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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Sammlung Joachim Fest mit grafischen Arbeiten von Corinth und Janssen bei Irene Lehr in Berlin

Eros, Thanatos und das eigene Ich



Horst Janssen, Selbst im Bademantel, 1971

Horst Janssen, Selbst im Bademantel, 1971

Joachim Fest gehörte zu den großen Denkern, Zeithistorikern und Publizisten der BRD. Als Journalist beim RIAS Berlin und beim NDR sowie als Mitherausgeber der FAZ von 1973 bis 1993 beschäftigte er sich vor allem mit der Zeit des deutschen Nationalsozialismus. Dass Joachim Fest auch ein reger Kunstsammler war, macht jetzt eine Auktion bei Irene Lehr in Berlin deutlich. Dort kommt ein Teil seiner umfangreichen Kollektion zur Versteigerung. Die gut 260 Positionen konzentrieren sich auf zwei Künstler: Horst Janssen und Lovis Corinth, die neben den Klassizisten, Deutschrömern und Romantikern zu den Liebligen Fests zählten und seine Kronberger Villa wie auch sein FAZ-Büro in einen ästhetischen Gegenraum zu den Abgründen der deutschen Geschichte verwandelten.


Was beide Künstler in der Sammlung Fest verbindet, ist ihr Bezug auf den Menschen und das daraus resultierende historische Bewusstsein. Kaum eines der grafischen Blätter kommt ohne eine menschliche Gestalt aus. Horst Janssen gilt mit seinen Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitten und Lithografien als einer der herausragendsten und produktivsten deutschen Zeichner und Grafiker des 20. Jahrhunderts, der sich immer wieder mit seiner Person und seinem Künstlerdasein auseinandergesetzt hat. Sein Portrait „Selbst im Bademantel“ zeigt ihn mit zerknittertem Gesicht und wirrem Haar (Taxe 800 EUR). In insgesamt 23 Selbstbildnissen hat sich Janssen 1973 auf einen Text aus den „Buddenbrooks“ von Thomas Mann in seinem Konvolut „Hanno’s Tod“ bezogen. Alle Blätter enthalten einen mal mehr, mal weniger klaren Blick auf die ausschnitthaften Gesichtszüge des Künstlers. Teilweise sind sie stark verzerrt, durch Schatten verdeckt oder scheinen in eine Naturwelt überzugehen (Taxe 6.000 EUR).

Historisch wird Horst Janssen etwa bei seinen Radierungen „Friedrich der Große oder Voltaire“ von 1958 (Taxe 800 EUR) oder dem wohl unikaten Blatt mit dem fratzenhaften Gesicht von „Charles de Gaulle“ aus dem Jahr 1970 (Taxe 900 EUR). Ebenso viel verlangt seine Radierung „Klee und Ensor um einen Bückling streitend“ von 1961, in der Janssen frech und ironisch mit zwei großen Künstlern der klassischen Moderne umgeht. Weibliche Erotik spricht aus den Grafiken „Fini“ und „Liebling“ von 1968 (Taxe je 600 EUR), ebenso aus der Suite „Carnevale di Venezia I“ von 1971, in der auch wieder Janssens Selbstbefragung zum Ausdruck kommt (Taxe 3.000 EUR). In den 36 Radierungen „Der Alp – Variationen zu Heinrich Füssli“ von 1974 (Taxe 5.000 EUR) oder der gleichaltrigen Folge eines modernen „Totentanzes“ geht es Janssen dann um die Verwerfungen menschlichen Lebens (Taxe 6.000 EUR). In seinem Konvolut „Aus der Blumensuite“ von 1972 geben neun Radierungen auf Japan und Büttenkarton den tristen Eindruck verwelkter Blumen wieder und sind wiederum ein Hinweis auf die Vergänglichkeit des Lebens (Taxe 3.500 EUR).

Ähnlich breit gefächert ist die Auswahl an Arbeiten Lovis Corinths, der zu den wichtigsten und einflussreichsten Vertretern des deutschen Impressionismus gehört. Besonders zahlreich sind seine Frauenbildnisse und erotische Szenen, von denen die Radierung „Leda mit dem Schwan“ von 1914 in zwei Abzügen zu 1.200 Euro und 1.000 Euro vorliegt. Auch in „Theseus und Ariadne I und II“ sowie „Joseph und Potiphars Weib I und II“ verbindet Corinth mythologische und biblische Historie mit erotischen Aspekten. Die Konvolute sollen 400 Euro und 600 Euro erwirtschaften. Für die Mythologie-Liebhaber hält der Katalog zudem noch die dreizehn Radierungen „Antike Legenden“ von 1919 bereit, die unter anderem den Raub der Helena, die Schmiede des Vulkan und den Spiegel der Venus abbilden (Taxe 2.000 EUR).

Aber auch das Selbstbildnis spielt bei Corinth wie bei Janssen eine wichtige Rolle. Als reifer und energischer Künstler tritt uns der Impressionist in dem Blatt „Selbstbildnis radierend“ von 1909 im Alter von 51 Jahren gegenüber (Taxe 1.000 EUR). Fünf Jahre zuvor lud er seine Frau Charlotte Berend-Corinth zu einem frontalen „Selbstbildnis mit Gattin“ ein (Taxe 800 EUR). 1918 nahm sich Corinth als Dreiviertelfigur neben seiner Staffelei auf (Taxe 600 EUR) und in der dunklen Lithografie „Selbstbildnis 1919“ legt er einen eher müden Gesichtsausdruck an den Tag (Taxe 2.400 EUR). Sich selbst mit dem Tod zu konfrontierten, ist schon eine Lebensleistung. Corinth hat das in seinen zwei Radierungen „Der Künstler und der Tod I und II“ vollzogen, die ihn vor und hinter einem Skelett zeigen (Taxe 1.500 EUR). Eher heiter und unbekümmert geht es bei den Seelandschaften aus dem Voralpenraum zu, etwa in Corinths Radierung „Große Walchenseelandschaft“ von 1923 (Taxe 1.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 3. Juni um 13 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 2. Juni täglich von 11 bis 18 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.lehr-kunstauktionen.de.

Kontakt:

Dr. Irene Lehr Kunstauktionen

Sybelstraße 68

DE-10629 Berlin

Telefon:+49 (030) 881 89 79

Telefax:+49 (030) 881 89 95



30.05.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


03.06.2017, Horst Janssen – Lovis Corinth. Aus der Sammlung Joachim Fest

Bei:


Dr. Irene Lehr Kunstauktionen

Kunstwerk:

Horst
 Janssen, Totentanz, 1973/74
Horst Janssen, Totentanz, 1973/74

Kunstwerk:

Lovis Corinth, Selbstbildnis radierend, 1909
Lovis Corinth, Selbstbildnis radierend, 1909

Kunstwerk:

Lovis Corinth, Selbstbildnis mit Gattin, 1904
Lovis Corinth, Selbstbildnis mit Gattin, 1904

Kunstwerk:

Lovis Corinth, Leda mit dem Schwan, 1914
Lovis Corinth, Leda mit dem Schwan, 1914

Kunstwerk:

Lovis Corinth, Leda mit dem Schwan, 1914
Lovis Corinth, Leda mit dem Schwan, 1914

Kunstwerk:

Lovis Corinth, Der Künstler und der Tod I und II, 1916
Lovis Corinth, Der Künstler und der Tod I und II, 1916

Kunstwerk:

Lovis Corinth, Antike Legenden, 1919
Lovis Corinth, Antike Legenden, 1919







Horst Janssen, Friedrich der Große oder Voltaire, 1958

Horst Janssen, Friedrich der Große oder Voltaire, 1958

Taxe: 800,- EURO

Losnummer: 718

Lovis Corinth, Leda mit dem Schwan, 1914

Lovis Corinth, Leda mit dem Schwan, 1914

Taxe: 1.200,- EURO

Losnummer: 882

Lovis Corinth, Leda mit dem Schwan, 1914

Lovis Corinth, Leda mit dem Schwan, 1914

Taxe: 1.000,- EURO

Losnummer: 885

Horst Janssen, Fini, 1968

Horst Janssen, Fini, 1968

Taxe: 600,- EURO

Losnummer: 760

Horst Janssen, Totentanz, 1973/74

Horst Janssen, Totentanz, 1973/74

Taxe: 6.000,- EURO

Losnummer: 838

Lovis Corinth, Selbstbildnis, 1919

Lovis Corinth, Selbstbildnis, 1919

Taxe: 2.400,- EURO

Losnummer: 922

Lovis Corinth, Antike Legenden, 1919

Lovis Corinth, Antike Legenden, 1919

Taxe: 2.000,- EURO

Losnummer: 912

Lovis Corinth, Selbstbildnis an der Staffelei, 1918

Lovis Corinth, Selbstbildnis an der Staffelei, 1918

Taxe: 600,- EURO

Losnummer: 920

Horst Janssen, o.T. (Charles de Gaulle), 1970

Horst Janssen, o.T. (Charles de Gaulle), 1970

Taxe: 900,- EURO

Losnummer: 731

Lovis Corinth, Selbstbildnis radierend, 1909

Lovis Corinth, Selbstbildnis radierend, 1909

Taxe: 1.000,- EURO

Losnummer: 863

Lovis Corinth, Der Künstler und der Tod I und II, 1916

Lovis Corinth, Der Künstler und der Tod I und II, 1916

Taxe: 1.500,- EURO

Losnummer: 896

Horst Janssen, Liebling, 1968

Horst Janssen, Liebling, 1968

Taxe: 600,- EURO

Losnummer: 761

Horst Janssen, Hanno’s Tod, 1973

Horst Janssen, Hanno’s Tod, 1973

Taxe: 6.000,- EURO

Losnummer: 812




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