Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 17.06.2017 52. Kunstauktion - Bildende Kunst des 17.-21. Jahrhunderts

© Schmidt Kunstauktionen Dresden

Anzeige

Tänzerin / Franz von  Stuck

Tänzerin / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel

Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die TEFAF in Maastricht ist das Schaufenster für das Beste, was derzeit an Alten Meistern, Antiquitäten, Antiken und Design auf dem Kunstmarkt angeboten wird. Bis Sonntag präsentiert die Messe 35.000 Objekte der Spitzenklasse aus allen Epochen

Showtime an der Maas



TEFAF 2017 – am Stand der Matthiesen Gallery

TEFAF 2017 – am Stand der Matthiesen Gallery

Der TEFAF-Ableger in New York, der im Herbst 2016 erstmals stattfand, hat nicht im Geringsten am Ruhm der Stammmesse im niederländischen Maastricht gekratzt. Auch im dreißigsten Jahr ihres Bestehens hat sie den heimlich vergebenen Titel „Königin der Kunst- und Antiquitätenmessen“ verdient. Nirgendwo sonst wird man so konzentriert und breit gefächert verkäufliche Kunstwerke der Superlative finden wie hier. Als eines der Highlights wird in diesem Jahr das nahezu hyperrealistische, streng gegliederte Paar Stillleben des spanischen Barockmeisters Juan van der Hamen y León gehandelt. Die Londoner Galerie Colnaghi, die Konrad O. Bernheimer seit 2015 zusammen mit den spanischen Kunsthändlern Jorge Coll und Nicolás Cortés betreibt, erwartet dafür einen siebenstelligen Eurobetrag. Eine Koje weiter bietet Johnny van Haeften ein Paar Tafeln von Frans Hals mit der Darstellung eines Ehepaares für 14 Millionen Euro an.


Das früheste verzeichnete Werk Giambolognas präsentieren die Tomasso Brothers. Keine Bronze, sondern eine athletisch schöne, dynamische, geschnitzte Statuette Julius Cäsars als nackter Held zum Preis von rund 5 Millionen Euro. Bei den Antiken verführt Rupert Wace nicht nur mit der erotischen Anmut der Giustiniani-Venus aus dem 2. Jahrhundert, die im 16. Jahrhundert dem Bankier Vincenzo Giustiniani gehörte, sondern auch mit einer ägyptischen Black-Basalt-Block-Staute aus der Zeit 690 bis 650 vor Christus für 1,25 Millionen Euro. Einen Höhepunkt im Bereich der Klassischen Moderne ist Ernst Ludwig Kirchners doppelseitige Leinwand „Bauern einen Schubkarren ziehend“ bei Henze & Ketterer. Preis: 3,6 Millionen Euro. Auf der TEFAF ist mit Beck & Eggeling, Pearl Lam oder Karsten Greve, der einige Werke Louise Bourgeois für über 1 Million Euro anbietet, eine Reihe hochkarätiger zeitgenössischer Galerien vertreten. Und mit einem Preis von 15 Millionen Euro für Gerhard Richters „Abstraktes Bild 610-1“ von 1986 bei der Kukje Gallery kommt aus dieser Ecke das teuerste Gemälde der Messe.

Herz der Messe bleibt die Alte Kunst

Doch dass Kunst eine große Verführerin der Sinne ist, das spürt man auf dieser Messe entgegen allem Markttrend am stärksten bei der Alten Kunst. Die Kunstkammer Georg Laue etwa zelebriert in einem begehbaren Tresor eine atemberaubende Kollektion fein montierter, aus Halbedelsteinen geschliffener Fußschalen und gravierter Bergkristallschalen des 16. und 17. Jahrhunderts. Einen großen, silbermontierten Kristallhumpen von 1585, dessen Wandung aus hunderten von geschliffenen und gefassten quadratischen Kristallsteinchen besteht, hat am ersten Wochenende bereits ein amerikanisches Museum erworben. Gegen den Trend der leeren Loft-Atmosphäre hat die Kunsthandlung Röbbig aus München wieder mit dem Pariser Boiserie-Spezialisten Féau & Cie ein Kabinett des 18. Jahrhunderts mit exquisitestem frühem Porzellan ausgestattet. Dass Röbbig auf seinem Gebiet ganz oben rangiert, ist unter anderem daran zu erkennen, dass hier nicht nur einzelne Meißner Augustus-Rex-Vasen aus dem ehemaligen Besitz des sächsischen Kurfürsten zu haben sind, sondern für etwas mehr als eine Million Euro gleich ganze Sätze von vier, fünf Exemplaren. Auch der Hamburger Frank C. Möller beherrscht die Kunst des Inszenierens. Unprätentiös und fast beiläufig reihen sich hier ein Bronzetisch aus der Berliner Firma Werner & Mieth und Glasflussvasen neben einem spiralförmigen Lüster nach einem Entwurf Karl Friedrich Schinkels, dessen Preis bei 1,4 Millionen Euro liegt, zu einer Bühne der elegantesten Einrichtungen des preußischen Klassizismus.

Doch die TEFAF ist nicht nur eine glanzvolle Gala-Show. Sie ist auch ein Seismograph für die aktuelle Marktsituation. Der mangelnde Nachschub aus Renaissance und Barock lässt viele Gemälde- und Skulpturenhändler auf das 19. Jahrhundert, wenn nicht sogar auf das 20. Jahrhundert zugreifen. So spannt der Londoner Kunsthändler Daniel Katz den Bogen vom gotischen Relief bis zu einer kleinen Auswahl an Skulpturen von Jean-Baptiste Carpeaux aus der Mitte des 19. Jahrhundert. Sein roh belassener, gerupfter Entwurfsgips des „Ugolino und seine Söhne“ ist bei 93.000 Euro wie ein Blick in den Entstehungsprozess eines Werkes – authentisch, spontan, ursprünglich. Der Kunstmarkt giert nach solchen Werken. Wahrscheinlich muss der Begriff Altmeister aufgrund dieses Trends neu definiert werden.

Die Epochen mischen sich

Den zeit- und epocheübergreifenden Weg schlägt auch die Matthiesen Gallery ein. Sie offeriert Anton von Marons in der Mitte des 18. Jahrhunderts entstandenes Porträt zweier englischer Gentlemen vor dem Konstantinsbogen in Rom für 450.000 Euro mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie das 2,3 auf 2,4 Meter große, spätklassizistische Gemälde „David spielt die Harfe vor Micol“ von Francesco Podesti von 1856 für 300.000 Euro. „Das ist auf dieser Messe das Bild mit dem günstigsten Quadratmeterpreis“, scherzte Patrick Matthiesen wohl auch mit Hinblick auf die kleine Ölskizze von John Constable bei Lowell Libson. Der postkartengroße „Stormy Evening“ kostet 240.000 britische Pfund. Dass die Natur- und Wolkenstudien, das Skizzenhafte momentan Konjunktur hat, wissen auch Daxer & Marschall aus München. Ihre Kollektion mit Landschaftsskizzen von Giuseppe de Nittis aus dem späten 19. Jahrhundert im Preisbereich von 16.000 bis 100.000 Euro zeigt viele rote Verkaufspunkte.

Design des 20. Jahrhunderts auf dem Vormarsch

Eine Art Archäologie des 20. Jahrhunderts verfolgen die Designhändler. Auf die konstruktiven Entwürfe von Bauhaus und De Stijl konzentriert sich Ulrich Fiedler. Sein neuester Fund ist ein Schreibtisch des belgischen Architekten und Bildhauers Georges Vantongerloo von 1920 für 380.000 Euro, dessen Kühnheit darin besteht, jeden Ästhetizismus aus seinem kastenartigen Purismus herausgefiltert zu haben. Konsequent und fern aktueller Trends engagiert sich die Wiener Galerie Bel Etage für den konstruktiven Jugendstil der Donaumetropole. Für einen unteren sechsstelligen Betrag offeriert sie zwei streng geometrisch aufgebaute Armlehnstühle des Wiener Architekten Joseph Urban von 1905, von dem nur wenige Möbel auf dem Markt erhältlich sind. Auch in Maastricht feiert die Designabteilung das skandinavische Mid Century-Design. Mit der Galerie Jackson, die neben Entwürfen von Alvar Aalto einen geradezu minimalistischen, edlen Makassar-Schreibtisch des schwedischen Architekten Sven Markelius aus den 1930er Jahren zeigt, und mit der Galerie Modernity, die mit Klassikern von Josef Frank, Rud Rasmussen oder Peder Moos zugegen ist, sind in dieser Sektion zwei neue Aussteller hinzugekommen, die diese Linie konsequent verfolgen. Beiden haben ihren Hauptsitz in Stockholm.

Ob The European Fine Art Fair in Maastricht ihre Bedeutung als einer der vibrierendsten Markplätze für Kunst behält, darüber entscheiden letztlich die Verkäufe. Viele Aussteller zogen nach dem Eröffnungswochenende eine positive Bilanz. Aronson Antiquairs aus Amsterdam verkauften für 250.000 Euro eine seltene Delfter Balustervase von 1700, bei Studio 2000 Art Gallery Blaricum erwarb ein Privatsammler im Preisbereich zwischen 200.000 und 300.000 Euro die Zeichnung „Students“ des niederländischen Symbolisten Jan Toorop. Noch bis Sonntag zeigen etwa 300 Aussteller mehr als 35.000 Gemälde und Skulpturen, Handschriften und Antiquitäten sowie außereuropäische Kunst und Schmuck.

Die TEFAF hat bis zum 18. März täglich von 11 bis 19 Uhr, am 19. März von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 40 Euro, für Jugendliche von 12 bis 18 Jahren 20 Euro. Der Katalog kostet ebenfalls 25 Euro.

Maastricht Exhibition & Congress Centre
Forum 100
NL-6229 GV Maastricht

Kontakt:

The European Fine Art Foundation

Broekwal 64

NL-5268 HD Helvoirt

Telefon:+31 (0411) 64 50 90

Telefax:+31 (0411) 64 50 91

www.tefaf.com



16.03.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 14

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Variabilder (12)

Veranstaltung vom:


10.03.2017, The European Fine Art Fair

Bei:


TEFAF - The European Fine Art Foundation

Variabilder:

Joseph Urban, Paar Jugendstil-Armlehnstühle, Wien 1905
Joseph Urban, Paar Jugendstil-Armlehnstühle, Wien 1905

Variabilder:

Francesco Podesti, David spielt die Harfe vor Micol, 1856
Francesco Podesti, David spielt die Harfe vor Micol, 1856

Variabilder:

Paar Langhalsvasen, Porzellanmanufaktur Meißen, 1724/28
Paar Langhalsvasen, Porzellanmanufaktur Meißen, 1724/28

Variabilder:

August Macke, Portrait Walter Macke mit Rosenbouquet, 1913
August Macke, Portrait Walter Macke mit Rosenbouquet, 1913

Variabilder:

Deckelgefäße und Tazza aus verschiedenen
 Halbedelsteinen, Mailand und Stuttgart, um 1600
Deckelgefäße und Tazza aus verschiedenen Halbedelsteinen, Mailand und Stuttgart, um 1600

Variabilder:

Ernst Ludwig Kirchner, Bauer einen Schubkarren ziehend, um 1925/26
Ernst Ludwig Kirchner, Bauer einen Schubkarren ziehend, um 1925/26

Variabilder:

Finn Juhl, Schreibtisch mit scheinbar schwebender Platte, Dänemark 1952
Finn Juhl, Schreibtisch mit scheinbar schwebender Platte, Dänemark 1952







Joseph Urban, Paar Jugendstil-Armlehnstühle, Wien 1905

Joseph Urban, Paar Jugendstil-Armlehnstühle, Wien 1905

August Macke, Portrait Walter Macke mit Rosenbouquet, 1913

August Macke, Portrait Walter Macke mit Rosenbouquet, 1913

Giambologna, Julius Cäsar, um 1551

Giambologna, Julius Cäsar, um 1551

Francesco Podesti, David spielt die Harfe vor Micol, 1856

Francesco Podesti, David spielt die Harfe vor Micol, 1856

Ernst Ludwig Kirchner, Bauer einen Schubkarren ziehend, um 1925/26

Ernst Ludwig Kirchner, Bauer einen Schubkarren ziehend, um 1925/26

Georges Vantongerloo, Konstruktivistischer Schreibtisch, 1920

Georges Vantongerloo, Konstruktivistischer Schreibtisch, 1920

Deckelgefäße und Tazza aus verschiedenen Halbedelsteinen, Mailand und Stuttgart, um 1600

Deckelgefäße und Tazza aus verschiedenen Halbedelsteinen, Mailand und Stuttgart, um 1600

Die Giustinianische Aphrodite, römisch, circa 2. Jahrhundert

Die Giustinianische Aphrodite, römisch, circa 2. Jahrhundert

Paar Langhalsvasen, Porzellanmanufaktur Meißen, 1724/28

Paar Langhalsvasen, Porzellanmanufaktur Meißen, 1724/28

Juan van der Hamen y León, Stillleben mit Korb und Terrakottagefäßen, Anfang 17. Jahrhundert

Juan van der Hamen y León, Stillleben mit Korb und Terrakottagefäßen, Anfang 17. Jahrhundert

Finn Juhl, Schreibtisch mit scheinbar schwebender Platte, Dänemark 1952

Finn Juhl, Schreibtisch mit scheinbar schwebender Platte, Dänemark 1952




Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce