Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 06.12.2017 110. Auktion: Fotografie des 19. - 21. Jahrhunderts - Fotobücher

© Galerie Bassenge Berlin

Anzeige

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Hamburg ehrt die 2009 verstorbene Konzeptkünstlerin Hanne Darboven mit einer großen Ausstellung in der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg. Nur drei Kilometer davon entfernt eröffnete jetzt auch die Hanne Darboven Stiftung ihr Dokumentationszentrum an der ehemaligen Wohn- und Wirkungsstätte der Künstlerin

Im Bann der Zahlenfrau



Ihr Werk ist sperrig und faszinierend zugleich. Die 2009 verstorbene Hanne Darboven zählte zu Lebzeiten zu den bedeutendsten internationalen Gegenwartskünstlerinnen. Für ihre Heimatstadt Hamburg fungierte sie lange Zeit als die Statthalterin der Konzeptkunst mit engen freundschaftlichen Verbindungen zu Carl Andre, Sol LeWitt oder Lawrence Weiner, mithin den wichtigsten Vertretern dieser Kunstrichtung. Große Ausstellungen in Madrid, Bonn und München widmeten sich zuletzt ihrem Werk. Und noch bis Ende Juli 2017 ist im New Yorker Kunstzentrum Dia:Chelsea ihre monumentale Installation „Kulturgeschichte 1880-1983“ zu sehen.


Grund genug also, ihr auch in der Heimat eine große Bühne zu bieten: Unter dem Titel „Gepackte Zeit“ präsentieren jetzt die Hamburger Deichtorhallen in ihrer Dependance, der Sammlung Falckenberg im Stadtteil Harburg, eine äußerst materialreiche Ausstellung zum Leben und Werk der Künstlerin. Entstanden ist die von Deichtorhallenintendant Dirk Luckow und Sammlungsmanager Goesta Diercks kuratierte Schau in enger Zusammenarbeit mit der privat finanzierten Hanne Darboven Stiftung, die zeitgleich und nur drei Kilometer von der Sammlung Falckenberg entfernt ihr neues Dokumentationszentrum am ehemaligen Schaffens- und Wirkungsort der Künstlerin im Hamburger Stadtteil Rönneburg eröffnete.

Von 1962 bis 1965 studierte Hanne Darboven in Hamburg an der Hochschule für Bildende Künste. Die entscheidenden Weichenstellungen jedoch erfuhr ihr Werk während ihres New York-Aufenthalts von 1966 bis 1968. Hier begegnete sie den Vertretern der Minimal Art und der Konzeptkunst. Sie pflegte enge Kontakte zu Künstlern, aber auch zu dem legendären Galeristen Leo Castelli. In New York begann sie auch mit ihrer eigenständigen Methode der akribischen Aufzeichnung von Zeit. Auf Millimeterpapier nahm sie Additionen unter Berücksichtigung des jeweiligen Kalenderdatums vor, die schnell seriellen Charakter annahmen. Was sie dabei antrieb, so die vierfache Documenta-Teilnehmerin in einem Interview, war die „Angst, nicht zu wissen, was ich auf dieser Welt sollte“.

Über ihr Schaffen äußerte sich Hanne Darboven einmal so: „Ich wähle Zahlen, weil sie mir erlauben zu schreiben ohne zu beschreiben. Das hat nichts mit Mathematik zu tun. Überhaupt nichts! Ich wähle Zahlen, weil sie so gleichförmig, begrenzt und künstlich sind.“ Schreibexerzitien mit Füllfederhalter und Schreibmaschine bestimmten ihr Leben und damit auch ihr Werk. Darboven betrieb ein strenges, nur auf den ersten Blick an naturwissenschaftliche Methoden angelehntes, aber letztlich kaum entschlüsselbares, persönliches System des Aufzeichnens. Die Repräsentationsmedien ihrer Kunst waren nicht Malerei, Skulptur oder Zeichnung, sondern in erster Linie Diagramm, Tabelle und Archiv. 1978 begann sie, gefundene oder abfotografierte Materialien in gleichförmiger Rahmung auszustellen: Postkarten aus aller Welt, Magazincover, Seiten aus Kunstkatalogen, Kalenderblätter, religiösen Kitsch, Soldatenfotos aus den beiden Weltkriegen, naive Glanzbilder, Poesiebögen und persönliche Erinnerungen verwob sie zu monumentalen visuellen Systemen.

Im Zentrum der Hamburger Ausstellung steht jetzt ihr Opus Magnum „Kinder dieser Welt“ aus den Jahren 1990 bis 1996. Das auf einer ganzen Etage präsentierte Environment bezieht sich in metaphorisch-chiffrierter Form auf die Zeit des Neubeginns nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges. Die passionierte Sammlerin führt hier Dutzende Puppen mit verschiedenen Hautfarben, Hunderte Köpfe von Kasperlepuppen, weitere Charaktere des Kasperletheaters, Kasperlebühnen, Schaukelpferde und historisches Blechspielzeug in Vitrinen mit eigenen Aufzeichnungen zusammen.

Daneben sind zahlreiche weitere Werke und Archivalien, darunter Filme, Konstruktionszeichnungen, Architekturmodelle und Briefe zu sehen. Aufschlussreich für das Verständnis ihres Schaffens ist zum Beispiel auch eine Vitrine mit ihren gesammelten Taschenkalendern aus rund 40 Jahren. Eine besondere Stärke der Schau besteht zudem darin, Darbovens Werk nicht isoliert zu zeigen, sondern es im Kontext ihrer Zeit zu präsentieren. So versammelt die Schau etwa zentrale Arbeiten von Künstlerkollegen wie Bruce Nauman, Ed Ruscha, Sophie Calle, John Cage oder John Baldessari.

Der Informationsgehalt des herkömmlichen Archivs wird bei Hanne Darboven durch verunklärende Methoden der Anhäufung und der verwirrenden Querverweise ad absurdum geführt. Eine konkrete Lesbarkeit oder ein Nutzen werden verweigert, das Phänomen Zeit aber wird durch die schiere Wiederholung des zeitaufwändigen Schreibaktes und die Anhäufung des Materials in ihrem Werk sicht- und erfahrbar gemacht.

Einen besonderen Glücksfall für die gesamte Darboven-Rezeption und Forschung stellt zudem die Eröffnung des Dokumentationszentrums der Hanne Darboven Stiftung dar. Das Gebäudeensemble besteht aus der ehemaligen Fabrikantenvilla des Kaffeeunternehmers Cäsar Darboven, dem Reetdachhaus, in dem Hanne Darboven bis zu ihrem Tod gelebt hat, und einer Reihe weiterer Bauten. Auf dem weitläufigen Grundstück befindet sich auch das Grab der Künstlerin. Das Zentrum widmet sich in erster Linie der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Gesamtwerks. Es soll aber nicht nur Wissenschaftlern und Ausstellungsmachern aus aller Welt als Anlaufstelle dienen, sondern mit Vortrags-, Diskussions- und Konzertabenden sowie wechselnden Präsentationen in einem kleinen Ausstellungsraum im Erdgeschoss den Genius Loci dieser außergewöhnlichen Künstlerinnenkarriere auch für den interessierten Besucher spürbar machen.

Die Ausstellung „Hanne Darboven. Gepackte Zeit“ ist bis zum 3. September zu sehen. Die Sammlung Falckenberg hat jeden ersten Sonntag im Monat von 12 bis 17 Uhr geöffnet, zu anderen Zeiten nur nach vorheriger Anmeldung. Öffentliche Führungen finden donnerstags und freitags um 18 Uhr, samstags um 12 und 15 Uhr sowie sonntags um 12, 15 und 17 Uhr statt. Anmeldung unter www.deichtorhallen.de/buchung. Im April erscheint eine 40seitige Katalogbroschüre.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg - Sammlung Falckenberg

Wilstorfer Straße 71

DE-21073 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 50 67 62

Telefax:+49 (040) 32 50 67 63

E-Mail: besuch@sammlung-falckenberg.de



27.02.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 10

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (2)Variabilder (5)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


25.02.2017, Hanne Darboven - Gepackte Zeit

Bei:


Deichtorhallen Hamburg - Sammlung Falckenberg

Bericht:


Die Dompteurin der Zahlenreihen ist tot

Bericht:


Exerzitien auf Millimeterpapier

Variabilder:

Hanne Darbovens
 Grab
Hanne Darbovens Grab

Variabilder:

Hanne
 Darboven, Dokumentationszentrum
Hanne Darboven, Dokumentationszentrum

Variabilder:

Hanne Darbovens
 letztes Auto
Hanne Darbovens letztes Auto

Variabilder:

in der Ausstellung „Hanne Darboven. Gepackte Zeit“
in der Ausstellung „Hanne Darboven. Gepackte Zeit“

Variabilder:

Hanne
 Darboven: Wohn- und Atelierhaus
Hanne Darboven: Wohn- und Atelierhaus







Hanne Darbovens Grab

Hanne Darbovens Grab

Hanne Darboven, Dokumentationszentrum

Hanne Darboven, Dokumentationszentrum

Hanne Darbovens letztes Auto

Hanne Darbovens letztes Auto

in der Ausstellung „Hanne Darboven. Gepackte Zeit“

in der Ausstellung „Hanne Darboven. Gepackte Zeit“

Hanne Darboven: Wohn- und Atelierhaus

Hanne Darboven: Wohn- und Atelierhaus




Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce