate arbeitet und Exkursionen durch die Landschaften von Arizona, Utah und Colorado unternimmt. In ihrem Werk zeigen sich von da an ortstypische Motive: Knochen und Steine als Fundstücke aus der Wüste, ebenso wie einzigartige geologische Formationen oder die Lehmarchitektur der indianischen Ureinwohner, sogenannte Adobe-Häuser. Nach ihrer großen Ausstellung 1946 im Museum of Modern Art in New York – die erste Einzelausstellung einer Künstlerin überhaupt – und dem Tod von Alfred Stieglitz verlässt Georgia O’Keeffe drei Jahre später das pulsierende Leben der Metropole, um sich dauerhaft in New Mexico niederzulassen. Gleichzeitig beginnt sie eine über drei Jahrzehnte währende Reistätigkeit, die sie unter anderem nach Ost- und Südostasien, in den Nahen und Mittleren Osten sowie nach Europa führt.

In den 1960er Jahren arbeitet Georgia O’Keeffe an großformatigen abstrakten Landschaften. Inspiriert von der räumlichen Weite der Ebenen New Mexicos, von Flussgebieten, Straßen, vom Meer und vom Himmel entsteht ein imposantes Spätwerk, das in seiner Reduktion von Farbe und Form an die aus der Natur abgeleiteten Abstraktionen ihres frühen Schaffens anschließt. Die meist querformatigen Gemälde werden nun häufig von einem horizontalen reinen Farbfeld bestimmt und von einer rechteckigen Form, von Variationen über das Thema einer Tür oder eines Fensters in einer Wand in der Bildmitte. Daneben finden sich wüstenartige Ansichten, oft auf wenige Farbnuancen reduziert, und spätere Himmelslandschaften wie „Sky with Flat White Cloud“ von 1962, die, nachdem O’Keeffe zunehmend ihre Sehkraft verliert, mit Hilfe ihres Assistenten Juan Hamilton entstehen. Doch im Vergleich mit den bereits Jahre zuvor erarbeiteten Farbräumen eines Mark Rothkos bleiben auch O’Keeffes späte Werke seltsam blass und weit entfernt von der Wirkung, die die aus vielen transparenten Farbschichten bestehenden Arbeiten des eineinhalb Dekaden jüngeren Künstlerkollegen entfalten.

Nichtsdestoweniger nimmt Georgia O’Keeffe, die 1986 mit 98 Jahren in Santa Fe stirbt, eine wichtige Position innerhalb der amerikanischen Malerei des 20. Jahrhunderts ein und wird für zahlreiche Künstlerinnen späterer Generationen zum Vorbild. Die Qualität der Ausstellung im Wiener Kunstforum liegt vor allem darin begründet, dass sie eine Malerin vorstellt, die sich im Alter noch einmal neu erfand, auch wenn das, was sie im hohen Alter schuf, letztlich weniger originär war, als die Close-Up-Darstellungen ihrer Blumen und Blüten.

Die Ausstellung „Georgia O’Keeffe“ ist bis zum 26. März zu sehen. Das Kunstforum der Bank Austria Wien hat täglich von 10 Uhr bis 19 Uhr und freitags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 11 Euro, für Senioren 8,50 Euro und für 17- bis 27jährige 6 Euro. Der Katalog kostet 32 Euro.

Kontakt:

Bank Austria Kunstforum

Freyung 8

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 557 33 26

Telefax:+43 (01) 557 33 27

E-Mail: office@kunstforumwien.at

Startseite: www.kunstforumwien.at



27.01.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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