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Eduard Angeli in der Albertina

Anlässlich seines 75. Geburtstages am 15. Juli würdigt die Wiener Albertina Eduard Angeli mit einer Retrospektive und stellt dazu Werke von den 1960er Jahren bis heute vor. Die Gemälde und Zeichnungen des Österreichers setzen sich bereits seit über 50 Jahren mit dem Mythos des stillen Raumes auseinander. Von farbintensiven bis hin zu dunkel-düsteren Bildern reicht Angelis Œuvre, in dem der Künstler ein Wechselspiel zwischen der Leere des Raumes und einer monumentalen Einsamkeit verfolgt. Die Melancholie ist hierbei sein ständiger Begleiter.

Das Schaffen Eduard Angelis lässt sich grob in drei Phasen einteilen: In den frühen Gemälden nehmen politische Themen wie der Kolonialismus oder der Militarismus in der Türkei eine bedeutende Rolle ein. Während hier noch vereinzelt Personen oder Tiere zu sehen sind, weichen diese in den folgenden Jahren leeren Räumen oder Landschaften. „Ich finde es einfach poetischer, die Verlassenschaften der Menschen darzustellen“, so Angeli selbst über seine Kunst. „Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, die Menschen aus dem Werk auszuklammern.“ Die Werke der späten 1980er und frühen 1990er Jahre zeigen dann Alltagsgegenstände wie Messer, Trommeln oder Lautsprecher, eingebettet in einsame Räume und stille Landschaften. Ähnlich den Objekten und der Stimmung der Pittura Metafisica Giorgio de Chiricos entwickeln seine Zeichnungen eine merkwürdige Magie.

Durch die starke formal-ästhetische Reduktion eliminiert der Künstler alle narrativen Details und fokussiert sich immer mehr auf das Wesentliche: die Einsamkeit. Besonders deutlich tritt diese in seinen Arbeiten der letzten zwei Jahrzehnte auf, in denen Eduard Angeli vermehrt auf touristenüberströmte Städte wie Venedig oder Sankt Petersburg zurückgreift, um mit seiner melancholischen Leere einen verstärkten Kontrast zu bewirken. So zeigen beispielsweise der „Hinterhof“ von 2005 oder seine „Bar“ aus dem nachfolgenden Jahr düstere Ansichten von vereinsamten Gebäuden, die normalerweise aufgrund großer Beliebtheit ins Auge stechen. Die Darstellung des Sichtbaren wird somit von der des Unsichtbaren verdrängt und lässt den Mythos der toten Stadt aufleben.

Die Ausstellung „Eduard Angeli“ ist bis zum 25. Juni zu sehen. Die Albertina hat täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 12,90 Euro, ermäßigt für Senioren 9,90 Euro und für Studenten 8,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren ist er frei. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Sprache für 29,90 Euro.

Albertina
Albertinaplatz 1
A-1010 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 534 830
Telefax: +43 (0)1 – 534 834 30

Quelle: Kunstmarkt.com/Annemarie Knatz

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