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Gregor Schmolls Weltsicht in Dresden

Gregor Schmoll, Galileis Frühstücksei, 2014

Das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden präsentiert ab heute zwei Fotoserien von Gregor Schmoll in der Schau „Wunderblock“. Der 1970 in Bruck an der Mur geborene Künstler, der in Wien an der Akademie der bildenden Künste bei Michelangelo Pistoletto und Heimo Zobernig studiert hat, stellt im Rahmen der Reihe „Weltsichten auf Papier“ aus. Hierbei bezieht er sich auf die Dauerausstellung „Weltsicht und Wissen um 1600“ und thematisiert das Verhältnis von Wirklichkeit und Repräsentation. Bei Schmoll, der den Viktor-Fogarassy-Preis, das Staatsstipendium für künstlerische Fotografie und den Foto-Förderpreis der Stadt Graz erhalten hat, ist die Fotografie kein Medium des Einfangens einer objektiven Wirklichkeit, vielmehr erzeugt sie Abbildungen, die der menschlichen Vorstellung von Wirklichkeit entsprechen. In der Folge dient sie zur Bestärkung dessen, was bereits angenommen ist.

In der Serie „Obris Pictus“ von 2014 greift Gregor Schmoll auf das gleichnamige barocke Buch des Humanisten Johannes Amos Comenius zurück. Dessen Bildlexikon erklärte Schülern bis ins 19. Jahrhundert den Kosmos. Auch die Dresdner Kunstkammer der sächsischen Kurfürsten sollte die Welt im Kleinen erklären. Comenius’ Schrift erschien 1658 und beschreibt Flora und Fauna wie auch den Menschen. Letzterer ist nicht nur mit Handwerken, Berufen, Künsten und Wissenschaften näher ausgeführt, sondern auch mit seinen Tugenden, Lastern, Spielen, Kriegen und Religionen. Gregor Schmoll ironisiere den Wahrheitswert dieses Erklärungsmodell des Humanisten, so Kurator Björn Egging. Den Blick durch das typisch kleine Sichtfeld eines Galilei-Fernrohrs auf den Mond betitelt der Österreicher aufgrund der Kraterlandschaft als „Galileis Frühstücksei“. Das kopernikanische Weltbild mit der Sonne im Zentrum zeigt Schmoll als verstreute Murmeln. Damit stellt er die Frage nach der Repräsentation von Wissen in Bildern und verdeutlicht, wie willkürlich Bilder die Begriffe der Realität und Erkenntnis prägen.

Die zweite Fotogruppe „Wunderblock. Die Dresdner Sammlung“ entstand für die Dresdner Schau als Weiterführung der „Orbis Pictus“-Serie. Die zentrale Rolle nehmen mehr als 200 Karteikarten ein, in denen Gregor Schmoll die Dresdner Sammlung beziehungsweise ihre Objekte inventarisierte. Neben Inventarnummern, Material und technischer Beschaffenheit ergänzen Fotos die Karten. Diese sind sowohl in die Fächer eines Schreibtisches sortiert, als auch zu einem Tableau an der Wand geordnet. Schmoll lasse damit die Dokumente zu Metaphern der Wissensgenerierung mutieren, Egging. Darüber hinaus weise er hier kritisch und ironisch darauf hin, dass Kultur keine objektive Idee ist, sondern auf eine subjektive Auswahl zurückzuführen ist, wie sie etwa Kunstkammern und Museen bieten.

Die Ausstellung „Gregor Schmoll. Wunderblock – Die Welt als Fotografie und Vorstellung“ läuft vom 14. Juni bis zum 18. September. Das Residenzschloss hat täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren ist er frei.

Residenzschloss Dresden
Taschenberg 2
D-01067 Dresden

Telefon: +49 (0)351 – 491 45 91
Telefax: +49 (0)351 – 491 45 99

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


14.06.2017, Gregor Schmoll. Wunderblock – Die Welt als Fotografie und Vorstellung

Bei:


Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Variabilder:

Gregor Schmoll, Galileis Frühstücksei, 2014
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Gregor Schmoll, Nobels Dynamit, 2014
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Gregor Schmoll, Aristoteles’ Kinematograph, 2014
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Gregor Schmoll, Kopernikus’ Wurf, 2014
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Künstler:

Gregor Schmoll








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