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Christian Keinstar in Duisburg

Das Lehmbruck Museum in Duisburg präsentiert unter dem Titel „Simplifikation“ neue Arbeiten von Christian Keinstar innerhalb der Ausstellungsreihe „Sculpture 21st“. Die Exponate des 1975 im polnischen Dirschau geborenen Bildhauers, Fotografen und Videokünstlers entstanden während seines 2015 erhaltenen Stipendiums des Artist in Residence-Programm „Visit“ der innogy Stiftung. Auffallend sind die Materialität, Effekte und Erzeugnisse, die der seit 1989 in Deutschland lebende Künstler zu erzeugen weiß.

Christian Keinstars Kopfplastik „Simplifikation“ nutzt etwa das ungewöhnliche silbrig weiße Metall Gallium. Das seltene Element beginnt bereits bei 29,76 Grad Celsius zu schmelzen, etwa wenn eine Hand das für Menschen ungefährliche Material berührt. Das Gesicht der Skulptur zerfließt durch das Erhitzen des Sockelgestells, auf dem die Arbeit ruht. Das Metall fällt in Tropfen in eine identische Gussform herab und erhält beim Abkühlen wiederum die ursprüngliche Form eines Kopfes. Dieser Prozess wird während der Schau einige Male zu sehen sein.

Näher an den klassischen Verfahren des Modellierens und Gießens liegen etwa die zwei aus Beton und Stahl geformten Arbeiten „Piece of Evidence“ und „Rose“ von 2015. Beide sind der gotischen Baukunst entlehnt. Verdeutlicht „Rose“ das Gerüst einer gotischen Fensterrosette, deformiert und fragmentiert Keinstar in „Piece of Evidence“ den Spitzbogen mit Kreisen und Lanzettelementen. Während der graue Beton die Form definiert, ragen die schlanken Stahlstangen aus den abgebrochenen Fragmenten und Aussparungen sichtbar hervor. So kreiert Keinstar laut Mitteilung des Museums hier eine Art „Industrie-Gotik“.

Christian Keinstar studierte ab 1998 Design an der Fachhochschule in Aachen. Zwei Jahre später wechselte er zur Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln zu Jürgen Klauke und Marcel Odenbach und ging 2003 zum Studium bei Olaf Metzel und Klaus vom Bruch an die Kunstakademie nach München. 2005 erhielt er von der KHM das Abschlussdiplom mit Auszeichnung. Neben weiteren Förderungen, etwa dem Villa Aurora Los Angeles Residenz-Stipendium, stellte Keinstar unter anderem im Wallraf-Richartz-Museum in Köln und dem Düsseldorfer Museum Kunst Palast aus. Er lebt und arbeitet in Köln.

Die Ausstellung „Christian Keinstar – Simplifikation“ ist bis zum 18. Juni zu besichtigen. Das Lehmbruck Museum hat täglich außer montags von 12 bis 17 Uhr, am Wochenende ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum
Friedrich-Wilhelm-Straße 40
D-47051 Duisburg

Telefon: +49 (0)203 – 283 26 30
Telefax: +49 (0)203 – 283 38 92

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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