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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Impressionisten und Moderne mit einem Spitzenpreis für Brancusi bei Christie’s in New York

Der Weltrekord einer Muse



Constantin Brancusi, La muse endormie, 1913

Constantin Brancusi, La muse endormie, 1913

Die Musen sind schon ein seltsames Völkchen. Sie als zuweilen kapriziöse Diven zu umschreiben, mag den Nagel auf den Kopf treffen. Dennoch ist der Kuss der Muse ihren launischen Charakter wert, wenn man all die Kunstwerke bedenkt, die daraus entstanden. So widerspenstig die Damen auch sein können, so sind sie doch in der Lage, Dinge zu verzaubern. Vielleicht liegt hierin auch ein Reiz von Constantin Brancusis „La muse endormie“ von 1913. Der Rumäne präsentiert einen intimen Moment in seiner stark vereinfachten Formensprache und gewährt dem Betrachter in diesem stilisierten ebenmäßigen Frauenkopf das scheinbar Unmögliche: die Muse ganz privat und fragil. Hierbei stört es nicht weiter, dass die schlafende Schönheit körperlos ist. Es verwundert daher kaum, dass diese golden schimmernde Bronze einen Sturm der Gebote während der Abendauktion bei Christie’s in New York entfachte, nicht zuletzt auch wegen der Marktfrische: Gehörte die sanfte Schönheit doch seit 1958 dem französischen Sammler Jacques Ulmann und seiner Familie. So kletterte der Preis rasch von 20 Millionen Dollar auf schwindelerregende 51 Millionen Dollar. Damit absolvierte das Werk einen neuen Auktionsrekord, der die Muse nun wohl bei dem amerikanischen Musik- und Filmproduzenten David Geffen gänzlich unbeeindruckt weiter schlummern lässt.


Ein freches Lächeln umspielt die Lippen der Porträtierten in Pablo Picassos „Femme assise, robe bleue“, das zweitteuerste Werk der Versteigerung der „Impressionist and Modern Art“ am 15. Mai bei Christie’s. Das abstrahierte Bildnis seiner damaligen Geliebten und Muse Dora Maar mit frontal und seitlich eingefügten Augen samt versetzt und disproportional gestaltetem Kopf in Gelb und Grau rahmt ein avantgardistischer violetter Hut mit grasgrünem Haar. All diese Farben kontrastieren intensiv mit dem Blau des Kleides, wobei die Arme unter den üppigen Brüsten verschränkt sind. Die lachende Dora Maar konnte mit Brancusis Siegeszug nicht mithalten. Dennoch ehrte sie die Grenzen des angesetzten Preises, indem sie einen Wert von 40 Millionen Dollar erspielte. Freuen wird sich dennoch der griechischstämmige Schweizer Vermögensverwalter und Sammler Dimitri Mavrommatis, der die „Femme assise“ erst im Juni 2011 bei Christie’s in London für netto 16 Millionen Pfund erworben hat.

Ganz so einfach ließ sich Picasso dann doch nicht abschütteln; denn Platz 3 der Auktion geht ebenfalls auf sein Konto. Die spätkubistische „Femme assise dans un fauteuil“ von 1917/20 könnte wohl als malerische Collage bezeichnet werden, da die einzelnen Bildsegmente scheinbar übereinander geklebt sind. Der effektvolle und kontrollierte Einsatz der Farbe besticht und mag ein Grund dafür sein, dass das Bildnis seiner Frau Olga Koklowa die 27 Millionen Dollar erklomm, die Unternehmerin und Philanthropin Sydell Miller nun der Cleveland Clinic überlässt (Taxe 20 bis 30 Millionen USD). Zu der Schenkung gehören zudem noch Alberto Giacomettis Bronzefigur „Buste d’Annette VI“ von 1962/64 für 2,6 Millionen Dollar (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD), Max Ernsts surrealistische Landschaft „The Phases of the Night“ von 1946 für taxkonforme 5,5 Millionen Dollar und Marino Marinis charakteristischer „Piccolo cavaliere“ von 1948 für günstige 900.000 Dollar (Taxe 1,2 bis 2,5 Millionen USD). Diese kleine Scharte glich dann Marc Chagalls träumerische Stimmung „Les trois cierges“ mit Liebespaar, Engeln und drei Kerzen über einem Dorf bei 12,8 Millionen Dollar wieder aus (Taxe 8 bis 12 Millionen USD).

Mit einer Zuschlagsquote von 77 Prozent nach Losen, nach Wert gar von 96 Prozent bewegt sich Christie’s in einem herausragenden Bereich und konnte mit den 43 veräußerten Positionen knapp 290 Millionen Dollar umsetzten. Die geometrische Farbfreude des Orphismus bot sich in Robert Delaunays „Femme à l’ombrelle ou La Parisienne“ von 1913. In dem Werk aus der Sammlung von Greta Garbo fängt Delaunay in über- und nebeneinandergelegten Kreissegmenten eine Dame beim Spaziergang ein. Einzig der lindgrüne Unterschenkel samt hellem Schuh lässt die elegante Dame erahnen, die mit kräftigem Rot, Violett, Gelb, Grün und Blau in ihre Umgebung wirkt. Das finale Gebot von 3 Millionen Dollar blieb knapp unter den erwarteten 3,5 bis 6 Millionen Dollar. Einen freudigen Empfang erhielt Georges Braques kubistische, monochrom braune Leinwand „Le Guéridon“ von 1911. Sukzessive erlauben die Brechungen und Perspektivwechsel, das eigentliche Motiv, den Leuchtertisch, zu erahnen. Diese typische Arbeit des Kubismus ließ den Schätzpreis auf das Doppelte mit 8,8 Millionen Dollar steigen. Weitaus farbenfreudiger gestaltete Fernand Léger seine Stillleben. Das bewies seine „Nature morte aux éléments mécaniques“ von 1918 zur unteren Erwartung von 10 Millionen Dollar.

Hauptvertreter der Impressionisten war Claude Monet, auch wenn nicht alles die Erwartungen erreichte, etwa sein der Ruhe gewidmeter „Printemps à Giverny, effet d’après-midi“ von 1885. Die Licht- und Farbeffekte des Nachmittags in einer Wiese mit kleinen Obstbäumchen gingen schon bei 3,5 Millionen Dollar weg (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Untertourig schipperte auch seine heitere, zehn Jahre ältere Flussszene „La berge du Petit-Gennevillliers, soleil couchant“ bei 2,3 Millionen Dollar ins Ziel (Taxe 3 bis 5 Millionen USD). Wenigstens die unteren anvisierten 10 Millionen Dollar gab es für Monets helle Winterlandschaft mit Blick auf verschneite Dächer und Kirchtürme in „La route de Vétheuil, effet de neige“ von 1879. Camille Pissarro gesellte sich mit seiner Pariser Vedute „Statue d’Henri IV, matin, soleil“ an einem Vorfrühlingstag des Jahres 1902 bei 2,9 Millionen Dollar hinzu (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Da schlug sich Paul Cézanne deutlich besser. Seine grüne waldige Landschaft „La côte Saint-Denis à Pontoise“, die durch schlanke braune Baumstämme rhythmisiert wird, bescherte dem Einlieferer üppige 7,5 Millionen Dollar (Taxe 5 bis 7 Millionen USD).

Angespornt durch seinen älteren Kollegen galoppierte Paul Gauguins „Bretonne et oie au bord de l’eau“ von 1888 aus seiner Zeit in Pont-Aven energischer im Rennen. Die Bretonin mit weißer Haube und örtlicher Tracht watet durch das Wasser, das Gauguin in flache Farbzonen aus Orange, Rot und Blau goss, und erzielte mit ihrer Begleiterin, einer weißen Gans, gute 4,2 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 5 Millionen USD). Segelboote hielt Paul Signac 1918 in „Le Musoir“ fest. Der pointillistische Hafenausblick in Antibes lässt die Farben vibrieren und vereint dunkles Grün mit dem Blau des Meeres, während das Hafenpier in zarten Rosanuancen und Gelbtönen mit den Segeln der Schiffe in Orange, Gelb und Pink in Kontrast tritt. Dieser koloristische Edelstein entfachte Gebote, die bei 3,3 Millionen Dollar zum Stillstand kamen (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Für ein ausgesuchtes Kolorit stehen auch die Kompositionen Pierre Bonnards, etwa sein Stillleben „Corbeille de fruits dans la salle à mager du Cannet“ von 1928, das auf 1,3 Millionen Dollar kam (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD).

Eine Stippvisite des deutschen Expressionismus machte Ernst Ludwig Kirchner. Seine „Segelboote im Sturm“ von 1912 kämpfen in starker Schieflage mit ihren weißen Segeln gegen den Wind einer roten Wolke samt drohend dunkelblauem Himmel an. Die Umgebung scheint sich der Wölbung einer Kugel unterzuordnen, ganz so als ob die Sturmwinde nicht nur den Booten, sondern auch der Wasseroberfläche Schwierigkeiten bereiten. Davon noch unberührt sind die Bäumen am Ufer, die dem einsamen Spaziergänger noch Schutz bieten und sogar den Kaufpreis mit 3,7 Millionen Dollar in Grenzen hielten (Taxe 4 bis 5 Millionen USD). Alexej von Jawlensky war da erfolgreicher. Sein „Blasses Mädchen mit grauen Zöpfen“ von etwa 1916 erklomm die obere Schätzgrenze von 1,5 Millionen Dollar. Und auch Wassily Kandinsky ließ sich mit seiner geometrisch kosmischen, im Weimarer Bauhaus 1925 gemalten Abstraktion „Oben und links“ bei 7,2 Millionen Dollar nicht lumpen (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Reine Abstraktion steht auch in Paul Klees Blatt „Gesetz“ von 1938 zur Verfügung. Die Gouache vereint auf weißem Grund mehrere schwarze Formen, die Schriftzeichen ähneln und partiell mit gelben, olivgrünen und einem Hauch rosafarbenen Akzenten betont sind. Hier fiel der Hammer bei 750.000 Dollar (Taxe 600.000 bis 900.000 USD).

Unter den Skulpturen fanden sich mehrere Arbeiten von Henry Moore, darunter der 1950 entwickelte „Rocking Chair No. 1“. In der kleinen Bronze verschmilzt Moore die simplifizierte Form des Schaukelstuhls und der darauf sitzenden Mutter mit erhobenem Kleinkind zu einer Einheit. Die intime Szene aus der Sammlung der Rockefellers wechselte für 1,8 Millionen Dollar den Besitzer (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Eine finanziell bessere Figur machte Moores Abstraktion „Large Four Piece Reclining Figure“. Die organisch anmutenden gebogenen Formen mit den für ihn typischen Durchbrüchen spielen mit Lichtreflexen, die sich in den Wölbungen und Höhlungen der vier Meter breiten Bronze fangen. Die Skulptur von 1972/73 gehört mit 7,1 Millionen Dollar zu den zehn teuersten Objekten der Auktion (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Noch mehr dem menschlichen Abbild war Alexander Archipenko, der Erfinder der kubistischen Skulptur, verhaftet. Seine 1936 datierte Terrakotta des eleganten „Hollywood Torso“ kostete schließlich 950.000 Dollar (Taxe 500.000 bis 900.000 USD).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



07.06.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Wassily Kandinsky, Oben und links, 1925

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Taxe: 5.000.000 - 7.000.000 USD

Zuschlag: 7.200.000,- USD

Losnummer: 29

Pablo Picasso, Femme assise dans un fauteuil, 1917/20

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Taxe: 20.000.000 - 30.000.000 USD

Zuschlag: 27.000.000,- USD

Losnummer: 7

Marino Marini, Piccolo cavaliere, 1948

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Taxe: 1.500.000 - 2.500.000 USD

Zuschlag: 900.000,- USD

Losnummer: 10

Alexander Archipenko, Hollywood Torso, 1936

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Taxe: 500.000 - 700.000 USD

Zuschlag: 950.000,- USD

Losnummer: 17

Georges Braque, Le Guéridon, 1911

Georges Braque, Le Guéridon, 1911

Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

Zuschlag: 8.800.000,- USD

Losnummer: 5

Alberto Giacometti, Buste d’Annette VI, 1962

Alberto Giacometti, Buste d’Annette VI, 1962

Taxe: 1.500.000 - 2.500.000 USD

Zuschlag: 2.600.000,- USD

Losnummer: 8

Claude Monet, La route de Vétheuil, effet de neige, 1879

Claude Monet, La route de Vétheuil, effet de neige, 1879

Taxe: 10.000.000 - 15.000.000 USD

Zuschlag: 10.000.000,- USD

Losnummer: 20

Max Ernst, The Phases of the Night, 1946

Max Ernst, The Phases of the Night, 1946

Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

Zuschlag: 5.500.000,- USD

Losnummer: 9

Ernst Ludwig Kirchner, Segelboote im Sturm, 1912

Ernst Ludwig Kirchner, Segelboote im Sturm, 1912

Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

Zuschlag: 3.700.000,- USD

Losnummer: 35

Marc Chagall, Les trois cierges, 1939

Marc Chagall, Les trois cierges, 1939

Taxe: 8.000.000 - 12.000.000 USD

Zuschlag: 12.800.000,- USD

Losnummer: 6

Pablo Picasso, Femme assise, robe bleue, 1939

Pablo Picasso, Femme assise, robe bleue, 1939

Taxe: 35.000.000 - 50.000.000 USD

Zuschlag: 40.000.000,- USD

Losnummer: 12

Fernand Léger, Nature morte aux éléments mécaniques, 1918

Fernand Léger, Nature morte aux éléments mécaniques, 1918

Taxe: 10.000.000 - 15.000.000 USD

Zuschlag: 10.000.000,- USD

Losnummer: 18




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