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Spiritualität im Digitalzeitalter: Passend zum 500. Reformationsjubiläum zeigen die Hamburger Deichtorhallen eine große Überblicksschau mit dreizehn Medieninstallationen des Amerikaners Bill Viola

Bilder vom Werden, Sein und Vergehen



Bill Viola, Tristan’s Ascension (The Sound of a Mountain Under a Waterfall), 2005

Bill Viola, Tristan’s Ascension (The Sound of a Mountain Under a Waterfall), 2005

Wer durch Feuer? Wer durch Wasser? Wer in der Sonne? Wer in der Nacht? Wer als Strafe Gottes? Wer durch irdisches Gericht? Wer in den Wonnen des Mai? Wer durch Siechtum? Der im vergangenen November verstorbene Sänger Leonard Cohen stellt in seinem von einem jüdischen Gebet aus dem 10. Jahrhundert inspirierten Song „Who by Fire“ existenzielle Fragen, denen sich niemand entziehen kann. Wie und wo werden wir oder diejenigen, die uns nahe stehen sterben? Und was passiert eigentlich danach? Betritt man die groß angelegte Überblicksausstellung zum Werk des 1951 in New York geborenen Medienkünstlers Bill Viola in den Hamburger Deichtorhallen, so kommt einem Cohens Song sofort in den Sinn. Denn auch in den auf schiere Überwältigung des Betrachters setzenden Klang-Videoinstallationen Violas geht es um die existenziellen Seiten des menschlichen Daseins.


Die Schau „Bill Viola – Installationen“ versammelt jetzt in den Deichtorhallen dreizehn seiner filmischen Werke aus den Jahren 1992 bis 2014. Der Großteil der Arbeiten wird in Form aufwendiger und technisch perfekter Rauminstallationen präsentiert, einige wenige auf Flachbildschirmen. Violas Protagonisten treten dem Betrachter meist überlebensgroß entgegen. Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow versteht die Schau als Beitrag seines Hauses zum 500. Reformationsjubiläum. Auch ein Gottesdienst ist in der Ausstellung geplant.

Der eigentliche Parcours, der den Besucher durch eine Abfolge verschieden großer Räume vom Hellen ins Dunkle führt, beginnt im hinteren Teil der Halle. Zuvor jedoch, sind in der fast leeren vorderen Hälfte der abgedunkelten Halle zwei der monumentalsten Video-Ton-Installationen Violas im Wechsel zu sehen. Eine zehn Meter hohe vertikale Projektionsfläche hängt hier von der Decke herab. Auf einem großen Teppichbodenquadrat können die Besucher Platz nehmen. Zur Einstimmung in den von mystischen Vorstellungen, trans- und interreligiösen Motiven, der Malerei des Mittelalters und der Renaissance gespeisten Bilderkosmos Violas werden hier die aus dem Jahr 2005 stammenden, jeweils rund elfminütigen Werke „Tristan’s Ascension“ und „Fire Woman“ gezeigt. Beide sind ursprünglich für Peter Sellars’ Inszenierung der Wagner-Oper „Tristan und Isolde“ entstanden. Ein Mann wird von einem rückwärts fließenden, sich unablässig verstärkenden Wasserfall in ein unbekanntes Nichts gezogen. Eine Frau verschmilzt mit einer Flammenwand. Beide Arbeiten werden vom Klang einer mächtigen Soundanlage begleitet und beide können als bildgewaltige Metaphern für den Übergang vom Leben zum Tod gelesen werden.

Christliche Mystik, Zen-Buddhismus und islamischen Sufismus nennt Bill Viola als wichtigste Inspirationsquellen. In seiner spirituell aufgeladenen Überwältigungskunst verschmelzen die Körper mit dem Kosmos, schmerzverzerrte Physiognomien spiegeln sich in mal glatten, mal aufgewühlten Wasseroberflächen, und Tränen kullern in extremer Zeitlupe die Wangen der Darsteller herab. Dass das nicht unbedingt jedermanns Sache ist, war am gut besuchten Vernissageabend zu spüren. Ein Teil des Publikums war sichtlich überwältigt von Violas Kunst, die die großen Fragen der menschlichen Existenz in brillanter technischer Umsetzung erfahrbar macht. Ein anderer Teil gab sich jedoch angesichts des Übermaßes an emotionaler Zwangsvereinnahmung eher genervt.

Am Ende des Parcours steht die vor drei Jahren entstandene Vier-Kanal-Videoinstallation „Earth Martyr – Air Martyr – Fire Martyr – Water Martyr“. Sie zeigt vier Individuen, die durch die Einwirkung der Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser harten physischen und psychischen Prüfungen unterzogen werden. Unbeirrt und voller Willenskraft erdulden sie märtyrerhaft ihr Schicksal und gelangen schließlich durch den Tod ins Licht. Dieses Werk ist zugleich auch die letzte realisierte Arbeit Bill Violas. Aufgrund einer nach und nach fortschreitenden Erkrankung ist der Künstler, der neben Nam June Paik und Bruce Nauman zu den wichtigsten Protagonisten des Mediums Video gehört, nicht mehr in der Lage, neue Arbeiten zu produzieren. Man kann dieses Werk daher als sein künstlerisches Vermächtnis betrachten.

Die Ausstellung „Bill Viola – Installationen“ ist bis zum 10. September zu sehen. Die Deichtorhallen Hamburg haben täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag in Monat von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei. Der Katalog aus dem Snoeck Verlag kostet in der Ausstellung 29,80 Euro, im Buchhandel 36 Euro. Der Gottesdienst mit der Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs findet am 30. Juni um 19 Uhr statt.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de



06.06.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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02.06.2017, Bill Viola

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Deichtorhallen Hamburg

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Film und Video

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Bill Viola, Tristan’s Ascension (The Sound of a Mountain Under a
 Waterfall), 2005
Bill Viola, Tristan’s Ascension (The Sound of a Mountain Under a Waterfall), 2005

Variabilder:

Bill Viola, Nantes Triptych, 1992
Bill Viola, Nantes Triptych, 1992

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in der Ausstellung „Bill Viola – Installationen“
in der Ausstellung „Bill Viola – Installationen“

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Bill Viola, Tristan’s Ascension (The Sound of a Mountain Under a
 Waterfall), 2005
Bill Viola, Tristan’s Ascension (The Sound of a Mountain Under a Waterfall), 2005

Variabilder:

Bill Viola, Surrender, 2001
Bill Viola, Surrender, 2001

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Bill Viola,
 The Messenger, 1996
Bill Viola, The Messenger, 1996







Bill Viola, Nantes Triptych, 1992

Bill Viola, Nantes Triptych, 1992

in der Ausstellung „Bill Viola – Installationen“

in der Ausstellung „Bill Viola – Installationen“

Bill Viola, Tristan’s Ascension (The Sound of a Mountain Under a Waterfall), 2005

Bill Viola, Tristan’s Ascension (The Sound of a Mountain Under a Waterfall), 2005

Bill Viola, Surrender, 2001

Bill Viola, Surrender, 2001

Bill Viola, The Messenger, 1996

Bill Viola, The Messenger, 1996

Bill Viola, The Messenger, 1996

Bill Viola, The Messenger, 1996

Bill Viola, Interval, 1995

Bill Viola, Interval, 1995

Bill Viola, Dolorosa, 2000

Bill Viola, Dolorosa, 2000

Bill Viola, Catherine’s Room, 2001

Bill Viola, Catherine’s Room, 2001

Bill Viola, Catherine’s Room, 2001

Bill Viola, Catherine’s Room, 2001

in der Ausstellung „Bill Viola – Installationen“

in der Ausstellung „Bill Viola – Installationen“

Bill Viola, Fire Woman, 2005

Bill Viola, Fire Woman, 2005




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