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Cézannes Schaffensprozess in Basel

Paul Cézanne, Cézannes’ Sohn Paul als Harlekin, um 1888

Das Kunstmuseum in Basel präsentiert aktuell die Schau „Der verborgene Cézanne“. Thema ist der Schaffensprozess bei Paul Cézanne vom Skizzenbuch bis zum Ölbild. Die Basis bildet eine Auswahl von Arbeiten auf Papier aus dem Kupferstichkabinett des Hauses. Die mehr als 200 Exponate umfassen neben wichtigen Zeichnungen, Studien und Aquarellen aus der gesamten Schaffenszeit des Künstlers auch Gemälde. Laut Kuratorin Anita Haldemann sei das zeichnerische Œuvre des Malers wenig erforscht. 111 Blätter aus dem Konvolut des Kupferstichkabinetts stammen aus fünf verschiedenen aufgelösten Skizzenbüchern, die möglichst weitgehend rekonstruiert wurden. In Basel sind sie nun mit weiteren Arbeiten auf Papier und Bildern Cézannes in Beziehung gesetzt.

Die Skizzenbücher von Paul Cézanne erlauben nicht nur Einblick in den kreativen Prozess des Künstlers, sondern auch auf Werke des Louvre, die er kopierte, und auf seine tägliche Zeichenpraxis. So schuf Cézanne in seinem Atelier Portraitstudien, in der Provence setzte er sich mit Bäumen auseinander oder hielt zu Hause seine Frau und seinen Sohn fest. Cézanne konzentrierte sich auf wenige Sujets, darunter Stillleben, Landschaften und Badende. Seine Skizzen verdeutlichen den Prozess des Suchens und Experimentierens und das Hinterfragen der Rolle der Zeichnung. Dies geschah, indem der Maler, so die Kuratorin, gängige Regeln missachtete und Gewohnheiten umging. Manchmal scheinen die Fläche und der Raum den Künstler stärker zu interessieren, wie etwa in „Paul als Harlekin“ von circa 1888. Ist links das Portrait des Sohnes zu sehen, konzentriert sich der Vater bei der Detailansicht auf der rechten Seite eher auf malerische Flächensegmente um Nase und Augen in kurzen Schraffuren. Die Konturlinie hingegen ist sekundär. Diese Herangehensweise charakterisiert zum Beispiel auch die um 1885/87 entstandenen „Cinq baigneuses“.

In den Aquarellen setzt Cézanne neue Bezüge zwischen Farbe und Linie. Die Zeichnung ist keine reine Vorarbeit, da er auch nach dem Aquarellieren die Blätter etwa mit Grafit nochmals überarbeitet hat. Das Ziel war ein lebendiges Zusammenspiel von Linie und Farbe. Einige Aquarelle nutzen einen feinen Pinsel für die Linienführung. Diese Einheit aus Farbe und Zeichnung verdeutlicht etwa die „Provenzalische Landschaft“. Um 1880 datiert, ist eine exakte Trennung von diaphanen und sich überlagernden Farbflächen, Grafitlinien und Pinselstrichen kaum möglich. Alle Elemente sind zu einer Ansicht verwoben, die selbst die weiße Papierfläche in sich aufnimmt. Ähnliches darf auch für das zeitgleich geschaffenen „Schloss von Médan“ gelten. Hier sind insbesondere die hoch aufragenden Bäume mit ihren durchsichtigen Lasuren ohne die gruppierende Kraft des Zeichenstrichs dem Vorder- oder Mittelgrund nicht eindeutig zuzuordnen.

Die Ausstellung „Der verborgene Cézanne. Vom Skizzenbuch zur Leinwand“ läuft bis zum 24. September. Das Kunstmuseum Basel hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 16 Schweizer Franken, ermäßigt 8 Schweizer Franken. Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein Katalog, der im Museum 45 Franken kostet.

Kunstmuseum Basel | Neubau
St. Alban-Graben 20
CH-4010 Basel

Telefon: +41 (0)61 – 206 62 62
Telefax: +41 (0)61 – 206 62 52

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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10.06.2017, Der verborgene Cézanne - Vom Skizzenbuch zur Leinwand

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Kunstmuseum Basel

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Cézanne in Martigny

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Paul Cézanne, Cézannes’ Sohn Paul als Harlekin, um 1888
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Paul Cézanne, Cinq baigneuses, 1885/87
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Paul Cézanne, Le Château de Médan, 1879/80
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Paul Cézanne, Paysage en Provence, um 1880
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