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Nürnberg gibt ersten Einblick in die Sammlung Kinkel

Ernst Ludwig Kirchner, Kopf Erna mit Stirnreif, um 1912

Neben seiner Arbeit als Fotograf und Kunstschriftsteller war der 2015 verstorbene Hans Kinkel ein leidenschaftlicher Kunstsammler. Knapp 400 Zeichnungen der Moderne umfasst seine Sammlung, die er dem Germanischen Nationalmuseum (GNM) vermachte. Mit 124 Blättern gibt das Haus nun einen ersten Einblick in den Nachlass Kinkels. „Es ist der bedeutendste Neuzugang der letzten 20 Jahre für die Graphische Sammlung“, äußerte sich Generaldirektor Ulrich Großmann. So sind neben Zeichnungen des Brücke-Künstlers Ernst Ludwig Kirchner unter anderem auch Arbeiten von Georg Baselitz, Karl Hubbuch und Jeanne Mammen zu sehen.

Jahrzehntelang interviewte und fotografierte Hans Kinkel zahlreiche Künstler. Da er sich besonders als Porträtist verstand, nehmen Porträts wie Kirchners flott skizzierte „Erna mit Stirnreif“ von 1912 oder George Grosz’ schonungslos-analytisches „Porträt Max Herrmann-Neisse“ von 1926 innerhalb seiner Sammlung eine vorrangige Rolle ein. Neben abstrakten Zeichnungen Emil Schumachers und Darstellungen des Großstadtlebens – wie in Hubbuchs Ausschnitt des Eiffelturms – zählen besonders die Bildhauerzeichnungen zum Kern der Kollektion. Hier sticht die Vorzeichnung „Mutter und toter Sohn“ von Käthe Kollwitz zu einer verworfenen Radierung „Bauernkrieg“ aus dem Jahr 1903 ins Auge. Die bewegende Darstellung greift auf die revolutionären Aufstände von 1524 bis 1526 zurück und zeigt eine ihren toten Sohn beweinende Mutter. Käthe Kollwitz, die 1914 selbst ihren Sohn in der Ersten Flandernschlacht verlieren sollte, verlieh der Frau hierbei ihre Züge.

Die Ausstellung „Von Kirchner bis Baselitz. Ein Jahrhunderterbe: Die Sammlung Hans Kinkel im GNM“ ist bis zum 10. September zu sehen. Das Germanische Nationalmuseum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der reguläre Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Germanisches Nationalmuseum
Kartäusergasse 1
D-90402 Nürnberg

Telefon: +49 (0)911 – 13 31 0
Telefax: +49 (0)911 – 13 31 20

Quelle: Kunstmarkt.com/Annemarie Knatz

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Veranstaltung vom:


11.05.2017, Von Kirchner bis Baselitz. Ein Jahrhunderterbe: Die Sammlung Hans Kinkel im GNM

Bei:


Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Variabilder:

Ernst Ludwig Kirchner, Kopf Erna mit Stirnreif, um 1912
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