Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 27.09.2018 Auktion A186: Möbel & Skulpturen

© Koller Auktionen AG

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Mannheim schwelgt noch im Barock

Franz Conrad Linck, Der Kinderputz, 1768

Üppige Prachtentfaltung, skurrile Gewohnheiten, bewegte Formen mit ausladender Ornamentik – all dies verbindet sich mit dem Barock. Vom portugiesischen „barocco“ als Ausdruck für eine unregelmäßige Perle oder dem spanischen „barrueco“ als Wort für vorstehende Gesteinsformen abgeleitet, steht der Stil für affektgeladene Ausschweifungen, wie sie derzeit auch im Karneval ausgelebt werden. Zum Ende der Saison schließt nun auch in Mannheim eine kunst- und kulturgeschichtliche Schau ihre Pforten, die Staffagen des schönen Zaubers ergründet. „Barock – nur schöner Schein?“, so der Titel, gliedert sich präzise in sechs Themenkomplexe. Rund 300 Objekte und Kunstwerke stellen Aspekte abseits gängiger Klischees vor, die sich von Jahren zwischen 1580 und 1770 eingeprägt haben.

Unter dem Schlagwort „Raum“ sind Stücke versammelt, die den Kulturtausch einer ersten Globalisierungswelle vor Augen halten. Reiseliteratur, Globen, Karten, aber auch im chinesischen Stil gefasste Porzellane bis hin zu Reisemitbringsel belegen die fortschreitende Erschließung des Erdballs auf Handels-, Studien-, Pilger- oder Diplomatenrouten. An wohl geformten nackten Körpern können sich Besucher im nachfolgenden Kapitel erlaben. Viele Maler stellten sie mit Vorliebe in biblischen Szenen dar. Lange, üppige Allongeperücken sollten ebenso die Macht- und Kraftsymbolik steigern wie mollig gefaltete Halskrausen, die als lutherischer Pastorenkragen fortexistieren und von katholischen Malern gerne als Zeichen für Ketzer und Ungläubige angeführt wurden.

Auch die Esskultur zeigt die Aufspaltung der Gesellschaft. Verzückten Gelagen auf prunkvoll mit Luxuswaren gedeckten Tafeln steht die spärliche Nahrung einfacher Kreise gegenüber. Innovationen und Entdeckungen auf den Gebieten der Medizin und Astronomie fokussiert der Themenkreis „Wissen“. „Kunst- und Wunderkammern“ befriedigten neben barocker Lust auf Repräsentation zugleich naturwissenschaftliche Neugier. Immer noch eindrucksvoll sind die Grafiken der Kupferstecherin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian, die in kunstvollen Kompositionen auf ausgedehnten Reisen die Fauna und Flora Surinams festhielt. Wie Malerei, aber auch Literatur und Musik als propagandistisches Mittel eingesetzt werden kann, verdeutlichen Exponate im Kapitel „Glauben“.

Vanitas-Stillleben und Memento Mori-Sujets geben im Sektor „Zeit“ Hinweise auf das Todesbewusstsein der von gewaltigen Kriegen und Verwüstungen durchzogenen Epoche. Flugblätter und neu entwickelte Zeitungen beschleunigten den Transfer von Informationen. Nirgendwo konkreter fassbar werden die Ambivalenzen des Barockzeitalters als im Kapitel „Ordnung“. Den heiter geschwungenen Ausdrucksformen stehen strenge Ordnungsprinzipien gegenüber. Strikte Regeln beherrschen Diplomatie und Zeremoniell. Die Ständegesellschaft klassifiziert klar. Schematisch gegliederte Idealstädte, symmetrische Schlossanlagen oder gezirkelte Gärten sollten göttliche Systeme auf Erden verkörpern. Dieser Anlage folgen auch Mannheim mit seinem geordneten Stadtgrundriss nebst barockem Schloss sowie weitere Orte in der Umgebung, die zum Besuch einladen.

Die Ausstellung „Barock – Nur schöner Schein?“ ist noch bis zum 19. Februar zu sehen. Das Museum Zeughaus hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12,50 Euro, ermäßigt 6,50 Euro bzw. 3 Euro. Der Ausstellungskatalog aus dem Verlag Schnell & Steiner kostet im Museum 28 Euro, im Buchhandel 34,95 Euro.

Reiss-Engelhorn-Museen
Museum Zeughaus C 5
D-68159 Mannheim

Telefon: +49 (0)621 – 293 31 50
Telefax: +49 (0)621 – 293 95 39

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Zurück

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an




Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


11.09.2016, Barock. Nur schöner Schein?

Bei:


Reiss-Engelhorn-Museen

Variabilder:

Franz Conrad Linck, Der Kinderputz, 1768
Franz Conrad Linck, Der Kinderputz, 1768

Variabilder:

Reiseschreibtisch des Herzogs Bernhard von Sachsen-Meiningen und seiner Frau Elisabeth Eleonore, Braunschweig, 1684
Reiseschreibtisch des Herzogs Bernhard von Sachsen-Meiningen und seiner Frau Elisabeth Eleonore, Braunschweig, 1684

Variabilder:

Andreas Schlüter, Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg, 1704
Andreas Schlüter, Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg, 1704

Variabilder:

Jodocus Hondius, Himmelsglobus, 1601
Jodocus Hondius, Himmelsglobus, 1601

Variabilder:

Rembrandt, Apostel Paulus, wohl 1633
Rembrandt, Apostel Paulus, wohl 1633








News vom 24.09.2018

„Congo Stars“ in Graz

„Congo Stars“ in Graz

Henry Wessel gestorben

Henry Wessel gestorben

Konstanz zeigt Meisterblätter aus der Sammlung Brandes

Konstanz zeigt Meisterblätter aus der Sammlung Brandes

Ludwig Galerie in Oberhausen feiert 20. Geburtstag

Ludwig Galerie in Oberhausen feiert 20. Geburtstag

News vom 21.09.2018

Eva Besnyö in Köln

Eva Besnyö in Köln

Archäologie und Migration in Berlin

Archäologie und Migration in Berlin

Berliner DAU-Kunstprojekt abgesagt

Berliner DAU-Kunstprojekt abgesagt

Die Pattern- und Decoration-Bewegung in Aachen

Die Pattern- und Decoration-Bewegung in Aachen

News vom 20.09.2018

Robert Venturi gestorben

Robert Venturi gestorben

Kunst und Revolution in Altenburg

Kunst und Revolution in Altenburg

Geta Bratescu gestorben

Geta Bratescu gestorben

 zur Monatsübersicht



Anzeigen

Marktspiegel

News

Kunsthaus Lempertz - Ikone mit der Gottesmutter der sieben Schmerzen, Russland, 19. Jahrhundert

Benefiz-Auktion des Nachlasses Kardinal Meissner Teil II: Fulminanter Erfolg
Kunsthaus Lempertz

Galerie Frank Fluegel - Katz - Laura 3

Alex Katz: Zwei neue Editionen erschienen
Galerie Frank Fluegel





Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce