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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Stimmungsvolle Malereien von europäischen Künstlern des 19. Jahrhunderts bei Sotheby’s in London

Frühlingserwachen am Meer



Joaquín Sorolla y Bastida, Griechische Mädchen an der Küste, 1895

Joaquín Sorolla y Bastida, Griechische Mädchen an der Küste, 1895

Die mediterrane Küstenlandschaft könnte kaum idyllischer sein: Während das blaue Meer sanfte Wellen wirft, stehen am Ufer Mandelbäume und Oleanderbüsche in voller Blütenpracht. Zwei junge Frauen in fließenden weißen Stoffen scheinen sich an der Schönheit der Natur zu erfreuen. Eine der beiden hält einen blühenden Ast in der Hand, und die andere bückt sich grazil, um nach einer kleinen Pflanze zu greifen. Mit ihren Kleidern und Posen erinnern sie an die klassisch antike Skulptur, besonders die Hintere scheint von der Diana von Gabii im Louvre inspiriert zu sein. Gemalt hat Joaquín Sorolla y Bastida seine „Griechischen Mädchen an der Küste“ 1895 für Ulpiano González de Olañeta y González, Marqués de Valdeterrazo. Thematisch und malerisch ist diese historistische Salonmalerei noch weit entfernt von seinen aus dem alltäglichen Leben gegriffen, impressionistischen und lichtdurchfluteten Strandszenen, für die Sorolla berühmt ist. Ob Sotheby’s da die Messlatte mit stolzen 700.000 bis 1 Million Pfund nicht etwas zu hoch gelegt hat?


Am 6. Juni markiert diese Schätzung in der Auktion „19th Century European Paintings“ bei Sotheby’s in London jedenfalls den Höchstpreis. Eine ähnlich magische Atmosphäre umgibt die „Bethsabée“ von Jean-Léon Gérôme. Schnell wird klar, dass es dem Künstler weniger um die alttestamentarische Geschichte von David und Bathseba ging, er vielmehr an dem nackten Körper der Frau interessiert war. Fasziniert von dem weiblichen Rückenakt außerhalb des Ateliers erforscht er das Zusammenspiel von nackter Haut und natürlichem Licht (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Besonders ausgeprägt war das Interesse an der Darstellung von reizenden Frauen für die Orientalisten, die darin das fremdländisch Exotische und geheimnisvoll Erotische für die westliche Welt verbildlichten. So hält der Franzose Guillaume Seignac eine entblößte Odaliske mit verschmitztem Blick fest. Auch wenn ein schwarzer Schleier ihr Gesicht verdeckt, so lassen sich doch die roten Lippen und der Blumenschmuck in ihrem Haar erkennen (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP). Von fröhlicher Natur ist eine orientalische Tänzerin, die sich zu der Musik eines Flötisten im Hintergrund bewegt. Üppig und bunt ist ihr Schmuck im Haar, am Hals, an den Armen und an den Hüften. Die einladende Malerei des Italieners Fabio Fabbi soll es auf 8.000 bis 12.000 Pfund bringen.

Leo Putz steuert zu der Auktion ein Gemälde aus der Folge „Reigen“ von 1921 bei. Sechs nackte junge Frauen bewegen sich zum Geigenspiel tanzend am Ufer eines Sees (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Von groben Pinselstrichen ist Lovis Corinths Gemälde „Bereit zum Ausritt“ von 1913 bestimmt. Ein mit Hut, Jackett und Reiterstiefeln ausgestatteter Mann führt eben sein braunes Pferd von dem Hof (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Veronika Maria Herwegen-Manini ist eine der großen Unbekannten der deutschen Kunstszene des 19. Jahrhunderts. An ihrer malerischen Qualität kann das nicht liegen, was ihre detaillierte Sicht auf das Forum Romanum nach den neusten Ausgrabungen von 1886 beweist (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP). Sommerlich heiter ist auch Guglielmo Ciardis Panorama auf Venedig vom Wasser aus mit zahlreichen Segelbooten im Vordergrund und den Kuppeln von Santa Maria della Salute als Fluchtpunkt (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Als Wiederentdeckung feiert Sotheby’s Rudolf von Alts Ölvedute mit der Fassade der dem heiligen Jakob geweihten Kathedrale von Sebenico an der Adriaküste im heutigen Kroatien (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP).

Einen Spitzenpreis fordert eine schlichte Malerei des dänischen Künstlers Vilhelm Hammershøi. „Weiße Türen, Strandgade 30“ ist unverkennbar ein Meisterwerk des frühen Minimalisten, der in diesem Interieur von 1899 ganz auf schmückendes, erzählendes Beiwerk und bunte Farben verzichtet. Es gehört zu den ersten Gemälden, die Hammershøi von seiner Raumflucht in der Strandgade 30 in Kopenhagen aufnahm. Unzählige weitere Ansichten seiner Wohnung sollten folgen (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Die nordische Malerei vertritt zudem der Finne Albert Edelfelt mit seinem realistischen und anmutig vorgestellten Bildnis eines jungen Mädchens in weißem Kleid, das vor dem dunklen Hintergrund hell aufstrahlt. Das Gemälde aus dem Jahr 1883 soll 80.000 bis 120.000 Pfund erwirtschaften.

Besonders eindringlich ist ein Portrait der finnischen Künstlerin Helene Schjerfbeck. Streng frontal hält sie ihren vornehm gekleideten Vater 1943 während der letzten Jahre ihrer Karriere fest. Die Kombination aus formeller Kleidung des 19. Jahrhunderts und modernem Malstil ist mit 200.000 bis 300.000 Pfund bewertet. Eine hellere Farbigkeit hat Federico Zandomeneghi seinem Portrait einer jungen Dame vor leuchtend gelbem Fond zugrunde gelegt. Einzigartig ist die von ihm angewandte Technik, die sich zwischen Impressionismus und Pointillismus bewegt. Es gelingt ihm, das Mädchen, das neugierig einen Vorhang zur Seite schiebt, allein durch den Einsatz der Farben zu modellieren. Hermenegildo Anglada-Camarasa lässt seine weiblichen Gestalten mit großen Hüten im „Café de Paris“ durchsichtig fast wie Gespenster auftauchen (Taxe je 150.000 bis 200.000 GBP).

Weiterhin bietet die Offerte eine breite Auswahl an Landschafts- und Meeresdarstellungen sowie an Stadtansichten. Im Jahr 1823 reiste der Deutsche Adrian Ludwig Richter zum ersten Mal nach Italien. Dort fertigte er zahlreiche Skizzen an und setzte sie nach seiner Rückkehr 1826 in Ölgemälden um. Eine solche Szene ist die romantisch empfundene Fischerfamilie mit Boot am abendlichen Meeresufer und Blick auf eine Festung (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Für die deutsche Romantik steht zudem Johan Christian Dahls kleine intime „Landschaft bei Mondschein“, aufgenommen 1832 wohl in der Umgebung von Dresden (Taxe 12.000 bis 18.000 GBP). Ein gewaltiges Seestück gibt es dagegen von dem Griechen Constantinos Volanakis. In der „Schlacht bei Trafalgar“ bezieht er sich auf den 21. Oktober 1805, als die britische Flotte unter Admiral Nelson die verbündeten Gegner Frankreich und Spanien am Kap Trafalgar vernichtend schlug. Durch diesen Sieg konnten die Pläne Napoleons, in Großbritannien einzumarschieren, vereitelt werden, und die englische Marine stieg für 100 Jahre zur uneingeschränkten Seemacht auf (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Friedlicher geht es da bei einer ebenso geschichtsträchtigen Ansicht des Arc de Triomphe in Paris zu. Das zwischen 1806 und 1836 errichtete Denkmal, das im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, richteten die Franzosen Mitte des Jahrzehnts wieder her. Giuseppe de Nittis zeigt 1875 das Wahrzeichen der Metropole bei den Restaurierungsarbeiten und dazu noch zahlreiche schick gekleidete Menschen auf der Avenue Foch, auf der zwei Reiter dem Betrachter direkt entgegen kommen (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Paris zur Zeit der Belle Époque lieferte ein Themenreservoir, dem sich vor allem die französischen Maler nicht entziehen konnten, so auch nicht Edmond-Georges Grandjean. Sein sommerlicher, von zahlreichen Kutschen befahrener „Boulevard des Italiens“ aus dem Jahr 1876 ist mit entzückenden kleinen Details gespickt. So ist etwa im linken Bildteil ein kleiner Mann zu erkennen, der auf seinem Rücken eine große Leinwand transportiert. Die Vermutung, dass es sich hierbei um ein verstecktes Selbstportrait des Künstlers handelt, liegt nahe (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Das abendliche Treiben der Großstadt zur Zeit der Weltausstellung im Jahr 1900 fing Luigi Loir in seinen „Quais de la Seine“ ein. Von seinem Standpunkt auf dem Pont Alexandre III wandte er seinen Blick Richtung Eiffelturm und sah den spektakulären kuppelbewehrten italienischen Pavillon und davor die zahlreichen mit Lampions geschmückten Boote auf der Seine (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Den gebürtigen Amerikaner Frank Myers Boggs zog es dann zu den nachmittäglichen Vergnügungen im „Moulin de la Galette“ (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP). Mit Jean-Baptiste Camille Corot geht es 1851 nach La Rochelle und zur Pferdeschwemme vor der Stadt mit dem markanten Tour de la Lanterne im Hintergrund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Emile Claus ist dann schon nach England übergesetzt und zeigt uns 1916 in bestem Impressionismus rauchende Boote bei dunstigem Wetter auf der Themse in London (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP).

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



01.06.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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06.06.2017, 19th Century European Paintings

Bei:


Sotheby's

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Die große Stille

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Luigi Loir, Les Quais de la Seine. 1900

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Johan Christian Dahl, Landschaft bei Mondschein, 1832

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Leo Putz, Reigen, 1921

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Taxe: 120.000 - 180.000 GBP

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Vilhelm Hammershøi, Weiße Türen. Strandgade 30, 1899

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Taxe: 400.000 - 600.000 GBP

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Lovis Corinth, Bereit zum Ausritt, 1913

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Guglielmo Ciardi, Blick auf das Bacino San Marco mit der Punta della Dogana

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Taxe: 60.000 - 80.000 GBP

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