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Sterne deuten in Darmstadt

Johann Elert Bode, Sternenatlas „Uranographia“, 1801

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt stellt von heute an Sternenatlanten und Himmelskarten aus, die Einblicke in die Vorstellungen vom Universum und das wachsende astronomische Wissen der Menschen innerhalb von 500 Jahren geben. Kuratorin Mechthild Haas zeigt 93 Druckgrafiken und Zeichnungen, die die „Ordnung des Himmels“ sowie die künstlerische Konstruktion von Raum und Zeit vor der Erfindung des Fernrohrs illustrieren. Die Ausstellung erklärt, welche Modelle entwickelt wurden, um ein immer komplizierter werdendes Weltbild zu visualisieren. Götter und Legenden dienten lange als Erklärung und Orientierung für Himmelsphänomene. Die Karten erzählen von frühen inzwischen längst verworfenen Interpretationen des Universums und werden in Darmstadt zu Wissensspeichern von kulturwissenschaftlichem, technikgeschichtlichem und ästhetischem Reiz.

Unter den Exponaten befinden sich die Darstellungen der sieben Planetengötter Apoll, Luna, Mars, Merkur, Saturn, Venus und Jupiter aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert. Die Renaissance und das Barock orientierten sich am ptolemäischen Weltbild und der Götterwelt der griechischen Mythologie, die sie als künstlerisches Motiv für wissenschaftliche Erklärungen hinzuzogen. Hendrick Goltzius’ Kupferstiche der vier Himmelsstürmer von 1588 sollten eine Warnung sein, es nicht mit den Mächten des Himmels aufzunehmen und dessen Geheimnisse aufdecken zu wollen. Mit der Erfindung des Teleskops 1608 entstanden Kataloge, die die neu gefundenen Sterne und Nebel auflisteten und Sternbilder zur Orientierung dokumentierten. Ein bedeutendes Beispiel ist die „Harmonia Macrocosmica“ des deutsch-niederländischen Kosmografen Andreas Cellarius aus dem Jahr 1660. Die darin enthaltenen 29 extragroßen kolorierten Karten werden in Faksimiles gezeigt, während das gebundene Original in einer Vitrine ausgestellt ist. Die wissenschaftlichen Weiterentwicklungen bis 1801 manifestieren sich in Johann Elert Bodes Sternenatlas „Uranographia“, der aus 20 filigranen und detailreichen Karten mit 99 Sternbildern und den bis dahin bekannten 17.240 Fixsternen besteht. Er ist der größte existierende Atlas und gilt als letztes Meisterwerk der künstlerischen Himmelskartografie.

Die Ausstellung „Die Ordnung des Himmels. Planetengötter – Sternatlanten“ läuft vom 8. Juni bis zum 3. September. Das Hessische Landesmuseum Darmstadt hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr, und am Wochenende von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beläuft sich auf 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos.

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
D-64283 Darmstadt

Telefon: +49 (0)6151 – 165 70 00
Telefax: +49 (0)6151 – 289 42

Quelle: Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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Johann Elert Bode, Sternenatlas „Uranographia“, 1801
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