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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Videonale-Preis für Randa Maroufi

Randa Maroufi erhält den diesjährigen Videonale-Preis der Fluentum Collection. Die 1987 in Casablanca geborene Künstlerin darf sich nun über ein Preisgeld von 5.000 Euro freuen. Die fünfköpfige Jury wählte ihren 2015 entstandenen Film „The Park“ zum Sieger unter den 43 nominierten Videoarbeiten der aktuellen Videonale in Bonn. In der Jurybegründung wird die „visuelle Dichte und formale Übersetzung einer sozialen Situation, die sich sowohl im öffentlichen als auch im medialen Raum der sozialen Netzwerke abspielt“, geehrt. Ferner setze Maroufi „auf einen geführten und bewusst entschleunigten Blick, der im Kontrast zur Schnelligkeit und Vervielfältigung der Bilder im Internet steht“. So schaffe sie assoziationsreiche Raum- und Menschenbilder, die an klassische Bildtraditionen erinnern. Der Park stehe hierbei als Metapher für einen gesellschaftlichen Zustand, in dem öffentliche, private und mediale Ebenen miteinander verschmelzen. Die Stärke ihres Films liege in der Intensität und gleichzeitigen Offenheit der gefundenen Bildsprache, die zugleich die Übertragung der Situation auf eine existenzielle Ebene erlaube.

Randa Maroufis Film ‚The Park‘ von 2015 verfolgt eine Gruppe Jugendlicher bei ihren Treffen in einem verlassenen und heruntergekommenen Freizeitpark im Zentrum von Casablanca. Dort liegen die Fahrgeschäfte in Trümmern, die Gebäude sind verfallen, die Räume mit Müll und gebrauchten Gegenständen angefüllt. Die Kamera fängt in ruhigen Einstellungen und schwebenden Bildsequenzen unterschiedliche Gruppenbilder und eine Kulisse ein, die in ihrem Verfall geradezu malerische Züge trägt. Sie spielt mit der Nähe und der Distanz zu ihren Protagonisten und Gegenständen. Der Betrachter wird mitgenommen in einen Alltag, der von Langeweile und Gewalt geprägt zu sein scheint. Denn eingebettet in die gefühlte Trägheit des Augenblicks, informiert die Tonebene über kriminelle Aktivitäten von Jugendlichen und deren Inszenierung in den sozialen Netzwerken. In einzelnen Szenen werden diese Momente nachgestellt und bildlich eingefroren.

Die 16. Videonale, das Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen in Bonn, steht unter dem Fokus „Perform!“. Zu sehen sind Werke von 43 Künstlern, darunter Maria Antelman, Cooper Battersby & Emily Vey Duke, Jasmin Bigler & Nicole Weibel, Yao Cong, Lisa Domin, Teboho Edkins, Alex Gerbaulet, Shadi Harouni, Vika Kirchenbauer, Jennifer Mattes, Stefan Panhans, Steve Reinke, Julia Scher, Sanaz Sohrabi, Roy Villevoye, Philip Widmann, Felix Zilles-Perels und Moira Zoitl. Eine lobende Erwähnung sprach die Jury zudem an Louis Henderson für seine Arbeit „Black Code / Code Noir“ aus. Das diesjährige Thema fragt nach der Bedeutung der Performance als künstlerischem Ausdrucksmittel, Beschreibung von Alltagshandlungen in der Gegenwart insbesondere im Umfeld der digitalen Medien.

Die Arbeiten der Ausstellung im Bonner Kunstmuseum beziehen sich damit auf die Verwendung des Videos als dokumentarischen Begleiter und technischen Gegenüber von Performances. Neben dem Künstler wird heute auch der Betrachter immer öfter Teil der künstlerischen Arbeit. Ein weiterer Punkt ist die Lebenswelt, in der Menschen durch ständige Interaktion mit digitalen Geräten Spuren hinterlassen. Sie kommen einer konstanten Aufforderung der Selbstpräsentation im Internet wie auch der Verbesserung des Selbst als wirtschaftlichem Subjekt nach. Damit entwickelt sich das eigene Leben zu einer Dauerperformance. Wird bei Ale Bachlechner der Mensch als Performer im Arbeitsalltag vorgestellt, setzt etwa Jasmina Cibic den Begriff der Performance in Bezug zu kulturellen Handlungsmustern, Ausgrenzung und Stigmatisierung von Menschen.

Die Ausstellung „Perform!“ ist bis zum 2. April zu sehen. Das Kunstmuseum Bonn hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. An Weiberfastnacht und Rosenmontag bleibt das Museum geschlossen. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Der begleitende Katalog kostet 21,90 Euro. Die Schau begleitet ein umfangreiches Festivalprogramm mit Künstlergesprächen, Performances, Diskussionsrunden, Retrospektiven, Führungen, Workshops und Vermittlungsprogrammen. Der „Videonale Parcours“ ist noch bis zum 12. März zu sehen und gewährt an verschiedenen Orten in Bonn Einblick in Werke der Studierenden der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, der Hochschule für Gestaltung Offenbach und der Kunsthochschule für Medien Köln. Das vollständige Programm ist unter www.videonale.org einsehbar.

Kunstmuseum Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 2
D-53113 Bonn

Telefon: +49 (0)228 – 77 62 86
Telefon: +49 (0)228 – 90 85 817


Infos: www.videonale.org

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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